Freitag, 22. Januar 2010

Bienertmühle | Dresden-Plauen

In Dresden-Plauen wird derzeit der ehemalige Speicher der Bienertmühle abgerissen. Geplant ist auf dem
Grundstück ein Kletterzentrum durch den Alpenverein. Ursprünglich sollte der Speicher integriert werden,
dies scheiterte aber an den nicht vorhandenen Fördermitteln. Wie genau der Neubau aussehen soll ist noch
nicht entschieden, ein Konzept ist in der Entwicklung. Die geschätze Investitionssumme beträgt 3,2 Milli-
onen Euro. Auf weiteren Bildern sieht man die Bienertvilla, welche sich in einem sehr schlechten Zustand
befindet. Bienert war Großunternehmer und Mäzen, und war maßgeblich an der Entwicklung von Dresden-
Plauen beteiligt. Während des Jahrhunderthochwassers im Jahre 2002 kam es auch hier zu großen Schäden.
Hier noch ein nachgereichter Link (Danke an ChriSGD!)
















Kommentare:

Erik hat gesagt…

oh, wie lieb ich diese kleinen türmchen an dresdner altbauten!!! ansonsten tut eine aufwertung der gegend ziemlich gut.

Anonym hat gesagt…

Sehr schade daß in Dresden solche Industriedenkmäler keine Beachtung finden! Zu einer Großstadt gehören auch Häßlichkeiten wie dieser Speicher. Stattdessen steckt man so viel Energie in den Aufbau einer Filmkulisse am Neumarkt, die mit dem alten Dresden nichts zu tun hat! Die Stadt wird zunehmend kleinbürgerlicher und provinzieller.
Thomas / Dresden

Darki hat gesagt…

Oh...welch seltsame Anmerkung über mir...stirnrunzelnder Gruß

Stav Axenfeld hat gesagt…

@anonym/thomas: ich hab gerade in der sz gelesen, dass die polizei am neumarkt ihre neuen uniformen präsentiert. jetzt frage ich dich, warum denn nicht am postplatz, oder am pirnaischen platz? du weißt was ich meine, ja?

der neumarkt wird super angenommen, auch wenn uns ewig-gestrige das gegenteil behaupten wollen! ein erfolg auf ganzer linie vor dem nur architekten/stadtplaner angst haben, da sich dieses model auf den rest der republik übertragen könnte und sie so ihren schund nicht mehr los werden würden! man vergleiche frankfurt/potsdam/hildesheim etc.pp


beste grüße stav

Reza Tadayon hat gesagt…

"Zu einer Großstadt gehören auch Häßlichkeiten"

Lieber Thomas, da gebe ich Ihnen völlig recht, aber wenn die Häßlichkeiten mehr als 70 % der Stadtfläche* ausmachen, dann macht man um eine solche Stadt doch lieber einen ganz großen Bogen, wenn einem nicht zumindest irgendwo eine "Filmkulisse" bereitgestellt wird, die so etwas wie Schönheit und Niveau in die ganze Angelegenheit bringt. Dresden sollte sich einfach überlegen, ob man künftig in einer Liga mit München oder doch eher mit Hoyerswerda spielen möchte.

*das soll keine Polemik sein, sondern ist mein ganz persönlicher Eindruck nach einer eintägigen Stadtwanderung, die mich von Blasewitz bis in die Friedrichstadt führte - und die mich abgesehen von Neumarkt und der kleinen Milieuinsel zwischen Fetscherplatz und Stresemannplatz nur durch allerhäßlichste Plattenbauviertel führte. Aber wahrscheinlich verstehe ich einfach nicht die Genialität von 100 Meter langen industriell gefertigten Betonklötzen auf der grünen Wiese.

martin hat gesagt…

"der Neumarkt wird super angenommen"

- ja, aber leider in erster Linie nur von Eierschecke (fr)essenden Touristengruppen aus Westdeutschland. Wo sind denn dort die Wohnungen für die Dresdner, wo sind die Läden für Lebensmittel etc., die Handwerker, wo sind die Kneipen für die Leute, die dort wohnen könnten, wo sind außer den zugegebenermaßen schönen Fassaden die Dinge die den wirklichen Charme, das Leben, die Seele eines Viertels in Zentrumslage ausmachen? Ich wünschte, es gäbe sie wieder, dann bräuchte man auch nicht mehr die Vergleiche von Kulissen und Disneyland heranziehen.

