Freitag, 29. April 2011

Ludwig Richter Denkmal | Brühlsche Terasse

Nachdem es lange Zeit sehr ruhig um dieses Projekt war, wurde nun der Sockel zum Ludwig Richter Denkmal fertiggestellt. Das 1898 geschaffene Denkmal wurde 1943 eingeschmolzen. Seit 2003 setzt sich
ein Förderverien für die Wiedererrichtung ein, bereits 2004 gab es dann die ersten Grabungen und Vermessungen am ehemaligen Fundament. Weitere Infos gibt es hier


Kommentare:

petersburg hat gesagt…

Sehr schöne Initiative. Leider sieht man wie das Kaplan-Palais den gesamten Platz kaputt macht...das türkise Gitter erinnert mich stets an ein Gefängnis.

Der Architekt dieses destruktiven Gebildes, Walter Kaplan, residiert übrigens selber im denkmalgeschützten Ballsaal. Immer wieder interessant zu sehen wie die Modernisten selber rein gar nichts von dem zu halten scheinen, was sie selber bauen....

PS:
Leider hat sich bisher keine Dresdner Initiative gebildet, um den Schandfleck zu beseitigen. Es könnte ein wirklich schöner Platz sein.

Perücke hat gesagt…

@Petersburg

So schlimm sieht das Haus von Kaplan jetzt ja wirklich nicht aus auf dem Foto und schon gar nicht wie ein Gefängnis! Und wen es etwas angeht, wo der Architekt sein Büro hat und was diese Erkenntnis mit der "Bausituation Dresden" zu tun hat, wüsste ich auch nicht. Wo wohnen und arbeiten Sie denn so Herr Petersburg?

Das Denkmal wirkt in poliertem rotem Stein sehr glatt und monumental. Ob das einem Maler der Romantik so gerecht wird? Ich finde nicht so wirklich.

der Wolf hat gesagt…

@St Petersburg: wart nur ab, die Initiative wird schon noch kommen! Und dann wird nicht nur ds Gitter an diesem Haus fallen...sondern die überdimensionale Tiefgarageneinfahrt (Salzgasse) und die Feuertreppe am Landhaus gleich mit(um nur ein paar Beispiele zu nennen).
Ich denke, wir müssen geduldig sein; eine Revolution wird es bei uns leider nicht geben, so sehr man sie sich auch wünschen mag.
Wir sollten stattdessen auf sanften, permanenten Druck setzen...

petersburg hat gesagt…

@Wolf

Bei so einer Initiative würde ich sofort mitmachen!

Ich kenne auch schon mehrere Dresdner die diese Bausünde so schlimm finden dass sie bereits die Sprengung forderten.

@perücke

Das geht die Einwohner der Stadt eine ganze Menge an was die Herren Architekten so treiben, lieber Herr Perücke, denn schliesslich müssen die Einwohner mit den Ergebnissen leben.

Wo ich wohne lassen Sie mal ruhig meine Sorge sein, ich bin schliessslich kein Architekt und zwinge niemandem meine Gitter-Gefängnisse auf. Wo aber der Herr Kaplan wohnt, dass ist durchaus eine Frage die die Öffentlichkeit sehr interessiert. Denn wer die Menschen zwingt in Betonsilos zu wohnen, für sich selber aber etwas anderes wählt, der ist schlicht unglaubwürdig.

Petersburg hat gesagt…

@Wolf

Bei so einer Initiative würde ich sofort mitmachen!

Ich kenne auch schon mehrere Dresdner die diese Bausünde so schlimm finden dass sie bereits die Sprengung forderten.

@Perücke

Das geht die Einwohner der Stadt eine ganze Menge an was die Herren Architekten so treiben, lieber Herr Perücke, denn schliesslich müssen die Einwohner mit den Ergebnissen leben.

Wo ich wohne lassen Sie mal ruhig meine Sorge sein, ich bin schliessslich kein Architekt und zwinge niemandem meine Gitter-Gefängnisse auf. Wo aber der Herr Kaplan wohnt, dsas ist durchaus eine Frage die die Öffentlichkeit sehr interessiert, Herr Perücke. Denn wer die Menschen zwingt in Betonsilos zu wohnen, für sich selber aber etwas anderes wählt, der ist schlicht unglaubwürdig.

b10011110001 hat gesagt…

@petersburg:

Irrtum. Wo Sie als der überzeugteste (a.k.a. radikalste) Kritiker moderner Architektur in diesem Blog in Dresden wohnen, ist durchaus von Relevanz - und zwar für Ihre Glaubwürdigkeit.
Die Nachfrage regelt das Angebot, und sollten Sie in einem "modernen" Gebäude wohnen, tragen Sie dazu bei, dass dieser Architekturstil eine weitere Verbreitung erfährt. Sämtliche Kritik an minimalistischen Baustilen ihrerseits wäre damit hinfällig.

Ein Plattenbauviertel kommt für Sie ganz sicher nicht in Frage, schließlich ist das der Inbegriff verfehlter Stadtplanung in der DDR. Auch neuere Einzelhausgebiete fallen weg, ebenso wie die immer-gleichen Zeilenbauten des Wiederaufbaus. Selbst die Wohngebiete des Historismus müssten für Sie tabu sein, da dort ältere Baustile in zeitgenössischer Bautechnik zitiert wurden - was am Neumarkt ja für Sie völlig unakzeptabel ist.

