Montag, 29. März 2010

Altmarkt 7






Kommentare:

Irish Eyes hat gesagt…

Ja, immer noch haesslich, besonders sein 'fearful asymmetry' (wenn ich William Blake einpassen kann).

TourDresden hat gesagt…

Mir gefällt das Gebäude. Die unterschiedlichen Fenstertiefen, die Variationen der Fensterformate, die Verwendung von Glasstein, die facettenreiche, warme Naturstein-Fassade, die zweifache Fluchtlinie durch die ausschwenkende "Nase", die – je nach Standort – den Eindruck erweckt, man habe es mit zwei Gebäuden zu tun – all das macht den Bau für mich interessant und anziehend, auch wenn ich nicht zuallererst von einem "schönen" Gebäude sprechen würde. Zweifellos bereichert der Bau den Platz, und das ist für mich entscheidend. Übrigens verstellen die Baucontainer zurzeit noch einen Großteil der Arkaden, die für den Gesamteindruck des Gebäudes sehr wichtig ist. Insgesamt hat der Bau schon fast monumentalen Charakter. Langweilig ist er jedenfalls nicht, und da langweilige, nichtssagende Architektur für mich eine weitaus größere Bedrohung des Stadtraums darstellt als extravagante Architektur, wage ich von einem gelungenen Ergebnis zu sprechen – wenn auch sicher nicht das bestmögliche an diesem Ort.

Anonym hat gesagt…

Häßlich, einfallslos, billige Wegwerfarchitektur mit vorgeklammerten (teuren) Natursteinplatten. Wem das gefällt, der badet auch in Beton...

Anonym hat gesagt…

...bereichert der Bau den Platz?
NEIN... Der Altmarkt wirkt kühl und langweilig.

Hier hätte man sich mehr Mühe machen sollen. Monumental..na dass hatten wir schon mal und dies hat zu dieser Platzveränderung beigetragen, dessen Folgen wir heute ertragen müssen.

Immer wieder erstaunlich was die Leute schreiben. Anziehend ist dieser Hotelbau...wie solls anders sein auch noch. Da gibts doch Leute mit merkwürdigen Empfindungen...

Mich zieht es zu einem anderen,gelungeren Platz hin und dort steht ein Gebäude dessen Anziehung ich mich nicht verweigern kann und will!!

Der Altmarkt liegt nur auf dem Weg dorthin...
Traurig :(

TourDresden hat gesagt…

Die Tristesse des Altmarkts hat weniger etwas mit der Architektur selbst, als mit den nach dem Krieg geschaffenen Raumverhältnissen zu tun. Der Platz ist zu groß, zu überdimensioniert, wird nach Norden durch den Kulturpalast nur unzureichend begrenzt, es gibt kaum Stadtmöblierung, und die wenigen armseligen Bäumchen auf der Ostseite helfen auch nicht wirklich weiter. Den absoluten gestalterischen Tiefpunkt markiert jedoch der unsägliche schiefe Lichtmast. Aus diesem Platz ließe sich, wenn man wollte, durch Gliederung des Platzes (Denkmal, Sitzgelegenheiten, (richtige!) Bäume, andere Beleuchtung (z.B. restaurierte "Tulpenleuchter" aus den 50ern) etc., durchaus etwas machen - auch ohne vorhande Bauten abreißen zu müssen.

ApparatBauske hat gesagt…

Na ja, die Architektur ist nicht mehr so schrecklich wie noch vor 20 Jahren... es gibt etwas ausgefeiltere Formen und immerhin so etwas wie eine Fassade.

Mit Bauten dieser Art wurde beispielsweise die Stuttgarter Innenstadt etwas aufgewertet, beispielsweise in der Kronprinzenstraße... andererseits:

Wirklich toll finde ich es auch nicht. Eben Beton, dem dann etwas vorgeblendet wurde - ob es in DD genauso billig aussieht wie in Stuttgart, weiß ich nicht, ich habe das neue Gebäude noch nicht im Original gesehen. Jedenfalls kommt mir der Altmarkt völlig tot und armselig vor, selbst verglichen mit dem Fetscherplatz, vom Neumarkt ganz zu schweigen...

