Dienstag, 19. Oktober 2010

Töpfergasse 4 | Neumarkt

Bauarbeiten in der Töpfergasse 4. Der Grund der Arbeiten ist nicht ersichtlich, derzeit arbeitet man am Dach:



Kommentare:

xy hat gesagt…

… wahrscheinlich wird da jetzt eine barocke, rosa Kunststofffasade angeklebt, damit noch mehr Lustwandler zum shoppen animiert werden. :-)
XY

der Wolf hat gesagt…

na sowas. Schon nach so kurzer Zeit Nachbesserungen?
Ja, da zeigt sie sich, die berühmte "Prisco-Qualität"...
Ich bin Gott froh, daß Blobel nun bei der Bebauung der Neumarkt-Südseite, mitbestimmend ist!

ChriSGD hat gesagt…

Als ich letztes Wochenende durch die Agustusstraße schlenkerte, dachte ich auch, da wird man doch nicht schon wieder ein Haus abreißen. Es findet aber demnächst eine Gerüstbaumesse im QF statt. Ich sage euch, das ist nur der Anfang!

Ein Schild vom Dachdeckermeister - irgend jemand scheint hier wohl nicht ganz dicht zu sein. (Anspielungen auf v.D. sind rein zufällig)

Darki hat gesagt…

Tja...die Vorteile von Staffeldächern liegen klar auf der Hand...






...für die Dachdeckerfirmen ;-)

Sven85 hat gesagt…

hey könnt ihr mir bitte erklären auf was ihr hinauswollt? danke ;) Als nicht Dresdner verfolge ioch das ganze schon seit jahren, aber die Töpfergasse gefällt mir überhaupt nicht, sie ja schlimm aus.

dirkmainz hat gesagt…

Der Zeitabstand zwischen Enthüllung des Quartiers und den ersten derzeitigen Maßnahmen kann man nur als kurz bezeichnen; die im Vorfeld suggerierte Qualität wurde nicht eingehalten, die äußerst gut erhaltenen Keller des Weigel´schen Hauses, die der besonderen Bedeutung dieses Gebäudes als einer der ganz wenigen, schon viele Jahre vorher unstrittig gewesenen Leitbaus wurden zerstört, auf die Forderungen nach Fassadenreko der 12 und des Schramm´schen Hauses wurde nicht eingegangen. Die Funktion der Töpfergasse hat insoweit auch eine Vergleichsfunktion als spiegelbildliche Entsprechung der Rampischen Straße, da ja auch bei ihr das entsprechende Bild mit der Kuppel im Hintergrund auftritt. Für mich persönlich ist eine enge Bindung an die Töpferstraße in der jetzigen Form nicht möglich; eine Fassadenreko wenigstens der 12 würde die Situation der gesamten Straße schon wesentlich verbesseren. Es sollte auch nicht unerwähnt bleiben, daß ja im Vorfeld der Bebauung des Dresdner Hofs/Hilton eine mögliche Fassadenreko des Ehrlichhauses, des Pelikans, des Pagenhauses und des Eckgebäudes Münzgasse aus kurzsichtigen Interessen nicht realisiert wurde. Durch die kurzsichtige Politik der Verantwortlichen ist die Töpfergasse heute weitgehend als Raumbild verloren. Priscos Versprechen von der edelsten Passage der Stadt kann man aufgrund der bescheidenen Qualität nur als nicht gehalten ansehen. Ein Blick auf die Mietangebote des Immobilienscout24 zeigt, daß offensichtlich die Nachfrage in diesem Quartier 5 Jahre nach Abschluß der Arbeiten nicht in der Form gegeben ist, die man erwartet hat. Eine Aufteilung in kleinere Parzellen und eine Einbindung von mehr privaten bürgerlichen Bauherren würde die Gesamtsituation wesentlich verbessern.

