Samstag, 4. Dezember 2010

Hauptstraße

Nachgereicht, noch vorm großen Schnee: Abriss der WBS 70 Bauten Hauptstraße/Ecke Heinrichstraße







Kommentare:

THE WOERTH hat gesagt…

Die Plattensanierung von Knerer&Lang ist dermaßen widerlich, dass es nur konsequent ist, sie einen weiteren Abschnitt der Hauptstraße bearbeiten zu lassen. ;)

Das triste Modernistengrau reflektiert die kalten Seelen.

THE WOERTH hat gesagt…

Das erste Foto mit dem Riesenrad erinnert mich an den verlassenen Ostblockrummel in Pripjat (Tschernobyl). :)

http://www.welt.de/multimedia/archive/01226/tscheronbyl3_DW_Ve_1226214s.jpg

petersburg hat gesagt…

Wie man diesen Platz und diese Strasse durch diese abartig-hässliche Ideologie-Architektur zertört hat, das ist einzigartig. So einen hässlichen Platz gibts in ganz Europa nicht, ausser in den Westdeutschen Städten.

Die Schuldigen die diesen Platz verbroche haben, wohnen sicherlich allesamt in stuckverzierten Altbauten - wie immmer. Sieht schlimm aus, diese Betonwüste!!!

Anonym hat gesagt…

Ja sieht schlimm aus,richtig häßlich aber jetzt wird gleich wieder eine Betonkiste hingesetzt!
Jetzt werden dort wieder häßliche seelenlose Betonschachteln hingesetzt und sowas wird gleich schnellstmöglich genehmigt!
Einfach nur häßlich......

Gruß Ronny

Pollock hat gesagt…

@ The Woerth / Petersburg:
Auch meinen Beifall finden die Sanierungen von Knerer&Lang nicht, wobei ich sowohl dem linken, als auch dem rechten Projekt zugestehen muss, dass man im Rahmen der Aufgabenstellung und des Budgets [das ich leider kenne] der WOBA sehr kreative und gut detaillierte Neuinterpretationen des Loggien-Themas gefunden hat.
Dass die Fassaden der Gebäude an der Hauptstraße ausschließlich aus Loggien bzw. Balkonen bestehen ist jedoch auch das Hauptproblem:
Stadträumlich wären im Bezug auf die direkte Nachbarschaft zum Blockhaus und zum Wirtschaftsministerium sicherlich geschlossenere Fassadentypologien richtiger, eine historisierende Gestaltung nach meinem Dafürhalten allerdings gar nicht notwendig. Es ginge eher darum, die Horizontalität der Hauptstraße zu brechen und durch kleinteiligere Fassadenthemen wieder die ehemalige Maßstäblichkeit wiederzuerlangen.

@anonym:
Aha, Betonkisten.... meinen Sie damit a) die Fassade oder b) die Tragwerksstruktur? Wenn a): Nein, die Fassaden bestehen nicht aus Beton, sondern aus Aluminium; wenn b) aus welchem Baustoff hätten Sie den gerne das Tragwerk?
So unsubstantiierte Kritik wie die Ihre bringt hier niemanden weiter, setzen Sie sich bitte zunächst mit der Materie, über die Sie schreiben, auseinander.

Stephan hat gesagt…

Das schlimme an der Sache ist, daß es so lachhaft einfach wäre, dort wieder menschenfreundliche Architektur entstehen zu lassen oder nach dem Vorbild des Neumarkts auch die Neustädter Seite zu rekonstruieren.

Ein paar Vorgaben von Seiten der Stadt, ein wenig Anschubfinanzierung - und schon wäre das Projekt auf den Weg gebracht. Statt dessen verpulvern wir unser Geld für völligen Nonsens und ruinieren unsere Städte noch restlos.

Das Eckgebäude sieht aus wie ein Bunker mit Schießscharten - was will uns der "Architekt" damit sagen?

Ach, ich glaube, ich brauche nach dem Betrachten dieser Fotos nächste Woche wieder einmal eine hohe Dosis Tübingen oder zumindest Esslingen als Gegenmittel...

