Donnerstag, 28. Januar 2010

Militärhistorisches Museum

Aktueller baulicher Zustand sowie ein paar, am Bauzaun angebrachte Visualisierungen des Projekts:




Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Libeskind ist kein Architekt, sondern ein Sadist, dem es gefällt, wenn Architekturliebhaber leiden, und der gerne historische Bauwerke und Bauensembles in ihrer Schönheit zerstört!

Anonym hat gesagt…

Was ist denn das für ein Mist? Müssen moderne Spinner eigentlich alle historischen Gebäude verhunzen? Warum suchen sich diese baufaschistoiden Spinner eigentlich immer architektonisch wertvolle (historische)Wirtskörper, die sie befallen müssen? Damit Ihr Mist zur Geltung kommt! Und Politik und Wirtschaft feiern diesen Müll. Was würde ein Chipperfield oder sonst einer dieser "Star"Architekrten sagen, wenn man an Ihre Machwerke ein Gründerzeithaus (natürlich überproportioniert) oder Fachwerk-Ensemble anbringen würde?
Das hat hier was von Schändung, das ist eine architektonische Vergewaltigung! Pfui!!

René dietze hat gesagt…

Grauenhafte Zerstörung, warum? Die Qualität der Ausführung solltet Ihr sehen, ohne Worte.

Lipsius hat gesagt…

Ich finde es großartig, Daniel Libeskind hat es wieder echt geschafft. Das sind Landmarken von moderner Architektur, davon könnte Dresden viel mehr gebrauchen, nicht diesen ganzen Schrott, den sie im Zentrum hochziehen. Hier wird ein altes Gebäude saniert und eindrucksvoll und kontrastreich in das 21. Jahrhundert geholt. Könnte mir vorstellen, dass es ein Touristenmagnet wird allein des Gebäudes wegen, obwohl es am Arsch der Stadt liegt. DD kann sich glücklich schätzen!

Winson hat gesagt…

Lipsius, du hast vollkommen Recht!
Mit diesem Entwurf kann sich Dresden durchaus glücklich schätzen!

Anonym hat gesagt…

Dresden ist mit solchen Entgleisungen auf dem Weg in die Durchschnittlichkeit. Das wird auch keine Attraktion - das ist vielmehr ein Armutszeugnis. Schade um das wunderschöne Gebäude. Solch ein Betonkasten singulär würde nur Verachtung hervorrufen. Das Ding lebt doch tatsächlich nur von der Verbindung mit dem historischen Gebäude.

Anonym hat gesagt…

Leute nicht so voreilig urteilen: m.E. nach könnte es schon eine Attraktion werden. Der dem altehrwürdigen, kaierlichen, schloßartigen Gebäude aufgezwungene Keil wirkt in der Tat auf den ersten Blick wie eine Vergewaltigung. Doch bei genauerem Hinsehen berührt die wieder abbaubare Stahlkonstruktion die Fassade überhaupt nicht. Diese ist unberührt erhalten. Okay, das Dach wird druchdrungen und im inneren wird sich der Keil auch sichtbar machen. Laßt das Teil erst einmal verglast sein, dann spiegelt sich der Mittelrisalit darinnen und die ganze Sache sieht aus wie ein transparenter herauswachsender Kristall. Nachts noch von innen beleuchtet.
Was mich viel eher bedenklich stimmt ist die Symbolik des V's!??
Wird hier Churchill's Victory sichtbar manifestiert!?
Die v-förmige Angriffsfront für lange Zeit Dresden ein zweites Mal aufgezwungen? Symbole wirken, insbesondere, wenn man sie so wuchtig in Szene setzt. Wer hat ein Interesse, daß das alliierte V noch einmal auf Dresden zielt, bewußt oder unbewußt!? Fragen, wer kann sie letztlich beantworten? Sicher wird es ein offizielle Lesart geben. Doch was steckt wirklich dahinter!???

