Freitag, 27. August 2010

Stadthäuser | An der Herzogin Garten

Bau von weiteren Stadthäusern im Bereich An der Herzogin Garten. Ein derzeitiger Neubau schließt sich
unmittelbar an das DGB Gewerkschaftshaus an.





Kommentare:

Pollock hat gesagt…

Ah, ein Lichtblick im sonstigen Bauträger-Einerlei Dresdens!
Die Columbus-Bauprojekt GmbH zeigt, dass auch hochwertige Architektur ökonomisch umsetzbar sein kann.
Das Projekt am Schützenplatz wird sicherlich ein Kleinod in der sonstigen Fassaden-Wüstenei.

Franz Biberkopf hat gesagt…

schön ! Danke für die Bilder! Das wird zu einem der interessantesten Stadtteile im Dresdner Zentrum. Man sieht, daß eine frei tolerierte Gestaltung zu einer interessanten Durchmischung führt. Ich mag das Nebeneinander von "Ostmoderne", Stadthäusern, Konzertsaal und alten Dorfkern Strukturen. Bleibt natürlich zu hoffen, daß sich fdie Yuppies in ihren Townhouses nicht total abgrenzen aber ansonsten tut das gestalterische "Chaos" gut und zeigt wie es gehen kann - weniger Restriktion, mehr Gestaltungsfreiheit oder Freiheit generell.

Christiane hat gesagt…

Schließe mich Franz an. Hoffentlich verschwindet auch mal endlich die Brache Herzogin Garten. Es ist eine unansehnliche, mit Unkraut zugewucherte Kloake mitten in der Stadt.Da haben die Bewohner ihrer feinen, teuren Stadthäuser einen wunderschönen grünen Ausblick. Oder gibt es da schon geschützte Tiere?

THE WOERTH hat gesagt…

Ganz schön pauschal, Herr Bieberkopf. Freiheit kann funktionieren, muß aber nicht. Gibt mehr als genug Gegenbeispiele. An diesem spezifischen Ort darf es gerne ein wenig "Freiheit" sein, an städtebaulich bedeutenden Plätzen in kriegszerstörten Städten wie Dresden bedarf es m.E. aber ganz dringend konkreter und zielführender Regeln...

Petersburg hat gesagt…

Wo ist hier bitte sehr eine "frei tolerierte" Gestaltung vorhanden? Die ist schlechterdings nicht erkennbar. Ich sehe hier das übliche Diktat des Funktionalismus gebaut: Rechter Winkel, scharfe Kanten, strenge Ornamentverbot. Rückwärtsgewandte 1920er Architektur, wir leben aber im 21. Jahrhundert bitteschön. Träumte der Architekt von der Weissenhofsiedlung?

Auf dem vierten Bild sieht die Kastensammlung nur langweilig aus. Auf dem 6. entpuppt sie sich in ihrer ganzen Hässlichkeit: Schuhkartons. Manche Architektur tut richtig im Auge weh.

Eines wissen wir allerdings bereits jetzt: Wenn der Investor für die Schuhkartonsiedlung werben wird, wird sein eigenes Projkekt kaum oder gar nicht zu sehen sein: er wird werben mit Vorkriegsansichten oder mit Semperoper und Konsorten. Genau so hat es ECE mit der Altmarktgalerie damals gemacht: Mit gleich zwei Bildern vom unzerstörten Altmarkt, wie er seit 1945 nicht mehr aussieht, warb man, aber kein einziges vom eigenen Projekt. Sehr überzeugt scheint man von eigenen "Kunst" nicht zu sein.....(Martinshof hat es übrigens genau so gemacht mit dem hässlichen Treppendach beim Schützhaus: Das war auf den Hochglanzbrochüren nicht zu sehen - man warb mit einem historisierenden Entwurf der GHND, den man aber gleichzeitig öffentlich attackierte. Wenns ums Geld geht, lehnt die Funktionalismus-Elite ihre eigenen Entwürfe komischerweise ab). Seien wir also gespannt, mit was Investor Lagerein werben wird - ich tippe auf Elbsilhouette, wer tippt auf Frauenkirch? Die Schuhkartons wird er kaum hervorheben, sind ja geschäftschädigend.

ChriSGD hat gesagt…

Gefällt mir recht gut, der Schützenplatz entwickelt sich allmählich zum Friedrichswerder Dresdens - von mir aus gerne, Yuppies hin oder her. Ich mag diese Bauform wegen der Kleinteiligkeit und Innenstadttauglichkeit.

Das mit der Freiheit kann tatsächlich auch gehörig in die Hose gehen, ein gewisser Rahmen (an diesem Ort z.B. eine verdichtete Bebauung mit mind. 4 Geschossen) ist schon notwendig bzw. durch das Baugesetzbuch auch vorgegeben. Zweigeschossige Doppelhäuser mit Vorgarten, ein Hochregallager oder eine Wurstfabrik hätten dem Platz sicherlich nicht gut getan.

Andererseits geben natürlich auch strenge Regularien keine Gewähr für eine zufriedenstellende Ausführung.

So wie jeder Mensch ne andere auf die Persönlichkeit zugeschnittene Erziehung benötigt, so ist das auch mit den einzelnen Stadträumen. Da hier ohnehin eine sehr vielfältige Struktur vorliegt, kann eine Weiterentwicklung mit weiteren Bauformen kein Ensemble stören und eine feine Mischung erzeugt werden. Mischung ist gut, aber nicht überall.

Zum Herzogin Garten:
Ich hatte mich auch schon (zu früh?) gefreut, als im letzten Jahr Hoffnung für den Herzogin Garten aufkeimte, aber lange nix gehört

http://www.columbus-bauprojekt.de/files/presse/DNN_Juni_09.pdf

Leider ist auf der Webseite von Intertec Berlin auch kein entsprechender Eintrag unter "Projekte" zu finden. Hat jemand heiße Infos?

FB hat gesagt…

@ Peter, ... dann sind wir uns doch einig. Ich hätte auch nichts gegen moderne, organische oder futuristische Architektur. Ist wohl immer eine Frage des Geldes und des Willens. Der Vorschlag des modernen Museums auf dem Gelände des Herzogin Gartens von Frank Stella, Anfang der 90er Jahre, wurde ja bekanntlich arrogant vom Tisch gewischt. ... ( Mir hat er auch nicht gefallen)
Ich denke mehr als konventionelle moderne Architektur ist in Dresden zur Zeit schwer möglich, das braucht noch ein wenig Zeit. Ist auch nicht schlimm.
… Andererseits verstehe ich den Vergleich zu den Schuhkartons nur ansatzweise ... in wiefern sind die Gebäude am Neumarkt keine Schuhkartons? weil sie kein flaches Dach haben? Der Vorteil von Schuhkartons liegt andererseits auch auf der HAnd ... er ist gut stapelbar. Ich glaube Ihnen geht es eher darum daß die Schuhkartons auch schön verpackt sein sollen, ansonsten wäre das Johanneum auch ein .... ach egal.

F.B.

Pollock hat gesagt…

@Petersburg,

warum machen Sie sich eigentlich nicht die Mühe, Ihre Mutmaßungen einmal selbst zu überprüfen? Ein paar Klicks auf der Webseite der Columbus-Bauprojekt GmbH und Sie wüssten, dass dort in keiner Weise Neubauten mit Impressionen des historischen Dresdens beworben werden. Wieso auch?
Diese Tatsache hat zwar nichts mit dem Kern unserer Diskussion zu tun, mich nerven nur Ihre fadenscheinige Polemik, können Sie nicht mal einen belastbaren Grund benennen, weshalb Ihnen die dargestellte Architektur nicht gefällt?
Immerfort nur auf die Historie zu verweisen ist so dogmatisch wie undifferenziert.
Konkrete Frage von mir: wie sollte ein ein Townhouse denn aus Ihrer Sicht aussehen? Was hätte man Ihrer Meinung nach anders machen sollen?

Ist es zu viel verlangt, wenn Sie sich mit den konkreten Hintergründen von Bauvorhaben auseinandersetzen?

Und noch eine indiskrete Frage: Wie viele Nicht-90° Winkel hat denn Ihre Wohnung / Ihr Haus?

Pollock

Annette hat gesagt…

positiv: kleinteilige Bebauung, Abwechslung;

noch verbesserungsfähig: Farbgestaltung (das Grau auf dem zweiten Foto von oben rechts sieht zB nicht so schön aus), Fassadengestaltung (mir persönlich etwas zu schlicht)

THE WOERTH hat gesagt…

Ich erlaube mir mal, auf Ihre Frage zu antworten, Herr Pollock.

1. würde ich die "Townhouses" "Dresdner Stadthäuser" nennen - und 2. sollten sie dann natürlich ihrem Namen gerecht werden.

Regionaltypische Materialien und Farben

Rot geziegelte Sattel- oder Mansarddächer

Kreative Fassaden unter Bezugnahme auf die Dresdner Baukultur

Weiterentwicklung früherer Architekturstile im Wechsel mit kreativen Neuschöpfungen unter Beachtung der Lokalidentität

Je nach Ort Blockrandbebauung im Wechsel mit typischen Grundrissen der Dresdner Würfelhäuser ("Kaffeemühlen")

Anpassung an die spezifische Umgebung und somit adäquate Heilung einer kriegszerstörten und zerrissenen Stadt

Abseits der integrativen und heilenden Stadthäuser dürfen gerne Leuchttürme entstehen, die die Qualität, Originalität und Besonderheit der diesbezgl. Dresdner Baugeschichte fortsetzen (Zwinger / Kaiserpalast / Zentraltheater). Gelungene Beispiele hierfür sind m.E. der Ufa-Palast, das Kongreßzentrum und das leider nicht verwirklichte Hundertwasserhaus in der Bautzner Straße. Ich würde zudem auch eine Weiterentwicklung des Historismus befürworten, der in Dresden eine übergeordnete Rolle gespielt hat.

Austauschbare Globalisierungsflachdachkuben aus Glas und Stahl, wie sie jetzt wieder in der "Hafencity" geplant sind, lehne ich ebenso ab wie überdimensionierte Einkaufscenter (Centrum-Galerie) oder banal-nichtssagende (richtungslose?) Investorenarchitektur (Wilsdruffer Würfel) .

robsondd86 hat gesagt…

Ist auf dem Gelände um den Schützenplatz und am Schießhaus eigentlich nur die Columbus aktiv oder gibt es dort noch andere Firmen, die sich mit der Bebauung des Areals befassen?

ji hat gesagt…

Also ich gebe Petersburger recht. Er überspitz gerne mal, aber im kern stimmen seine Anschuldigungen.

Mir kann niemand erzählen, dass diese Kasten-townhouses irgendwie ästhetisch sind. Die würden vlt in Hamburgs Hafencity funktionieren, aber nicht in Dresden, drei Minuten vom Zwinger entfernt. In dieser Ecke gab es einst das Dresden, wie es berühmt war. Und heute ist es berühmt wegen seiner alten Bauten und historischen Rekos, NICHT wegen seiner townhouses. An anderen Stellen der Stadt bitte, aber nicht in dem Zentrum dieser Stadt.

