Mittwoch, 3. November 2010

Neubau Amtsgericht Dresden | Lothringer Straße






Kommentare:

Dakir@DD hat gesagt…

Einfach nur erbärmlich dieser Anbau.

Wie kann man so ein schönes und repräsentatives Gebäude so entstellen?

Ich möchte noch mal kurz Werbung in eigener Sache machen. Wir wollen etwas verändern und die Öffentlichkeit aufmerksam machen, wenn Ihr ein Teil davon sein möchtet, besucht uns unter:

http://www.skyscrapercity.com/showthread.php?t=1242603

Pollock hat gesagt…

@ Dakir@DD,

bei einigen Personen, die hier posten, habe ich den Eindruck, dass sie moderne Architektur ganz pauschal verurteilen...
Nicht anders ist Ihr Vorwurf zu verstehen, dieses Gebäude "verschandele" den angrenzenden Altbau; bezeichnend, dass Sie sich sparen, hierfür Argumente zu bringen.
Aus meiner Sicht kann man schon an in der Musterfassade sehen, dass hier einmal Wert auf das Detail gelegt wurd und das ist in Dresden mittlerweile ein Seltenheit. Die Fenster sind sehr hochwertig konzipiert, der Klinker passt sich in seiner Farbmischung und Fugenfarbe sehr gut an den goldgelben Sandstein des Altbaus an, viel mehr kann man jetzt ja noch nicht sagen.

Abgesehen davon also, dass Sie sich mit Ihrem Urteil zu jetzigen Zeitpunkt m.E ganz schön weit aus dem Fenster lehnen, würde ich gern wissen, was Sie an diesem ruhigen, unaufdringlichen aber sehr gut detaillierten Entwurf, der ganz bewusst darauf verzichtet, der schmuckvollen Fassade des Hauptbaus Konkurrenz zu machen, stört.

Ich hoffe nicht, Sie kommen jetzt bloß mit dem es-fehlt-mir-an-Schmck-Argument, das wäre mir zu kategorisch und restriktiv...

Luik hat gesagt…

@Pollok

Absolute Zustimmung!

ChriSGD hat gesagt…

Der Anbau ist sicherlich nicht mit der Qualität des Hauptbaus zu vergleichen, aber im Original scheint die Fassade zumindest bezüglich des Materials deutlich besser dem Bestand gerecht zu werden. Eine Aluminium-Glas-Fassade wäre da deutlich schlimmer ins Gewicht gefallen.

Ein Schrägdach wäre natürlich sehr von Vorteil gewesen.

Das kleine Stück Musterfassade macht einen ordentlichen Eindruck, da mir persönlich die verwendeten Ziegel sehr gut gefallen. Das sah in den Visualisierungen schon mal grober aus.

Für ein abschließendes Urteil ist es aber noch zu früh. Die Altmarktgalerie zur Wilsdruffer in diesem Stil wäre m.E. sogar eine Verbesserung gegenüber der unschönen Wirklichkeit.

Ja, ich finde das Gebäude (in Joahnnstadt!) nicht schlecht, aber gerade in diesem Monat erinnert es mich bzw. die Gesamtsituation in den Visualisierungen auch wieder an den ehemaligen Anbau ans Polizeipräsidium.

http://www.competitionline.de/wettbewerbe/5601

pete hat gesagt…

@ChriSGD:
Ein Schrägdach hätte an dieser Stelle imho gerade nicht gepasst. Ein (wichtiger) Bestandteil des vom Amtsgericht zitierten Palazzomotiv der italienischen Renaissance ist doch das Fehlen eines sichtbaren Daches und das Vortäuschen eines Flachdachs durch das ausladende Gesims.
Flachdächer waren nunmal auch schon zu früheren Jahrhunderten "modern".

Ich persönlich finde den Anbau, vor allem für Dresdner Verhältnisse, rücksichtsvoll und situationsangepasst. Die Geschosshöhe des Altbaus zu übernehmen wäre natürlich weltfremd gewesen, die Fassadengestaltung des Anbaus setzt sich deutlich vom Bestand ab, ohne sich auffällig in den Vordergrund zu drängen. Ich habe gerade den oberen Abschluss des Entwurfes nicht mehr vor Augen, aber es hätte deutlich schlimmer kommen können.

