Dienstag, 2. November 2010

Schauspielhaus Dresden

Bilder vom 1911-1913 unter Lossow & Kühne erbauten Schauspielhaus





Kommentare:

Urs Karpatoluschky hat gesagt…

Auweia!
Eigentlich ist schon das Schauspielhaus eine rechte Zumutung als unmittelbare Zwingerumgebung gewesen, die Stadt hatte offenbar nach Süden und Westen hin ihre Mühe, eine adäquate Nachbarschaft zu schaffen, auch die neogotische Zweiturmfassade der Sophienkirche taupgte mit oder Helmverkleidung nichts, aber Kubus und Würfel sind einfach nur in-fe-ri-or, man fasst es einfach nicht.
Was für eine namenslose Ignoranz seitens Stadtverwaltung, Auftraggeber und nicht zuletzt Architekten.

der Wolf hat gesagt…

...dieser Ignoranz wollen wir jetzt Einhalt gebieten!

Alle, die etwas in dieser Richtung bewegen wollen, seien nochmals auf folgende Seite aufmerksam gemacht:


http://www.skyscrapercity.com/showthread.php?p=65931145#post65931145

Wir brauchen noch jede Menge Unterstützer! Nur wenn wir viele sind, hat unser Protest eine Chance!

Petersburg hat gesagt…

Oh Gott dieser Kubus....das allerletzte. Bitte auch mal das vorletzte Bild anschauen: erschütterndes Ergbnis von 60 Jahre Dresdner Modernisten-stadtplanung, das allerletzte Armutszeugnis (Egal ob Moderne Ost oder West, beides die gleiche Soße).

Wenn man bedenkt, dass am Postplatz fast alles noch stand nach dem Krieg.... und mutwillig zerstört wurde, nicht durch Bomben sondern durch Ideologie und Selbstsucht der Herrschenden. Ich glaube ich werde nie aufhören mich darüber aufzuregen.

Urs: Keine Zustimmung. Das Schauspielhaus ist der einzige Lichtblick am Postplatz. Das nimmt sehr wohl Bezug auf den Zwinger, durch neobarocke Elemente. Einfach mal genauer hinsehen.

ji hat gesagt…

Das Schauspielhaus strahlt durch das Weiss recht sehr. ;) Deswegen wirkt es etwas befremdlich. In Natura stört es wirklich nicht. Viel mehr stört die Leere am Platz und der unförmige Kubus für diese Gegend. Leider wird mit dem Hotel nun noch so ein Quaderdingens dahin gepflanzt, wobei der Ruinenschandfleck nebenan weiter stehen bleibt. Es ist Schade, dass niemand an das Fernsprechamt denkt, denn dieser markante Bau hat den Platz sehr definiert und abgeschlossen und in der Silouette einen würdigen Mitspieler zum Zwinger gespielt. Jetzt soll an diese Stelle leider ein Wassergraben hin, keine Nutzung also und offene Sicht auf angrenzende Townhouse-Bebauung und Plattenbaumonster im Hintergrund … Versteh das einer.

ji hat gesagt…

Ich vergass: Die Gliederung der Platzfläche ist auch … unglücklich. Mag wohl daran liegen, dass noch sehr wenig am gesamten Platz direkt steht. Aber nicht zu unterschätzen sind auch die seltsamen Gestaltungsmittel wie dieser wirklich misslungene Brunnen an dieser STelle. Stünde er woanders, fände ich ihn gar nett, aber neben dem Zwinger??? Ebenso ist das Fehlen von Kandelabern bei Verwendung dieser Space-Stelzen direkt(!!!) neben(!!!!!) dem Zwinger(!!!!!!!!!!) ein Griff ins Stoffwechselendproduktporzellan sondergleichen. Welcher – pardon, aber es trifft nunmal zu – Idiot ist dafür eigentlich verantwortlich?

der Wolf hat gesagt…

@ji: "welcher Idiot ist dafür verantwortlich!?" Gute Frage. Ich glaube, da haben wir es mit einer ganzen Reihe von Idioten zu tun.
Vielleicht muß man auch erst ein paar Semester was mit Stadtentwicklung studiert haben, bevor man solche "Fähigkeiten" entwickelt.

gmargtrader hat gesagt…

Schauspielhaus selbst find ich ok. Drum her rum, könnte man bestimmt grüner gestalten.
Aber so erstmal ok.

urs K. hat gesagt…

@petersburg

natürlich kann man das SSpH nicht mit dem neuen Müll gleichsetzen, ich schrieb denn auch ... ist eine Zumutung gewesen.
Heute relativert sich das natürlich etwas. Aber damals konnte man schon besser und für das Umfeld schonender bauen. Das SSpH ist in Bezug auf den Zwinger zu klobig , zu hoch und diesem zu nahe gerückt.
Heute natürlich ist das ein Luxusproblem - da wünscht man sich mehrere Schauspielhäuser. Oder gar die auch nicht ganz passende Sophienkirche.
Schaut euch den Theaterplatz an, odeer das Zusammenwirken der dominanten Türme, auch vom Zwinger aus gesehen - das nenne ich geglückt.