Deswegen auch: Orangeriereko! Alles andere wäre ein Griff in das "Chance-vertan-Klo"

Anonym hat gesagt…

Bernd Karpatoluschky meint:

Diese Diskussion verstehe ich nicht. Die Gebäude sind natürlich so bedeutungs- und belanglos wie nur irgendwas, sodass es müssig erscheint, über ihre architektonische Beschaffenheit, von der eigentlich ja gar keine Rede sein kann, auch nur ein Wort zu verlieren.
Einige hier sind in der Tat sehr, sehr leicht enthusiastisierbar.

Andererseits ist das Umfeld derart peripher und nichtssagend, dass der Frage, was denn hier hin zu stellen sei, keine besondere Relevanz zukommt.
Es wurden eben Lücken geschlossen, und dies in standortangemessener zeitgenössischer Art. Reine Zweckbauten an einem keinerlei ästhetische Ansprüche stellenden Ort.

Fritz hat gesagt…

Betr.: Schuhkartons auf Bild 4 und 6

Ich verstehe den Vorwurf Schuhkartons so: Man gebe 20 Kindern je einen Schuhkarton mit der Aufgabe, diesen mit Türen, Fenstern und Balkonen zu bemalen. Sehr wichtig dabei ist, dass jedes Kind für sich allein arbeitet damit kein Kind beim anderen abgucken kann und wirklich jeder Karton ganz individuell gestaltet wird. Danach stellt man die Kartons zu je 5 Stück übereinander.

Fritz

Petersburg hat gesagt…

Herr Pollock, Ich habe auch festgestellt dass Herr Lagerein ehrlich ist und mit seiner eigenen Architektur wirbt, und das dann unter "PS" gepostet. Leider erschien der Artikel nicht.

Auf ihre Frage, was kann man besser machen: darauf dachten, nicht nur was man baut, sondern auch WO man es baut. Das wird m.E. in Dresden zu sehr vernachlässigt. In einer schwer zerstörten Stadt sollte man m.E. erst einmal ein bischen konventionelle Baustubstanz wiederherstellen. Beim letzten erhaltenen Rest Dresdens, die paar wenigen unzerstörten Häuser, warum muss ausgerechnet in diesem letzten mit unerzerstörten Häusern erhaltenen Viertel die Homogenität zerissen werden? Wo Dresden doch so stark zerstört wurde? Ich hätte mir in diesem Viertel um den Schützenplatz gewünscht, dass man die erhaltene Bausubstanz besser integriert. Bsp. das gelbe Haus auf dem 4. Bild ganz im Hintergrund, hinter dem weissen LKW:

http://4.bp.blogspot.com/_hyMAHRDzt_I/THd_7MtiwHI/AAAAAAAAHBY/81a9HoLCaxU/s1600/4.JPG

Das ist ein modernes Gebäude. Ich selbst finde es langweilig, aber mein subjektiver Geschmack zählt nicht. Aber es ist konventionell, und nimmt formensprachlich Bezug auf die Europäische Bausubstanz. Das ist für mich ist das Entscheidende. Der Stil von Lagerein ist nicht mein Geschmack, aber das ist nicht relevant. Sie stören die Homogenität der erhaltenen Bausubstanz, und in einer völlig ausradierten Stadt wie Dresden kommt das bischen das erhalten ist, an ERSTER STELLE. Für Spielereien mit Bauklötzchen gibt es zum Üben genug Brachen in Dresden, da muss man nicht die letzten Reste erhaltener Bausubstanz verhunzen als gäbe es zu viel davon. Gerade in Dresden gibt es eben seit 1945 nichts mehr davon - aus bekannten Gründen.

Den Einwand von Herrn Karposchlotski oder so ähnlich, hier handele es sich um ein Viertel ohne Relevanz, kann ich nicht nachvollziehen: Erstenst ist "an der Herzogin Garten" direkt am weltberühmten historischen Viertel, also kaum irrelevant. Zweitens absolute Innenstadt, also keine Perhipherie. Drittens, und das macht es für mich am Relevantesten:

Es gibt nur noch in der westlichen Dresdner City (Wettiner Platz, Könneritzstrasse, Schützenplatzviertel etc.)noch erhaltene Bausubstanz, nur sehr wenige. In der gesamten restlichen Innenstadt gar keine mehr. Es gibt in der gesamten Dresdner innenstadt, anders als in Berlin-Mitte, keine einzige erhaltene Strasse. Ich betrachte es als eine absolute Sünde und Ausdruck menschlicher Dummheit ohnegleichen, in einer Stadt der alles geraubt wurde, die letzten Reste zu zerstören. Das Viertel mag irrelvant sein in Paris, wo keine Bombe fiel. In Dresden ist allerding das, was anderswo die Norm ist, von höchstem Wert, weil es davon in der Innenstadt praktisch nichts mehr gibt. Und ich find es erstaunlich, wie unglaublich autistisch "moderne" Architekten denken, die offenbar nicht in der Lage sind über den Tellerand des eigenen Projekts zu denken und so tun, als bauten sie in einer unzerstörten Stadt.

Außerdem ist diese Architerktur nicht modern, sondern typisch 1920er Jahre - also absolut unmodern. Wenn sie nicht modern ist, sollte sie sich wenigstens einfügen. Das tut sie nicht, sie bricht mit dem Umfeld.

Fazit: Die Townhouses verhalten sich m.E. zu heterogen ggü. dem Viertel. Ich sehe hier keinen Bezug zu Europäischer Baukunst, man orientiert sich zu sehr an LeCorbusier und Weissenhofsiedlung, also 1920er Jahre. Das finde ich den völlig falschen Ansatz für dieses Viertel.

Anonym hat gesagt…

Es ist schön zu wissen das viele diese Architektur als unpassend oder nur wenig gelungen ansehen.

Aber Warum??? Gier/Profit

Was würde denn passieren wenn ein Bauherr wieder schön detailierte Fassaden mit Ornamenten usw erstellt...der hätte kein Profit.

Aber Warum Profit???

Leute wir leben im Kapitalismus das Geld ist das wichtigste (nicht für mich und hoffe doch auch nicht für euch).

Also Was tun???

Wir müssen in userer Welt endlich von diesm Materialismus wegkommen und wir müssen dieses Problem angehen.

Ich schreibe dies weil hier wieder nur an den Problemen rumgemeckert wird aber an der Ursache, welche nun mal leider unsere Gesellschaftliche Ordnung ist" wird nicht rumgemeckert.

Schaut euch doch mal Städte wie München oder Barcelona an dort ist die Industrie dort ist das Geld und dort wird hin und wieder aber auch nur ganz selten mal was attraktives gebaut.

Für Dresden können wir in den nächsten Jahrzehnten keinen wirtschaftlichen Aufschung erwarten (wir haben in den letzten 20 Jahren noch nicht mal die Wende aufgeholt) also wie soll dann jemals anspruchsvolle Architektur nach Dresden kommen wenn nicht wir endlich Anfangen auf das Richtige zu schimpfen.

MfG
Christian

robsondd86 hat gesagt…

von der Baywobau habe ich über das Forum des Stadtbild e.V. dieses auf den Visualisierungen ansprechende Projekt http://www.baywobau.de/index.php?o=15742 in Striesen gesehen. Auch hier handelt es sich um ein Wohngebäude und im Preissegment dürften beide Projekte (Columbus) auch auf einem ähnlichen Niveau sein...

THE WOERTH hat gesagt…

Auf das Richtige schimpfen? Das wäre dann wohl in erster Linie die mdernistische Ideologie. Ganz vorne dabei die Universitäten mit Studiengängen, die ideologische Gehirnwäsche betreiben und Abweichungen vom Globalmodernismus mit schlechten Zensuren "belohnen".

Regionaltypische oder historisierende Architektur ist nicht zwingend kostenintensiver - zumeist scheitert es nicht am Geld, sondern am Willen. Städteplaner, Architekten und Uniprofs sind ein sich ergänzendes Dreamteam ("Bündnis Teufelskreis") - da bleibt einem als aufgeklärter Bürger nur aktiver, fortwährender, vehementer, konstruktiver, ganzheitlicher Protest.

Robby hat gesagt…

Christian sagt:

"Wir müssen in userer Welt endlich von diesm Materialismus wegkommen und wir müssen dieses Problem angehen.

Ich schreibe dies weil hier wieder nur an den Problemen rumgemeckert wird aber an der Ursache, welche nun mal leider unsere Gesellschaftliche Ordnung ist" wird nicht rumgemeckert.

Für Dresden können wir in den nächsten Jahrzehnten keinen wirtschaftlichen Aufschung erwarten (wir haben in den letzten 20 Jahren noch nicht mal die Wende aufgeholt) also wie soll dann jemals anspruchsvolle Architektur nach Dresden kommen wenn nicht wir endlich Anfangen auf das Richtige zu schimpfen."

Selten einen solchen Schwachsinn gelesen! Klingt alles nach einem klassischen Wendeverlierer. Schade dass in diesem tollen Forum, immer mehr politische Meinungen dargeboten werden, anstatt sachlich über verschiedene Baufortschritte zu diskutieren oder sich einfach mal zu freuen, dass sich in dieser schönen Stadt etwas bewegt.

THE WOERTH hat gesagt…

Wenn Du das schade findest, dann mache doch selbst einen Anfang und trage etwas sachlich konstruktiv zum Baufortschritt bei, Robby. Warum soll man sich über eine "Bewegung" freuen, die man nicht für richtig hält? Wenn DU Dich über die Townhouses freust, dann teile das sachlich mit und nenne die Gründe dafür - das hilft der Diskussion mehr als ein reiner Beschwerdebeitrag.

Edwin hat gesagt…

Ich frage mich wie man ernsthaft behaupten kann, es hätte in Dresden seit der Wende keinen wirtschaftlichen Aufschwung gegeben. Vergleich doch einmal Fotos von Dresden 1989 mit Bildern von heute, wer da keinen Aufschwung sieht verweigert die Realität.

Anonym hat gesagt…

@Edwin:
Was ist für dich wirtschaftlicher Aufschung? Schaue dir doch mal die arbeitslosenzahlen von 1989 und von heute an. Wie du vlt. feststellen wird gibt es heute ein paar Arbeitslose mehr (aber nur ein paar).
Ach ja und die, die nen job haben werden nicht grad fair bezahlt.
Dresden hat zu DDR zeiten den gesamten Osten mit Computertechnik versorgt heute sind wir froh wenn wir unser GlobelFoundries Werk behalten können (Qimonda ging ja schon flöten).

@robby

Ich bin kein DDR Fanatiker weil ich ein Individualist bin und meine Freiheit liebe und mich nicht gern durch die stasi beobachten lasse, aber mal ganz im Ernst heute haben zig-Firmen meinen Namen und Addresse woher weiß man nicht, die haben aber beides und schicken mir Werbung.
Ist das nicht auch ne Form der Manipulation und Spionage (Stasi like).

PS: ICH LIEBE DRESDEN aber ich sehe keine positive Zukunft nicht wirtschaftlich(weniger Industrie) und nicht gesellschaftlich(immer mehr arme).

Sorry aber das ist meine Meinung.

THE WOERTH hat gesagt…

Bißchen polemisch verklärt verzerrt, meiner Meinung nach. Meistens liegen die Wahrheiten irgendwo zwischen den Extremen...

Anonym hat gesagt…

@the woerth

ich dachte vor jahren auch das es schon irgendwie wird das es doch nicht so schlimm sein kann.