Ich hätte auch gerne einen Entwurf mit einem nach Westen verlängerten Anbau und einem Risalit als Abschluss gesehen, als Zitat des bestehenden Gebäudes - Aber ich bin kein Architekt und vielleicht hätte das auch unmöglich ausgesehen.

Und mal ganz ehrlich, der Bereich westlich des Amtsgerichts ist städtebaulich tot. Wer nicht gerade in den 50er-Zeilenbauten in der Umgebung wohnt, wird sich nur sehr selten in die Ziegelstraße oder Florian-Geyer-Straße verirren. Nach meinem Umzug nach Dresden hab ich ein Jahr gebraucht, bis ich mit dem Fahrrad hier zufällig vorbei gefahren bin, obwohl ich nur 2 km entfernt wohne und sehr viel unterwegs war.

ChriSGD hat gesagt…

@pete
Dach: Kann man so sehen, aber der Neubau ist eben kein Palazzo mit kunstvoll gestalteter Traufe, bei der man gar kein Dach vermisst.

Für mich zählen die zwei folgenden Dinge:
- wie stelle ich mir zukünftig eine Umgestaltung dieses Stadtteiles vor. Für mich wäre z.B. eine lebendige und kleinteilige Dachlandschaft ein Ziel, aber nicht mit Flachdächern wie in Teheran
- wie löse ich den Anschluss an das Bestandsgebäude, wie bekomme ich die harmonischste Lösung zustande. Mir gefällt es mit Schrägdach einfach besser:

http://www.region-dd.spacequadrat.de/Amtsgericht.jpg

ji hat gesagt…

Ich mene auch, mit Dach hätte es viel besser ausgesehen. Wenn man sich das letzte Bild, welches die Sparkasse um die Ecke zeigt, anschaut, sieht man, wie man es machen kann. Da hätte es mich auch nicht gestört, wenn der Anbau ein separater Bau gewesen wäre, der mit Glasbrücken oder soetwas an den Hauptbau angeschlossen wäre. Aber dieser Kasten oder Bunker jetzt? So aalglatt? Das passt einfach nicht. Auch sieht es keinesfalls nach einem Palazzo aus, nie und nimmer! Da fehlt es garantiert an Schmuck.

http://www-users.rwth-aachen.de/Mutlu.Coskun/Palazzo%20Rucellai.%204.jpg

pete hat gesagt…

Das Palazzomotiv bezog sich natürlich auf den Historismus-Bau, nicht auf den neuen Anbau. Und da man eine historisierende, mit Renaissance-Elementen verzierten Neubau heute wohl nicht mehr erleben wird, finde ich eine zurückhaltende Gestaltung, die sich dem Altbau unterordnet und nicht mit der Brechstange versucht, "Kontraste" zu setzen, durchaus gelungen. Es stört sich doch auch niemand an dem Flachdach des Altbaus.
Ja, die umgebenden 50er-Jahre-Bauten haben alle "echte" Dächer, aber dieser Bautyp ist imho das langweiligste, was Dresden zu bieten hat und kann wohl kaum als Maßstab herangezogen werden.

Ein seperater, abgetrennter Anbau ist an dieser Stelle wohl nicht ohne weiteres möglich, wenn der Zwischenraum ausreichend groß werden soll, weil nach Westen nicht besonders viel Platz ist - Außer man baut in den westlichen (ehemaligen) Innenhof hinein oder kauft einen Teil des angrenzenden Flurstücks.

THE WOERTH hat gesagt…

Ich denke, da gibt es ganz andere Brennpunkte in Dresden, als dass man hierüber groß diskutieren müsste. Der Anbau interessiert mich nicht weiter, städtebaulich kann an dieser Stelle nicht viel schief gehen und die Architektur ist zwar belanglos, aber wenig störend und im Rücken liegend vertretbar. Ganz im Gegensatz zu den Florana-Aktivitäten an Haupt- und Bautzner Straße.