Es verbleiben also die alten Dorfkerne, die wenigen Barockgebäude, Jugendstilsiedlungen oder der detailliertere Teil der Reformsiedlungen. Mindestens 90% des Wohnungsbestands in Dresden widerspricht Ihrer Ideologie und sollte daher von Ihnen gemieden werden.

Wie Sie merken, ist es gar nicht so einfach, der eigenen Überzeugung treu zu bleiben. Gehen Sie doch bitte mal in sich und denken Sie darüber nach, ob Sie beim nächsten Kommentar genau so rumschreihen sollten, wo Sie sich doch (mit hoher Wahrscheinlichkeit) selbst nicht an Ihre Prinzipien halten.

Matthias hat gesagt…

Ich kenne auch schon mehrere Dresdner die diese Bausünde so schlimm finden dass sie bereits die Sprengung forderten.

Ich bin zum Beispiel so einer. Dieses türkisene Gerüst ist in meinen Augen ein misslungener Versuch einfach irgend etwas zu gestalten. Ich kann, so sehr mir das Urteil auch für den Architekten Kaplan leid tut, hinter diesem Bau kein künstlerisches Talent entdecken (ich denke, dass ein Architekt auch immer ein Künstler sein sollte). Welche Geschichte will uns dieses Gitter erzählen, warum ist es auf Erden, was soll die Menschen daran erfreuen, warum sollen sie es sich ansehen wollen?

Mich erinnert es an diese hässlichen grünen Zäune, die man überall sieht (http://www.galabau-van-heerde.com/zaunbau.htm).

Es sind einfach so oft die ungeeignetsten Leute damit beschäftigt unsere Städte zu gestalten. Sie haben kein gemeinsames Konzept, oft überhaupt keine Idee was Design ist, erst recht nicht was gutes Design ausmacht. Man muss sich nur mal die Werbeschilder, vorallem an historischen Gebäuden z.Bsp. in der Neustadt anschauen. Ein buntes Kauderwelsch an augenzerstörenden Farben und Logos (http://asset.soup.io/asset/0208/8576_1014_960.jpeg // http://www.kirche-wolfhagen.de/bilder/news/Schaufenster.jpg // http://www.enes-design.de/wp-content/uploads/2008/10/img_0338.jpg). Das ist einfach unsere Zeit, jeder darf mitmachen, jeder darf gestalten, auch Herr Kaplan darf das. Das alles wär auch nich schlimm wenn es jemanden gäbe der für guten Geschmack und ein angenehmes Stadtbild eintreten und zu dem Entwurf von Herrn Kaplan sagen würde: "Tut mir wirklich leid Herr Kaplan aber das geht so nicht. Was haben Sie sich denn wieder bei diesem riesigen, türkisen Gitter gedacht?"

@ Perücke

So schlimm sieht das Haus von Kaplan jetzt ja wirklich nicht aus auf dem Foto und schon gar nicht wie ein Gefängnis!

Das kann man unmöglich unkommentiert so stehen lassen. Meinen Sie mit diesem Kommentar ganz sicher das selbe Haus wie Petersburg (strahlend, türkisgrüne, metallische Gitterfassade, Flachdach) oder meinen Sie etwa das hochragende Gebäude mit Kuppel, aus Sandstein, im Hintergrund von Bild 5? Das letztere finde ich nämlich auch garnicht so schlimm.

Das Haus (mit Gitter) ist doch so ziemlich eines der hässlichsten und abscheulichsten Verbrechen zeitgenössischer Architekten in Dresden. Wenn man in der Moderne immer so gerne von Funktionalität redet und diese Funktionalität als Vorwand verwendet um besonders formenarm und kubisch aus Beton bauen zu dürfen, dann frag ich mich doch bei dem Haus vom Herrn Kaplan wozu eigentlich dieses, die ansonsten wunderschöne Ansicht auf die Frauenkirche vernichtende, türkise >Gerüst< dient (und das Gerüst ist bei Weitem nicht alles, das ich an diesem Gebäude auszusetzen habe; das Gerüst überstrahlt alle anderen Scheußlichkeiten des Gebäudes bloß ganz hell)?

Wenn man den von Modernisten so gern benutzten Spruch: >form follows function< wörtlich nimmt und wenn man die Schönheit bzw. Hässlichkeit (letztere kann ja auch gewollt sein) als Funktion anerkennt, dann ist dieses Gebäude höchstens in dem Sinne funktional die Innenstadt gezielt zu zerstören, insofern das überhaupt von jemanden gewollt sein kann. Das bezweifel ich natürlich.

Wenn es also nicht funktional ist, was ist es dann? Was genau finden Sie denn an diesem Gebäude nicht so schlimm?

Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort. ;)

Matthias hat gesagt…

@ b10011110001

Die Argumentation hinkt aber gewaltig. Denn das liebe Geld hat da ja auch noch ein Wörtchen mitzureden, finden Sie nicht? Außerdem ist Peterburg wahrscheinlich kein Architekt, wodurch dieser Vergleich ohnehin schon obsolet ist.