Dann habe ich den Film Zeitgeist gesehen und hab ich mal angefangen die Nachrichten nicht nur zu schlucken sondern mal nachzurecherchieren. Es war nicht schön was ich rausfand.

Für Dresden interresiere ich mich auch schon sehr lange und sehr intensiv und leider hab ich mit der Zeit bemerkt das es nicht demokratisch läuft und die Wünsche der Massen werden auch nicht respektiert und das spiegelt sich leider in der Bauweise wieder.
Wiener Platz, Altmarkt, Postplatz, Gelände hinter Quartier M oder die Bauvorhaben auf der Hauptstrasse es wird immer über die Interressen der Dresdner hinweg entschieden und das nur damit die Bauherrn Profit machen können und zwar 3 Jahre eher also bekommen wir nur Glas und Betonklötze hingestellt.

Wer mir den Neumarkt als Besipiel für gutes Bauen nennen will demjenigen stimme ich zu und werde ihm außerdem sagen das der Neumarkt der teuerste Platz im Osten Deutschlands ist (außer Berlin) die Bauherrn verlangen mehrere tausend Euro Miete für ne Wohnung am Neumarkt.

Ist das ein Platz für Dresdner???

Gruß
Christian

Robby hat gesagt…

@ Christian

Wie kann man nur so ferab jeglicher Realität sein. Ohne Worte...

Petersburg hat gesagt…

@Anonym

Ja das ist ein Platz für die Dresdner! Wer ständig das Argument "nur für Reiche" vor sich herschiebt, verweigert Realität. Was wäre denn die Alternative?

a) Brache?

b) Sozialwohnungen mit Hartz4 ?

Ich bin mit Sicherheit kein Verfechter der derzeitigen Situation, in der Stadtplanung von reichen Privatpersonen betrieben wird. Meine Meinung ist, Stadtplanung sollte von Stadtplanern betrieben werden. Die Stadt Dresden hätte sich verschulden sollen (das tut sie ja ohnehin), und das Neumarktprojekt inklusive Wiederaufbau Herzogin Garten, Postplatz etc, selber finanzieren und auch selber LEITEN. Dann wären nämlich vergreiste Auswärtig wie Nettekoven nicht mit ihrem Ekel-Kubusprojekt in der Hauptstrase durchgekommen. Gute Architektur im Stadtzentrum rechnet sich, wie der Neumarkt beweist. Allerdings muss man ein paar Jahre Geduld haben bis das Geld wieder in die Kassen fließt.

Auf jeden Fall: Seien Sie froh, dass vermögende Leute an den Neumarkt ziehen! Wo Reichtum ist, werden langfristig auch andere davon profitieren. Ausserdem kostet edle Architektur nun mal GELD. Städte im Ruhrgebiet wie Duisburg und Essen, die AM ENDE sind, können von solch einer Chance, wie Dresden Sie am Neumarkt hat, nur träumen!

Ich muss doch nicht selber ins Taschenberg palais ziehen - aber ich kann dort hineingehen wann ich immer ich will. Was kostet ein Café dort, 3 Euro? Gehen Sie mal einen Café in Paris trinken, aber hängen Sie eine Null dran! Meine Güte, Dresden sollte froh sein, dass die Stadt im Zentrum endlich wieder aufgebaut wird! Manchmal denke ich, der Kunsthistoriker der beim Wiederaufbau mithilft hat Recht wenn er sagte: "Wir wollen Dresden helfen, endlich wieder auf die Beine zu kommen - und diese Stadt will es einfach nicht".

Das sind nicht meine Worte, sondern die eines Wissenschaftlers. Dresdner, besinnt Euch! Das Glück, einen kompletten historischen Stadtkern rekonstruiert zu bekommen fast so WIE ER WAR, haben Frankfurt, Köln und Kassel nicht! Kuckt Euch mal die "Altadt" von Frankfurt am Main an, dann dürft ihr weinen! Die Frankfurter selber merken es nicht, die sind zu betäubt mit McDonalds, RTL-Superstar, vollfressen, Amerikanisierung und "fortschrittliche" Glaskästen.

Sorry aber das musste mal gesagt werden! Der Neumarkt ist einer der schönsten Plätze der Welt, bereits jetzt, wo er noch nicht einmal fertig ist! Ja, ich würde auch gerne dort einziehen wie der ehem. Ministerpräsident Sachsens, Herr Biedenkopf. Aber es ist nun mal nicht jeder ist Ministerpräsident. Bitte realistisch bleiben.

Robby hat gesagt…

@ Petersburg

Sehr richtig erkannt. Danke für diese Ausführung. Sehe ich genau so!

Stephan hat gesagt…

@Petersburg

wie Recht Sie haben, volle Zustimmung meinerseits.

Und.... überhaupt ein Dank an den Betreiber dieses Blogs und seine Arbeit.

ChriSGD hat gesagt…

Petersburg, sehr, sehr guter Beitrag.

Genauso sehe ich das auch. Die Dresdner wissen manchmal die Schönheit ihrer Stadt gar nicht zu schätzen und schielen neidisch auf Westdeutschland. Ich habe dreizehn Jahr dort gelebt und möchte zu bedenken geben: auch dort gibt es Leute, die Toiletten reinigen und den Müll abholen. Und wenn ich mir die Einfamilienhäuser im Elbtal anschaue und gehe dann mal ins Fichtelgebirge oder ins Saarland, so fällt sofort auf, dass dort das Geld nicht sonderlich locker sitzen kann. Oder nehmen wir Städte wie Bremen oder Duisburg mit schlechten Werten bezüglich der Armutsanteile aber auch in normal aufgestellten Städte, dort ist man inzwischen nicht ganz unbegründet neidisch auf die Daten von Dresden. Das Potenzial ist einfach außerordentlich gut.
Nicht umsonst gewinnt Dresden seit Jahren ständig an Einwohnern, Dresden ist die Geburtenhauptstadt Deutschlands finanziell ganz ordentlich aufgestellt, mit guten Betreuungsangeboten und dem deutschlandweit besten (oder je nach Studie minimal drittbesten) Bildungssystem. Wenn ich mir Stadtteile wie HH-Wilhelmsburg, den Wedding oder beliebige Trabantenstädte im Westen anschaue, dann klagt man beim Vergleich mit den "Problemvierteln" Prohlis oder Gorbitz in Dresden auf hohem Niveau.

Damit möchte ich aber nicht die auch hier existierenden Armutsbiografien verniedlichen.

Der Neumarkt ist ein Glücksfall, die Auferstehung Dresden eine Erfolgsgeschichte!

Perücke hat gesagt…

@Petersburg und all seine Zustimmer

..was macht Euch eigentlich so fanatisch und selbstgefällig? Ganz offensichtlich spiegelt Eure Meinung eben NICHT die der Mehrheit wieder, sonst würde doch nur noch ausschließlich historisierend gebaut werden, oder? Immerhin regelt die Nachfrage ja auch einiges und auch und gerade gute Neubauten finden Zuspruch und Abnehmer.
Was spricht denn auch dagegen, neue Aufgaben mit neuen Projekten, neuen Formen und neuen Materialien zu lösen? Es dürfte bekannt sein, dass sich seit der Barockzeit aus vielen guten Gründen die Bauvorschriften erheblich geändert haben. Der Hintergrund hierfür dürfte wohl kaum Misanthropie sein, oder? Wenn man sich ansieht, wie verzweifelt manche der Neubauten am Neumarkt auf "Barock" gequält wurden, dann schmerzt das doch einfach, weil an vielen Stellen hier die Epoche einfach verzerrt und diffamierend dargestellt wurde. Ein halbwegs authentisches Gefühl für die Zeit bekommt man jedenfalls nicht, wenn man dort steht. Mit Geschichtlichkeit hat das nichts zu tun und mit Ästhetik nur recht wenig.
Man wird sich noch wundern über die Diskussion die hier geführt wird und man wird sich ärgern über die vielen Chancen, die man aus Angst vor Zukunft verpasst hat, um es aggressiven Stimmungsmachern wie Euch recht zu machen.

THE WOERTH hat gesagt…

Uiuiui, das war starker Tobak. Alles schon hundertmal gehört und ebensooft widerlegt. Immer die gleiche Leier, immer die gleiche Polemik, das ist auf Dauer schon anstrengend.

Perücke hat gesagt…

@THE WOERTH

Ich wüsste nicht, was an der Darstellung von Tatsachen polemisch sein sollte. Geschichte hat halt keinen Rückwärtsgang; wie sich das widerlegen lässt würde ich wirklich gerne mal wissen.
Vielleicht finden Sie ja einfach nur die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kultur anstrengend?

THE WOERTH hat gesagt…

Keine Angst, Perücke, ich setze mich gezwungenermaßen seit vielen Jahren mit der sogenannten "zeitgenössischen" (warum nicht gleich "zeitgemäß"?) Architektur (die natürlich auch in Interaktion mit einer gewissen Art von Unkultur steht) auseinander. Dass Sie Sich nicht vorstellen können, dass man Ihre übereifrigen (und m.E. unreflektierten) Thesen widerlegen könnte, spricht Bände. Diese Art von arroganter Ignoranz ist ja gerade in Architekten- und Städteplanerkreisen (Stichwort BDA) Standard. Ich werde mich bescheiden schonen und meine Energie anderweitig einsetzen, da mir Diskussionen in einem bestimmten Bereich auf einer gewissen Ebene nicht (mehr) gut tun. Ich verbleibe mit der Bitte um Verständnis und freundlichen Grüßen. ;)

Perücke hat gesagt…

@WOERTH

Selbstverständlich ist das verständlich, wenn Sie sich schonen wollen.
Als angenehmer Nebeneffekt wäre in diesem und einigen anderen Foren wieder etwas mehr Platz für sachliche und konkrete Diskussionen anstelle von zynischen Allgemeinplätzen.

Gute Erholung und freundliche Grüße zurück ;-)

THE WOERTH hat gesagt…

In anderen Foren werden Sie mich nicht finden. Und ansonsten fassen Sie Sich besser erst mal an die eigene Perücke, bevor Sie hier als Moralapostel auftreten. Mit gutem Beispiel voran - wirkt sonst irgendwie mysteriös. ;)

Petersburg hat gesagt…

Perücke,

Was verstehen Sie bitte unter "zeitgenössischer Kultur"?


Etwa:
Amerikanisierung unserer Städte mit McDonalds und sterilen Glaskästen, Überwachungsstaat, steigende Gewalt in Großstädten, mega-coole "Kids" die zu blöd sind einen deutschen Satz zu schreiben stattdessen aber perfekt Gewaltszenen mit Handy filmen können, tausende von Akademikern und promovierten Wissenschaftler die 1-Euro Jobs machen weil sie über 40 angeblich "zu alt" sind, genmanipulierte Nahrung, wachsender Drogenkonsum und Depression, immer mehr Obdachlose die in Schlafsäcken nachts vor Schaufenstern mit Gucci- und Armani-Luxuswaren liegen? (so gesehen auf der Frankfurter ZEIL, ein mehr als surrealer und befremdlicher Anblick). Das ganze garniert mit "zeitgenössischen" Kuben und Plattenbauten, in denen Menschen immer mehr isoliert, entwurzelt und entfremdet leben?