Bigotter Historist hat gesagt…

Ja so ein Glück!! Gott und Blobel... Fast dasselbe!!!

der Wolf hat gesagt…

@DirkMainz:

Bei dem heutigen Stand der Technik ist es ja kein Problem, die Nr 12 und auch die anderen Fassaden nachträglich zu rekonstruieren.
Sie wären dann zwar nur "vorgeblendet", aber das sind die anderen Fassaden im QF ja eh alle. Der räumlichen Wirkung täte solch eine Maßnahme allemal sehr gut!

Piccolomini hat gesagt…

@dirkmainz

Ich kann mich dem nur anschliessen. Vorne hui und hinten pfui. Die Hiltonfassade sieht aber leider auch nicht viel besser aus. Da gab es ja in den letzten Jahren der DDR auch ein paar andere Entwuerfe - leider nur fuer den Papierkorb.

@alle
Gibt es Vorkriegsbilder der Toepfergasse irgendwo im Netz?
Ich wuerde mich sehr ueber einen entsprechenden link freuen!

Stephan hat gesagt…

@ xy und dirkmainz
seit dem Herrn Prisco dankbar auch für Leerstand in der Passage.
Pimkie, Starbucks und sonstige Ramschläden wären schon längs in diese 1a Lage eingezogen.
Dresdner kommt an den Neumarkt!!!! Bevölkert ihn!
Setzt Euch in die Cafes, geniesst die tolle Atmosphäre!
Geht in das neue Cafe , das angeblich in die Rampische 29 kommt, bringt Euch endlich ein in Euer neues ,Altes Zentrum!!!

Calm hat gesagt…

Es war zumindestens mal im Gespräch, die Eckgebäude des Hiltons historisch umzubauen. Das ist aber nach der Sanierung des Hiltons auch wieder auf paar Jahre nach hinten verlegt. Leider, aber bei DER Stadtplanung auch kein Wunder! Hinfort sollte man sie jagen!

Petersburg hat gesagt…

@Calm

100 prozent Zustimmung. Die Dresdner aber werden gegen diese katastrophalen Stadtplaner nicht aufbegehren, da die Mentalität hier anders ist als in Westdeutschland. Die Dresdner akzeptieren m.E. viel zu viele Eingriffe der Obrigkeit, die Revolten in Stuttgart sind übrigens nichts Neues, ich erinnere an die Revolten und Strassenkämpfe in Frankfurt/Main 1980er gegen die Startbahn-West.

Man könnte aus Dresden längst wieder eine legendäre wunderschöne Stadt Europäischen Ranges Nr. 1 machen, auch ausserhalb des kleinen historischen Gebiets zwischen Zwinger und Neumarkt. Aber die Stadtplaner planen nicht, sondern zerstören im Auftrage privater Financiers und kranker "weg mit dem alten Plunder"-Ideologen. Die Stadtzerstörer im Stadtplanungsamt sind Marionetten der Finanzlobby und eines, ich zitiere "kriminellen Netzwerks innerhalb der Sächsischen Landesregierung" (Zitat des Staatsanwaltes).

Und zu der Renovierung in der Töpferstrasse: Dies ist das hässlichste Haus in der ganzen Strasse, und witzigerweise braucht es jetzt schon eine Renovierung! Da kann man einmal die Minderwertigkeit des veralteten Funktionalismus sehen, der noch heute der "naiven Bevölkerung" als "modern" verkauft wird. Ein "Rekonstruktionsprojekt" der besonderen Art! LOL!

Möglicherweise auch ein "kunstvoller Stilbruch"? So jedenfalls nennt der unfähige Stadtplaner Kai von Döring arrogant und überheblich seine eigene Schrott-Architektur in der Töpfergasse.

der Wolf hat gesagt…

also dieser "von Döring" scheint ja ein ganz schön arroganter Tölpel zu sein.
Ich hoffe, daß er es noch erleben darf, wie seine drittklassige Architektur entsorgt wird!

Petersburg hat gesagt…

Zitat: also dieser "von Döring" scheint ja ein ganz schön arroganter Tölpel zu sein.