Dresdner hat gesagt…

Zweifelsohne sind wir uns doch aber alle einig.. dieses verblichen-türkise Bauwerk gehört, und passt dort einfach nicht hin.
Ohne sich immer am Vorkriegsstand zu orientieren, aber der kleine Park mit einer Insel der Ruhe wäre dort wohl mehr als passend.
Aber durch diesen Bau entstand die GHND, das einzig positive daran.
Das Denkmal ist ja wenigstens mal wieder etwas schönes was nicht direkt wieder Geld bringen muss.
Meiner Kenntnis nach, befand sich an der Stelle doch ein Brunnen? Oder?

ursus C. hat gesagt…

Wo Petersburg recht hat, hat er recht. Das Kaplan-Palais ist eine Zumutung, und sein einziger Nutzen liegt darin, dass wir seiner augenfälligen Lächerlichkeit des eigentliche NM-Projekt verdanken - was zuviel war, war zu viel. Irgendwann war auch hier das Maß an architektonischem Pfusch und geschmacklichen Widerwärtigkeiten voll.
Die besondere Tragik liegt darin, dass es eine der ganz wenigen "authentischen" Stellen DDs verschandelt.
"Weg damit" ist die einzige Option.

Harry hat gesagt…

Harry
Zu @ b 10011110001
Hier kann ich nur Schreiben, Mist !!! und dummes Gefasel !
Mehr kann man dazu nicht sagen, bitte weiter zum Kernthema.
Gruß Harry

Modernistenlobyist hat gesagt…

Oh ja, es ist alles so schrecklich, die grausame Modernistenlobby hat wieder zugeschlagen auf ihrem Feldzug gegen den guten Geschmack. Und es ist alles natürlich wieder von einer besonderen Tragik. Bla bla bla

Peter S. Burg hat gesagt…

Anonym (mit einem Zahlen-Namen den man sich nicht merken kann) hat gesagt:


"Irrtum. Wo Sie als der überzeugteste (a.k.a. radikalste) Kritiker moderner Architektur in diesem Blog in Dresden wohnen, ist durchaus von Relevanz - und zwar für Ihre Glaubwürdigkeit".


Mein Herr, der Irrtum ist auf Ihrer Seite. Ich kritisiere keine "moderne" Architektur - ich kritisiere schlechte Architektur. Das was Sie als "modern" bezeichnen ist nicht modern sondern total unmodern. Diese sowohl von Ihnen als auch der Politiker-oligarchie gepriesene Pseudomoderne ist im besten Falle qualitativ minderwertig, im schlimmsten Falle zerstörerisch. Bitte einmal den Blick auf die Postplatz-Katastrophe richten. Schon vergessen wie der Platz vor 60 Jahren aussah? Selbst in Ruinen, die übrigens wunderbar wiederaufbaubar gewesen wären und noch bis in die 1960er standen, hatte der Platz mehr feeling und mehr Urbanität als die Kubus-Wüste heute. Doch er wurde von fanatischen Kulturbarbaren gesprengt - die behaupteten, sie seien "modern". Was dabei herauskam, sehen Sie heute.

Nicht das was Sie propagieren ist modern, sondern die Rückkehr zur Vernunft ist modern, mein Herr.
Leute wie Sie haben ein Problem mit Schönheit und mit moderner Europäischer Architektur, ich frage mich, woher nur so viel Hass gegen schöne Architektur? Dresden hat eine der schönsten Altstädte der Welt, dank Rekonstruktion - nicht dank der von Ihnen in hochgelobten Pseudomoderne.

Mein Herr, bitte nehmen Sie zur Kenntnis dass unsere kulturell unfähige Elite die Baukunst verlernt hat, statt dessen dem Gott "Profit" huldigt und für kulturlose Grosskonzerne und Bankenkartell alberne Konsumterror-Shoppingmalls mit dem Charme von Fabrikhallen als "modern" predigt. Dresden hat bereits heute mehr amerikanisierte Shopping-Malls als Dallas/Texas und Disneyland zusammen, und wenn es nach Leuten wie Ihnen ginge würde Dresden total zugebaut mit Betonbunkern welche sie als "modern" zu legitimieren versuchen. Wieviele Disneyland-Shoppingmalls wollen Sie denn noch bauen? Dresden ist eine kriegszerstörte Stadt und braucht die Wiedererrichtung von ganz normalen Strassen und Plätzen, nicht noch mehr Shoppingmalls.Das zerstört das Stadtgefüge, und gerade in Dresden brauchen wir nicht noch mehr Zerstörung, sondern das Gegenteil: den Wiederaufbau der zerstörten Stadt. Es ist Zeit, die Gebiete ausserhalb des Neumarkts in Angriff zu nehmen.

Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass die Dresdner sich wehren werden gegen die Zerstörungswut von gierigen Managern, Spekulanten und von Fanatikern die sich "modern" wähnen, in Wahrheit aber rein eigennützig agieren.

Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Tag.