Anonym hat gesagt…

Ich muß Petersburg recht geben,das Schauspielhaus ist das einzige mit den Zwinger,was den Postplatz noch sehenswert macht!
Die Sophienkirche und die anderen Gründerzeitgebäude wurden ja durch arrogante,sogenannte Sozialisten abgerissen!!
Danach wurden der Fresswürfel und ein wenig weiter entfernt,ein aus Beton erschaffenes Postgebäude und jetzt die Kuben errichtet,ein Alptraum zu den vorher abgerissenen "Gründerzeitlichen Postgebäude(n)".

Gute Nacht Dresden,ist nur ein Zitat von mir

Gruß Ronny

Matthias hat gesagt…

Ich kann Urs & ji nur zustimmen.
Das Schauspielhaus passt in diesem grellen Gewand wirklich nicht perfekt neben den Zwinger aber es passt dennoch unendlich mehr als alles was in den letzten Jahren Neues am Postplatz entstand. Der Brunnen, die Haltestelle, der Kubus, das geplante Hotel und die Erweiterung der Altmarktgalerie zeigen in eine fürchterlich hässliche Zukunft für den Postplatz.

Die Stadt bräuchte endlich eine Gesellschaft Historisches Dresden.
Oder einen Mäzen, der gerne den Postplatz mit genialen traditionsbewussten Bauwerken (Stein, Sandstein, rote schwungvolle Ziegeldächer, Erker, Türmchen, Kuppeln, Spielereien aller Art) füllen möchte um sich selbst ein Denkmal zu setzen.

Kennt denn jemand von Euch einen zeitgenössischen deutschen Architekten, der über solch ein großes gestalterisches Repertoire verfügt? Vielleicht sollte ein Netzwerk von Architekten, die sich nicht mehr einer stupiden & sinnlosen Begrenzung gestalterischer Mittel verschrieben fühlen, Glas- & Metallfassaden meiden und auf regionales, kunstvolles Bauen sinnen, aufgebaut werden. Ich kann mir absolut nicht vorstellen, dass es heutzutage keinen Gaudi, Semper, Michelangelo, Anthemios von Tralleis mehr geben soll. Welche Gebäude errichten die Lucien Weissenburger & Otto Wagner unserer Zeit?

Diese Anonymität und Gleichgültigkeit mit der vielerorts auswertige Investoren Häuser hochziehen und Architekten unterstützen, in deren Referenzmappen hauptsächlich Industriebauten aufgelistet stehen, kann doch nur zu solch scheußlichen neuen Gebäuden führen, wie wir sie heute immernoch massenhaft aus dem Boden sprießen sehen.

Es wäre die Aufgabe der Politik & Stadt dieses schändliche Treiben endlich einmal zu stoppen.

der Wolf hat gesagt…

@Matthias:
"Es wäre die Aufgabe der Politik & Stadt dieses schändliche Treiben endlich einmal zu stoppen."

Ja das wäre ihre Aufgabe. Doch die Politik denkt gar nicht dran, denn, wie heißt es so schön (in Abwandlung): wes Brot ich es des Schund ich bau!"

Somit ist das Engagement des Bürgers GEGEN diese 3. Zerstörung nötiger denn je!
Jammern allein nützt nichts!
TÄTIG werden ist angesagt!
(siehe oben genannter Link)

Stefanius hat gesagt…

Hallo an die Meisten, kann man sich bitte erst einmal belesen ehe man Stuss schreibt ? Es gibt genügend Bücher über Dresden nach dem Krieg. Das Postgebäude wurde noch eine Zeitlang nach dem Krieg genutzt. Leider ist plötzlich eine komplette Wand eingestürzt. Somit war die Statik des Gebäudes nicht mehr intakt. Der Bau war unmittelbar einsturz gefährdet und am stark frequentierten Postplatz nicht mehr zu halten.

Anonym hat gesagt…

Srefanius ist schon möglich aber deswegen muß man nicht gleich das Gebäude abreißen,gibt auch noch Bausicherungen dafür!
Außerdem hätte man ja wieder ein solches Gebäude errichten können!
Dafür gibt es gute Vorbilder in Polen,wo in Breslau vorbildlich die Innenstadt wieder aufgebaut wurde.
Alles andere sind ausreden gewesen um diese Gebäude zu entfernen aus dem Stadtbild!
Leider sind solche Dinge überwiegend im Sozialismus geschehen!

Gruß Ronny

Urs karpatoluschky hat gesagt…

na ja, Breslau war nicht halb so zerstört wie Dresden, und dort, wo es wirklich in diese Richtung, am Neumarkt, sieht es auch alles andere als einnehmend aus...
Generell wurde Gründerzeit auch in Polen nicht rekonstruiert, wie auch bei uns in Wien, was zu gewissen Stadtbildbeeinträchtigungen geführt hat.
Dass man allerdings im Nachkriegsdresden andere Sorgen hatte, als das Postgebäude zu erhalten, muss man, so meine ich, schon verstehen. Da sind ganz andere Ruinen abgerissen worden...