Mittwoch, 28. Juli 2010

Altmarktgalerie



Kommentare:

Lipsius hat gesagt…

man würde erhlich nicht denken, dass diese fotos aus dem zentrum von dresden stammen. ein grauen!

der Wolf hat gesagt…

Immer, und immer wieder das ewig Gleiche: Kuben und nichts als Kuben!
Einfallsloser geht es nicht mehr! Als hätte man der Architektenschaft einen Kubus ins Hirn gepflanzt!
Mit SOLCHEN Formen läßt sich keine Stadtreparatur durchführen...

Zu den Fotos fällt mir nur eines ein: kultureller Notstand!

Mirko P. hat gesagt…

Gewiß, es gibt bestimmt schönere Bauten, aber das Linde-Haus, welches sich vorher hier befunden hat, war genauso grauenvoll und stand dazu noch leer. Hier ist wenigstens etwas für die Menschen im Entstehen.
Außerdem, was kann man am Postplatz noch versauen? So, wie es sich jetzt präsentiert, erinnert er mehr an eine sibirische Wüste, als an einen der früher mal belebtesten und schönsten Plätze Dresdens (vor 1945)

Anonym hat gesagt…

Gäbe es die Gesellschaft Historischer Wiederaufbau nicht, sähe die einstmals als Elbflorenz benannte Stadt auch um die Frauenkirche herum so aus. Wolf hat recht ! Was lernen heutige Architekturstudenten nur, es wird anscheinend nichts mehr über Harmonie und Ästhetik gelehrt. Gegen diesen Kubismus war die Altmarktbebauung Ost- und Westseite noch sehr gelungen, erinnerte wenigstens ansatzweise an das Zerstörte.

Hendrik hat gesagt…

"Elbflorenz"? Oh nein, wieder mal ein Stück Plattenbau- bzw. Antiflorenz.

ChriVo hat gesagt…

Es ist schon schade, daß in Dresden niemand an Entscheiderstelle die Kraft hat, den wirtschaftlichen Interessen mit Gestaltungswillen entgegen zu stehen.
Wenn ich mir da z.B. die Marktgalerie in Leipzig anschaue - welche auch nur eine Einkaufsgalerie ist, sind da Welten dazwischen, was die architektonische Ausformung und den ästhetischen Anspruch betrifft.

Anonym hat gesagt…

Bei den Bildern 3 und 4 aus der Wilsdruffer Strasse bekommt man ja das Grauen. Der mittlere Teil des Gebaeudes erinnert im Moment, wie ich finde, sogar ein wenig an einen Verteididungsbunker aus der Normandie im 2. Weltkrieg. Traurig, wer in Dresden so baut.

martinsdorf hat gesagt…

Ein gelungener Bau. Klar in seinen Konturen, bestechend in seiner ausgewogenen Materialwahl,passt sich hervorragend in seine Umgebung ein und ist eine Freude für das geschulte Auge. Der Architekturliebhaber klascht begeistert Beifall und ruft aus " Freunde der Kiste und des Kubus weiter so, dieser Bau mit seiner überaus angenehmen Richtungslosigkeit ist einer Stadt wie Dresden würdig".

Joerg hat gesagt…

... versteh das gemeckere nicht. wie soll denn so ein einkaufzentrum schon aussehen? das teil hat ja auf zwei drittel der front sogar eine lochfassade abbekomnen - das spart man sich ja gewöhnlich bei solchen center-pappschachteln. und das lindehaus, zuvor, sah ja mal richtig übel aus - da stand da 40 jahre rum und da kam keiner mit 'profitgeiern' und lausigen arichtekten in 70ern. und hier handelt es sich nicht um edelboutiken, sondern um massenkonsum. deshalb geht esvorrangig um maximierung der verkaufsfläche in teueren innenstadtlagen. die dresdner legen für den gekauften nippes nicht freiwillig mehr geld hin, weils draussen biberschwanzdächer und sprossenfenster zu gucken gibt. das würde bei diesen volumina über auch extrem lächerlich wirken.