Peter S. Burg

Darki hat gesagt…

@Modernistenlobyist: "Und es ist alles natürlich wieder von einer besonderen Tragik. Bla bla bla"

Ja, ist es. Ich frage mich, was uns ihr inhaltsleerer Beitrag geben soll?

@Dresdner: "Meiner Kenntnis nach, befand sich an der Stelle doch ein Brunnen? Oder?"

Nö, das Denkmal kommt wieder dorthin, wo es mal war, bevor es die Nazis beseitigten und den armen Ludwig für ihr Schandwerk einschmolzen.

Matthias hat gesagt…

@ Peter S. Burg

Bravo. Sie haben sowas von Recht, mit allem. Das meine ich wirklich ehrlich. Es lebe die Architektur für den Menschen.

Es wird immer Leute wie diesen Unaussprechlichen oder einen Modernistenlobbyisten oder wie sie auch alle heißen mögen geben, denen es gleichgültig ist ob die Welt – sei es in moralischer, kultureller (architektonischer), sozialer oder intellektueller Hinsicht – den Bach runtergeht, solange sie selbst davon profitieren oder auch nur glauben davon profitieren zu können.

Ludwig Richter wäre bestimmt sehr stolz wenn er sehen könnte, dass es noch einige Leute gibt, die seinen romantischen Idealen nacheifern und sich dafür einsetzen, dass das Edle und das Gerechte in Dresden einziehen.

Und über dieses befremdliche, türkise Konstrukt hätte Ludwig Richter sicherlich wenig Gutes zu berichten.

:)

Luik hat gesagt…

@Petersburg
gähn... fällt Ihnen nach Jahren auch mal was Neues ein?

@der Wolf
träum weiter... aber man kann sich ja vieles schönreden!

@Matthias
"Und über dieses befremdliche, türkise Konstrukt hätte Ludwig Richter sicherlich wenig Gutes zu berichten."
Woher willst du das wissen? Hast du ihn persönlich gekannt?

So, und bevor mich alles steinigen: Ich finde auch, das Gebäude ist nicht der Brüller, aber immerhin hat es eine kräftige Farbe :-)
Die Rekonstruktion des Denkmals begrüße ich sehr. Hier gilt es was wiedergutzumachen...

Han S. Wurst hat gesagt…

Es ist wirklich unglaublich was für ein Unfug hier teilweise geposted wird.. woraus besteht denn die "Modernistenlobby?" Wenn man in dieses Forum schaut, werden hier einfach alle die nicht auf kitschige Rekos stehen in eine große Kiste gesteckt.. Der Vergleich zu längst überwunden geglaubten Ideologien bzw. deren Umsetzung durch Populismus drängt sich auf...

Darki hat gesagt…

Han s Wurst:"Wenn man in dieses Forum schaut, werden hier einfach alle die nicht auf KITSCHIGE Rekos stehen in eine große Kiste gesteckt.. Der Vergleich zu längst überwunden geglaubten Ideologien bzw. deren Umsetzung durch Populismus drängt sich auf..."

Lol, das tun SIE ja überhaupt nicht, also die Freunde der traditionellen Architektur (jaja, es geht nicht nur um Reko oder Betonkubus) in eine Kiste stecken.
Klar, wir rennen alle den rechten Arm in die Höhe gestreckt durch die Gegend. Peinlich, wenn man nicht mehr weiter weiß, den Anderen in die rechte Ecke schieben. Verzeihen sie, aber ich muss mich jetzt um meine Gartenzwerge und Diddlmäuse kümmern.

schmunzelnde Grüße

the woerth hat gesagt…

Hanswurst: "Der Vergleich zu längst überwunden geglaubten Ideologien bzw. deren Umsetzung durch Populismus drängt sich auf..."

Sie haben da was verschlafen. Inzwischen ist es an der Zeit, überholte Nachkriegsideologien zu überwinden - wie leben im Jahr 2011. Damit kommen etablierte Kreise verständlicherweise nur bedingt klar.

antifa hat gesagt…

@Woerth

Vielleicht hast ja was verpennt, nämlich im Geschichtsunterricht.
Googel doch mal nach Begriffen wie "Der Block" oder "KfdK" oder nach Namen wie "Paul Schultze Naumburg"..
Dann können wir ja nochmal über Vorkriegs- und Nachkriegsideologien weiterdiskutieren..

Matthias hat gesagt…

@ Luik

Woher willst du das wissen? Hast du ihn persönlich gekannt?

Das sagt mir mein gesunder Menschenverstand. Wenn Sie sich seine Gemälde einmal anschauen, dann sehen Sie seinen Sinn für eine gesunde Farbigkeit, Formensprache und natürliche Proportionen – alles Eigenschaften, die dem Kaplan-Bau fremd sind.

Mathhias hat gesagt…

@ Hanswurst

Wenn man in dieses Forum schaut, werden hier einfach alle die nicht auf kitschige Rekos stehen in eine große Kiste gesteckt..

Sie praktizieren mit diesem Satz das selbe Schubladendenken, das sie wahrscheinlich mit Ihrem Kommentar anprangern wollten.