Reza hat gesagt…

"Wo sind denn dort die Wohnungen für die Dresdner, wo sind die Läden für Lebensmittel etc., die Handwerker, wo sind die Kneipen für die Leute, die dort wohnen könnten"

Angenommen, man hätte alles modern aufgebaut - wären dann die Mieten erschwinglicher, gäbe es dann allen Ernstes Handwerker, die sich unmittelbar neben der Frauenkirche niederlassen könnten? Gibt es das etwa in Köln, Stuttgart, Frankfurt oder Mannheim, wo das Zentrum zubetoniert wurde? Nö, da kann sich der kleine Mann natürlich auch keine Wohnung leisten, so häßlich die Fassaden auch sein mögen...

ChriSGD hat gesagt…

@Martin und @Reza
"der Neumarkt wird super angenommen"
"ja, aber leider in erster Linie nur von Eierschecke (fr)essenden Touristengruppen aus Westdeutschland."

Warum müssen denn Touristen immer als Feindbild herhalten. Erstmal ist es Quark, wenn man meint das seien nur welche aus Westddeutschland. Ich kenne auch Leute aus(Ost!)-Berlin oder aus Brandenburg, die sich erlaubt haben Dresden zu besuchen, genau wie ich mir Leipzig und Erfurt anschaue. Außerdem wollen wir doch hier für die Schönheit der Stadt kämpfen und so ist das nun mal mit den Touristen, sie lieben im Allgemeinen das Schöne. Und nebenbei wollen unsere ca. 100 Hotels und vor allem deren Angestellte und Azubis auch eine sichere Zukunft haben, ebenso der Bäcker mit der Eierschecke, die Aufsicht im Museum und die Stadtführer.
Wollen wir keine Touristen und unsere Ruhe, dann brauchen wir auch nicht gegen die Pläne der Florana an der Hauptstraße sein und hätten uns für sozialen Wohnungsbau am Neumarkt einsetzen müssen, damit es wieder ein Armenviertel wie früher wird. Dass ein heutiger Investor seinen Mehraufwand für die historische Fassade und den Grundstückspreis irgendwie (also mit hohen Mieten und hochwertigen Dienstleitungs-Nutzungen) wieder reinholen muss, sollte uns einleuchten. Ihr geht ja bestimmt auch nicht (hauptberuflich) umsonst arbeiten. Die historischen Gemengelagen mit Wohnen und Handwerk hätten sich am Neumarkt kaum realisieren lassen, da das Baurecht vorschreibt, dass das Gebot der Rücksichtnahme zu beachten ist. Im Bestand ist das natürlich keine Thema, aber bei Neubau schon. Und welcher Handwerker mit seiner geringen Flächenproduktivität könnte sich diese Mieten leisten? Das müsste man also subventionieren, aber wir wollen doch dass Dresden schuldenfrei bleibt, oder?

Und nebenbei bin ich als Halb-Einheimischer auch gern am Neumarkt (oft mit Digicam und sehe aus wie Tourist), mein Cousin wohnt direkt an der Wilsdruffer und liebt seine Abendspaziergänge über den Platz. Manchmal ist es anders als es den Anschein hat.

Reza, von welcher Stadt mit 70% Häßlichkeiten sprichst du, doch nicht etwa von Dresden. Dein Spaziergang durch die Pirnaische Vorstadt ist nicht gerade repräsentativ. Ich finde es auch nicht schön, aber es gibt den Weißen Hirsch, Blasewitz, Löbtau-Süd, Plauen, die vielen Dorfkerne, Kleinzschachwitz und in der gesamten Neustadt bis Pieschen und Hellerau findet man kaum ne Platte. Und keine Stadt ist heutzutage noch perfekt (oder kennst du eine?), wo doch jedes Dorf sein Gewerbegebiet hat. Naja, wir brauchen ja offenbar ganz dringend alle weichgespülte Wäsche, elektrische Dosenöffner und PitStop für das Drittauto, also Orte wo der ganzen Kram hergestellt, verkauft und wieder entsorgt wird.