Das ist zeitgenössische "Kultur" wie ich sie definiere. Nun Ihre Definition bitte.

Perücke hat gesagt…

@ Petersburg

Mal abgesehen von Ihrer recht klischeehaften sozialkritischen Haltung, die Sie hoffentlich zu noch ertragreicherem bürgerlichem Engagement als nur dem eifrigen Bloggen veranlasst, würde mich doch der unterstellte Zusammenhang zwischen "Kuben" und "Plattenbauten" (schon wieder Klischees..) und dem Elend dieser Welt interessieren. Inwiefern Obdachlose die vor Gebäuden schlafen durch die Architektur der Gebäude beeinflusst oder gar verursacht werden, darf ruhig mal hinterfragt werden. Ich war so frei, für Sie ein Beispiel zu recherchieren, das zeitlich in einer Epoche angesiedelt ist, der Sie eventuell gewogener gegenüberstehen (Ende 19tes Jhdt.): http://www.spartacus.schoolnet.co.uk/JsimLondon.JPG
Ich glaube den Beweis, dass die Architektur oder allgemeiner die Kultur des 21. ten Jahrhunderts menschenverachtender sei als die vergangener Zeiten werden Sie uns wohl schuldig bleiben müssen...

Doch mal zurück zum Thema, was hat Ihre scharfe und teilweise sicher berechtigte Zeitkritik mit den Neubauten am Schützenplatz zu tun?? Ich kann keinen Zusammenhang entdecken, im Gegenteil! Dort versuchen zeitgenössische Investoren, Architekten und Stadtplaner mit großem Engagement und sicher auch materiellem Einsatz einen brachliegenden Stadtteil zu revitalisieren und wenigstens ein bisschen dazu beizutragen, die von Ihnen beschriebenen Verhältnisse zu bessern. Das ist jedenfalls eine erhebliche Leistung, die auch von Ihnen gewürdigt werden sollte.

Anonym hat gesagt…

Hi,

ich glaube meine Worte werden von einigen sehr persönlich genommen.
Ich möchte aber niemand persönlich angreifen nur meine Meinung mitteilen.
Ich beschäftige mich jetzt schon mehrere Jahre Hobbymäßig mit Bauprojekten in Dresden weil
es mich einfach interresiert was in meiner Stadt passiert.
Und wenn ich Dresden nicht als die schönste Stadt der Welt ansehen würde könnte ich bestimmt auch nicht so leidenschaftlich gegen neue Bauprojekte wittern.
Man kann mir viel sagen das Beton und Glas besser sind als Ziegel und Sandstein oder das glatte Fassaden besser als Detailierte Fassaden (Ornamente) sind. Aber Leute warum haben wohl Städte wie Paris (hatte oben einer erwähnt) oder Rom und Athen solche Besucherzahlen oder Barcelona. Weil die Städte ihren alten Stadtkern noch haben und was noch viel wichtiger ist diese Städte haben Charakter und Charme und das erkennt man auch an der Architektur.
Im Gegensatz zu vielen westdt. Städten hat sich Dresden noch etwas von diesem Charme erhalten.
Aber wenn ich jetzt sehe wie es mit dem Postplatz, Hauptstraße oder der Hafencity in der Neustadt weitergeht habe ich Angst das wir wirklich bald in einem Museum leben und alles außerhalb des Zentrums wird nur noch eine Schlafstadt sein und keine Stadt mit Charakter und Charme.

Ich finde es toll das der Neumarkt so gebaut wird wie er gabaut wird jedoch gibts es dort kaum etwas was mich als Dresdner dort hinführt, ich meine Theater Kinos oder Gastronomie der Neumarkt ist leider ein Platz für wohlgestellte Leute (damit meine ich die Edelläden) die anderen dürfen nur drüber laufen aber nicht hinsetzten denn es gibt ja keine Bänke :-).

Bei den Gebäuden am Herzogin Garten wurden wenigstens ein paar neue Akzente und auch interresante Akzente gesetzt. Aber Leute soll den wirklich so die gesamte Wilsdruffer Vorstadt aussehen?
Ich glaube das wollen nur wenige.

@Petersburg

Beser hät ich es nicht sagen können, schön zu sehen das es Menschen gibt welche mit offenen Augen durch Leben gehen.

Gruß
Christian

Anonym hat gesagt…

@Perücke

Entschuldigen Sie kann es sein das sie zu oft RTL und RTL2 Nachrichten sehen????

Die Kultur des 21ten Jahrhunderts ist vlt. nicht schlimmer als die vorhergenden aber mindestens genau so verlogen.

1. 80% der Weltbevölkerung sind ARM (Das ist FAKT!!! Das was in Dt. ein Harter bekommt davon können diese 80% träumen)
2. Finden Sie es richtig einfach so andere Länder zu bombardieren weil wir UNSERE KULTUR (Demokratie) in andere Länder bringen wollen.
3. Wann haben Sie eigentlich den letzten ordentlichen Bericht über die Ölkatastrophe gehört? Sei dem das Loch (angeblich) zu ist hört man ja nix mehr (na gut kaum was) aber es sind immer noch MILLIARDEN LITER ÖL im Meer.

Herr Perücke wie finden Sie diese Kultur???

Gruß
Christian

FB hat gesagt…

Oho, Peter, endlich klärt uns mal einer auf. Was man sich nicht alles ausdenkt wenn man nix zu tun hat - ganze Theorien!? "Der Neumarkt ist einer der schönsten Plätze Europas " .... noch nicht viel rumgekommen was?
Naja, man kann natürlich seine freie Meinung sagen.
Meine Großmutter befand auch immer, daß es ja in ihrem Prohlis doch am schönsten sei, wenn sie aus Paris, Barcelona, London zurück kam. Spricht beides aus einer zu tiefst kleinbürgerlichen romatischen und verletzten Seele, finde ich. Und ist typisch Dresdnerisch - selbstzufrieden und abgewandt vom Weltgeschehen. Was für eine langweilige Diskussion!

Ich finde die Townhouses sehr zeitgemäß, kleinteilig, hochwertig und passend zu Dresden und dem Umfeld. Sehr gelungen - mehr davon, das ist meine Meinung.
ein Dresdner

Optimist hat gesagt…

@Perücke

Volle Zustimmung. Immer nur Nörgeln hat noch nie geholfen!!

THE WOERTH hat gesagt…

@FB:

WARUM sind die "Townhouses" zeitgemäß?

WIE definieren Sie "zeitgemäß"?

INWIEFERN passen sie zu Dresden und dem Umfeld?

Neben der ganzen Polemisiererei wäre konkrete und stichhaltige Argumentation mal ganz interessant...

Im Übrigen kommt nicht jeder Kommentator hier aus Dresden - es macht manchmal den Eindruck, als wäre Ihnen das nicht bewusst. Man kann Dresden durchaus auch als geborener Westdeutscher lieben (und hassen).

Pollock hat gesagt…

und mal wieder kommen wir vom Hundertsten ins Tausendste...

Mir wird viel zu oft das Thema Städtebau mit der Architektur einzelner Bauten vertauscht - am Ende landen wir immer auf dem Neumarkt...

Zurück zum Bauen:

Den Stadthäusern an der Herzogingarten wird von diversen Mitstreitern hier vorgeworfen, sie seien nicht qualitätvoll und zu wenig regionaltypisch.
Diese Aufassung kann ich in keiner Weise teilen, um so mehr nicht, wenn ich lesen muss, was stattdessen die Lösung sein sollte.

Es gibt so viele Gebäude in Dresden, die diese gestalterisch Forderung nach Anpassung mit schauerlich schlechten Sockelausführungen in Sandstein, tumben Masardendächern, deren industriellen Billig-Schindeln in 100 Jahren noch keine Patina angesetzt haben, Plastikfenster und Wärmedämmputz, der i.d.R. schlecht verputzt ist und in kürzester Zeit durch städtische Abgase unansehnlich wird, erfüllen. Eines der krassesten Beispiele ist das Seniorenheim am Käthe-Kollwitz-Ufer, dass hier Maßstäbe für bauliches Unvermögen setzt.

Eine ganz andere Qualität stellen diese Stadthäuser da: Holzfenster, Fassadenverkleidungen aus dunklem Faserzement, Naturstein und Kupfer, allesamt Materialien, die dauerhaft sind und vor allem altern und charaktervoll sind. Die Details sind durchdacht, die Sturkur maßstäblich für das Quartier - über die Anordnung der Fenster bin auch ich in Teilen nicht glücklich, auch die Staffelgeschoss-Teile sind offenbar aufgrund von Nutzerwünschen ein wenig "unaufgeräumt".

Ich verstehe daher diejenigen nicht, die Ihre Kritik nur auf das formale Fehlen einer Ihnen vertrauten Dachform oder die Andersartigkeit von Fensterrhythem abstellen.
Schlussendlich halte ich das Argument des fehlenden Regionaltypischen für ein Totschlagargument, egal wie kriegsversehrt eine Stadt ist.

Lieber kleinteilige, innovative Qualität, die nicht ganz angepasst ist, als stumpfes, billiges Abarbeiten formeller Anforderungskriterien, die Dresden in eine Wüstenei voller unmaßstäblicher Bauten mit Roten Dächern und Sandsteinsockel verwandelt.

Franz Bieberkopf hat gesagt…

Würden alle Leute in Dresden diese Anti-Einstellung haben wie Petersburg oder Woerth, gäbe es in Dresden weder eine Hofkirche oder Frauenkirche, noch ein Blaues Wunder, eine Yenidze oder ein Hygienemuseum. Alles Ikonen Dresdner Architektur. Wie würde man wettern und die Globalisierung oder "Überfremdung" als unheilvolle Entwicklung anführen, wöllte man heute ein Geäude wie die Yenidze bauen. Seit dem Krieg ist die Verunsicherung und Identitätssuche in Dresden groß. Andere Impulse außer nach hinten zu schauen, sind in dieser Stadt nicht nur selten, sondern werden auch vehement bekämpft. Eine echte Außeinandersetzung mit der Vergangenheit der Stadt und Ihrer Geschichte will man nicht wissen, anstatt dessen begnügt man sich mit kulissenhaft zurückgewonnenen Scheinwelten, die mit einem Dresden vor dem Krieg nichts gemein haben. Diese Einsicht muß ich bei der hier geführten "Diskussion" leider hinnehmen. Und jetzt wird man mich wieder als Polemiker und arroganten Modernisten beschimpfen. Ich möchte niemandem verbieten sich für Rekonstruktionen oder historisierende Architektur stark zu machen. Ebenso möchte ich erwarten daß Dresdnern, die sich für zeitgenössische Architektur und neue Impulse in der Stadt interessieren ebenso zugehört wird und eine Diskussion auf objektiver Ebene und in sachlichem Tonfall geführt werden kann. Was hier passiert ist weder ernst zu nehmen noch führt es zu irgendwelchen Erkenntnissen.
Danke!

Perücke hat gesagt…

@ Petersburg

Ah, danke, jetzt hab ich das verstanden. Na klar, die Ölpest im Golf von Mexiko sollte selbstverständlich der Anlass sein, in Dresden zeitgemäßes Bauen sein zu lassen. Kein vernünftiger Mensch kann in modernen Häusern wohnen, die nur deshalb so aussehen, weil das auf Kosten der armen Weltbevölkerung geht..?
Ich kann Ihre Argumentation nicht nachvollziehen, tut mir leid. Gerade Sie fordern hier doch ständig den aufwendigen historisierenden Baustil, der luxuriös und aufwendig ist.. So verlogen war die Moderne jedenfalls nicht.