Max hat gesagt…

Es ist einfach nur unglaublich, wie verbohrt und realitätsfern das Planungsamt handelt.

für Meinungsäußerungen:
http://www.dresden.de/de/08/01/c_030.php

für Informationen:
http://www.neustaedtermarkt.de/

@Pollock:
Wir brauchen uns wohl nicht um verwendete Materialien Gedanken zu machen.
Viel mehr um die gesichtslose, mit der Dresdner Bautradition in keinster Weise verbundenen Architektur.

Es steht doch wohl außer Frage, ohne der Moderne prinzipiell abgeneigt zu sein, dass es an diesem Standort bei dieser Fortführung nie zu einem schlüssigen Gesamtbild kommen wird....

Perücke hat gesagt…

Angesichts der allgemeinen Akzeptanz und der großen Nachfrage nach genau den Wohnungen in den sanierten Platten fällt es etwas schwer die ätzende Kritik in diesem Blog ernst zu nehmen.

Stephan hat gesagt…

Wahnsinn, welche komplexen Anforderungen heutige Architektur offensichtlich spielerisch erfüllt! Mal wird die "Horizontalität gebrochen", mal die "Platzkante erlebbar gemacht", mal gibt es "fein ausgearbeitete Details", was aber offensichtlich nur dem Eingeweihten zugänglich ist, dessen Empfinden in zahllosen Hauptseminaren geschult wurde!

Aber wenn "die allgemeine Akzeptanz", die "öffentliche Meinung" und der "Konsens" in diese Richtung gehen, dann kann und will ich mich dem nicht verschließen!

Schade, daß K und L nicht auch den Neumarkt gestalten durften! Ich hätte mich so über feine Aluminiumwände und auskragende Details gefreut, einfach zeitgemäße Architektur im Stile der zwanziger Jahre...

THE WOERTH hat gesagt…

Das ist Perückenlogik. Als Begründung für die in polemischen Worten eingebettete These, dass man die hier diskutierte Architektur nicht kritisieren dürfe, wird eine (nicht belegte) "allgemeine Akzeptanz" sowie der gute Vermietungsstand angeführt. Wie üblich kommen von Modernistenseite keine überzeugenden Argumente. Wie auch, wenn es keine gibt.

perücke hat gesagt…

Immerhin befinden sich in diesen Gebäuden funktionierende vermietete Wohnungen mit -wie gesagt- offensichtlich nachgefragten Wohnungen zu niedrigen Mietpreisen (einer der Gründe für das extrem niedrige Baubudget das hier zur Verfügung stand). Bevor man den Verantwortlichen hier "Verbohrtheit" und "Realitätsferne" unterstellt oder behauptet es wäre "lächerlich einfach" es anders zu machen, der sollte einfach den Beweis antreten und es selbst versuchen. Immerhin stehen die Gebäude zumindest teilweise zum Verkauf..

Matthias hat gesagt…

@ Perücke

Diese so begehrten und Ihrer Meinung nach allgemein akzeptierten Wohnungen in sanierten Platten, finden sich in Gorbitz, Prohlis, Johannstadt und vielen anderen Stadtteilen doch zu genüge (sogar so oft, dass sie das Stadtbild Dresdens heute mit prägen). In Gorbitz hat man bereits vor Jahren damit begonnen die Platten zurückzubauen, weil sie zu einem großen Teil leer standen (ich weiß nicht wie es in anderen Stadtteilen mit der Wohndichte aussieht).