Natürlich, würde man es sich zu einfach machen, wenn man alle Gegner von Rekonstruktionen (Was ist an Rekonstruktionen Ihrer Meinung nach eigentlich kitschig?) als Modernistenlobbyisten bezeichnen würde. Allerdings ist es auch zu simpel, zu sagen alljene, die Rekonstruktionen lieber sehen wollen als das was uns zeitgenössische Architekten seit Jahrzehnten anzubieten haben, würden Rekonstruktionen als die einzige Lösung all unserer heutigen stadtgestalterischen Probleme ansehen. Sie und viele andere, die sich gegen Rekonstruktionen aussprechen, übersehen einfach, dass sich die meisten Leute, die hier Kommentare verfassen, dafür aussprechen moderne Gebäude zu errichten, deren Gestaltung sich nicht zwanghaft und immer wieder neuen Formen und Möglichkeiten (das können auch altbekannte sein) verschließt. Das ist der Kritikpunkt vieler Leute hier.

Ich für meinen Teil möchte gerne, dass es nicht von vornherein Verbote und Zwänge in der Architektur gibt, sondern, dass heute alles erlaubt ist, solange es passt, gefällt und sich ästhetisch wunderbar ins Stadtbild einfügt! Aber inwiefern passt ein Wilsdruffer Kubus neben den Zwinger oder eine Altmarktgalerie neben den Altmarkt oder ein Kaplanpalais neben die Kunstakademie, etc.?

Als Modernisten werden hier nur die Leute bezeichnet, die seit Jahrzehnten eine architektonische Wahrheit für sich beanspruchen, welche besagt, dass Ornamente – ebenso wie Säulen, Pilaster, Risalite, Gesimse, Kuppeln, usw. usf. – in der zeitgenössischen Dresdner Architektur nichts verloren haben und dass deren Anwendung gleichbedeutend ist mit rückwärtsgewandt.

Noch einmal zusammengefasst: Die Leute wollen nicht, dass jedes einzelne Gebäude, das im Krieg oder danach zerstört worden ist wieder aufgebaut wird. Das ist ein Irrtum. Sie wollen, dass einige besonders wertvolle, verlorengegangene Gebäude als echte und ernstgemeinte Rekonstruktionen wiederentstehen und dass man ansonsten modern mit einem Bezug zur Dresdner Bautradition baut. Die meisten Gebäude, die in Dresden nach dem Krieg entstanden haben keinen Bezug zu dieser Bautradition, deshalb lehnen viele Leute diese Architektur ab.

Darki hat gesagt…

@Mathias,

danke für diesen treffenden Beitrag. Exakt so ist es, aber du hättest auch genauso gut mit einer Wand parlieren können. Es ist ein Jammer.

Matthias hat gesagt…

@ Darki

Dankeschön. Wenn der Beitrag wenigstens dir gefallen konnte, dann bin ich schon zufrieden. ;) Es wär doch noch schrecklicher das Gefühl zu haben, damit was man sagt, im Recht zu sein und gleichzeitig nur auf entgegengesetzte Meinungen zu stoßen. Das Gefühl, hier gegen eine Wand zu reden, hatte ich leider auch schon sehr oft. Es ist schade, dass so selten eine konstruktive Diskussion zu Stande kommt. Vielleicht weil einige sich durch sachliche Kommentare und Argumente gegen das was die Moderne in den letzten Jahrzehnten an Architektur hervorgebracht hat persönlich angegriffen fühlen und prompt beleidigt sind und persönliche Angriffe gegen einige Kommentatoren lostreten.

Tatsächlich konnte mir bislang noch niemand, der sich hier für all die Kuben und Kisten, die in Dresden stehen und neu entstehen, eingesetzt hat genau erklären, was er an ihnen gelungen findet. Auch ist niemand darauf eingegangen was denn dagegen spricht alte Fehler endlich zu begraben und neue Wege in der Architektur zu gehen. Was spricht denn dagegen für die Menschen schöne, nützliche und ansehnliche Gebäude zu errichten, in denen und um die herum sich Menschen wieder wohlfühlen können? Warum müssen es immer rechte Winkel, glatte Fassaden und flache Dächer sein? Wir sehen doch an so vielen alten Gebäuden, dass es Zigtausend mögliche Formen und Möglichkeiten gibt wunderschöne Häuser zu gestalten. Wo bleibt denn die bunte Vielfalt unserer heutigen Zeit?

In dieser Diskussion hier ist es bislang das Gleiche. Niemand, der sich in seinem Kommentar für das "Neue Palais" eingesetzt hat, konnte seine Motive darlegen und begründen: das ist die Pro-Kaplan-Fraktion der Diskussion noch schuldig.

the woerth hat gesagt…

Das ist leider eine Tatsache, Matthias. In meiner langjährigen Aktivität bin ich tatsächlich nicht ein einziges Mal auf einen Modernisten gestoßen, der mir sachlich und schlüssig überzeugend seine Prinzipien darlegen - und gleichzeitig konstruktiv mit sachlicher Kritik umgehen konnte. Stattdessen ist es an der Tagesordnung, mit unerträglicher Polemik zu hantieren oder sich einer Diskussion gleich ganz zu verweigern - mit der Begründung, man sei nicht vom Fach und könne daher überhaupt nicht mitreden. Die fast durchweg arrogante Selbstherrlichkeit unserer Städteplaner&Architektenelite ist ein nicht zu verkennendes Problem und es ist nicht weiter verwunderlich, dass sich in den letzten Jahrzehnten kaum etwas an den Strukturen verändert hat.