rian hat gesagt…

Als Architekturstudent muss ich hier jetzt einfach mal mein Studium verteidigen. Es wird so oft darüber gewettert, wir würden nichts über Äthetik und Harmonie lernen. Zunächst kann ich sagen, dass ein Architekturstudium eines der anstrengendsten von allen ist und ich bewundere jeden, der dieses bewältigt hat oder noch bewältigen will!
Zweitens wird auf unserer Universität das Thema Gestaltung und Ästhetik sehr ausführlich behandelt. Wirklich sehr ausführlich. Und da ist es auch nur verständlich, dass dies nicht so geschieht wie vor zweihundert Jahren.
Mich faszinieren die Bauformen des Barocks oder der Renaissance auch, aber Pilaster, Kartuschen und andere Dinge sind einfach heute nicht mehr üblich. Ich liebe Kuben, die meisten Gebäude sind aus Kuben. Soll man da Kugeln hinsetzen!? Viel mehr als Kuben gibt es doch gar nicht! Wie die Kuben äußerlich gestaltet sind, darauf kommt es an, nicht auf die Kuben. Und da kann ich nur so viel sagen: Warten wir erstmal ab, bis es fertig ist. Klar, dass jetzt nur Beton zu sehen ist, ist ja auch die Tragstruktur!
Es wird nachher nicht das Highlight sein, das Gebäude. Aber so schrecklich ist es auch nicht. Völlig zufriedenstellend an dieser Stelle. Also bleiben wir mal alle auf dem Teppich.
Die ECE hat immer so gebaut in den letzten Jahren und setzt immer auf das gleiche Konzept. Und deshalb machen die auch so viel Umsatz. Da würde ich an meinem Konzept als Konzernleiter gar nichts ändern. Die angestellten Architekten inklusive!!!

Lg rian

Anonym hat gesagt…

Hej Rian,versicher mir bitte bei meinen Gedanken, dass du gebürtiger Amerikaner bist...würde ein stimmiges bild ergeben!
zu deinen letzten absätzen passt folgendes zitat:
"Die Definition von Wahnsinn ist, immer das gleiche zu tun - und andere Ergebnisse zu erwarten.",
desweiteren wird mir recht übel von deinem geschwätz!
beste grüße von einem Stadtplaner-Studenten, und ich sehe täglich in der Uni WER die zukünftigen architekten werden und WIE sie "ausgebildet" werden...da kann einem nur angst und bange werden- sollte uns doch die zukünftige generration mehr versprechen und schönheit bringen! Greg

Anonym hat gesagt…

Warum schafft es heute kein Architekt mehr, wie in Mailand zu bauen? Und da geben die Leute drin wirklich mehr Geld aus. ;) Ah, Kollhoff wollte mal, aber man liess ihn nicht … zugunsten eines Schuhkartons …

btw: Architektenstudium als schwer hinzustellen belächel ich jetzt mal.

Ein Physiker.

indc hat gesagt…

"Hej Rian,versicher mir bitte bei meinen Gedanken, dass du gebürtiger Amerikaner bist...würde ein stimmiges bild ergeben!"

Die USA, vor allem im Trend des New Urbanism, setzen derzeit deutlich anspruchsvollere Architektur in ihre Städte, als die Dresdner Altmarktgallerie - Zumindest im Rustbelt und mittleren Westen. Solche Blocks würden dort an den Stadtrand gelegt, aber doch nicht mitten ins Zentrum!

THE WOERTH hat gesagt…

Und wieder haben die drei G's (Gleichschaltung, Gehirnwäsche, Gruppendynamik) gefruchtet. Wie man sieht, wird es u.a. dank des heutigen Architekturstudiums auf absehbare Zeit keine Veränderung im deutschen Städtebau geben, da können die Bürger aufbegehren, soviel sie wollen...

Pollock hat gesagt…

Lieber lächelnder Physiker,
ihren salbungsvollen Kommentar bezüglich der Strapazen des Architekturstudiums kommentiere nicht, seien Sie sich jedoch soweit versichert, dass die mehrzahl der Architekturstudenten Semester für Semester diverse Nachtschichten schiebt, um Ihre Entwürfe gestalterisch auf das erwartete Niveau zu bringen.

Der Erweiterungsbau der ECE an der Wilsdruffer Staße ist tatsächlich ein Katastrophe für Dresden und zeugt ein weiteres Mal vom Unvermögen der lokalen Entscheider, die Dresdner Innenstadt gegen ausschließlich renditeorientierte Immobilienprojekte zu verteidigen.

Da aber für die Dresdner City seit dem Wettbewerb von 1994 keine zeitgemäße Vision vorliegt, ist das vielleicht aber auch kein Wunder, dass keine Konkurrenz am Markt existiert...