Darki hat gesagt…

Sagen wir es so...dieser Bau komplettiert den Platz zumindest nach Süden. Von daher erfüllt er schon mal eine wichtige Aufgabe. Er hat kein Flachdach, das Dach selbst ist mit ROTEN Ziegeln gedeckt (ja das soll sogar möglich sein, mal KEINE brauen oder schwarzen Ziegel zu nehmen), hat eine Sandsteinfassade, angedeutete Arkaden (echte Arkaden sind es nicht), hält die Traufkante ein, (die das Legohaus vorgibt) und vollführt einen leichten Schwung. Das ist für Dresden (das muss man leider sagen) schon mal sehr viel wert. Allerdings haben wir es hier mit dem Altmarkt zu tun. Dem innersten Inneren der Stadt Dresden. An jenem Ort wo der weltberühmte Striezlmarkt stattfindet. Von daher hätte man die Fassade gern noch etwas besser ausgestalten können, die Vertikale betonen und es alles in Allem kleinteiliger wirken lassen. Eine Katastrophe ist der Bau beileibe nicht. Er ist für heutige Verhältnisse gut. Für mehr reicht es dann aber doch nicht. Völlig richtig is natürlich auch, die von TourDresden vollkommen inakzeptable Platzgestaltung (kann man das überhaupt so nennen?) des Altmarktes, die ein Armutszeugnis unserer Epoche darstellt. Warum mussten eigentlich die Tulpenlaternen weichen???. Hier sollte alsbald nachgebessert werden.

Anonym hat gesagt…

Ich hätte mir umlaufende Arkadengänge gewünscht. Damit hätte man den Besucherstrom aus der Altmarktgallerie quasi überdacht in Richtung X-Kirche geleitet. Aber das ist bei dem rechten Gebäude schon verpasst worden. Im Bereich des Altmarktes und auf der Ernst Thälmann Strasse sind die Arkaden durchgehendes Gestaltungsmittel. Dann hätten die Gebäude den Platz nicht so kühl gesäumt ...
Anyway - wesentlich besser las das nebenliegende Gebäude mit seinen seltsamen Erkern. War nie ein Freund dieser 50er Jahre Nachkriegsbauten und damit muß der bau vermitteln, das tut er.
Wichtig ist daß sich nach und nach die Lücken schließen!

Stefan hat gesagt…

@TourDresden
Warum schreibst du eigentlich keine Artikel mehr? Keine Zeit? Ich habe die immer gerne gelesen und kann dich nur wieder dazu ermuntern.

ChriSGD hat gesagt…

Man fragt sich wirklich, ob sich der Herr Wehberg jemals mit Gestaltelementen von Plätzen beschäftigt hat. Der Platz verkörpert die überkommenen Ideale der 60er Jahre, ohne Sinn für die Bedürnisse der Menschen. Wie belebt man einen Platz, schafft Anlaufpunkte und Orte zum Verweilen? Jedenfalls nicht so! Wenn man bedenkt, dass für eine derart armselige Wettbewerbsarbeit Unmengen an Steuergeldern ausgegeben wurden. Hätte man mal lieber bei uns an der Uni im Grundstudium eine Ideenwerkstatt durchgeführt, hätte man sicherlich bessere Ergebnisse bekommen, ich denke selbst ein Kindergarten-Gruppe hätte das gedanklich hinbekommen.

Ich muss TourDresden in vollem Umfang zustimmen, dass eine Aufwertung mit wenigen Umbauten und Gestaltelementen möglich wäre. Ich habe mal gelesen, dass zumindest Teile der Germania noch eingelagert sind. Ich hoffe, es werden sich engagierte Bürger zusammentun und dieses wunderbare Denkmal wieder aufleben lassen.

Anonym hat gesagt…

Hier pfeift nur der Wind durch.

Dieser Platz sollte Menschen einladen, nicht nur zum Shoppen sondern auch zum verweilen. Der Gedanke eins urban belebten Platzes ist ausgeträumt.

Die neu entstandenen Gebäude geben nicht das Gefühl wieder welche für diesen Platz gedacht waren.

Er hieß ja bekanntlich Alt-Markt.
Wie sollte man diesen Platz heute bezeichnen und welche Funktion hat er...außer einmal im Jahr zu Weihnachten?

Aber vielleicht sollte man ein paar Bäume pflanzen... zumindest würden die einiges verdecken. Ein guter Bereich wäre z.B. vor dem neuen Hotel.