Matthias hat gesagt…

@ the woerth

Ja das ist ein großes Problem, weil es höchste Zeit ist, dass sich etwas hin zum Positiven verändert. Die beste Antwort auf diese Arroganz wäre es wohl einfach besser zu gestalten als diese Elite es vormacht und den Menschen somit zu zeigen, dass es auch anders, schöner, formenreicher und vielfältiger gehen kann. Ich vermisse in der Richtung engagierte junge Architekten, die eine neue Historismuswelle lostreten und denen es egal ist, was die Konformistenlehrer von ihnen erwarten; die den Mut haben sich wieder dem Ornament zu widmen (ich denke da an generative Kunst à la Michael Hansmeyer: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,751481,00.html), auf eine neue, moderne Art und Weise. Es muss sie doch geben. Ich glaube nicht daran, dass alle Architekten gleichgeschaltet sind und blindlings das praktizieren, was ihre quadratschädeligen Professoren predigen.

Im Design sind Historismus & Retrowellen doch auch an der Tagesordnung. Gut, Ein Plakat ist einfacher und schneller gestaltet und gedruckt als ein Haus entworfen und gebaut ist. Außerdem ist ein Haus wohl etwas teurer als ein Plakat, wodurch die Architekturbewegung insgesamt viel träger und langsamer auf "neue" (oder alte) Einflüsse reagieren kann. Aber diese Epoche der kalten, menschenfeindlichen und hässlichen Beton- und Glaskisten-Architektur sollte doch nach über 80 Jahren endlich mal ein Ende finden können.

Und die Tatsache, dass die Modernisten keine überzeugenden Argumente anbringen können, die deren Architekturauffassung länger rechtfertigen würden, zeigt doch, dass die Zeit reif ist für neue Ideen und Formen.

Ich finde es sehr bemerkenswert, dass Sie sich beispielsweise, als Freiburger so für Dresden einsetzen und trotz dieser Wand, gegen die man so oft argumentiert, nicht aufgeben. Das Gleiche gilt für viele andere Kommentatoren hier und das macht mir persönlich Hoffnung, dass sich in Zukunft auch etwas ändern wird.

perücke hat gesagt…

Es ist unverständlich, warum die Herrschaften die sich hier ständig ereifern nicht einfach selber Architekten werden und alles anders und sicher auch besser machen?
Sie würden feststellen, dass die Grenzen ganz woanders liegen als Sie vermuten.. dass niemand im Architekturstudium "gebrainwashed" wird... dass es soviele unterschiedliche Architekturauffassungen wie Architekten gibt.. dass es eben leider doch etwas anderes ist selber kreativ sein zu müssen, als nur über andere zu lästern..(das ist einfach meist erbärmlich)

the woerth hat gesagt…

@Perücke: Sind Sie denn Architekt? Zahlreiche Diskussionen mit ebendiesen und Erfahrungsberichte von Architekturstudenten haben mir ein leicht anderes Bild vermittelt. Und was bei diesem System am Schluss rauskommt, lässt sich ja wunderbar an der Entwicklung unserer deutschen Stadtbilder ablesen. Ich spreche nicht nur von Architekten, sondern von einem komplexen, aber funktionierenden System - da spielen Politik, Ämter, Medien uvm. selbstverständlich auch mit rein. Mir reicht die Diskussion mit einer Handvoll Modernisten im Jahr jedenfalls bei Weitem, mehr Stress hat mein Hobby nicht verdient.

PS zum Thema Gehirnwäsche: Ich empfehle, sich mal diverse Einleitungen und Vorgaben (v.a. deren Formulierungen!) von Projektaufgaben im Studiengang der Hochschule für Technik Berlin reinzuziehen. Es ist haarsträubend.

Perücke hat gesagt…

@Woerth
Ich weiss ja nicht, welche Architekten Sie meinen, erfahrungsgemäß kommen die Bemühungen der Lehrenden vor allem dann als "Gehirnwäsche" an, wenn die Reflektion der vermittelten Inhalte nicht gelingt. Klappt das bis zum Ende des Studiums nicht, kommt auch nur selten eine eigenständige Architektenpersönlichkeit heraus. (Das ist sinngemäß in anderen "kreativen" Studiengängen auch so) Suchen sie sich einfach mal ein paar neue Gesprächspartner, vielleicht auch mal jemanden der nicht der selben Meinung ist wie Sie?

Falls Sie die Beuth Hochschule meinen, empfehle ich Ihnen, die Personenliste (Profs) mal durchzusehen. Sie werden feststellen, dass sich auch durchaus rekonstruktionsfreundliche Kolleg(inn)en dort finden lassen. Jeder Student kann sich dort das mitnehmen, das ihn interessiert. Eine fiese Gehirnwaschmaschine sieht anders aus. Sie haben schlecht recherchiert, für einen Experten, der sich so gerne öffentlich äussert wie Sie (ob als Hobby oder nicht) ist das sehr peinlich.

