Dienstag, 29. Juni 2010

Toskana Siedlung | Südhöhe

Im Dresdner Süden entstand in den vergangenen Jahren diese, im optischen Erscheinungsbild stark an die
Toskana angelehnte Siedlung. Die Häuser befinden sich am Südhang und erstrecken sich Richtung Mockritztal.








Kommentare:

Jonathan hat gesagt…

Wie kann man so einen Kitsch bloss genehmigen? Dadurch wird das Wetter doch nicht schöner und man hat trotzdem nicht das ganze Jahr Urlaub.

Stefanius hat gesagt…

schön

Anonym hat gesagt…

Kann man sagen was man will, das hat was. Gefällt mir.

reli hat gesagt…

Zur Zeit passt das Wetter gut dazu.
Warum nicht etwas Mittelitalien hierzulande aufleben lassen. Besser als dauernd dorthin reisen.

ChriSGD hat gesagt…

@ John
ich finde es eigentlich nicht übel, jedenfalls besser als immer diese Standard-Reihenhäuser. Alles parallel oder im rechten Winkel, ein Eingang wie der Nächste, gleiches Fenster oder gar noch Flachdächer.
Ich bin zwar nicht so für den südländischen Stil nördlich der Alpen, aber grundsätzlich wurde hier ein wenig Sinn für Wohlfühlathmosphäre bewiesen. Und im Verkaufsprospekt stand bestimmt auch nichts von Schönwetter-Garantie, das hat damit doch überhaupt nichts zu tun. Deswegen darf man also am Polarkreis nur schwarze Häuser bauen? Und überhaupt: immer diese Gejammer über das Wetter, zwei Mal am Tag duschen und ein kühles Bier von frischem Felsquellwasser, aber doch bitte kein Regen, niemals. Maximum Brechreiz!

professor rob hat gesagt…

Eher Orange County, California als Toskana...

Anonym hat gesagt…

Kitsch, aber immer noch besser als jedes andere Baugebiet für Eigenheime, wo jeder X-beliebige Architekt wird und sich aus Erkern, Wintergärten, Garagen etc. sein Haus zusammenstellt. Hier gibt es wenigstens ein Gesamtkonzept.

gmargtrader hat gesagt…

wau das sieht ja geil aus. Wusste ich noch gar nicht. Da weiss ich ja was ich am wochenende mal mach.

Edwin hat gesagt…

Schön? Das ist doch Kulissenarchitektur in Reinform. Immer wird gefordert es soll sich in der Stadt auf die Dresdner Bautradition besinnt werden, und dann wird so ein "so stellen wir uns die romantische Toskana vor" Kitsch gebaut. Ich find das armselig.

Carlo von Wedekind hat gesagt…

Elbflorenz eben!

HK hat gesagt…

Also ich bin letztens bei Regenwetter durchgelaufen, macht aber egal bei welcher Wetterlage einen sehr guten, nicht allzu kitschigen Eindruck! Warum? Weil kein Haus dem anderen gleicht, mit viel Grün und geschichteten Steinmauern gearbeitet wurde, verschiedenfarbige Dachziegel beim Betrachter einen Eindruck von Patina hinterlassen. Man kann es als kitschig oder für diese Gefilde unpassend deklarieren oder nicht, sollte sich aber vor Ort ein Bild vom Areal machen, der ein oder andere wird positiv überrascht sein.
Ich finde es jedenfalls allemal besser gelungen als diverse banale Suburbanitäten der letzten Jahre wie z.B. in Dresden-Luga oder unweit des hier beschrieben Gebietes schräg gegenüber vom Lidl Südhöhe, ohne den Leuten auf die Füße treten zu wollen, die da wohnen.
Weiß jemand genaueres, wer/welche Gruppe dieses Objekt hier geplant/gebaut hat?

HongKonger

Stefanius hat gesagt…

tja zum Glück gefällt es den Leuten die sich die Häuser kaufen :-)
@Jonathan , ich verstehe das Du traurig darüber bist, das Du nicht in dieser tollen Siedlung wohnst :-)

Petersburg hat gesagt…

sieht klasse aus

Carlo von Wedekind hat gesagt…

Elbflorenz!

Jonathan hat gesagt…

Ich hab nicht gesagt dass es nicht schön ist, es ist sehr schön und ich würde gern dort wohnen. Nach Deutschland gehört es trotzdem nicht. Diese Gleichmacherei zerstört alle Vielfalt auf der Welt. Wozu muss man denn dann noch verreisen, wenn wir von allem hier ne Kopie haben? Klar gibt es viel zu viele minimalistische uninspirierte Wohnsiedlungen. Es gibt aber auch eine sehr schöne regionale Bautradition, wenn man etwas anderes will.