ChriSGD hat gesagt…

Zu dem neuen Kletterzentrum gibt es Entwürfe:

http://vision-dav-kletterzentrum-dresden.blogspot.com/

Naja, typisch heute eben. Der Getreidespeicher mit paar modernen Elementen (z.B. riesiges Fenster über mehrere Etagen, aufm Dach ne Bar), ner Kletterwand an der Fassade und nachts bunt beleuchtet wäre natürlich schöner gewesen. Ein markantes Industriedenkmal mit zeitgemäßer Nutzung. So wird´s eben so was wie ne Schulsporthalle. Schade!

Reza hat gesagt…

Na ja, wenn man sich mal vor Augen hält, was alles zerstört, abgerissen und dann sehr unattraktiv wieder aufgebaut wurde, dann kommt man sicherlich auf 60 bis 70 % der Fläche:

Johannstadt (fast komplett, bis auf kleine Ecken wie um den Fetscherplatz, ein wenig Gründerzeit östlich des Thomas-Müntzer-Platzes usw.), das komplette Annenviertel, die Seevorstadt, die ganze Gegend zwischen Bahnhof und Neumarkt (mit wenigen Ausnahmen, es sei denn, man kann der Prager Straße etwas abgewinnen), eine breite Schneise südlich des Hauptbahnhofs, von Gorbitz und Co. gar nicht erst zu reden. Die ganze Ecke um die Budapester Straße mit den Plattenbauten, der ganze Streifen entlang der Weißeritz mit einem Konglomerat aus Industriegebieten, fragmentierter Gründerzeitbebaung und Brachen... dazu kommen noch Gegenden, die mir beim flüchtigen Besuch als relativ intakt vorkamen, beim Betrachten von Luftaufnahmen beispielsweise auf Bing Maps aber auch reichlich fragmentiert auf mich wirken - zum Beispiel das Ende der Kesselsdorfer Richtung Innenstadt, wo ja bestenfalls noch eine Häuserreihe steht und die Kirche an der Wernerstraße inmitten des Nichts herumsteht...

Natürlich hat auch das heute Dresden noch seine großartigen Ecken, und sonst würde ich mich ja auch nicht dafür interessieren, sondern mich nur mit intakten Städten wie Wien oder Prag beschäftigen, die zwar an der Peripherie auch jede Menge häßliche Viertel besitzen, aber im Zentrum auf einer sehr großen Fläche annähernd perfekt sind.

Das hat also nichts mit Polemik, sondern nur mit einer realistischen Bestandsaufnahme zu tun. Um so unbegreiflicher ist für mich, wie man gegen eine Gestaltung der Innenstadt nach historischem Vorbild (inkl. Neustädter Seite) sein kann, wenn ich zubetonierte Trabantenstädte sehen will, muß ich nur ein paar Meter weiter in unser Ingolstädter Piusviertel gehen, das kann in Sachen Häßlichkeit locker mit den häßlichsten Ecken von Dresden mithalten...

Anonym hat gesagt…

hm... egal, das ist immer die selbe schwarz-weiß-malerische, militante und intollerante Diskussion der neumarkt-Anhänger. Da wird keine andere einung akzeptiert. Ich finde es schade daß der alte Speicher abgerissen wurde.