Peter S. Burg hat gesagt…

Was mich wirklich wundert, ist dass die Modernisten hier ihr zahlreichen polemischen bis beleidigenden Beiträge posten können, aber meine Beiträge nicht erscheinen. Herr Webmaster, dies ist ein freies Land und jeder sollte das Recht auf freie Meinung haben. Falls Ihnen die Streits misfallen, auch ich könnte mir schöneres vorstellen, aber hitzige Debatten werden sie nun mal im Thema Architektur nicht vermeiden können - und ganz besonders nicht in einer zerstörten Weltkultur-Stadt wie Dresden, die derzeit von Kubus-und Lagerhallenarchitektur entstellt wird. Finden Sie das gut? Ich jedenfalls bin froh dass die Bürger endlich ihren Mund aufmachen dürfen und sich in Städtebau einmischen können - nur so kann schlimmeres verhindert werden. Zu DDR-Zeiten wäre eine Vereinigung wie die GHND gar nicht erlaubt gewesen.

Ich habe in meinen Beiträgen auch niemanden beleidigt und benutze keine Schimpfwörter (der Gegenseite aber lassen Sie dsa seltsamerweise durchgehen), daher finde ich es nicht in Ordnung dass Sie meine Beiträge zensieren. Ich habe meinen Beitrag noch mal durchgelesen,es ist nichts anrüchiges dabei. Ich habe lediglich unsere Machthaber in Politik und Hochfinanz und "Kultur" scharf kritisert, wenn das nicht mehr erlaubt sein sollte, dann gute Nacht, Deutschland. Übrigens, dass durch die Baulobby zahlreiche Straftaten verübt wurden, ist eine bekannte Tatsache und nachweisbar. Aber nur 5 Prozent werden bekannt. (Quelle: Staatsanwaltschaft Landeshauptstadt Wiesbaden/Hessen 2007)

Bausituation Dresden hat gesagt…

Beitrag von Petersburg, der von mir nicht veröffentlicht wurde.

--"Jemand fragte nach der Definition für Modernistenlobby. Voilà:


Modernistenlobby = am Rande der Legalität und hinter verschlossenen Türen arbeitende, nicht dem Interesse der Bevölkerung dienende Machtgruppe bestehend aus A) gierige Manager und Banker plus B) aggressive und selbstherrliche Architekten plus C) Politikerkaste (erzählen dem Volk sie seien für das Allgemeinwohl, agieren aber in Wahrheit für die egoistischen Interessen von A).


Bei den Architekten könnte man hinzufügen: Totalitäres Denken, Hang zur Unmenschlichkeit und Ablehnung demokratischer Normen, unfähig zu bauen ausser langweilige primitive Betonkisten (erzählen dem Volk zwanghaft bei jedem neuen ihrer "Meisterwerk" warum sie es gefälligst schön zu finden haben und ertränken das Volk mit pseudo-intellektuellen Worthülsen, hätte ein wahrhaft schönes Gebäude dies nötig?), hochgradig egoistisch und unehrlich (den Menschen tradition verbieten wollen selber aber in traditionellen Altbauten wohnen), einem Wort: Reaktionär. ""---

Meine Meinung: Wortwahl zu aggressiv, Beleidigung einer ganzen Berufsgruppe.

Ich freu mich über jegliche Diskussionen hier im Blog! Wie sich aber jeder erinnern kann, hab ich die Kommentarfunktion schon mal Anfang des Jahres abschalten müssen, weil es genau so Kommentare waren, die die Atmosphäre vergiften und eine sachliche Diskussionen vermissen ließen.

Perücke hat gesagt…

@Bausituation DD

Ich bin Architekt und fühle mich durch Petersburg nicht angesprochen, weil seine Äusserungen halt schlicht und einfach auf mich nicht zutreffen.

Über was soll man mit Ihm auch diskutieren, wenn er offenbar nicht einmal weiss, was das Wort "Diskussion" überhaupt bedeutet (siehe Wikipedia: "Zu einem guten Diskussionsstil gehört neben wechselseitigem Respekt unter anderem, gegenteilige Argumente und Meinungen zuzulassen und genau zu prüfen, anstatt diese vorschnell zu verwerfen.)

Schade um diesen und andere Blogs, deren Sinn durch Figuren wie Petersburg in Frage gestellt wird.

