Donnerstag, 5. August 2010

British Hotel

Beim British Hotel sind die Gerüste abgebaut und zum Vorschein kommt eine der besten Rekonstruktionen
am Neumarkt. Ein großer Dank geht an den Bauherr Hapimag!










Kommentare:

vitruv hat gesagt…

Jauchzet, frohlocket!!

Was für ein Glück für die Sache des Wiederaufbaus, dass endlich mal wieder eine richtige Rekonstruktion entstanden ist. Zwar ist die Farbgebung für meinen Geschmack etwas grau, aber für das Sichtbarmachen der Originalteile wohl das Optimale. Bin heute morgen dran vorbeigefahren und habe meinen Augen kaum getraut. So eine Schönheit!!!

Anonym hat gesagt…

Da freuen sich die Dresdner /-innen.
Die Referenz für den künftigen Wiederaufbau.

Und nicht nur am Neumarkt!

Danke !

Darki hat gesagt…

Traumhaft!!! Das trifft es am besten. Es ist ein traumhaft schönes Gebäude und wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, dass es so prachtvoll wiederauferstehen würde - wohl nur Träumer. Träume können also doch wahr werden - Danke Hapimag!!!

Lipsius hat gesagt…

Als wäre es nie verschwunden gewesen! Das sollte der Maßstab für den Neumarkt sein!

Dapema hat gesagt…

Ich bin begeistert ... es ist wieder ein Kleinod mit so vielen Details, welche man erst nach dem x-Mal hinsehen entdeckt ;)

Anonym hat gesagt…

na sieht das nicht viel besser aus? wahnsinn, wunderschönes gebäude. Weiter so Dresden !!!

reli hat gesagt…

So ein schönes Barockgebäude gibt es sehr selten in Deutschland.
Da muß man suchen und vergleichen.
Ich kenne Fassaden (der Gründer-zeit), welche ähnlich schön waren, dann leider beim Wideraufbau
weggemacht wurden.

Anonym hat gesagt…

Wurde eigentlich auch das Treppenhaus rekonstruiert (lt. Gestaltungssatzung verbindlich)?

Skymino hat gesagt…

Great work!

Anonym hat gesagt…

Dieser Wiederaufbau ist würdevoll! Kein überbuntes Gequietsche (wie hie und da sonst am Neumarkt), sondern eine geschmackvolle, sensible Gestaltung. Kompliment aus der Schweiz!

Anonym hat gesagt…

Wunderschönes Gebäude, ohne Zweifel.

Rentiert sich solche eine Bauweise heutzutage? Weiß einer wie Teuer die Ornamente tatsächlich sind? Wie viel würde man sparen, wenn die Bauherren diese weggelassen hätte?

Es würde mich nämlich interessieren, ob es sich nicht finanziell lohnt, andere Bauwerke zu beschmücken.

ChriSGD hat gesagt…

@Anonym 17:02
Ob es sich finanziell lohnt, wird nur schwer zu berechnen sein, da man ja schlecht einen zahlenmäßigen Zusammenhang zwischen Rentabilität und Fassadenschmuck herstellen kann. Ein Gebäude mit historischer Fassade aber dafür unmöglichen Grundrissen oder billiger Innenausstattung wird es amm Markt womöglich schwerer haben als so mancher Zweckbau. Nicht zuletzt spielt ja auch die Lage eine bedeutsame Rolle, da die schöne Fassade vielleicht sogar am meisten dem Nutzer des Hauses auf der gegenüberliegenden Straßenseite von Nutzen ist. Der eine baut schlicht und ergötzt sich am schönen Ausblick und der mit der hinter seiner schmuckreichen Fassade guckt auf den Billigschrott. Siehe Wilsdruffer Kubus vs. Zwinger.

Das ist städtebaulicher Marktradikalismus. Der Kubus der Advanta-Rigel und das Neue Palais sind drei derer Sünden. Wie Hubschrauberlandeplatz im Pillnitzer Schloßhof. Manchmal hätte ich Lust auf Gewalt.