Damit hast Du völlig Recht. Der Herr von Döring hat etwa das Niveau eines Stammtischbesuchers (sieht auch so aus), das Kunstverständnis einer Tüte Pommes und aber gleichzeitig eine unglaubliche Arroganz. Er bezeichnete sein Projekt als "kunstvollen Stilbruch". Ich schrieb ihm vor Jahren mal in sein Gästebuch, er solle doch mit Verlaub die Beurteilung , ob seine Werke "kunstvoll" seien, bitte der Öffentlichkeit überlassen - schliesslich überlässt auch der Schauspieler dem Publikum die Entscheidung, ob es ihn ausbuht oder beklatscht. Ansonsten würde er dem Schauspieler gleichkommen, der auf der Bühne wild sich selber beklatscht, während das Publikum mit Befremden schweigt.

Da der gute Herr "von" sich aber durch die Realität gestört fühlte - ausbleibender Applaus, dafür Buh-Rufe - schloss er sein Gästebuch ziemlich bald. Auch eine Art, mit der Realität unzugehen.

Man muss aber fair sein: Einige der Füllbauten sind verdammt gut, und zwar der Kopfbau am westlichen Ende der Töpfergasse, das ist 1A, obwohl keine Reko. Ebenso das Gebäude nördlich vom "Goldenen Ring", kein Reko, sieht aber fast aus wie ein Altbau. Leider kommt unmittelbar danach die berüchtige Glasdach-Ecke, und eines der Häuser erinnert an eine Ägyptische Leichenhalle. Ebenso sind die Höfe eine Katastrophe. Hätte er auf diesen Blödsinn verzichtet, hätte ich das Projekt sogar gelobt. Ich bin dem Gespann Prisco-vonDöring dennoch dankbar dass sie die Südseite so perfekt gestaltet hatten, 4 Rekos! Ich weiss, sie sind innen nicht gut, aber was das Stadtbild betrifft, kann man nichts sagen. Das wollte ich nur erwähnen, denn wenn man fair ist, muss man beides beleuchten, positiv und negativ.

Die Töpferstrasse find ich übrigens gemessen daran, dass keine einzige Reko darin ist, noch recht gut. Man muss ich mal überlegen: Kein einziges historiches Gebäude, und dennoch hat die Töpfergasse definitiv Altstadt-Character. Wobei man aber sagen muss, dass dies eher dem Hilton zu verdanken ist, das fast wie ein Altbau aussieht und bereits jetzt Patina hat.

Dennoch ist von Döring ein unglaublich eingebildeter Mensch, der von maßloser Selbstüberschätzung geprägt ist. Habe alle seine Kommentare in der SZ gelesen: Der Mann hält sich für Semper....

THE WOERTH hat gesagt…

Kai von und zu hat tasächlich so einiges losgelassen, worüber ich nur noch mit dem Kopf schütteln konnte. Ein überheblicher Modernist in Fleisch und Blut.

Der Kopfbau Töpfergasse würde mir zusagen, wäre er nicht durch und durch Modernistengrau. Ein dresdentypischer warmer Pastellton und rote Dachziegel, schon wären Gebäude (und Ensemble aus Blickrichtung Hofkirche) gerettet.

Die perfekte Alternative gab es selbstverständlich auch - von A.Hummel. Hat aber naürlich niemanden interessiert, da (wie wir wissen) das beste Ergebnis nur mit einem Architektenwettbewerb zu ermitteln ist. ;)

Die Fassaden sind aber auch nicht alle von Döring, da gab es ja besagte Wettbewerbe für die einzelnen Parzellen. Soweit ich mich erinnere, sind der südliche graue Nachbar gegenüber des Johanneums und das breiteste Haus in der Töpfergasse von ihm.

Ich kann übrigens auch mit der Töpfergasse leben, da gibt es in meinen Augen ganz andere Brennpunkte.