ChriSGD hat gesagt…

@Reza:
ich habe dir doch überhaupt keine Polemik vorgeworfen und ich bin schon gar nicht gegen eine historische Bebauung der Altstadt und der Inneren Neustadt, ich wäre für eine flächendeckende und detailgetreue Rekonstruktion mindestens der Fassaden. Ich bin ja nicht umsonst in der GHND.
Das Dresdner Luftbild sieht wahrlich nicht besonders aus, aber am Boden ist´s dann doch meist ansprechender. Die Ecken, die du nanntest, sind richtigerweise Negativbeispiele, aber z.B. der kleine westliche Abschnitt der Kesselsdorfer Straße ist ja kein Spiegelbild der Umgebung. Wenn man nach Süden geht, hat man entlang der Reisewitzer Straße ca. 1km durchweg Gründerzeit-Würfelhäuser und die Äußere Neustadt wird an als größtes zusammenhängende Gründerzeitviertel Europas bezeichnet.
Und um jetzt mal gegen meinen Polemiker-Ruf anzukämpfen: Ich glaube wir haben eigentlich die gleiche Meinung dazu, wie eine schöne Stadt aussehen sollte, ich wehre mich nur gegen die 70 Prozent. Wenn es so wäre, dass es keine lebenswerten Wohngebiete gäbe, hätte Dresden nicht Jahr für Jahr Einwohnerzuwächse. Dresden hat ja derzeit etwa 13.000 Kulturdenkmäler, die müssen ja irgendwo stehen.
Lohnt denn Ingolstadt einen Besuch (mal abgesehen vom Abholen des neuen Audi)?

Anonym hat gesagt…

… nix gegen die Neustadt - aber größtes Gründerzeitviertel Europas. Ihr Dresdner seid wirklich süß!
Die Neustadt ist auch ohne Superlative der attraktivste Stadtteil Dresdens.
… und die Elbe ist der schmutzigste Fluß Europas.

Reza hat gesagt…

@Chris

Die Ingolstädter Altstadt ist in der Fußgängerzone ganz gut geworden, ansonsten ist die Innenstadt ziemlich kleinteilig, wenn auch im Detail nicht immer überzeugend. Dazu kommen totale Fehlgriffe wie das renovierte neue Rathaus oder das Sparkassengebäude gleich daneben. Drumherum ist Ingolstadt allerdings mit Ausnahme des sündteuren Westens flächendeckend häßlich und sicher nur dann eine Reise wert, wenn man zufällig in der Nähe ist...

@Anonym

Ich glaube, es gibt in den östlichen EU-Staaten wesentlich schmutzigere Flüsse...

Dafür bist Du für mich der intelligenteste Blog-Kommentator Europas! Ob Ost oder West!

Anonym hat gesagt…

… danke ! … Ost - wenn Dich das beruhigt.… Das Internet hat keine Grenzen, auch wenn Du dir das wünschst.
Egal - hoffentlich wird nicht noch mehr Dresdner Identität weggerissen, dafür sollte man kämpfen!

Anonym hat gesagt…

In diesem Zustand könnte man die Ruine wenigstens lassen - eignet sich bestens zum Klettern! Wie ein Felsen aus der sächsischen Schweiz mitten in der Stadt. Zur Not kann man das Ganze ja unter ein Gebäude stellen.

ChriSGD hat gesagt…

@Anonym 1:
Diese Aussage findet man auf verschiedenen Webseiten und der Spiegel hat das auch schon geschrieben. Ich behaupte ja nicht, dass es 100-prozentig so ist, ich habe nur zitiert und die Äußere Neustadt gehört sicherlich wenigstens zu den größten zusammenhängenden(!) Vierteln diese Art. Na klar sind wir Dresdner süß! Danke. Es ging ja auch gar nicht um die Herausstellung von Superlativen, sondern um die Behauptung Dresden sei zu 70% häßlich.
Komisch, bei welt.de ist die Donau auf Platz 6 in der Welt, die Elbe ist nicht dabei, seit der Wende hat sich ja doch Einiges getan. Es war einmal...auch die Lachse sind wieder da. Ich glaube, in Deutschland gibt es nicht mehr wirklich dreckige Flüsse, außer vielleicht teilweise die Werra wegen der Salzeinleitungen und abschnittsweise der Rhein, wenn bei BASF Störfall war.