THE WOERTH hat gesagt…

Die regionale Bautradition Dresdens beinhaltete sehr oft italienische Stilistiken. Britischer Backstein oder schwedische Holzhäuser wären natürlich inadäquat, aber mediterrane Architektureinflüsse sind im klimatisch begünstigten Elbflorenz so fremd und absurd nicht, denkt man an zahlreiche Bauten der italienischen Neorenaissance im Raum Pirna - Radebeul("Sächsisches Nizza").

Darki hat gesagt…

@ Jonathan: Dresden hat schon vor der Zerstörung ital. Flair geatmet. Scheinbar weißt du nicht, dass August der Starke ein sächs. Venedig plante, dass neben der Carolabrücke einst Venezianische Häuser standen: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Dresden_Terrassenufer_3_-_1900,_Venezianische_Haus_Helas_Bildnr._55_.jpg&filetimestamp=20090803122212

dass die Hofkirche im Stil des ital. Spätbarock errichtet wurde und dafür ital. Baumeister angestellt waren (daran erinnert heute noch der Name itali. Dörfchen), ein venez. Maler die Deckenmalerei in der Frauenkirche ausführte und und und... Dresden ist italienischer als du vielleicht denkst, von daher passt die Siedlung wunderbar - grazie

Hans Adam hat gesagt…

Wie Professor Rob richtig anmerkt, handelt es sich um eine Wohnsiedlung, wie man sie in Suedkalifornien ueberall antreffen kann (ohne dass diesgrundsaetzlich schlecht sein muss).

Hans Adam

Jonathan hat gesagt…

Schweden beginnt ja schon etwas nordwestlich im Leipziger Neuseenland. Italienische Villen gedeihen im dortigen Klima übrigens auch. Naja, jeder nach seiner Facon...

Petersburg hat gesagt…

@Johanathan

Entschuldigung? Gleichmacherei? Wo denn? Ich habe bisher in ganz Deutschland noch nie ein solches Projekt gesehen. Was ist denn mit den üblichen Siedlungen aus Stahl/Glas/Beton, das ist keine Gleichmacherei oder wie?

Architekten haben immer etwas zu meckern, sobald sie keinen Kubus bauen dürfen. Übrigens, die Hofkirche ist von Chiaveri... am Theaterplatz steht ein Italienisches Dörfchen....Architekten sind immer sehr schnell zur Stelle, mit mahnendem Zeigefinger den Menschen alles verbieten zu wollen, was schön ist. (ausser für sich selber, natürlich).

PS:
Ausserdem widerspricht du dir, Johathan: Im ersten Beitrag nennst du es Kitsch und forderst, man solle so etwas nicht genehmigen. Unmittelbar darauf behauptest du, die Anlage sei sehr "schön" und du würdest gerne selber drin wohnen. Sorry, total unglaubwürdig. Ich jedenfalls bin froh, dass die Macht der Dogmatiker gebrochen ist, und die anti-humane Architektur sich - wenn auch langsam - zu reformieren beginnt.

Petersburg hat gesagt…

PS: es gibt in Potsdam ein "Flämisches Viertel", nur niederländische Giebelhäuser. Ist eine absolute Attraktion und sehr urban.

Also hätte man das auch diktatorisch "verbieten" sollen?

Anonym hat gesagt…

Scheusslich.

Anonym hat gesagt…

Sieht echt schön aus,mal was schönes am Rand von Dresden passt sowas hin!

Pollock hat gesagt…

Hochinteressanter Diskurs, offensichtlich waren die wenigsten Schreiber hier tatsächlich einmal in der Toskana bzw. sie haben nicht richtig hingeschaut, aber was hat das hier dargestellte mit "italienischer Baukunst" zu tun? (Ich sage damit nicht, dass ich nicht nachvollziehen könnte, dass alle hier dem Fertighaus-Einerlei des Dresdner Umlandes überdrüssig sind, das bin ich auch...).

Die Häuser wurden schlichtweg mit einem flachen Zeltdach mit Mönch-Nonnen-Deckung versehen und haben (ganz billig wirkende!) Klappläden erhalten. Fertig ist das "florentinische" Eigenheim - gibt's aber so bei jedem Fertig-Haus-Anbieter in der Grabbelkiste.