THE WOERTH hat gesagt…

Jetzt aber mal bitte Vorsicht, Bieberkopf. Sie kennen mich nicht und können es sich nicht erlauben, mir eine Anti-Einstellung anzudichten. Das glatte Gegenteil ist der Fall - ich liebe diese Stadt, die sich so fern meiner Heimat befindet, und habe mich als mündiger Bürger aktiv und konstruktiv für sie eingesetzt (u.a. Umzug nach Dresden für ein Jahr, Vereinsgründung, Flyerverteilung usw.). Inwiefern haben Sie Sich denn schon für Dresden engagiert, außer hochpolemische Phrasen zu dreschen? Es würde mich interessieren, damit ich Sie besser einschätzen kann und Ihnen in meiner Bewertung gerechter werde.

Ansonsten denke ich gar nicht daran, auf dieser polemischen Ebene zu diskutieren ("kulissenhafte Scheinwelten, Rückwärtsgewandtheit, Disneyland & Co). Dieses unüberlegte Standardvokabular aus Architektenkreisen geht mir viel zu sehr auf den Sack als dass ich darauf noch sachlich eingehen möchte. Dann lieber gar nicht.

Die Ausführungen von Pollock klingen tlw. interessant, ich werde darauf noch eingehen, habe jetzt aber erstmal keine Zeit.

THE WOERTH hat gesagt…

Ergänzung: Ich finde es ja interessant, dass Sie Sich eine sachliche Diskussion wünschen. Ihre Vorverurteilungen passen da nicht ganz dazu. Gerne bin ich bereit, mit Ihnen oder Perücke SACHLICH über die sogenannte zeitgenössische Architektur zu diskutieren. Ebenso erwarte ich aber, dass Sie Sich sachlich und differenziert mit traditioneller und historisierender Architektur befassen und wir alle mal unsere Pauschalurteile über Bord werfen. Haben Sie auf meine konkreten Fragen keine Antworten, oder warum haben Sie Sie in Ihrem Statement übergangen?

Perücke hat gesagt…

Na gut.. probieren wirs:

ZEITGEMÄSS sind Gebäude, die auf die aktuellen Lebensumstände der Bewohner zugeschnitten sind. Dies betrifft sowohl aktuelle Wohnformen, soziale Umstände, Arbeitswelten etc.. Es ist wohl offensichtlich, dass diese Umstände einer ständigen Veränderung unterworfen sind und die derzeitigen Gegebenheiten sich nicht grundlos von den Umständen im 18. Jahrhundert oder der Gründerzeit unterscheiden.
Es spricht einiges dafür, aktuelle Bauten auf aktuelle Bedürfnisse zuzuschneiden.
Die Prioritäten haben sich sicher im Laufe der Zeit verschoben. Z.B. wird heute anstelle des Stuck-Zierprofils (das ein schlecht bezahlter Arbeiter vor 200 Jahren für ein paar Groschen herstellen konnte) gerne mal das Energiesparfenster oder eine teure Heizungsanlage genommen. Aus den geänderten Anforderungen entwickeln sich laufend neue formale Lösungsansätze. Der Bezug auf die "100 Jahre alte Moderne" den Sie hier laufend herstellen ist schlichtweg unzutreffend und -mit Verlaub- etwas einfältig.

Warum nun ausgerechnet diese Häuser nach Dresden passen? Die Frage stellt sich so m.E. nur begrenzt. Welcher Stil wo Anwendung findet, hat zu allen Zeiten mit dem Umgriff des kulturellen Austausches zu tun. Hätte man zur Barockzeit schon diese Frage gestellt, wäre dann der italienische Einfluß auf die historischen Bauten zugelassen worden? Was passt also nach Dresden?? Alles was Menschen die dort leben wollen gefällt sollten man meinen. Wäre das nur Historismus, würde die Stadt schon anders aussehen, über die stattdessen entstehende Vielfalt kann man sich freuen.

Franz Bieberkopf hat gesagt…

@ Woerth: Tut mir leid, aber ich lasse mich nicht zu irgendeiner persönlichen Rechtfertigug drängen, ich habe mich lediglich auf Ihre Argumentation bezogen.
Es ist schön daß Sie Flyer verteilt haben, ich möchte mich hier über die Stadtentwicklung austauschen.
Im Übrigen habe ich genau diesen Einfruck, daß Ihre Beurteilung der Dresdner Architektur eine Art Ferndiagnose ist.
Das Sie so reagieren hatte ich ja schon vermutet und bestätigt meine Beobachtungen im Forum.
Wie gesagt - ich möchte niemandem absprechen den Neumarkt zu mögen, viele Rekonstruktionen halte ich auch für richtig und gelungen. Deshalb wünsche ich mir die selbe Toleranz gegenüber zeitgenössischer Architektur und meiner Meinung. Es gibt Dresdner die sich für "Schuhkartons" begeistern können. Vielleicht liegt es immer im Auge des Betrachters, für manche ist es ein interessantes Gebäude, an dem man an den unterschiedlichen Fensteröffnungen die Aufteilung der Räume im Inneren ablesen kann. Für andere ist es ein Schuhkarton. Für manche ist es die Glaskuppel der Kunstakademie, die von der Fama gekrönt wird, für viele Dresdner ist es schlicht und einfach die Zitronenpresse. Ich finde man sollte niemanden dafür Verurteilen, wenn er eine einfache Auffassung von Architektur hat, aber genauso wenig, wenn sich jemand für einfache Architektur begeistern kann. Wenn Ihrer Meinung nach etwas nicht in die Stadt paßt, dann sprechen Sie für sich. Wenn es meiner Meinung nach paßt, ist das meine Meinung. Es gab schon so viele Architekten und Gestalter, die aus einer Theorie ein Gesetz zimmern wollten und widerlegt wurden, deshalb glaube ich nicht, daß einzig und allein eine "rekonstruierte" Innenstadt der richtige Weg ist Dresden lebenswert zu machen.
Mahlzeit !

Petze hat gesagt…

Anmerkung am Rande: In Dresden wurden schon viele Flyer verteilt. Unter anderem solche, in denen das Gewandhaus von einer "Bürgerbewegung" verhindert werden sollte, die es nie gegeben hat... Auch solch überzeugende Beispiele für Basisdemokratie gibt es hier..

Petersburg hat gesagt…

Wahnsinn, welche Massen eifriger Autoren plötzlich auf diese Website stürmen, um uns zu befehlen wie schön wir gefälligst "moderne" Architektur zu finden hätten.... und was ist , wenn ich sie gar nicht schön finde?

Meinen Sie denn nicht, meine Herren Architekten, es wäre sinnvoller sich einfach mal die Frage zu stellen warum die Bevölkerung sich von Ihrer pseudo-modernen Schuhkarton-Architektur immer mehr abwendet - anstatt zu versuchen, Kritik im Keim zu ersticken? Dann hätten Sie nämlich ihre Hetze und Stimmungsmache erst gar nicht nötig, und sie könnten die Zeit besser nutzen, um wieder das Niveau ihrer Vorgänger wie Semper, Schinkel, Klenze und Pöppelmann zu erreichen.

@Franz:
"kulissenhafte Scheinwelten, Rückwärtsgewandtheit, Disneyland" sind keine wissenschaftlichen Begriffe, sondern leere Worthülsen die emotional aufpeitschen sollen. Diese Erfindungen einer geschickten PR-Industrie mit dem Ziel, die Dresdner Bevölkerung mundtot zu machen und so der Baulobby freie Bahn zu gewähren, sind reine Anti-Dresdner Stimmungsmache. Es ist kein Informationsgehalt in dem was sie sagen. Zu viel Micky Mouse gelesen? Es lohnt gar nicht, auf diesen Unsinn weiter einzugehen.


@Herrn FB:
Der Dresdner Neumarkt ist einer der berühmtesten Plätze Europas. Wer dies leugnet, beweist dass er keine Kenntnis von Europa hat. Statt dessen erzählen Sie von Ihrer Grossmutter die die wunderbaren Betonkuben von Prohils so sehr liebt. Mein Tipp: Verbringen sie die Zeit, die Sie zum Verbreiten von Unsinn nutzen, doch lieber mit Architekturtheorie. Architekten sollten bauen können, anstatt schön zu reden.

Pollock hat gesagt…

@ Petersburg:
Ich finde, Begriffe wie "Hetze" und "Stimmungsmache" sind im Zusammenhang mit unserer Forumsdiskussion absolut fehl am Platz, schon vom Wortsinn her, aber auch im Bezug auf den Umgang miteinander hier! Mäßigen Sie sich mal und atmen tief durch, bevor, Sie das nächste mal in die Tasten hauen...

Wenn ich mir die letzten Beiträge durchlese, dann sehe vor allem, dass Sie, Petersburg, in keiner Weise auf die Argumente der anderen eingehen.
Ist Ihnen nicht bewusst, dass wir heute nach anderen Vorgaben bauen, als vor 100 Jahren? Dass allein die technische Gebäudeausrüstung ein zig-faches kostenintensiver ist als damals? Ich kann mir nicht vorstellen, dass Ihre Betrachtung immer nur bis zur Fassade geht?

Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie in Ihren Antworten nicht immer Argumente hervorbrächten, die hier kaum diskutierbar "die Bevölkerung" etwas ablehnt oder befürwortet ist m.E. hier irrelevant, der eine kennt solche, der andere solche.
Bitte argumentieren Sie ein bischen fundamentierter.

Ach ja, was die Geschichte betrifft:
Als der Bayerische König sich von Leo Klenze abwandte, weil der dessen Fassaden zu unmodern fand und stattdessen Von Gärtner mit der weiterführenden Planung seiner Prachtstraßen beauftragte, war das auch ein ganz bewusster Bruch mit überkommenen Sehgewohnheiten (jedenfalls für die damalige Zeit...)
Es ist also bei weitem nicht so, dass die Meister von damals immer etwas geplant haben, dass sofort Vorbildcharakter hatte...

Perücke hat gesagt…

@Petersburg

Vermutlich müssen Sie akzeptieren, dass jeder individuelle Vorlieben hat, die im Einzelfall auch von Ihrem hochgeschätzten Geschmack abweichen können. Wenn Sie sagen, daß Ihnen "moderne" Architektur nicht gefällt, dann ist das Ihre Sache und nur Sie wissen genau, was Sie unter "moderner" Architektur überhaupt verstehen. Bisher wurde nur klar, dass Ihnen "philigrane" (?) Details und rote Dächer gut gefallen. Ein besonders tiefgründige Auseinandersetzung mit Architektur ist das ja nicht gerade...

Hinsichtlich der "Hetze und Stimmungsmache" ist mir ausser von Ihrer Seite noch kaum ein anstössiger Beitrag aufgefallen. Vielleicht haben Sie ja auch noch sinnvolleres zu tun? Welchem Architekten unserer Generation ähnlich nachhaltiger Ruhm beschert sein wird wie den von Ihnen benannten Kollegen kann man jetzt noch nicht sagen, aber bisher hat noch jede Epoche Ihre Ikonen hervorgebracht.
Ihre Idee von einer "Baulobby", die über eine "PR-Industrie" die Bürger "mundtot" machen will, tja das sind wohl wirklich "leere Worthülsen die emotional aufpeitschen sollen". "Es lohnt gar nicht, auf diesen Unsinn weiter einzugehen." (um Sie mal zu zitieren, wenn Sie erlauben).