Stefan hat gesagt…

@ChriSGD
Das Germania-Denkmal wurde anlässlich des deutschen Sieges über Frankreich errichtet und symbolisiert damit den Nationalismus und Militarismus dieser Zeit. Es wird wohl kaum wieder an dieser Stelle neu errichtet werden, höchstens wenn die NPD die Macht übernehmen sollte.

Der Altmarkt bedurfte einer kompletten Neugestaltung. Diese finde ich aber überhaupt nicht gelungen. Für mich ist der Altmarkt der armseeligste Platz Dresdens.

ChriSGD hat gesagt…

@Stefan
Der Symbolik der Germania bin ich mir bewußt, aber für mich persönlich ist das Thema insoweit durch, dass Deutschland und Frankreich heute die wohl engsten Partner in der EU sind. Ich glaube nicht, dass mit der Errichtung der Germania unter der Normalbevölkerung wieder alte Kriegsgelüste aufkeimen würden. Man kann so ein Denkmal schließlich auch als ein Zeichen gegen den Krieg verstehen. Die Franzosen sind ja auch stolz auf ihre Nation, wir könnten uns das auch mal wieder angewöhnen, denn wir alle tragen keine Schuld an der Vergangenheit. Warum sind die beiden Weltkriege eigentlich immer so besonders politisch behaftet? Die Grausamkeiten der Kriege früherer Tage werden im Gegensatz dazu geradezu verharmlost.
Wir müssten jeden Ehrenhain für gefallene Soldaten oder die kläglichen Reste der Berliner Mauer einstampfen, wenn wir das als Konzept durchziehen wollen. Es ginge ja lediglich um Reparatur und nicht die Neuerrichtung eines Symboles. Dem potenziellen Mißbrauch durch radikale Parteien würde ich nicht damit vorbeugen, die Wiederherstellung geschichtsträchtiger Orte und Wahrzeichen zu vermeiden. Das haben wir nicht nötig und sollten uns dem auch nicht beugen.

Der Pirnaische "Platz", der Straßburger "Platz" und der Ferdiand"platz" sind aber noch schlimmer. Beim Postplatz finde ich das Bebauungskonzept ganz gut, aber das steht und fällt mit der Qualität der neuen Gebäude. Der Anfang mit Kubus und Altmarkt-Galerie ist jedenfalls nicht unbedingt ein gutes Omen.

Anonym hat gesagt…

… Germania, genau ! den Vorschlag hat der Mücke von der FDP auch schon gemacht - und dann hängen wir wieder die roten Banner mit den schwarzen Kreuzen um den Platz und dann sind wir endlich wieder wer, oder wie? Manchmal machen mir diese -wir bauen unser altes Dresden wieder auf - Bewegungen echt Angst. Moderne Architektur kann sich in dieser Stadt nicht entfalten und wird mit populistischen Abstimmungen verhindert, Investoren vergrault. Und dann entstehen so langweilige Kompromisse wie am Altmarkt und dann beschweren sich die selben Leute!
Schlimm!

ChriSGD hat gesagt…

@über mir
Schön, dass du dich so oberflächlich mit meinem Beitrag beschäftigt hast. Klar, weil ich die Germania anrege, bin ich ein Nazi, weil ich die Neuköllner Parallelgesellschaft kritisiere und weil ich in Südafrika für Deutschland bin, wirst du mich vermutlich als Nazi bezeichnen. Dazu passt es ja schön ins Bild, dass ich am Altmarkt 'heimatliche Stile' gefordert habe. Schublade zu!
Aber mir gefällt der Ufa-Kristall, das Foster-Dach vom Hbf und der Keil im Militärmuseum. Was sagst du nun?

Harry hat gesagt…

Zu Anonym 14:58 !
Melde Dich gefälligst unter einem Namen, bevor Du Kommentare abgibst, Schlimm !
Gruß Harry

Thomas hat gesagt…

@Edwin: Du kennst doch sicherlich das Durchschnittsalter der Dresdner. Und glaub mir, bei den heutigen jungen Leuten sind Altbauten und deren Architektur interessant & vorallem beliebt. Schau in die Neustadt, schau nach Prenzlauer Berg usw...die kruden, ideologisch behafteten Bautheorien sind längst überholt, genau wie vieles von dem ganzen 68'er Quark! Pro Reko (bin 32 Jahre alt!)


rian: das Konzept zum Wiederaufbau sieht die barocke Form vor. Wenn Du es so willst hätten dann alle Quartiere anders aussehen müssen. Rampsiche Straße 1 hätte ein Stockwerk zusätzlich. Hotel de Saxe wäre die gründerzeitliche Post und das Schützhaus sähe auch anders aus.