Zurück zur Frage:
Ich habe aber einen Anhaltspunkt in einem alten Bericht über das Ensemble der VVK im QII gefunden, es geht um den Rohbau, Zitat:
"Bei historischen Fassaden müsse man etwa 30 Prozent mehr als für die üblichen Rohbaukosten rechnen."

Ich gehe mal davon aus, dass das sich nur auf den direkten Vergleich zweier Fassaden und nicht auf die gesamten Rohbaukosten bezieht, oder wie seht ihr das?

Aber das ist wie mit dem Fußboden in ner Wohnung, klar ist PVC billig, aber wer würde sich ins Eigenheim Plastik unter das Sofa legen?

Ach so, geniales Gebäude!!! Ein Augenschmaus mit erhöhter Gefahr, dass der offene Mund zur Fliegenfalle wird. Eine kleine Freudenträne inklusive.

Anonym hat gesagt…

Wunderschön! So anspruchsvoll muss man weiter bauen im ganzen Elbtal und drumherum!


Die Mehrkosten an Stuck/Ornamentik geht über in absolute Eleganz und Wertsteigerung gegenüber anderen, "glatten" Modernistenkästen.

THE WOERTH hat gesagt…

Ich mag diesen Beigeton, der perfekt mit Sandstein harmoniert (Johanneum / Neumarkt 4) - einen besseren Bezug zur Frauenkirche und Dresdner Elbsandsteinaura kann ich mir nicht vorstellen. Übel dagegen die drei Baywobau-Nachbarn: Signalrot, Alpinaweiß und Modernistengrau - welch ein Ensemble! Das I-Tüpfelchen wird durch die unsensiblen weißen Extremrollos im gesamten Quartier markiert. Mein deftiger Applaus geht somit eindeutig an die Hapimag.

Petersburg hat gesagt…

Traumhaft. Es ist eine unglaubliche Freude und ein sagenhaftes Glück, dass Dresden endlich wieder Dresden werden darf.

Man wollte den Menschen in Dresden den Wiederaufbau ihrer Stadt verbieten, mit abenteuerlich-absurden Argumenten: "rückwärtsgewandt" und ähnlichem Unsinn. Der Widerstand der totalitären BDA-Architektenschaft und der ohne jegliche Moral agierenden Baulobby ist, zumindest am Neumarkt, gebrochen. Wenigstens einige , wie die HAPIMAG, haben erkannt dass der Wiederaufbau der Altstadt notwendig ist und sogar Geld in die Kassen spült - den wer zahlt schon für hässliche, 0815-Betonkistenarchitektur?

Der Grund, warum besonders die Architektenschaft Zetermordio schrie beim Wiederaufbau jedes einzelnen Dresdner Bürgerhauses ist ganz einfach: Weil sie wissen, dass man ihre erbärmlichen Dogma-Betonkisten mit der phantastischen Qualität des Dresdner Neumarkts vergleichen wird - und dass dann zum Vorschein kommt, dass die Herren "Modernen" Architekten zu seiner solch hochqualitativen Baukunst gar nicht mehr fähig sind.

Meinen speziellen Dank an die hervorragende Arbeit der Dresdner Bürger der GHND - weiter so!

ChriSGD hat gesagt…

@THE WOERTH:
Sind Sie nicht ein bisschen zu streng mit den anderen Gebäuden des Quartiers. Also mit "übel" würde ich das nicht bezeichnen. Der vereinfachte Wiederaufbau der Fassaden und die nicht sehr gelungene Dachaufsicht kann man natürlich kritisieren und auch die schon etwas deplatziert wirkenden Rollos. Wenn die Beton-Architekten immer von unechten Reko-Fassaden sprechen, dann würde ich denen bei den Rollos sogar mal zustimmen. Das sieht aus wie ein Oldtimer mit Navigationsgerät. Die Farbigkeit stört mich auch nicht. Die gelungene Farbgebung des British Hotel mal pauschal auf alle Neumarktgeböude zu übertragen, fände ich doch ziemlich eintönig und würde die Parzellenwirkung reduzieren. Ein gebäude zwischendrin kann ruhig mal im genannten Alpinaweiß erscheinen und bei dem Rot denke ich gerade an das Alte Kaufhaus in Freiburg im Breisgau, das ist auch genauso intensiv pigmentiert. Die Mischung machts!!!