Anonym hat gesagt…

Toll, wenigstens ein Museumshighlight nachdem der ambitionierte Plan eines Museums am Neumarkt zerstört wurde. Ich freue mich auf den Bau auch wenn er leider nicht im Zentrum liegt.
Warum Liebeskind diese zerstörerische Geste der Sperspitze gewählt hat liegt auf der Hand - das ist das Militärhistorische Museum !?

Anonym hat gesagt…

In diesem Kontext kommt die Kraft Liebeskindscher Gesten voll zum Ausdruck. Ein tolles Projekt für Dresden!

Anonym hat gesagt…

also aus der Nähe betrachtet wirkt der keil, ähnlich leichtfüßig wie der wunderschöne Postplatz-Schmetterling. Der Keil symbolisiert den Bruch zwischen dem militaristischen Deutschland und dem friedliebenden, demokratischen sowie humanitären Deutschland im hier und jetzt und in Afganistan.

StefanK hat gesagt…

Also bei mir tut sich die Assozation eines Messers, welches durch eine Butter schneidet, auf. Nach dem ersten Blick auf die Modelle bekam ich auch einen kleinen Schock. Nun muss man sehen, was wirklich draus wird. Der Schock ist jetzt eher Interesse gewichen. Nun muss man sehen, was wirklich draus wird... Moderne Architektur ist nunmal auch etwas provokant.

robsondd86 hat gesagt…

Der Neubau symbolisiert einen Pfeil, der auf das Steyer-Stadion zeigt. Dem Punkt, an dem bei der Bombardierung 1945 die "Christbäume" (Markierungsbomben) abgeworfen wurden und damit den Beginn des Zielgebiets (von diesem Punkt aus nebenbei auch V-förmig verlaufend) in Richtung Innenstadt markierten.

Zum Gebäude selbst will ich jetzt mal noch nicht urteilen, sondern warte mal ab, wie es dann im fertigen Zustand aussieht.

Stephan hat gesagt…

"Toll, wenigstens ein Museumshighlight nachdem der ambitionierte Plan eines Museums am Neumarkt zerstört wurde"

Ja klar, dieses Museum war ja so konkret, die Finanzierung geklärt, und natürlich kann es nicht 400 Meter daneben auf irgendeiner der zahllosen Brachen gebaut werden. Wobei ich Filz und Fett schon irgendwo cool finde, und einen umgeleerten Abfalleimer noch viel mehr, vor allem, wenn er für 100.000 Euro angekauft wurde. Besonders dann, wenn er in so einem architektonischen Meisterwerk wie der Pinakothek der Moderne in München ausgestellt wird.

Anonym hat gesagt…

Aktueller Zustand, so so.... mmh blauester Himmel, ist bei euch in Dresden der Sommer ausgebrochen? ich hab seit Wochen keine Sonne mehr gesehen, kann natürlich auch einfach an Chemnitz liegen

Peter Berlin hat gesagt…

Wenn ich ehrlich bin, ich finde Libeskind nicht schlecht, ist einer er wenigen "Modernen" Architekte mit dem ich was anfangen kann. Das "zackige" gefällt mir.

ABER.


1.
Generell will ich so was nicht haben in Altbauvierteln, in historischen Innenstädten (DD-Neumarkt etc.) sowieso nicht.

2.
Libeskind hat tatsächlich eine Ästhetik, die mich anspricht. Allerdings mehr in seiner Eigenschaft als Erschaffer von Skulpturen. Diese "Zacke" am Militärmuseum ist als Skulptur interessant. Ob so etwas als Gebäude sinnvoll ist, ist eine ganz andere Frage, die wir immer wieder bei "moderner" Architektur stellen sollten.

3.
In unzerstörten Städten wie Paris oder Prag kann man auch mal so etwas machen wie hier, ein Gebäude "modern" Ergänzen. Wenn eines von 1000 so aussieht, und die restlichen 999 unversehrt-intakt, ist das OK. In Dresden, wo ausser Neumarkt, Schloss und Theaterplatz fast nichts mehr intakt ist (auch heute nicht) sollte man so etwas auf keinen Fall machen. Auch nicht in den Vororten.