HK hat gesagt…

こんな話し振りや、ホッマに気になるやん

Anonym hat gesagt…

Dresden fetzt !

http://www.youtube.com/watch?v=WH8f7QT7R38

Anonym hat gesagt…

So alt scheint der Speicher ja auch nicht zu sein, laut des Blog's zum Bau des Kletterzentrums, ist der aus dem Jahr 1940. Wär natürlich trotzdem schön gewesen, wenn man den Speicher hätte umbauen können. Wie ich zudem gelesen hab versucht man dort dann sogar ein Landesleistungszentrum einzurichten, wofür eine Wandhöhe von 14 oder mehr Metern gefordert wird. Allerding steht auf der selben Seite, dass das Gebäude eine maximale Höhe von 13,5 Metern haben soll. Hat man die Pläne verworfen (Geldmangel?) oder wird nen Kellergeschoss gebaut? Trotzdem aber schön, dass in der Ecke überhaupt was passiert, da dieser Bereich schon noch was schmuddelig aussieht. Und wenn dann noch ne Straßenbahn dorthin gebaut wird (als Ersatz für die 62), könnte es nen Schub für (Alt-)Plauen bringen.
Und zum Thema "Filmkulisse": War ja übrigens diese Ecke auch schon ;)

Reza hat gesagt…

"Donau auf Platz 6 in der Welt"

Das ist gar nicht seltsam, wenn man bedenkt, daß die Donau durch eine ganze Reihe von osteuropäischen Ländern fließt, die wie Serbien momentan wohl noch andere Probleme als den Umweltschutz haben... die Donau

Zu den genannten 70 % (die sich nur auf die Fläche beziehen, vielleicht sind es auch nur 60 % oder weniger) möchte ich anmerken, daß mich Dresden insgesamt von der ganzen Atmosphäre und Lage schon sehr anspricht, und daß es viele einzigartige schöne Ecken gibt, die für sehr vieles entschädigen. Bei einer ähnlichen Analyse für Ingolstadt käme ich womöglich sogar auf schlechtere Werte, da hier zwar das Zentrum einigermaßen OK ist (ohne größere Highlights zu bieten), das Drumherum mit den Wohnblocks aber absolut unattraktiv ist.

"In diesem Zustand könnte man die Ruine wenigstens lassen - eignet sich bestens zum Klettern!"

Tja, und wer haftet, wenn eine Mauer einstürzt oder einem Kletterer ein Stück Putz auf den Kopf fällt?

ChriSGD hat gesagt…

@ alle + Reza + Anonym

Erst mal, bitte nicht als "Anonym" schreiben, da man bei mehreren Damen und Herren Anonym durcheinander kommt.

Diese Schild von wegen "Gestern Villa Bienert – Morgen Römisches Bad" hing auch schon vor zwei bis drei Jahren an dem schönen Gebäude, leider hat das wohl nichts zu bedeuten.

Ja, Reza, das mit der dreckigen Donau, Osteuropa und dem deswegen schlechten Platz ist sicherlich der Zusammenhang, denn in der Schwäbischen Alb macht sie noch nen reinen unschuldigen Eindruck.
Mit den 50% Gestalt-Abfall kann ich leben :-)

Anonym, mit der Straßenbahn bis zur Bienertmühle wird’s wohl nix, da sie ja erst nach der Wende zugunsten der direkten Trasse von der Münchener Straße nach Coschütz aufgegeben wurde und bald noch die letzten Gleise auf der Tharandter verschwinden. Aber bis zum Weißkopf-Platz ists ja realistisch. Ich hätte auch gern den alten Speicher erhalten, da allein die Höhe von 32 Metern mehr an die Klettertürme des Elbsandsteingebirges erinnert. Ich hab von Klettern ja keine Ahnung, aber die Freaks haben doch bestimmt auch gewisse Ansprüche und wollen mal ne lange Route klettern. Ich sagte ja bereits, Schulsporthallen-Flair.

robsondd86 hat gesagt…

Ja gut, da bleibt nur abwarten mit der Straßenbahn. In der Planung der DVB ist es auf jeden Fall schon mal bis Weißkopf-Platz drin, aber auch mit ner Option bis runter an die Weißeritz. Mit dieser Option könnte die DVB dann auch ein weiteres Ziel ihrer aktuellen Politik erreichen, die Verknüpfung von verschiedenen ÖPNV-Mitteln. Die ca. 400 m mehr dürften nicht das Problem sein, eher schon die Gegebenheiten auf der Straße "Altplauen". Schaun mer mal was wird