Pitter hat gesagt…

@ Anonym 14:58:
Die Zeiten in denen wir uns aus ideologisch verbohrten Gründen unserer Nationalität schämen müssen sind glücklicherweise bald vorbei! Mit den 68igern stirbt auch dieses Gespenst aus!
Solch dämliche Kommentare wie die Ihren sind nur geeignet, wirklichen Rattenfängern von LINKS und RECHTS zuzutragen!
Wir sind nunmal Deutsche und die Germania hat eine tiefere Bedeutung als der gebetsmühlenhaft verbrämte Nationalismus oder Militarismus! Das ist kommunistisches Propagandavokabular! Pfui! PS: Rote Fahnen gibts in Dresden scheinbar noch zu viele...

Anonym hat gesagt…

"Warum sind die beiden Weltkriege eigentlich immer so besonders politisch behaftet? Die Grausamkeiten der Kriege früherer Tage werden im Gegensatz dazu geradezu verharmlost."

55 Millionen Tote bei Allen Beteiligten und zahllose zerstörte historische Bausubstanz (neben anderem) in ganz Europa.
Das sollte reichen für eine "politische Behaftung", oder ?!
@ChriSGD: Wenn Du Deine Weltsicht aufpeppen musst mithilfe von Idealen deines Opas (wir originell! Und so political incorrect!) ,tu dies bitte im Privaten. Verschone ein Architekturforum mit ungebetenen politischen Erbaulichkeiten. Wenn die Germania wieder aufgebaut wird, bin ich übrigens der Erste, der dranpinkelt. Versprochen, Herr Oberlehrer.

Niemand hat übrigens behauptet, du wärst ein Nazi. Sei doch einfach entspannt, was du sein willst, ohne beleidigte Vorwürfe an Andere.

Gruß Frank (Dresden)

Edwin hat gesagt…

@Thomas: Dass die Altbauten bei jungen Leuten beliebt sind ist mir bewusst, ich bin selber jünger als 30 und wohne in einem Altbau in der Neustadt :)

Ich fand nur die Einstufung des Durchschnitssalters von 48 als jung zum schmunzeln, ein Durchschnitt um die 50 ist nichts was ich als jung bezeichnen würde. Aber Schwamm drüber.

Anonym hat gesagt…

… also ich scheiß auf die Germania - im Übertragenen Sinne aber auch sehr gerne höchstpersönlich!

ein Dresdner

Anonym hat gesagt…

ChrisSGD - was regst Du dich denn so auf ?
Wenn die Argumente fehlen werden Beschimpfungen auch nicht helfen. Es gibt verschiedene Meinungen, das kann man doch akzeptieren. Dieses Verhalten verfolge schon einige Zeit gerade bei der GHND. Da wird versucht per Internet und regionaler Printmedien mit populistischen Argumenten auf Stimmenfang zu gehen. Gelingt ja auch ganz gut.
Aber Glückwunsch das Dir der Hauptbahnhof gefällt. Ich hatte das wirklich nicht so eingeschätzt. Wenn man Ihre Posts liesst könnte man den Eindruck bekommen es mit einem engstirnigen, intolleranten Traditionalisten zu tun zu haben. Aber da habe ich mich wohl geirrt. Gut so !

T aus DD

ApparatBauske hat gesagt…

Nur mal so als allgemeiner Vorschlag: könnte man nicht einfach das anonyme Posten unterbinden und nur noch angemeldete Benutzer zulassen? Erfahrungsgemäß steigert das die Qualität der Diskussion enorm.

"Moderne Architektur kann sich in dieser Stadt nicht entfalten"

Na, Späßle gmacht, nicht wahr? Stimmt, all diese bösen Rekos von Johannstadt über Wiener Platz bis hin zur Prager Straße! Kein Wunder, daß es in Dresden nicht vorwärts geht, ist ja alles sooo dicht bebaut mit lauter Altbauten!

Ach so, als langjähriger Bewohner des Südwestens (Stuttgart, Mannheim, Pforzheim) würde ich mich freuen, wenn es so wäre! Oder hat die "moderne Architektur" irgendwo in Deutschland etwas geschaffen, was tatsächlich eine VERBESSERUNG bewirkt hätte?