Sicherlich ist die Lage der Hauptstraße eine gefragtere. Ich behaupte also, dass eine Akzeptanz für die Platten auf der Hauptstraße nur unter denjenigen zu finden ist, die selber in besagten, sanierten Platten wohnen und persönliche Vorteile und Interessen mit ihrem weiteren Verbleib verbinden (z.Bsp. auch Investoren und Architekten, welchen, durch den Bestand an alten Plattenbauten, eine Legitimation neuer "postmoderner" und gestaltungsverarmter Sachlichkeiten/Scheußlichkeiten, vor Stadtplanern und einigen Bürgern möglich ist). Alle anderen Menschen (Dresdner & Touristen), welche die Allgemeinheit bilden sehen diese hier diskutierten Bilder sicherlich mit Schrecken, weil sie sehr eindrucksvoll dokumentieren wie dieser einst so geschichtsträchtige Ort, durch "moderne" Um- und Aufbaumaßnahmen, seit dem Abriss alter Bausubstanz in den 70er Jahren, zerstört worden ist.

Die Kritik an den Platten finde ich, im Gegensatz zu Ihnen, sehr angebracht, berechtigt und ernst zu nehmend. Sie zeigt wie viel den Menschen daran liegt alte Fehler rückgängig zu machen und neue zu vermeiden, damit Dresden endlich wieder attraktiver und der Verarmungstrend der letzten Jahrzehnte gestoppt wird.

THE WOERTH hat gesagt…

Es wurde mal wieder ein Beitrag von mir nicht veröffentlicht. Zum Glück speichere ich immer alles ab:

"@Perücke: Als Begründung für die in polemischen Worten eingebettete These, dass man die hier diskutierte Architektur nicht kritisieren dürfe, wird eine (nicht belegte) "allgemeine Akzeptanz" sowie der gute Vermietungsstand angeführt. Wie üblich kommen von Modernistenseite keine überzeugenden Argumente. Wie auch, wenn es keine gibt."

Ergänzung: Dass die Wohnungen vermietet sind, ist keine hinreichende Begründung dafür, die Außenfassaden derart modernistisch und in solch tristen, dresdenuntypischen Farben zu gestalten.

Stefanius hat gesagt…

@ Perücke

Sie vergleichen da in der Tat Äpfel mit Birnen...

Der Wisldruffer Kubus, ist unter der Woche auch belebt und bewohnt durch die SAP MA, der Zwinger hingegen hat keine Mieter...

also was ich sagen will, die Nachfrage hat nicht unbedingt etwas mit der Gestaltung zu tun,
wobei ich mich der Sichtweise von Pollock anschliessen würde...

Hallo Matthias..alter Freund.. was wurde denn in den 70igern alles abgerissen? Ich würde mich da gerne belesen....

@The Woerth

Perücke hat bezüglich der Akkzeptanz recht, es steht Ihnen frei sich bei der Woba bzw Gagfah zu informieren. Insofern handelt es sich aus meiner sicht schon um einen disskusionswürdigen Aspekt...

Ursus Karpatikus hat gesagt…

Es ist doch wirklich albern, solch inferiore Bauleistung an einer stadtbildmäßig zentralen Stelle verteidigen zu wollen, noch dazu mit dem Argument der Auslastung (no-na bei dieser Lage). Der Fanatismus, mit welchem in DD einige an den städtebaulichen Errungenschaften des Realen Sozialismus anhängen, ist mehr als befremdlich. Aber diese Stadt bleibt einem Außenstehenden (noch dazu aus dem fernen Wien) ein Rätsel.
Was soll aus diesem Dresden eigentlich werden, was will man wirklich? Derzeit sind mindesten 3/4 der Innenstadt Baustelle bzw Brachfläche bzw unansehnliche Provisorien, die zu erhalten dem in aller Welt bekannten Namen Dresdens als Kulturstadt höhnt, und die einzigen Sorgen einiger scheint die Einzementierung bzw gar Verschlechterung des gegenwärtigen Zustandes zu sein. Kulturpalast, Altmarkthotel- und Galerien, Postplatz, Sanierung von Wohnblöcken an der Wilsdruffer Straße oder hier am Neustädter Markt bzw geschmacklose Neubebauung der Hauptstraße - ein haarsträubender Fehler jagt den anderen. Ein Konzept, irgendetwas aus dieser Stadt machen zu wollen oder auch nur eine entfernteste Intention findet (außerhalb des Neumarktes) nicht statt. Und dann gibt s noch solche selbsternannte Intellektuellen, ganz dem Glanz der neuen Kleider des Kaisers ergeben, die den größten Mist über den grünen Klee loben müssen. Andere argumentieren wieder mit der Farbe der Platten, als ob das hier noch irgendeine Rolle spielen würde. Ein Tollhaus?
Warum stellt man das Riesenrad am Neustädter Markt nicht auch unter Denkmalschutz? Schließlich ist es ja wirklich verglichen mit den Platten ein Schönheit (und funktionell auch einwandfreier als der Goldene Reiter).