ChriSGD hat gesagt…

Hi Robson, siehst du, das mit der Option bis runter zum S-Bahnhof hat sich noch nicht bis zu mir rumgesprochen. Gibts die Planungen im Netz zum Download?

robsondd86 hat gesagt…

http://www.dvb.de/downloads/News/132/dvb-fakt5_2010.pdf auf Seite 15 ist die Option mit eingezeichnet. Dort sind auch alle anderen geplanten Strecken zu sehen.

frieder82 hat gesagt…

hey robsondd86! interessante sache! ich hatte zwar mal in der sz was darüber gelesen aber wußte gar nicht, dass die die budapester straße und chemnitzer straße einbeziehen wollen. bei der budapester kann ich es mir noch vorstellen, da ist auf dem mittelstreifen platz. aber bei der chemnitzer? die ist ja schon was enger! und nach plauen runter zur bienertmühle kann man sich auch schwer vorstellen. wann solll es denn zur realisierung kommen? grüße frieder82

ChriSGD hat gesagt…

@Robson + @frieder82
Danke für den Link. Straßenbahn ist schon ne feine Sache.

Ich hab in meinen Dateien vom 3. November was zum Zeithorizont gefunden, leider nur auf alle Neubaulinien bezogen:

SZ 03.11.09:
>>
DVB planen neue Bahnstrecken

Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) wollen neun neue Straßenbahnstrecken bauen. Mögliche Routen werden bereits geplant und auf technische und wirtschaftliche Umsetzbarkeit geprüft. Noch in diesem Jahr soll für den Stadtrat ein Projektpaket geschnürt werden.

Mit einem Grundsatzbeschluss im Rücken können die DVB dann beim Bund Fördermittel beantragen und detailliert weiter planen. Bis 2020 sollen die Bahnen auf den meisten neuen Linien dann rollen.

Geplant sind unter anderem Verbindungen zwischen Johannstadt und Plauen, zur Messe und über die Nossener Brücke. Aber auch nach Leubnitz, Cossebaude und Ottendorf-Okrilla werden neue Strecken geprüft. (SZ)<<

Zunächst kommt mal die Trasse ins Ostragehege dran. Auch hier ein Bericht aus der SZ vom 10.12.09

>>
Mehrheit für Bahn zur Messe steht
Von Denni Klein
Morgen will der Dresdner Stadtrat den Weg für die Verlängerung der Straßenbahn zum Messegelände frei machen. Bereits in den Ausschüssen fanden die Pläne breite Zustimmung. Die Mehrheit gilt deshalb schon als sicher.
So soll die Linie 10 ab Ende 2011 bis zur Messe fahren, damit Großveranstaltungen besser erreichbar sind. Die Buslinie 75 würde dann nur noch bis zum Postplatz fahren. Die Verkehrsbetriebe sind von der Bahn durch die Flutrinne abgekommen, weil sie nicht genehmigungsfähig ist. „Die Flutrinne gilt als Gewässer, da dürfen wir nicht bauen“, hatte DVB-Chef Reiner Zieschank erklärt. Deshalb soll nun eine neue Brücke neben die Schlachthofbrücke gebaut werden. Insgesamt sollen rund 1,4 Kilometer neue Gleise verlegt werden. Inklusive des Brückenbaus soll das Vorhaben etwa 15 Millionen Euro kosten.

Die Gleise sollen ans Wendegleis der Linie 10 in der Friedrichstadt anschließen. Die Bahn quert dann die Magdeburger Straße, bevor sie auf die neue Brücke über die Flutrinne einbiegt. Sie bindet nicht nur die Messe sondern auch das Sportschulzentrum besser an.

Ob auf der Strecke erstmals oberleitungsfreie Bahnen zum Einsatz kommen können, wird noch geprüft. Ein Pilotprojekt könnte mit der Firma Bombardier umgesetzt werden. Oberleitungen werden aber zur Sicherheit in jedem Fall gebaut. Die neuen Bahnen könnten dann mit beiden Systemen fahren.