Ich konnte übrigens im ganzen Blog keinen Beitrag entdecken, in dem "geleugnet" wurde, dass der Neumarkt ein bekannter Platz in Europa ist. Nehmen Sie zur Kenntnis, dass man in großen Teilen Europas über die teilweise hilflose Klischeearchitektur lächelt, die dort praktiziert wird. Die Fassaden entsprechen dem Inhalt nicht mehr, die Architektur wird unehrlich (das Wort hatten wir schon.. ach ja, das unterstellen Sie ja gerne den "Modernisten").
Ich kann mich dem Vorredner nur anschließen und mehr Toleranz und Sachlichkeit einfordern.

Und einen Tip habe ich auch noch: Bauen Sie einfach selber, mit dem Architekten Ihrer Wahl oder auch ohne wenn Sie selbst alles am Besten wissen. Dann können Sie den Stil, das Material und die Baukosten selbst bestimmen und wir freuen uns dann, wenn das Ergebnis hier im Forum diskutiert wird!

Perücke hat gesagt…

@Petersburg

Ob Sie "moderne" Architektur schön finden oder nicht, bleibt Ihnen natürlich selbst überlassen. Allerdings müssen Sie wohl auch anderen Ihre Meinung zugestehen, die über einen weniger geschliffenen Geschmack als sie verfügen. "Hetze und Stimmungsmache" scheint allerdings eher Ihre Sache zu sein, wenn man sich Ihre Beiträge so ansieht. Vielleicht könnten Sie die Zeit ja auch sinnvoller nutzen? Z.B. um einfach mal ein sachliches Argument zu formulieren? Bisher heben wir nur erfahren, dass Ihnen "philigrane" (?) Details und geneigte Dächer gute gefallen. Eine besonders tiefgehende Auseinandersetzung mit Architektur hat offensichtlich noch nicht stattgefunden.

Perücke hat gesagt…

@Petersburg Fortsetzung

Welchem zeitgenössischem Kollegen solch nachhaltiger Ruhm zuteil werden wird, wie den von Ihnen genannten, lässt sich noch nicht sicher sagen, aber bisher hat noch jede Zeit ihre Ikonen hervorgebracht. Von den Epigonen des Neo-Historismus den Sie propagieren wird jedoch vermutlich niemand darunter sein, weil den Nachbauten zumeist die Originalität fehlt, die ein Kunstwerk und seinen Schöpfer nun einmal auszeichnet. Damit soll nichts negatives über Rekonstruktionen gesagt werden, es handelt sich dabei aber lediglich um Kopien eines Werkes, das in seiner Epoche als Original sicher baukünstlerischen Wert besaß.

Perücke hat gesagt…

@Petersburg ..eines noch:

Ihre Idee von einer "Baulobby", die mit Hilfe einer "geschickten PR-Industrie" (?) die Dresdner Bevölkerung "mundtot" machen will halte ich für "leere Worthülsen die emotional aufpeitschen sollen." (Sie erlauben sicherlich, dass ich Sie hier zitiere..) "Es ist kein Informationsgehalt in dem was sie sagen. (...) Es lohnt gar nicht, auf diesen Unsinn weiter einzugehen."

Mein Tip: Verbringen Sie die Zeit sinnvoll und planen Sie Ihr eigenes Haus so wie Sie das für richtig halten. Keiner wird Sie davon abhalten und wir freuen uns schon auf die Vorstellung des fertigen Werkes in diesem Forum...

THE WOERTH hat gesagt…

Da sich inzwischen Einiges von verschiedenen Personen angesammelt hat, möchte ich der Übersichtlichkeit und Effizienz halber eine zusammenfassende Antwort in drei Teilen verfassen.

Mir ist bei den meisten Argumentationsmustern aufgefallen, dass sie eine Besonderheit Dresdens bzw. der "Deutschen Großstadt im Allgemeinen" nicht berücksichtigen. Einigen Aspekten würde ich sogar zustimmen, wäre da nicht ein großer Schnitt in der Geschichte gewesen, der die beständige Entwicklung gekappt hätte. Dieser Schnitt bringt mich dazu, Architektur nicht mehr als Abstraktum ansehen zu können, sondern eine ganzheitliche Herangehensweise als einzig adäquate Antwort auf diese spezifische Lage zu sehen.

Zwinger oder Kaiserpalast wurden damals in ein intaktes Gefüge gebaut, sie konnten die Stadt ob ihrer Andersartigkeit nur bereichern - niemals aber (zer)stören. Die abstrakte Betrachtung war nicht abwegig und konnte diese Bauwerke als qualitativ hochwertig, individuell und bereichernd einstufen, so sehr die einzelnen Geschmäcker auch auseinandergehen mochten.

Die konstante städtebauliche Entwicklung erlitt in einem gewissen Weltkrieg nicht nur einen Bruch, sondern wurde zu einem Großteil sogar rückwirkend ausgelöscht. Identität, die sich über Jahrhunderte hinweg entwickelt und Stadt und Region geprägt hatte, wurde zerstört und in den Nachkriegsjahrzehnten mutwillig und auf Ideologien basierend umgepolt - von einer natürlichen Entwicklung menschlichem Maßes kann man da nicht mehr sprechen.

Dieser Situation wird nun häufig mit einer abstrakten Denkweise begegnet, die eher selten das große Ganze berücksichtigt. Und genau darauf richtet sich meine Kritik. Für mich steht die teilweise Rückgewinnung einer spezifischen Identität und die Stärkung der regionalen Einzigartigkeit Dresdens im Vordergrund, nicht ausschließlich - aber eben AUCH.

Betrachte ich abstrakt die Qualität und Architektur der besagten "Townhouses", hält sich meine Kritik in Grenzen und ich kann meinen Vorrednern in einigen Punkten zustimmen.

M.E. sollte der "Blick nach Vorne" aber auf einer halbwegs gesunden Basis fußen - und diesbezüglich sehe ich in Dresden noch großen Nachholbedarf. Dieser Herangehensweise wird man mit undifferenzierten Begriffen wie "Rückwärtsgewandtheit" nicht wirklich gerecht, sondern verweigert sich eher lediglich einer ganzheitlichen Sichtweise.

THE WOERTH hat gesagt…

"Zeitgenössische" Architektur darf ihren Platz haben und gegen diese Begrifflichkeit habe ich auch nichts einzuwenden. Anders sieht es da schon beim Thema "zeitgemäß" aus, da das m.E. oft einseitig interpretiert wird, um einen bestimmten Baustil zu rechtfertigen, der ebenso polarisiert wie es Rekonstruktionen tun (die als Antwort auf Kriegszerstörung und auch die letzten Jahrzehnte Bautätigkeit m.E. nicht weniger zeitgemäß sind).

Ich wünschte mir eine viel differenziertere Betrachtung abseits von sturen Egoismen - auf beiden Seiten der Front. ;)

Beste Grüße aus Freiburg...

PS an FB: Ich habe mich viele Jahre intensiv mit Dresden auseinandergesetzt, zahlreiche Bücher studiert und bin 2006 fast jede Straße dieser Stadt mit dem Fahrrad abgefahren. Ich glaube, dass meine Worte durchaus Substanz haben und ich in der Lage bin, Urteile über diese Stadt zu fällen.

PS an Perücke:

Zum Thema „Unehrliche Architektur“: In Ihren Augen müsste ja der gesamte Barockstil unehrlich sein, da wurden Spiegel oder Fenster auf Fassaden aufgemalt (vorgetäuscht) uvm. - die Illusion war nicht wegzudenkender Bestandteil der Epoche. „Form follows function“ ist nur EINE Theorie – und mit Sicherheit nicht die einzig wahre („ehrliche“) und heilsbringende. Wer bestimmt denn, dass man von außen erkennen muss, was im Inneren eines Hauses abläuft? Aber Hauptsache, die tlw. kaum vorhandene Transparenz unserer Demokratie spiegelt sich in transparenten Glasfassaden wider, ne? Der Vorwurf der Unehrlichkeit reiht sich problemlos in die lange und wohlgenutzte Polemikreihe (Disneyland & Co) ein. Auch hier gilt: Es gibt meistens mehrere Wahrheiten – ich gönne den FFFF (form follows function fans) ihre Überzeugungen, kritisiere aber diesen nicht selten ins Arrogante abschweifenden Alleingültigkeitsanspruch in Verbindung mit undifferenziertem und belächelndem Herabschauen auf überzeugte Rekonstruktionsfreunde und Verteidiger einer historisierenden Regionalarchitektur.

THE WOERTH hat gesagt…

AN DEN MODERATOR: Mmmh, das ist jetzt aber komisch. Folgender Teil fehlt (kommt genau zwischen die beiden gerade veröffentlichten Abschnitte):

Zudem möchte ich anmerken, dass ich kein Fan von Extremen bin und den "Ausschließlichkeitscharakter" macher Sichtweisen ablehne. In einem meiner vorigen Beiträge hatte ich etwas konkreter aufgelistet, was ich mir für den Städtebau in Dresden wünschen würde. Diese Punkte scheinen von Pollock mißverstanden worden zu sein, denn seine hiernach aufgelisteten Beispiele halte ich keineswegs für adäquat. Ebenso sprach ich von einzelnen kreativen Leuchtpunkten, die ganz in der baulichen Tradition Dresdens stehen würden. Nur sollte dabei eben die Basis nicht vergessen werden, der man im Falle Dresdens auch mit Rekonstruktion und einfühlsamer Eingliederung begegnen sollte. Ich wünschte mir für diese Stadt schon immer nicht nur die Heilung mancher zugefügten Wunde, sondern ebenso die Weiterentwicklung und Vervollkommnung - niemals würde ich den Zustand vor dem Zweiten Weltkrieg als perfekt und endgültig betrachten, das war er mitnichten und selbstverständlich hätte er sich auch ohne Weltkrieg weiterentwickelt. Heutigen Ansprüchen sollte man selbstverständlich gerecht werden, liebe Perücke - ich sehe diesbezüglich auch keinen Konflikt. Sowohl Rekonstruktionen als auch Neuschöpfungen können dem heutigen Lebensstandard gerecht werden und nie habe ich die Wiederherstellung veralteter Raumstrukturen o.ä. verlangt. Viel mehr als bisher wünsche ich mir allerdings die Beachtung regionaler Besonderheiten, die m.E. in einer kriegszerstörten Stadt nicht nicht geleugnet werden sollten, nur um einem internationalen Trend zu folgen.

Anonym hat gesagt…

@ woerth

ihre Worte sind klug gewählt.
Natürlich hat Dresden nicht nur August den Starken und die Wettiner in seiner Geschichte. Es gab da auch mal ein Kaiser, 10 Jahre Nazi-Terror und natürlich das Experiment der DDR.

Architektur sollte nicht nur gefallen Sie sollte auch etwas Nutzen. Grade nach dem Krieg waren Wohnraum, Gewerbe und industrie wichiger da konnte und durfte man nicht auf die Schönheit achten sonst wäre Dresden nach seiner Zerstörung nie wieder zu einer so großen Stadt geworden (immerhin fast 600.000 Einw. am Ende der DDR-Zeit).