THE WOERTH hat gesagt…

@Stefanius: Unter "allgemeiner Akzeptanz" verstehe ich, dass die Bauten, so wie sie sind, von der Mehrheit der Dresdner akzeptiert und angenommen werden. Wenn Perücke das anders meint, wäre vielleicht eine andere Formulierung sinnvoll. Dass aber auch der Vermietungsstand kein überzeugendes Argument ist, hatte ich erwähnt und begründet.

Anette hat gesagt…

Dass die Wohnungen vermietet sind, ist auf die sehr gute Lage zurück zu führen (zentral, Geschäfte, Blick auf das Elbpanorama mit Zwinger und Frauenkirche...). Auch dürften sie von innen seit der Sanierung heutigen Wohnanforderungen entsprechen, wogegen naturgemäß nichts einzuwenden ist. Die Außengestaltung finde ich hingegen nicht ansprechend. Es ist vor allem die Farbgestaltung, die ich als trist empfinde. Man kommt über die Elbbrücke vom Platz mit dem Zwinger und wird dann von diesem gritzegrauen Entree regelrecht vor den Kopf gestoßen. :-(

THE WOERTH hat gesagt…

Selbstverständlich müsste mittelfristig auf einen Abriss hingearbeitet werden, aber die Stadt macht ja das glatte Gegenteil und zementiert für die Ewigkeit. Und nicht nur das - sie präferiert sogar weitere Neubauten, die sich dem inadäquaten Bestand anpassen!

Da demgemäß nix zu retten ist, weil es mit den von Dresdner Bürgern gewählten Entscheidungsträgern eben nunmal nicht geht, wäre eine Abmilderung zwar ein schwacher Trost, aber ich würde mich über jede minimale Verbesserung freuen. Sprich: Beige Farbtöne, ortstypischer Putz bwz. evtl. Natur- oder Sandsteinverkleidung, einfache Lisenengliederung. Stattdessen aber werden die Blöcke so saniert, dass sie anschließend noch destruktiver wirken als vorher. In Dresden bevorzugt man zuweilen den worst case.

THE WOERTH hat gesagt…

Hmm, da frage ich mich doch, inwiefern Beiträge vor der Veröffentlichung überprüft werden, wenn dann so persönlicher Nonsense wie vom Herrn Hatred erscheint. Kann man eigentlich auch wieder auf Sofortfreischaltung stellen, oder?

Matthias hat gesagt…

@Stefanius

Hallo, alter Freund. Alles klar soweit?

In den 70ern wurden doch erst die Ruinen (Bausubstanz/ Gebäudeteile/ Fassaden/ etc.) auf der Hauptstraße abgerissen. Hab ich da etwas verwechselt?

(Ich hab mir gerade einen Herren vorgestellt, welcher von seiner eigenen Perücke angesprochen wird, während selbige auf seinem Kopf liegt und welcher er daraufhin sogar noch antwortet. Ein komisches Bild. Mittlerweile glaube ich, dass so etwas tatsächlich möglich ist. Es ist ein gewisses Wagnis, das zu glauben, sicherlich. Allerdings war es auch ein gewisses Wagnis, aus 3 unterschiedlichen aber gleichermaßen zynischen Charakteren einen einzigen zynischen & schizophrenen zu erdichten. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und irren ist menschlich oder auch nicht? Aber vielleicht können Perücken wirklich nicht reden.)

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