"Das Germania-Denkmal wurde anlässlich des deutschen Sieges über Frankreich errichtet und symbolisiert damit den Nationalismus und Militarismus dieser Zeit."

Ach, nach einem abgeschlossenen Französisch-Studium, längerer Zeit in Dijon und einer Freundin aus Nancy kann ich Dir versichern, daß sich nun wirklich überhaupt niemand in Frankreich über die Germania aufregen würde... einfach mal entspannt zurücklehnen und ein schönes Glas Rotwein trinken, dann sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Wenn ein Denkmal im Stile der Germania irgendwo im Süden stehen würde, dann würde man dort seine Siesta halten und ein Foto machen... aber hier in Deutschland gilt natürlich wieder die reine Lehre. Irgendwie ein bißl langweilig, zumindest für mich...

Bausituation Dresden hat gesagt…

An dieser Stelle die Bitte um etwas mehr Netiquette! Also keine Beleidigungen, Beschimpfungen etc. Ich wollte eigentlich vermeiden, dass man sich für Kommentare extra bei Google registrieren muss.

Am besten wieder zurück zum Thema Altmarkt7!

Stefan hat gesagt…

@ApparatBauske
"Ach, nach einem abgeschlossenen Französisch-Studium, längerer Zeit in Dijon und einer Freundin aus Nancy kann ich Dir versichern, daß sich nun wirklich überhaupt niemand in Frankreich über die Germania aufregen würde"

Ich habe selbst eine Zeit mit Franzosen zusammengelebt und die Chemie hätte besser nicht sein können. Darum ging es mir auch gar nicht. Ich habe mir selbst die Frage gestellt, ob man die Germania nicht wieder aufbauen sollte. Als Pro viel mir nur das Ästhetik-Argument ein. Degegen spricht selbstverständlich, dass die Germania weitestgehend zerstört ist, die nationalistische Symbolik, und dass der Altmarkt als Platz sich stark gewandelt hat. Er ist breiter und weitläufiger geworden und die Randbebauung hat sich verändert. Deshalb komme ich zu dem Schluss, dass der Altmarkt ein völlig neues Gestaltungskonzept brauchte, statt einer Rekonstruktion eines Denkmals einer überholten Zeit. Die Germania würde da meiner Meinung nach einfach nicht hinpassen.

Zum Altmarkt 7 noch:
Okay trifft wohl am besten. Nicht sonderlich schön, aber auch nicht hässlich. Funktional und fast monumental.

Thomas hat gesagt…

...ich denke, Stefan hat es voll auf den Punkt gebracht!

ChriSGD hat gesagt…

Die Diskussion ist wohl etwas aus dem Ruder gelaufen. War nicht meine Absicht, obwohl ich nicht erkennen kann, dass ich jemanden persönlich beleidigt habe. Ich habe nur eine Meinung vertreten. Ich lese und schreibe hier im Blog, um ein demokratisches Stimmungsbild zu erhalten, dazu gehören auch für mich und andere unangenehme Meinungen.
Aber eine Frage muss noch erlaubt sein. Habt ihr Zwei Anonymen zuhause keine Toilette?

@Bausituation DD
Ich hatte Dir vor ein paar Tagen einen Link für das "Wohnnahe Zentrum" der Florana in der Friedrichstadt geschickt. Ich bin mal so frech und füge den hier beim Altmarkt ein.

http://www.competitionline.de/3036440/

Mir gefällt die "Engere Wahl" am besten.

Salut hat gesagt…

Mhm, hat denn jemand schon mal daran gedacht, dass das Niederwald-Denkmal oberhalb von Rüdesheim am Rhein auch eine Germania ist und auch noch eine viel gewaltigere als ihre Dresdner Schwester hoch droben über den rheinischen Weinbergen. Ihr werdet's kaum glauben. Da geht sogar ne Seilbahn rauf und es ist ne touristische Attraktion mit Verweilcharkater und grandiosen Ausblick. Naja egal, gehört schon abgerissen dieser olle nationalistische Dreck. Ich denke, die Franzosen würden ganz entspannt mit so einem Denkmal umgehen. Entspannter als mancher deutscher Landsmann ;-)
"Brauchen" würde ich das Denkmal jedoch nicht auf dem Altmarkt. Eine andersweitig ansprechend gestaltete Skulptur mit etwas Grün drumherum hingegen schon. Aber bitte kein windschiefes Stahlungeheuer a la Landhausfluchtreppe, bei der man davorsteht und sich fragt, was "Es" darstellen soll.