Was Ihren Mailand-Vergleich angeht: Was schwebt Ihnen denn so vor: glauben Sie tatsächlich, dass heute Passagen, wie die Vittorio Emanuele noch baubar sind? Wäre Kolhoffs (aus meiner Sicht monströser) Entwurf tatsächlich in Planung gegangen, dann hätte man diesen schnell auf ein auf die wirtschaftlichen Verhältnisse in Dresden angepasstes Maß gestutzt und Sie würden heute genauso klagen.

p.s. anonym zu posten macht Ihren Post auch nicht besser...

Anonym hat gesagt…

Werter Herr Pollock,

Sie meinen, der Erweiterungsbau sei weniger monströs? Kollhoff hätte wenigstens Leitfassaden bauen lassen und sich dem Altmarkt in seiner Gestaltung angepasst. Zudem wäre in diesem "Monstrum" ein Theater gewesen sowie ein Stadtraum, wie ihn Städte wie Mailand haben. Viel mehr Raum als in Quartier1 wäre auch nicht verbaut worden und es wäre besser gelöst. Finden sie Quartier1 Mist (bis auf Einzelheiten)? Hätte da lieber ein funktioneller Quader mit weeeiiiiter Betonwand stehen sollen wie jetzt? Ein moderner Fürstenzug? "Kapitalismuszug"? Natürlich kann man wie in Mailand bauen und kleiner wäre Kollhoffs Bau sowieso gewesen.

btw: Wenn ich Nachtschichten mit Problemstellungen in der Relativitätstheorie und Quantenmechanik verbringe, dann ist das einfacher als Linien mit dem Lineal (Quader anyone) zu ziehen (oder CAAD) und etwas Statik … Aber auch egal, was ich damit sagen will: Architekten sind keine Superakademiker mit Freifahhrtsscheinen, um jeden Mist für €++ zu entwerfen.

btw2: Wenn ich einen Nickname verwende, ändert das auch nichts an meiner Anonymität. ;) Andere Konten besitze ich nicht, danke.

THE WOERTH hat gesagt…

Bzgl. der Anonymität: Doch, der Nickname ändert etwas: Man kann sich namentlich auf Dich beziehen und wenn Du immer denselben Nick benutzt, Dich bei künftigen Diskussionen auch besser einschätzen, weil es eine "Vorgeschichte" gibt und nicht aus dem nichts heraus anonym gepostet wird! Schade, dass die Möglichkeit, ohne Nickname zu schreiben, wieder gegeben ist. Eine Zeit lang war diese ausgeschaltet...

Basti hat gesagt…

stellvertretend für alle beiträge:
ersteinmal finde ich es super, dass sich hier die mühe gemacht wird das alles zu dokumentiern und ich schaue immer sehr gerne hier vorbei um mich an neuen onfos zu laben.
aber was mir ein wenig auf den keks geht ist, dass geschätzte 95% der kommentaren an nichts ein gutes haar lassen und alles nur verdammen, was annähernd modern ausschaut oder auch nur nicht dem originalzustand von 18nochwas entspricht. ich bezweifle, dass die meisten besserwisser architektonisch in der praxis mehr drauf hätten. auerdem leben wir im 21. jahrhundert; ein guter mix zwischen alt und modern gehört meiner meinung zu einer metropole dazu, und zur zeit ist nun mal kubus in. abgesehen davon kann es sich eine stadt wie dresden gar nicht leisten, infrastruktur für eine halbe million menschen bereit zu stellen, die dann auch noch überall nach barockpalast aussieht.
die mischung machts.
also nicht übel nehmen, aber mir ist einfach aufgefallen, dass fast nur genörgelt wird und ganz selten mal eine architekt ein lob abbekommt.
grüße

Petersburg hat gesagt…

Lieber Basti, die meisten Leute haben nichts gegen "moderne Architektur", sondern gegen miserable Architektur. Es gibt sehr gute zeitgenössiysche Architektur, aber dieser abartige ECE-Schrott und die Leichenhalle an der Friedrichstrasse sind nicht modern, sondern sehr veraltete 1960er-Retro und minderwertigste Qualität. Mit Modernität hat das nichts zu tun, sondern mit unfähigen Architekten, korrupten Baulobbyisten, und einem Stadtplanungsamt das zwar kein Konzept hat, dafür aber Marionette der Baulobby ist.

Gute moderne Architektur hat es nicht nötig von -zig Euphemisten schöngeredet zu werden, sondern überzeugt durch bloße Präsenz.

PS: Ihr Satz "zur zeit ist nun mal der Kubus in" ist einfach klasse.

:-)