Jedoch heute sieht die Sache schon etwas anders aus.
Es gibt die Mäglichkeit die Architektur nicht mehr nur an der Nutzung auszurichten sondern wir können wieder frei gestallten.

Wenn ich mir jedoch die Vorhaben für den Postplatz oder die Prager Straße ansehe bzw. das was bis jetzt entstanden ist, so muss ich doch leider sagen das die Architektur ,entschuldigung, billig ist z.B. Prager Spitze, Centrum Galerie, Postplatz Kubus oder Altmarkt-Galerie.
Man kann natürlich sagen der Nutzen heiligt die Architektur was bedeutet keine Ornamente und riesen Fenster damit man janicht an den Konsumgütern vorbeisieht.
Aber ist das Sinn von Architektur.

Wir sind wieder an einem Punkt wo wir nicht nur Zweckmäßig bauen sollten sondern auch Schön (modern oder historiesirend ist egal aber bitte schön und einfallsreich)bauen können.

Beispiele in Dresden gibt es auch wo modernes Bauen Charakter besitzt:
Haus des Buches
Kristallpalast
Militärmuseum
oder einige neue Stadtvillen z.B. in Striesen

Grüße
Christian

Petersburg hat gesagt…

@Perücke

Das ehrt mich, dass Sie von Ihren eigenen Worten so wenig überzeugt sind, dass Sie bereits meine kopieren müssen - aber nicht um mich zu zitieren, sondern um sich mit fremden Federn zu schmücken.

Ihr Vergleich mit dem Haus bauen ist ziemlich unlogisch - wie immer bei Ihnen. Müssen Sie selber Star-Koch sein, um im Restaurant zu merken dass man Ihnen verrotetes Essen serviert hat? Doch wohl kaum. Sehen Sie, mein Freund - genau so muss ich kein Architekt sein, um zu sehen ob Architektur an dem Ort, an dem sie steht, einen Sinn ergibt.

Sie müssen auch, wenn Sie Musikkritiker sind, nicht Beethovensonaten selber spielen können um einen Interpreten zu beurteilen. Sie müssen aber verschiedene Interpretationen desselben Stücks gehört haben, von verschiedenen Intepreten, diese einordnen und bewerten können, und wenn Sie sie schlecht oder gut bewerten, auch detailliert begründen warum.

Kurzum: Auch mit ihrem letzten unsachlichen Beitrag wollten Sie nur wieder versuchen, Nicht-Architekten ins Lächerliche zu ziehen ("Selber Haus bauen") und Sie hofften, ihr Bloßstellungsversuch würde mich und andere Kritiker zum verstummen bringen. Nun, dies ist Ihnen nicht gelungen - ich habe keine Angst vor Ihnen und Ihren unfairen Methoden, Kritiker zu bekämpfen. Anstatt den Menschen totalitär die Meinungsäusserung verbieten zu wollen, setzen Sie sich doch bitte lieber mit der Frage auseinander, warum die Menschen diese kalte, sterile Kuben-Architektur und die kalten Glasfassaden angeblich "moderner" Architektur ablehnen? Das haben Sie bisher leider versäumt. Vielleicht ist das, was Sie so verbissen predigen, gar nicht so modern - sondern total veraltet? Was das Klein-Prohlis am Herzogingarten betrifft, sehe ich hier jedenfalls einen Versuch, die Weissenhofsiedlung der 1920er Jahre zu kopieren. Müssen wir nun auch noch Charlston tanzen und Oldtimer fahren, wenn wir in dieses Gebiet wollen? Das ist typische 1920er Jahre Architektur, auch noch schlecht gemacht, man versucht LeCorbusier und Gropius zu kopieren, eine Bauhaus-Retro. Das ist fast 100 Jahre alt - rückwärtsgewandt. Sie sollten sich mal mit dem aktuellen Zeitgeist beschäftigen - und das ist nicht 1920er Jahre. Vor allem, aber sollten Sie sich endlich eingestehen, dass man auch den Genius Loci, also nicht nur Zeit sondern auch Ort berücksichtigen muss: Wer glaubt, in einer zerstörten Stadt könne man so ziel- und planlos agieren wie in einer unzerstörten, der beweist dass er von Architektur nichts begriffen hat.

Ich wünsche noch einen schönen Tag.

PS: Ich habe übrigens nie etwas von einer Ölpest in Mexiko geschrieben. Ich glaube Sie dichten so einiges in meine Texte hinein, das gar nicht existiert.

Luik hat gesagt…

@Petersburg
"Das ist typische 1920er Jahre Architektur, auch noch schlecht gemacht, man versucht LeCorbusier und Gropius zu kopieren, eine Bauhaus-Retro. Das ist fast 100 Jahre alt - rückwärtsgewandt."

Anders formuliert könnte der Satz auch so lauten:

"Das ist typische Barockarchitektur des 17. und 18. Jahrhunderts, auch noch schlecht gemacht, man versucht Pöppelmann und Bähr zu kopieren, eine Barock-Retro. Das ist über 200 Jahre alt - rückwärtsgewandt."

Dieses Argument lässt sich auf jede Epoche anwenden und demnach dürften sich Architekten überhaupt nicht mehr an vergangenen Epochen orientieren, noch dürften sie Stilelemente für ihre Bauten übernehmen. Nun, was tun? Das Rad neu erfinden?


@THE WORTH
"Zwinger oder Kaiserpalast wurden damals in ein intaktes Gefüge gebaut, sie konnten die Stadt ob ihrer Andersartigkeit nur bereichern - niemals aber (zer)stören. [...] Die konstante städtebauliche Entwicklung erlitt in einem gewissen Weltkrieg nicht nur einen Bruch, sondern wurde zu einem Großteil sogar rückwirkend ausgelöscht."

Interessante These, die aber m.E. so nicht richtig ist. Denn auch in früheren Epochen hat man immer nach dem Zeitgeschmack gebaut und sich über die städtebauliche Entwicklung hinweggesetzt. Das Postgebäude am Neumarkt brach mit dem Barock und der Kleinteiligkeit und wurde aus gutem Grund nicht wieder aufgebaut. Die Kunstakademie und deren Glaskuppel (ähnlich wie heute das Glasdach im kleinen Schlosshof) "bildeten, gegen die Frauenkirche gesehen, ein dauerndes Ärgernis" (vgl. F. Löffler "Das alte Dresden", S. 389). Sicher sind die Ausmaße nicht so groß wie nach dem 2. Weltkrieg, aber allein der Modernen den "schwarzen Peter(burg)" zuzuschieben, halte ich persönlich! für zu kurzsichtig.

THE WOERTH hat gesagt…

Thema Zeitgeschmack: Es gibt immer mehrere Zeitgeschmäcker und die Tendenzen variieren sehr stark, betrachtet man Architekten&Städteplaner kontra Bürger. Rekonstruktionen liegen momentan z.Bsp. absolut im Zeitgeschmack, analysiert man mal die Welt außerhalb von BDA&Co, die ihre Vorstellungen ja gerne als objektiv allgemeingültig hinstellen.

Perücke hat gesagt…

@Petersburg

Nichts liegt mir ferner als Ihnen etwas verbieten zu wollen. Der Tip selber etwas zu bauen sollte nicht heißen, dass Sie deswegen erst Architekt werden müssen um mitzureden. Nein, als Bauherr können Sie den Planer und den Stil Ihrer Wahl aussuchen und werden feststellen, dass Sie da große Freiheit haben (nicht totalitär sozusagen). Das steht Ihnen zu und anderer Bauherren eben auch.

THE WOERTH hat gesagt…

Hast Du meinen ganzen Beitrag gelesen, Luik? Im Grunde bist Du ja jetzt wieder genau bei dem abstrakten Zugang zu Architektur, den ich dort kritisiert hatte. Man konnte es sich damals erlauben, nach dem Zeitgeschmack (der im Übrigen im Gegensatz zur heutigen internationalen Moderne zumeist einen Regionaltypus aufwieß) zu bauen, weil Dresden eine unzerstörte Großstadt war, in der es zwingenderweise andere Prioritäten geben musste / konnte als heute. Als der Zwinger gebaut wurde, ging es nicht darum, eine zerstörte und ihrer Identität beraubte Stadt zu heilen / reparieren. Natürlich wurden damals Fehler gemacht - umso wichtiger, aus ihnen zu lernen!!

Und was Du da bei Petersburg so spitzfindig herausgefunden hast: Genau das wollte er doch demonstrieren, wie unnötig die Vorwürfe der Rückwärtsgewandheit in Richtung von Rekobefürwortern sind, da die Moderne selbst auf alten Prinzipien beruht. Das ist einfach eine unehrliche Taktik, nur um die eigenen Stilvorstellungen als modern und zeitgemäß anpreisen zu können. Aber wie gesagt geht diese abstrakte Betrachtungsweise m.E. sowieso an den wirklichen Problemen vorbei und wird kaum zu ganzheitlich adäquaten Lösungen führen. Die Frage sollte nicht heißen "Ist die Architektur gut?", sondern "Wird die Architektur der spezifischen Situation einer konkreten Stadt gerecht?".

Franz Bieberkopf hat gesagt…

Wieso wird da immer dieser eine Spruch heraugekramt - "Form Follows Function" ? Wenn man diesen "Leitspruch" als Gegenargument benutzt, dann ist das genauso altklug, als wenn man ihn als die große Erkenntnis verkaufen will. Lässt er doch genauso viel Fragen offen wie er abzudecken versucht. Wer in besteht die Funktion eines Gebäudes? Und in sofern würden viele Architekten damit übereinstimmen, daß die Frauenkirche im Sinne von "FFF" entworfen wurde, genauso wie die Neue Synagoge. Der Begriff der Funktion ist schwer zu definieren und liegt evtl. ohnehin im Auge des Nutzers.
Ein Stadt kann nicht nach einem Regelwerk errichtet werden und ich glaube so mancher hier wünscht sich das.
Alles was ich mir Wünsche ist Tolleranz und Verständnis gegenüber Dresdnern, die sich für zeitgenössische Lösungen genauso begeistern können, wie für gute Rekonstruktionen. Leider wurden in den letzten Jahren viele zeitgenössische Entwürfe verhindert und damit auch Chancen vertan, die der Entwicklung Dresdens gut getan hätten.
Ein sehr guter Kommentar dazu bei "Tourdresden" dessen objektive und tollerante Meinung ich sehr geschätzt habe. Viele hier möchten ihre Meinung infach als die einzig richtige darstellen und werden ausfallend wenn man sich für zeitgenössische Architektur ausspricht, damit ist nichts gewonnen.

Petersburg hat gesagt…

Anders formuliert könnte der Satz auch so lauten:

"Das ist typische Barockarchitektur des 17. und 18. Jahrhunderts (...)"


Nein, könnte er nicht.