THE WOERTH hat gesagt…

Der Erstentwurf vom Modernistenbüro Bachmann:

http://www.neumarkt-dresden.de/image1/prisco-quartier1/kopfbau-bachmann1.jpg

Der wundersame Entwurf von Hummel:

http://www.neumarkt-dresden.de/Vergroesserungen/Hummel-large/pics-hummel-large/45a.jpg

ji hat gesagt…

Hummel sollte eigentlich Sempers Erbe werden. man sollte ihm freie Hand lassen und Geldmittel zur Verfügung stellen, dann wäre ganz Dresden sein Gewicht in Gold wert und mehr. *träum*

der Wolf hat gesagt…

@ji: ich träume mit Ihnen....!^^
Man wünscht sie sich (in solchen Momenten) zurück, die Monarchen mit Kunstsinn, denen Schönheit und Repräsentationswille über alles ging...
EINER der Finanzmittel in Hülle und Fülle hat und der AHNUNG hat und sagt wies gemacht wird!

Petersburg hat gesagt…

Wolf: Genau, man wünscht sie sich (in solchen Momenten) zurück, die Monarchen mit Kunstsinn etc., das stimmt.


Die Dresdner, zu den Zeiten der SED-Herrschaft, stellten sich oft vor das Denkmal des reitenden Monarchen August des Starken am Neustädter Markt (bzw. dort wo der Neustädter Markt einst *war*), und sprachen dies stille Gebet:


Lieber August steig hernieder
und regier' uns Dresdner wieder
und lass in diesen schweren Zeiten
lieber einen andern' reiten


Und dieses Gebet gilt auch heute noch! Grade wenn man sich die politisch gewollten Fehlplanungen des Stadtzerstörers Jörn Marx anschaut. Was mich ebenso wundert, ist dass man niemals Kritik an Frau OROSZ hört. Ist sie nicht die Bürgermeisterin Dresdens, und leitet das Geschickt der Stadt? Ich muss mal ganz knallhart sagen, die Dresdner (und die Deutschen) sind zum Teil auch selbst schuld an ihrer Misere. Man muss nicht alles von der Obrigkeit hinnehmen.

Die Stuttgarter sind von der Mentalität den Dresdner nicht unähnlich, auch dort gab es nie einen Mucks (auch Residenzstadt, ähnliche Geschichte). Aber dort ist inzwischen offen der Volkszorn ausgebrochen. Ich prophezeie übrigens, er wird auch Sachsen erreichen in den nächsten Jahren. Sicher nicht in dem Ausmaß wie in Stuttgart, aber er wird kommen. Und das ist gut so. Auch ich habe von der arroganten Politikerkaste und dem Lobbyistendiktat die Schnauze voll.

THE WOERTH hat gesagt…

Bitte Vorsicht. Der gute Herr Marx mag nicht unsere Ziele verfolgen, in Magdeburg gescheitert sein und im Ruhrpott nicht erwünscht - er ist aber keineswegs die zentrale Figur im Dresdner Zwielicht. Die Strukturen sind vielschichtig und alles auf Marx zu schieben (der sowieso noch nicht lange im Amt ist), ist zu einfach. In Dresden gibt es sehr viele Köpfe, die sich gegenseitig stützen und die alle Ziele verfolgen, die den unseren nicht entsprechen. Es herrscht zudem wenig Kenntnis über das verlorengegangene Dresden und keinen Willen, sich solcherlei Kenntisse anzueignen. Der Dresdner Sumpf ist tief und es ist nicht leicht, hindurchzuwaten.

THE WOERTH hat gesagt…

Und, wie Du richtig resümmierst: Die kinderliebe CDU-Dame aus Görlitz ist ebenso mitverantwortlich wie viele Dresdner, die seit Jahrzehnten treu ihr CDU-Kreuzchen machen und diese Partei in Zeiten der Waldschlösschenmisere sogar noch gestärkt haben! Hier ist tatsächlich das glatte Gegenteil geschehen wie aktuell in Stuttgart.