Dienstag, 27. Juli 2010

Sanierung | Wohnzeile "Am See"

Unweit des Postplatz befindet sich die Häuserzeile "Am See". Nachdem bereits letzes Jahr ein Großteil der
Wohnungen saniert wurde, erhält nur auch die Fassade ein neues Gesicht. Hierzu werden u.a. die Loggien
und Treppenhäuser neu gestaltet. Unklar ist weiterhin, wann der geplante Wassergraben entstehen soll.
Dieser ist Teil des Schürmannplans und sieht einen Wassergraben entlang der Marienstraße vor.

Kommentare:

Carlo von Wedekind hat gesagt…

Ich bin gespannt!

Petersburg hat gesagt…

Ich finde das unglaublich, dass man diese hässlichen Kästen auch noch für teures Geld saniert.

Was für ein "neues Gesicht" die Fassade erhält, kann ich mir gut denken: habe schon unzählige 1960er-Jahre Kästen gesehen, die nach teurer "Sanierung" sogar noch schlimmer aussahen als vorher. Man hängt z.b. gigantische Quader auf dürren Stelzen vor die Wohnungen als Balkons, jenseits jeglichen Feingefühls für Formen, geschmückt mit Lochfassade aus Blechplatten. Sicher schön für die Minderheiten die darauf sitzen, aber ein Augenschmerz für die Mehrheit die täglich draufschauen muss. Grotesk und schädlich fürs Stadtbild. Für diesen gigantomanischen Quader hilft nur die Sprengung.


PS: an den Websiten-Betreiber: Trotzdem vielen Dank für Ihre fleißige Informationsarbeit mit den Fotos. Ich wollte Ihnen generell sagen:
Ich hoffe Sie wissen, dass meine Kritik sich niemals gegen Sie richtet, sondern ausschließlich gegen das Kisten-Elend. Mir tut das körperlich weh, wenn ich sehe was man aus Elbflorenz gemacht hat. Mutwillig auch noch.

indc hat gesagt…

Es mag ja sein, dass diese Plattenbauzeile an einer städtebaulich neuralgischen Stelle steht und als eine Art "Abgrenzung" der Innenstadt geplant wurde und heute auch so funktioniert, aber wie sehen denn die Alternativen aus?

Abreißen? Die einfallslose und identitätslose Zeilenbebauung der 1950er dahinter ist auch alles andere als Innenstadtförderlich und verschiebt das Problem nur um 50m nach Westen.

Ersetzen? Womit denn? Ich höre schon die Rufe nach (Neo)Barock und (Neo)Renaissance, aber an dieser Stelle wäre eine historisierende Bebauung wirklich fehl am Platze und ein noch größerer Fremdkörper als die jetzige Platte.

Umgestalten? Vielleicht mit dem Versuch, sich dem sozialistischen Klassizismus auf der anderen Seite des Freiraumes anzupassen? Meiner Meinung nach die bessere Lösung. Beide Zeilen stehen sich gegenüber, sind "einfache" Lochfassaden und bilden eine Art Kanal entlang der Wallstraße. Es muss ja nicht der gleiche Detailierungsgrad sein wie auf der Ostseite, aber zumindest eine Anpassung des Fassadenmaterials und der Farbgebung wurde die Wirkung als Fremdkörper imho deutlich verringern.

Darüber, dass der Raum zwischen der Plattenbauzeile und dem Rand der Altmarktgallerie derzeit weit unterhalb der Möglichkeiten genutzt wird, besteht wohl kein Zweifel. Aber ein Abriss der Platte bringt da imho auch keine Verbesserung, sondern eher ein noch "großstadtunwürdigeres" Auslaufen in die städtebauliche Wüste der Seevorstadt-West.

ApparatBauske hat gesagt…

So schlimm es auch sein mag - aber die Dresdner Innenstadt südlich der Elbe besteht eben für mich nur noch aus dem Neumarkt und vielleicht noch Kreuzkirche, Rathaus und Co. Alles andere ist unrettbar verloren und wird durch die jetzige Bebauung auch garantiert nicht mehr schöner.

Auf kleinteilige und angepaßte Neubauten hoffe ich außerhalb des Neumarkts und der Vororte (da klappt das seltsamerweise relativ häufig, siehe Schillerplatz) schon lange nicht mehr - OK, dann sieht Dresden halt im Zentrum so aus wie mancher "soziale Brennpunkt" irgendwo am Stadtrand von Stuttgart. Wenn den Verantwortlichen vor Ort nichts besseres einfällt...

Carlo von Wedekind hat gesagt…

@ApparatBauske ... Guter Punkt. Die Innenstadt sieht weiträumig tatsächlich aus wie ein sozialer Brennpunkt und ist tatsächlich KEINE Visitenkarte für die Landeshauptstadt Dresden. Das wird von den allermeisten Dresdnern - so meine Erfahrung vor Ort - auch sehr bedauert!!! Deswegen innerstädtische Platten (zB Pirnaisches Hochhaus) abreissen und Raum für kleinteilige Bebauungen schaffen uU subventioniert innerstädtischenen günstigen Grund. Ohne aussergewöhnliche Visionen und den entsprechenden politischen Willen droht auch für mich der Sehnsuchtsort Dresden kaputtzugehen. Den Wassergraben (einmal eine visionäre städtebauliche Idee von Seiten der Stadt) BAUT IHN DOCH ENDLICH!!!!

Anonym hat gesagt…

Verdammt, nein! Weg das Ding! In so vielen altten Gebäuden herrscht Leerstand, da können die Bewohner locker umziehen. Dann kleinteilig wieder verkaufen. Jeder Plattenbaumonstertod und jede Kleinteiligkeit ist besser für die Stadt!

Der Wassergraben ist eine doofe Idee. Ich will Fernsprechamt!

Pollock hat gesagt…

Kleinteiligkeit ist nur zu begrüßen!
Leider besteht die City innerhalb des 26er Ringes fast auschließlich aus sehr großen Flurstücken( Einzige Ausnahme: Schützenplatz, an der Herzogingarten, deshalb können da ja auch z.B. kleinteilge Stadthausprojekte entwickelt werden.) und vereinigen ist für die Stadt wohl immer einfacher, als teilen.

Aber das Fernsprechamt wieder aufbauen? Wovon träumen Sie den nachts, Anonym (gehts nicht ein wenig persönlicher?)?
Ihren Zweifel an der Sinnfälligkeit, den Wassergraben entlang der Marienstraße zu bauen, ohne den gesamtstädtebaulichen Rahmen zu schaffen, teile ich, hier wäre ein neuer städtebaulicher Wettbewerb von Nöten, der explizit ein kleinteilige Entwickelbarkeit als Grundlage fordert.

THE WOERTH hat gesagt…

Solche Aussagen: "Wovon träumen Sie denn nachts?" helfen keiner Diskussion weiter. Wie wäre es mit sachlich-konstruktiven Argumenten?