4.
Obwohl Libeskind mir , wie erwähnt, teilweise gefällt, kann ich ganz klar sagen: Ich hätte diesen völligen UNSINN am Militärmuseum nicht gebraucht. Liebe Dresdner, was lasst Ihr Euch eigentlich alles gefallen? Ich hoffe ihr seid Euch darüber im Klaren, dass für die ganze Zerstörung Eurer Stadt (Wilsdruffer Klo-bus, Raumschifflandeplatz Postplatz plus Teppichklopferstange, ADAC- Korruptions-Baumafia-Brücke, Wilsdruffer Str-ECE-Zombie Architektur) ihr auch alle noch schön Millionen Euro zahlt, liebe Dresdner? Jawohl, verehrte Einwohner von Elbflorenz - ihr bezahlt diese ganze Verhässlichung Dresdens mit Euren Steuergeldern!

Mir tut das seit Jahren jeden Tag weh, wenn ich an Dresden denke was man aus dieser Stadt macht. Das tut mir körperlich weh, ganz ehrlich.

Der Künstler Salvador Dali hatte einst gesagt: "Ich bin gegen die Todesstrafe - ausser bei Architekten".

Dem möchte ich nur hinzufügen: Dali hat die Politiker vergessen!

Ich verbleibe (trotz aller Unbill)
in wohlwollender Hoffnung für den Wiederaufstieg Dresdens

Peter

StefanK hat gesagt…

@Peter Berlin
Bei 1-3 kann ich im Wesentlichen zustimmen. Libeskind ist kein schlechter Architekt. Aber seine Formen sind sehr skulpturhaft, so dass seine Bauten Solitäre sind, welche es nicht flächdeckend sondern nur vielleicht einmal in einer Stadt geben kann, und das an möglichst unsensiblen Orten.

Bei 4. bin ich mir nicht sicher. Ich bin zwar ebenso gegen die Vergewaltigung der Stadt wie es leider an vielen Stellen passiert. Aber ich glaube man schätzt die Dresdner falsch ein, wenn man denkt die Mehrheit wäre gegen soetwas. Bei der Brücke wars 50:50, viele bezeichnen den Neumarkt als Schauplatz und finden selbst den Erweiterungsbau der Altmarktgalerie und Postplatz als gelungen und fordern mehr moderne Akzente a la ehemaliges Gewandhaus am Neumarkt. Die CDU ist die stärkste Kraft hier und diese von der Mehrheit der Dresdner gewählte Partei tritt ja offen für alle Vergewaltigungen der Stadt ein. Folglich wollen es die Dresdner so?!

Weiterhin unterscheide ich gerne zwischen Baumeistern und Architekten. Das alte Dresden wurde von Baumeistern erschaffen, heute gibt es nur noch Architekten.

R. Ritter hat gesagt…

Hallo Peter!
Du hast in allen Belangen (wiedermal) recht! Nur würde ich die Rolle des Dresdner Bürgers differenzierter darstellen. Ein Teil ist mit Herzblut dabei, der andere interessiert sich nicht und noch ein anderer Teil ist arrogant! Ich kenne einige, die finden den Kulturpalast, den Neumarkt und das neue Altmarkthotel blöd. Fragt man sich, was mögen die denn überhaupt?

Edwin hat gesagt…

@Peter Berlin:

Wer tatsächlich glaubt, dass in Dresden "ausser Neumarkt, Schloss und Theaterplatz fast nichts mehr intakt ist (auch heute nicht)", der war offensichtlich noch nie in Dresden. Weite Teile der Stadt abseits der Altstadt sind intakt, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Intakt und nicht wiederaufgebaut.

Harry hat gesagt…

Ich stimme in vielen den Peter aus Berlin zu, aber bei Liebeskind gehen unsere Meinungen total auseinander, er soll lieber Skulpturen erschaffen u. da möchte ich zu StefanK's Anmerkung kommen,daß alte Dresden wurde von guten Baumeistern errichtet, heute plagen wir uns nur mit sogenannten Architekten herum !!!
Gruß Harry

Telperion hat gesagt…

What a shame for Dresden to accept this kind of "destructions"...