Bei aller Wertschätzung für das British Hotel, dürfen wir nicht den Fehler machen, alles was nur 2/3 so gut gelungen ist, gleich mit dem echten Schrott gleichzusetzen. Aber totzdem sind mir deinen hohen Ansprüche natürlich lieber als Gleichgültigkeit und Bauterrorismus.

@Petersburg
Ich kann deine Wut über das Geschwafel und die Lügen von Architekten gut verstehen, aber auch hier Achtung: jedes gelungene Gebäude wurde ja auch durch Architekten betreut und nicht alle Architekten und Stadtplaner finden den Neumarkt rückwärtsgewandt. Unter meinen Studienfreunden war das Historische durchaus sehr geschätzt. Vielleicht ist unsere junge Generation da einfach schon viel weitsichtiger (moderner!).
Nicht zuletzt spielt natürlich auch der Markt eine große Rolle. Sowohl im Westen als auch im Osten herrschte über Jahre Bedarf nach schnellem günstigem Wohnraum. Ein Bauherr brauchte sich also gestalterisch kaum anzustrengen um sein Objekt belegt zu bekommen.
Man muss ja anerkennen, dass auch die moderne Architektur im Allgemeinen schon deutlich mehr Qualität als vor der Jahrtausendwende produziert. Für den Neumarkt bleibt sie trotzdem weitgehend unpassend.

Carlo von Wedekind hat gesagt…

Besser geht's nicht!!!

Insbesondere die Sichtbarmachung der alten Steine und der dezente Farbton gefallen mir sehr.

Das Gebäude setzt im Bereich der Privatgebäude in der Dresdner Innenstadt einen neue - sehr, sehr hohe -Massstäbe.

THE WOERTH hat gesagt…

Werter ChriSGD, ich habe lediglich die Farbgebungen und Rollos als "übel" bezeichnet, und nicht die Fassaden! Das Freiburger Kaufhaus ist knallrot, weil diese Farbe typisch ist für diese Region - überall in Südbaden wirst Du auf diesen Ton treffen. In Dresden dagegen ist er eher fehl am Platz - ebenso wie Alpinaweiß oder Modernistengrau. Solche markanten Trenddeckfarben, die ja absoluter Neubaustandard sind (nicht nur in meiner Heimatstadt steht ein signalroter Rathausneubau neben weißer Sparkasse und grauem Investorenblock), sind absolut untypisch für Dresden. Das andere Extrem (alles in Sandsteinbeige) hat im Übrigen auch niemand verlangt und wäre selbstredend ebenfalls dresdenuntypisch.

Georg Gemander hat gesagt…

Zum einen stimme ich in den Jubel über das gelungene Gebäude - zumindest in der Fassadengestaltung - ein.

Zum anderen sollten wir bedenken, dass das Barock durchaus eine farbenfrohe Stilepoche war. Insofern finde ich das rote Nachbarhaus passend. Rosa, türkis, hellblau und das berühmte Barockgelb - man zeigte seinen Reichtum auch in der Farbe der Häuser.

Ich erinnere mich an einen Aufreger in Lübeck: Ein barocker Anbau des Rathauses, der seit Jaaaahren grau verputzt war, wurde weiß gestrichen, die Ornamente vergoldet und die Wappen farbig. Puristen schimpften über die Verschandelung des Gebäudes - als ich heute wieder vorbeiging, musste ich mich daran erinnern, dass es mal beigegrau war.

Übrigens pflegte meine Großmutter zu sagen: Beige ist keine Farbe, beige wird's von selbst.

Gruß aus dem Norden.

THE WOERTH hat gesagt…

Nichts gegen Farben - selbstverständlich war der Barock eine farbenfrohe Epoche. Aber die vier Standardfarben der Modernisten (Rot/Weiß/Grau/Schwarz) sind für mich eine durchschaubare Trendsache und haben nichts mit den sanften und warmen Pastelltönen des alten Dresdens zu tun.