Stefan hat gesagt…

@Salut
"Naja egal, gehört schon abgerissen dieser olle nationalistische Dreck."

Das Wiederaufbauen etwas Zerstörten und das Abreißen etwas Bestehenden sind zwei unterschiedliche Dinge, die nicht in einen Topf geschmissen werden dürfen. Wenn man aus guten Gründen gegen den Wiederaufbau der Germania in Dresden ist, ist man nicht gleich für den Abriss anderer nationaler Denkmäler und auch kein Kommunist. Alle Germanias, Herrmanns, Bismarcks, das Völkerschlachtdenkmal, der Kyffhäuser und andere nationale Denkmäler haben ihre Berechtigung. Punkt!

Ich glaube die ganze Diskussion geht eh ziemlich abwärts. Viele meinen eine Schublade aufmachen zu müssen. Echte Argumente sind rar.

Rolf hat gesagt…

Statt Germania baut doch lieber ein Denkmal von Miss Germany oder eines der guten alten Germina-Essengeldtreter!
Auf dem Altmarkt wurden 1945 tausende Leichen verbrannt.
Mal ehrlich, es gibt keine banalere und ignorantere Geste als an dieser Stelle die Garmania wieder hinzustellen!

Anonym hat gesagt…

Wie wär es denn mal mit einem Einheitsdenkmal an diesem zentralen Platz. Dresden hat dazu ja einen ganz wichtigen Anstoß gegeben!!!

Könnte nach meinem Geschmack auch etwas Fruchtiges sein ...

vgl.

http://www.tagesspiegel.de/storage/scl/fotos/berlin/274188_m1w200q80v40106.jpg

Ein solches auch selbstironisches Denkmal fände ich wahrhaft souverän!!!

Carlo Wedekind aus Hamburg

Anonym hat gesagt…

Noch eine kleine Ergänzung zu meinem letzten Beitrag:

Bei Banane und Deutsche Einheit muss ich unweigerlich an dieses Kulttitelblatt der Titanic denken, dass sicherlich in Gesamtdeutschland Schmunzler hervorgebracht hat.

http://i315.photobucket.com/albums/ll476/pimpettes7/zonen-gaby-erste-banane-titanic.jpg

Carlo Wedekind

Anonym hat gesagt…

Köstlich - Danke + Grüße die Elbe hinab nach HH.
Rolf

ApparatBauske hat gesagt…

Letzten Endes interessiert mich der heutige Altmarkt nicht mehr so recht... die alten DDR-Gebäude haben ja durchaus ihre Qualitäten, selbst die Neubauten wie das Hotel sind irgendwo nicht wirklich schlecht, aber es ensteht daraus kein Ganzes, sondern bleibt irgendwo Stückwerk.

Irgendwo illustriert dieser Platz auch das Unvermögen der heutigen Stadtplaner, wirklich urbane Räume zu schaffen - es entsteht eine öde leere Fläche ohne erkennbare Gliederung mit einer Beleuchtung, die an eine Industriefläche erinnert.

Und noch ein abschließendes Wort zur Germania:

Also, ich brauche die Germania auch nicht - ich wollte nur mal darauf hinweisen, daß man das alles ein wenig gelassener sehen sollte. Und inwiefern ein Denkmal aus dem 19. Jahrhundert jetzt gleich Anlaß geben kann, andere Forumsteilnehmer in einer anderen Phase der deutschen Geschichte zu verorten, erschließt sich mir auch nicht so recht.

Mal ganz abgesehen davon - schaut Euch doch mal um, was in Italien noch alles herumsteht - Mussolini-Relief am Bozner Gerichtsgebäude, Siegesdenkmal (der "Friedensplatz" heißt dank italienischer Stadtratsmehrheit wieder "Siegesplatz"), Liktorenbündel und Adler an öffentlichen Gebäuden in Meran, davor dann Wahlreklame der Fiamma Tricolore. Seltsamerweise regt sich darüber niemand auf...

Stefan hat gesagt…

Wir müssen hier in dem Thread nicht noch die Büchse Italien aufmachen. Also lass es mal gut sein. Berlusconi regiert ja mit den Neofaschisten, von daher wundert das niemanden. Das heißt auch nicht, dass es in irgendeinerweise Vorbild für uns sein sollte.