Viel bemerkenswerter erscheint mir allerdings, dass hier die gleichen geschätzten Forum-Teilnehmer, die eben noch "Lasst die Bürger entscheiden, was am Neumarkt gebaut wird und nicht die wahnwitzigen Architekten!" geschrien haben nun plötzlich die geschmackliche Baudikatur eines Aristrokaten verteidigen, der über die Köpfe seines Volkes einfach mal entschieden hat, in welcher Stilausprägung er gerne seine Kirche gebaut hätte.
Damit machen sich einige hier ganz schön unglaubwürdig, wenn sie weiterhin unter dem Deckmantel des Plebeszits historisierende Architektur nur deshalb verteidigen, weil sie zu bequem sind,sich mit moderner Architektur nicht auseinandersetzen.

ji hat gesagt…

Besser als Plattenbauten. Und wenn schon Zeltdächer druff sind und Klapplädenn dran, es sieht wenigstens nicht so fürchterlich wie die neuen Klötze im Zentrum aus. Auch wird in Italien bestimmt nicht anders gebaut, nicht jedes Haus dort dürfte eine teure Villa sein mit Weingut davor. Lasst mal das Viertel hier etwas altern, dann passt das schon. Und wie der Wörti schon sagte, der Hauch von Italien passt nach Dresden, zumindest besser als ein Kubusbau oder Advantariegel etc. Ahja, Pillnitz müsste man dann auch wieder wegbrechen, sind ja Formen von noch weiter her.

THE WOERTH hat gesagt…

Pollock (oder vielleicht besser Polemik?), wer hat von "italienischer Baukunst" gesprochen? Ich zumindest nur von "mediterranen Einflüssen". Ich bin kein Freund dogmatischer Geisteshaltungen und präferiere einen kreativen Umgang mit historischen Architekturstilen. Es darf nicht nur originalgetreue Rekonstruktionen und Bauhauskuben geben - zwischen Schwarz und Weiß ist Platz für enorm viele Grautöne. Man hätte dieses Viertel sicher noch qualitätvoller gestalten können, aber ich freue mich über eine m.E. positive Tendenz.

ChriSGD hat gesagt…

Hey Polly,
Sie sind ja ne Marke. Was ist denn bitte an den Klappläden billig? Okay, ich war noch nicht in der Toskana, aber ich glaube nicht, dass dort alle Häuser mit bis ins Unendliche verzierten Fensterläden versehen sind. Vielleicht sehen die dort ein bisschen abgenutzter und damit vielleicht mehr nach Handwerk aus. Es gibt einfachere Fensterläden, z.B. solche ohne Lamellen, die sehen wirklich nach 1. Mai in Kreuzberg aus. Ich kann Ihren Anspruch hier nicht ganz nachvollziehen.
Klar wurde hier Beton für Einfahrten und Dächer verwendet, ich bin hier aber nicht für den absolut kritischen Blick, da es sich nicht um eine gesamtstädtisch relevente Anlage handelt und die Dinger soll sich ja auch noch jemand leisten können. Wie WOERTH sagt, eine positive Tendenz.
Im Übrigen kann man mit dem morbiden Charme einer italienischen Altstadtgasse die Wohnbedürfnisse hierzulande bestimmt nicht befriedigen und ich möchte den deutschen Hausbesitzer sehen, der sich einen Neubau mit "Patina" (deutsch = Mangel) kauft und deswegen nicht gegen die Baufirma vor Gericht zieht. Die Italiener sorgen halt lieber für Glanz im Haar und dafür lieben wir sie, unsere campionis del mondo a.D.

Georg Gemander hat gesagt…

Ob scheußlich, Kitsch oder schön - hier wurde versucht, einem Ortsteil ein städtebauliches Gesamtkonzept zu geben. Momentan mag es dem Auge ungewohnt erscheinen, aber ich schätze, dass es in näherer oder fernerer Zukunft als Einheit geschätzt werden wird. Die Touribusse werden dort herumkurven und der Denkmalschutz ziemlich schnell seinen Finger drauf haben wird. ;) Eine ähnliche geschlossene Siedlungen ist beispielsweise die Gartenstadt in Hellerau.
Nicht alles toskanische in Dresden ist übrigens augusteisch, man denke an die Villa Marie neben dem Blauen Wunder und das eine oder andere Hanghaus in Losch-, Wach-, Hoster- oder Niederpoyritz.

KaMuy hat gesagt…

Woher stammt eigentlich der Name „Toskana-Siedlung“? Die Projektierungsgesellschaft entwickelte das Gelände unter dem Namen „Garten Stadt“ bzw. „GartenStadt“ (was auch sonst).

Mein erster Gedanke, als ich die Siedlung sah: AGRESTIC!

„Little boxes on the hillside,
Little boxes made of ticky-tacky,
Little boxes, little boxes,
Little boxes, all the same.“

(Für alle, die kein Englisch verstehen, hier nochmal anschaulich auf Deutsch interpretiert)

Anonym hat gesagt…

Sollte da mal was frei werden.. Wir hätten Interesse!!!