Die Trasse wird zudem so angelegt, dass sie perspektivisch auch über eine möglicherweise entstehende neue Elbbrücke nach Mickten verlängert werden könnte.(SZ)<<

StefanK hat gesagt…

Die Verlängerung der Linie 10 steht ja demnächst an. Ich persönlich denke, dass der Bau einer Strecke von der Südvorstadt bis zum Wasa-Platz in den nächsten 10 Jahren als "Uni-Straßenbahn" noch realistisch ist. Die Verlängerung dieser von der Südvorstadt nach Löbtau (Tharandter Str.) wäre sinnvoll, aber aufgrund des Umbaus der Nossener Brücke nicht gerade billig, deshalb denke ich kommt das evtl. noch später.

Der Bau der Strecke Zentrum-Budapester-Plauen halte ich für sehr unrealistisch. Das werden wir in den nächsten 15 Jahren bestimmt nicht erleben. Die Chemnitzer Str. ist zu schmal und zu verkehrsreich. Ebenfalls müsste die Budapester Brücke umgebaut werden.

Frieder82 hat gesagt…

Die Brücke ist in der Mitte offen, oder? Da wäre eine Straba-Trasse sehr unrealistisch. Das ganze Projekt scheint mir eher unrealistisch! Wie Stephan schon gesagt hat, vielleicht in 15-20 Jahren?

robsondd86 hat gesagt…

Wenn man das geplante Volumen von 85 Mio € für die Straßenbahn von der Johannstadt bis nach Plauen mal mit den bisherigen Investitionen in neue Strecken vergleicht, wäre das schon ein Mega-Projekt für die DVB. Dieser Betrag macht zudem den enormen Aufwand deutlich der betrieben werden müsste, um dieses Projekt umzusetzen. Es wird daher sicherlich davon abhängen, wie die wirtschaftliche Lage in den nächsten Jahren ist und wie groß der Förderanteil ausfällt.
Eine Alternative für die "Linie 5" und die Verlängerung der 8 nach Löbtau könnte neben der Straßenbahn auch die in Dresden entwickelte Autotram sein. In diesem Fall könnte auf den Einbau konventioneller Gleise und Oberleitungen, sowie größere Umbauarbeiten an den Brücken verzichtet werden. Allerdings weiß ich nicht, wie weit dieses System schon entwickelt ist und wie groß der Vorteil dieses Systems gegenüber einem Bus ist. Könnte aber als Pilotprojekt doch sicherlich von starker Förderung profitieren.

Link Autotram:
http://www.ivi.fraunhofer.de/frames/german/projects/ger_mvs_autotram.html

Anonym hat gesagt…

Sicher wär ein sanierter Speicher spannender gewesen, allerdings sind die Kosten für Abriss und Neubau wesentlich geringer. Und solange das Geld nicht aus Quellen Stadt und Land sprudelt, muss man mit dem zurecht kommen, was man hat. Im Übrigen ist angesichts der aktuellen Finanzlage vom Freistaat und der Stadt Dresden auch ein Neubau noch lange nicht in Sicht.
Ein weiterer Vorteil für den Neubau ist, dass die Anlage wirklich so gebaut werden kann, wie es für die Ausrichtung von Weltcups etc. benötigt wird. Bei einem Altbau hat man da enorme Schwierigkeiten.
Zu der Frage nach der Höhe: Ja es soll in die Tiefe gebaut werden, so kann man auch Betriebskosten sparen > Erdwärme.

Dase hat gesagt…

Zum Thema größtes Gründerzeitviertel: je nach Definition ist das die Bonner Süd- West- und Nordstadt (größtes zusammenhängendes Viertel), das Leipziger Waldstraßenviertel (größtes gleichzeitig gebautes Viertel), der Prenzlauer Berg in Berlin (schiere Größe, aber teilweise bereits vor der Gründerzeit bebaut) oder (Behauptung von karriere.de) der Kaßberg in Chemnitz. Im Endeffekt wird das von fast jedem größeren Viertel behauptet.

Anonym hat gesagt…

Ich bin sehr traurig über den Abriss des Speichers. Ich habe für einige Jahre in der Nachbarschaft gelebt und bin nachts einige Male mit Freunden hinaufgestiegen, um die Aussicht zu genießen.

Schade, dass sich keine Nutzung dafür gefunden hat.

Aenos