Denn 1) rede ich vom Klein-Prohlis am Herzogingarten (bitte Thema beachten). Wo du hier Barock siehst, ist mir schleierhaft. Zweitens) weiss ich nicht, wo hier jemand in Dresden "Typische Barockarchitektur" baut ausser bei den Rekonstruktionen? Barock-retro spielt bundesweit nirgendwo eine Rolle, die 1920er Retro und die Kopie der 1. Moderne (wir befinden uns in der dritten) hingegen beherrschen fast sämtliche Bauprojekte bundesweit. Schon mal mit offenen Augen durch deutsche Innenstädte gelaufen? Vor allem aber 3) Siehst du offensichtlich nicht den entscheidenden Unterschied, nämlich dass sämtliche Architekturstile der letzten 2000 Jahre sich niemals den "Rückgriff" auf Elemente der Vorgängerepochen verboten hatten, im Gegenteil: deren Baumeister verstanden ihr Handwerk und ihr Wirken immer als Anknüpfung an das Vorhergehende und als ständiges Optimieren dessen was die Vorwelt einst erschaffen hatte.

Dies ist, im Gegensatz zu deinem unsinnigen und falschen o.g. Vergleich, bei Bauhaus und Moderne nicht so: Die Bauhausdoktrin verbietet ausdrücklich den Rückgriff auf Vorangeganges, ja sie ist sogar der Meinung, alles "Alte" habe zu verschwinden (Zitat Prof. Dr. Salingaros). Insofern wäre eine Barock-Retro völlig legitim, wenn sie denn überhaupt eine Rolle spielte (was sie nicht tut). Wer aber versucht, die Bauhaus/Corbusier/Gropius Epoche zu kopieren, wird Opfer der eigenen Ideologie, denn ausgerchnet diese Epoche verbietet den Rückgriff auf das "böse Alte". Wer also im Jahre 2010 eine Kopie der Weissenhofsiedlung am Zwinger errichtet, macht sich völlig unglaubwürdig: Er gibt vor, "modern" zu sein und das "Alte" zu entsorgen, indem er aber selber vergangenes und "Altes" kopiert und wieder aufwärmt.

Du begreifst übrigens nicht, dass nicht ich es bin , der dies sagt. Sondern die Doktrinen dieser Epoche (Mies, Sullivan, Jeanneret etc.) sagen es. Mir ist es relativ egal, wer was aufwärmt. Aber wenn jemand behauptet, das "böse Alte" dürfe man nicth kopieren, und kopiert dann ausgerechnet dieselbe vergangene Epoche die dieses Diktat einst aufstellte, dann macht er sich doch völlig unglaubwürdig.

THE WOERTH hat gesagt…

Statt dieses inhaltlich relativ "leeren" Beitrags hätte ich es interessanter gefunden, wenn Sie mal auf meine zahlreichen Argumente eingegangen wären, Herr FB. Stattdessen kramen Sie Sich ein Stichwort raus (FFF) und begeben sich anschließend auf eine sehr allgemeine Ebene, um am Ende mit pauschalen Worten auf Schuldsuche zu gehen ("Viele hier..."). Das ist dann doch schon sehr "einfach" und ich hätte mir nach meinem langen Beitrag etwas mehr erwartet. Ebenso von Perücke, Pollock & Co, von denen man nun überhaupt nichts mehr hört. Wer wie Sie, FB., Verständnis und Toleranz erwartet, der sollte erstmal seine Überzeugungen erklären können. Gerne höre ich Ihnen zu, aber bisher kam ja nicht wirklich viel. Wenn Sie Thesen wie "Eine Stadt kann nicht nach einem Regelwerk errichtet werden" aufstellen, dann wollen diese belegt werden, sonst wirkt es nur wie ein hilfloses Kontra, um Kontra sein zu können. ;)

Dazu kommt, dass abstrakte Architekturanalyse das einzige zu sein scheint, was hier interessiert - ich habe ja ausführlich beschrieben, was ich davon halte.

ChriSGD hat gesagt…

Diese ganze Theorie hier fand ich an der Uni schon anstrengend und eigentlich kaum hilfreich, um aktuelle Fragen zu klären. In der Theorie und im Reagenzglas funktionieren einige Dinge, die sich in der Praxis dann als Irrweg erweisen. Irgendwelche alten Weisheiten und Zitate rauszukramen bringt nichts, da diese nur zuträfen, wenn die Gesellschaft noch die selbe wäre wie zur Entstehungszeit. Für mich entscheidend ist der regional vorherrschende Wille einer Mehrheit der Bevölkerung, die sich im Übrigen für solch abstrakte Betrachtungsweisen sicherlich nicht gewinnen und überzeugen lassen wird. Die Menschen müssen sich schlichtweg wohlfühlen und die Stadt als ihr Zuhause wahrnehmen können. Dazu gehören großformatige Konsumtempel für die breite Masse genauso wie Areale für die Romantiker und Kulturbegeisterte, eine Betonschüssel für Dynamo und Grünanlagen für Faule, Gestresste und Aktive.
Ich bin absoluter Fan der Rekosntruktion, kann mich aber auch für moderne Architektur MIT Charakter, Einfühlungsvermögen und Kreativität begeistern. Beispiele sind der Kristallpalast, das Dach des Hbf, die wieder verwendeten Waben der Centrum-Galerie, das Rundkino, die Passage des World-Trade-Centers, einige Füllbauten am Neumarkt und die Gläserne Manufaktur. Keine Einwände!

Kritik muss aber erlaubt sein bei Vorhaben wie der Baugerüst-Treppe am Stadtmuseum, dem großformatigen Advanta-Riegel, dem wirklich billigen Neuen Palais am Coselpalais, dem Wilsdruffer Kubus mit seinem toten Innenhof und der zwingerfeindlichen Fassade und einem Wiener Platz mit falscher Wegeführung und kalten Aufbauten für die Tiefgarage. Auch die Platzgestaltung des ALTmarktes trifft wohl kaum auf Begeisterung bei Dresdnern und Touristen.

Eine moderne Lösung kann gefallen auch bei uns Rückwärtsgewandten, wenn Sie einfach gut ist. Die Überdachung des kleinen Schlosshofes und des Albertinums sind moderne Lösungen, die jedoch keinen Schaden anrichten und in ihrer Ausführung den Willen zur Schönheit zeigen. Ein B&B Hotel oder die Löbtau-Passage können doch nicht ernsthaft einen Liebhaber moderner Architektur begeistern, oder? Eigentlich erwarte ich in diesen Fällen auch Kritik von dieser Seite, weil es gerade diese Auswüchse sind, die dem Ruf moderner Architektur schaden und die guten Projekte in den Hintergrund treten lassen.
Aber würde die SPD einen sinnvollen Vorschlag der CDU unterstützen? Aus Prinzip und durch Streben nach kompromisslosem Durchsetzen eigener Meinung gibt es unnötigen Ärger und Stillstand. Dabei wäre es in Dresden durch die bestehende Anlage der Innenstadt so einfach gewesen ohne Konflikte jedem gerecht zu werden. Das Gebiet zwischen Elbe und Wilsdruffer Straße wird komplett rekonstruiert, Altmarkt und Postplatz bilden Übergangsbereiche (moderne Loch-Fassaden, Sattel- und Walmdächer) und zwischen Ferdinandplatz und Hauptbahnhof entsteht eine schräge, wuchtige und leuchtende Globalisierungsmoderne. Leider sind viele moderne Bauwerke in Dresden sehr bieder und beliebig oder in Bauform oder Gestaltung umfeldfeindlich. Das ist mein Haupkritikpunkt, nicht das Moderne an sich.

Franz Bieberkopf hat gesagt…

@ Chris, ja Danke, das sehe ich ganz genauso. Schön zu sehen, daß es hier ab und an noch sachlich argumentierende gibt. Der Bezug zu "Form Follows Function" kam je auch von Petersburg, ich hab hier nur zeigen wollen, daß diese Vergleiche in keiner weise tiefgründig und hilfreich sind. Sie werden halt immer rausgekramt, wenn man irgendwelche Beweisführungen anstellen möchte, weil man meint man habe "Die Lösung".
@ Woerth, was ist denn pauschal daran, wenn ich mir mehr Sachlichkeit und Akzeptanz gegenüber zeitgenössischer Architektur wünsche. Es ist einfach der Wunsch eine andere Mainung zu akzeptieren. Ich akzeptiere Ihre doch auch. + sie wünschen sich, daß ich auf Ihre "lange" Ausführung eingehe – man könnte Doktorarbeiten darüber verfassen, insofern ist der Austausch hier nur sehr begrenzt. Aber ich denke Ihre Ausführungen zur veränderten Dresdner Stadtentwicklung durch den 2.WK sind Konsens - ich habe dem nichts hinzuzufügen, das ist schon richtig.
Dennoch verstehe ich nicht, wieso es so häufig zu einer Rekonstruktion vs. "Moderne" Debatte kommt - das ist doch nicht die Frage !? Damit zielt man vorbei an der eigentlichen Diskussion, wie könnte man mehr Qualität und Mitbestimmung bei innerstädtischer Architektur absichern. Das gestaltet sich leider in der Privatwirtschaft genauso schwierig wie in der DDR.

wie gesagt- ich möchte noch mal auf den Artikel bei Tourdresden verweisen, der einen Teil der Probleme in Dresden sehr genau auf den Punkt bringt.

Petersburg hat gesagt…

Wow! 69 Kommentare in diesem Strang - wenn das kein Zeichen für KONTROVERSE ist. So ein Pech aber auch, Herr Investor Lagerein, dass die Bevölkerung Ihre Fehlplanungen nicht unisono absegnet wie Frau Orosz die Blumenkübel am Postplatz. Ach, bin ich schon Nr. 70?

Übrigens: ich lasse mal Ironie beiseite, und möchte auch mal was pro-Schuhkarton sagen: Generell hätte niemand etwas gegen solche Experimente, an der richtigen Stelle könnte das OK sein, ich denke auch Woerthie würde das ähnlich sehen. Aber in diesem Gebiet wäre die einzige Chance, unzerstörte bzw. wenig zerstörte Viertel wie die Friedrichstadt mit der Innenstadt zu vernetzen. Und genau das wird hier übersehen. Ich habe nichts gegen Modernistische Architektur, ich vermute Woerthie und andere auch nicht, aber wir haben was gegen den Ausschliesslichkeitsanspruch dieser Monokultur. Wieso bauen denn Modernisten, wenn diese Monokultur angeblich so viel besser ist, so eine kleine Schuhkartonsiedlung nicht dort, wo sich "moderne" Architekten bereits ausgetobt haben? Ich denke da ans St.Benno, kein besonders urbanes Gebäude sondern ein Autist, wie so häufig. Warum hat man dort nicht gebaut? Zu wenig Altbauten in der Nähe, vor denen man sich hätte inszenieren können?

Mal ohne Polemik: Dort wäre Platz, dort wäre es fast genau innenstadtnah , und dort hätte es hingepasst. Aber nein, Modernisten müssen unbedingt an den "HERZOGIN Garten", zwischen Barocker Orangerie und Zwinger.....

Es gibt übrigens sehr gute moderne Architektur, gegen die niemand etwas sagen würde, die nicht Historie kopiert, und dennoch formensprachlich aufgreift. Aber das was Lagerein hier gebaut hat, hat mit Europäischer Architektur nichts zu tun - das ist Negierung Europas. Eine anti-Europäische Architektur. An anderer Stelle gerne - aber wieso ausgerechnet im letzten Viertel Dresdens, wo noch einige unzerstörte Gebäude stehen? Fehlplanung.