Anonym hat gesagt…

Vor gut 4 Jahren traf ich auf einem Fest einer befreundeten Familie auf 2 Architekten. Die Dame war gerade mit Ihrem Architekturstudium fertig und der Herr durfte sich damals schon 4 Jahre Architekt nennen. Da ich mich für Architektur sehr interessiere, kam ich mit den beiden Fachleuten schnell ins Gespräch. Dabei habe nach ihrer Meinung zum Thema Rekonstruktion und den Wiederaufbau der Frauenkirche gefragt. Ich erntete daraufhin Naserümpfen und verständnisloses Kopfschütteln und dass man niemals hätte zulassen sollen, dieses hässliche Ding namens Frauenkirche wiederaufzubauen. Überhaupt sei der Wiederaufbau grundsätzlich verboten. Daraufhin hatte ich gefragt, was anstelle der Frauenkirche nach ihrer Meinung dort stehen sollte und ich bekam als Antwort, dass ein Kubus aus Stahl und Glas für diesen Ort sicherlich angebracht wäre. Erschüttert sagte ich dann, dass mir aber die Frauenkirche besser gefällt. Die Architekten beendeten das Gespräch dann mit einem arroganten Kopfschütteln und den Kommentar: "Sie haben nun wirklich keine Ahnung von Architektur". Nicht nur bei dieser Begegnung, auch bei nachfolgenden Gesprächen habe ich feststellen müssen, dass man über dieses Thema keine vernünftige Diskussion mit Architekten führen kann. Leider macht sich diese Berufsgruppe bei mir dadurch nicht wirklich sympathisch. Leider habe ich bis heute keine Antworten erhalten, warum die Rekonstruktion und das Relief grundsätzlich verboten gehört und warum der Mensch gefälligst in Beton, Glas und Stahlkuben leben soll. Solange es von den Architekten keine vernünftigen Antworten gibt, müssen sie sich weiterhin Kritik aus der Bevölkerung gefallen lassen.
Gruß, Michael

Peter S. Burg hat gesagt…

@Webmaster

Sie werfen mir vor ich sei zu "aggressiv". Dass dieser obige geplante Schandfleck in der Hauptstrasse aber eine viel grössere Aggression darstelle und ich darauf nur reagiere, und dass die Modernistenlobby hier im Forum beleidigen kann wie sie will, davon reden Sie nicht.

Ich habe mich mit Architektur lange genug beschäftigt, und darf mir ein Urteil erlauben. Es mag Ausnahmen geben wie Kollhoff oder Lucien Steil etc., aber es bleiben Ausnahmen, zumal Kollhoff und Steil keine "Modernisten" sind. Ich rede von der Mehrheit der Architekten, nicht von den Ausnahmen, und die Mehrheit sind modernistische Ideologen, das war hier das Thema.

Eine Frage bitte:
Sind Sie Dresdner? Dann wundert mich, dass Sie über die derzeitige Zerstörung ihrer Stadt kein einziges Wort verlieren, aber (berechtigte) Kritik daran als "zu aggressiv". Aber wie Architekten umgekehrt die Bevölkerung beleidigen, auch das scheint sie nicht zu stören, richtig? Von wem kommt denn die ganze Hetze mit "Disneyland", "dumme Laien", "rechtsradikale Heimattümelei"? Das aber finden Sie in Ordnung? Das ist übelste Polemik, es ist aggressiv hoch zehn, und sie kommt von der Architektenschaft, und zwar regelmäßig. Auch hierüber verlieren sie kein Wort, aber seltsamerweise stört es sie wenn die Bevölkerung sich das nicht mehr bieten lässt und berechtigte Kritik übt, dann erst sagen Sie etwas. Aber die Aggressionen der Architekten (bitte mal an Postplatz schauen zum Beispiel), das scheint eine legitime Aggression zu sein.

Fakt ist, dass die Mehrheit der Architekten sich nicht für den Nutzer interessiert, geschweige denn für das Stadtbild. An den Universitäten wird eine gezielte Gehirnwäsche und Konditionierung auf destruktive Architektur betrieben, auch das ist Fakt. Das an Universitäten vermittelte Denken ist totalitär und duldet keinen Widerspruch, dies kommt einem Diktat gleich auch das ist ein Fakt. Wer Architekten widerspricht, oder gar ihre "Meisterwerke" kritisiert (siehe das unglaublich brutale Monstrum oben in den Bildern), der wird auf übelste Weise beschimpft - jawohl, von der Architektenschaft. Bitte sagen Sie mir nicht, es wäre nicht so, verehrter Herr Webmeister, ich habe meine Erfahrungen jahrelang gemacht. Ich kann die Erfahrungen die Herr Woert gemacht hat nur bestätigen, Modernistische Architekten dulden im günstigsten Falle keinen Widerspruch, und werden im schlimmsten Falle ausfallend und beleidigend. (Sieht man auch auf dieser Seite, die Modernisten dürfen beleidigen wie sie möchten, alles mit dem Segen des Webmeisters). Die Zeitungen sind voll von anti-Dresdner Hetze der Architektenschaft die die wunderbare Dresdner Altstadt als "Disneyland" und ähnliches beschimpfen, aber wenn jemand sich das nicht bieten lässt, dann ist er schuld, oder wie?

Dass Banker geldgierig sind, dass die Architektenschaft totalitär, selbstherrlich und eigennützig denkt, und dass die Baulobby Straftaten begeht, das sind keine Schimpfwörter, sondern nachweisbare Fakten. Wenn Sie mit der Wahrheit ein Problem haben, dann bedaure ich dies sehr.

Ich jedenfalls werde auch weiterhin die Zerstörung Dresdens durch unkultivierte Firmen wie die FLORANA und ihre aggressiven Helfershelfer kritisieren. Dies ist ein freies Land, mit freier Meinungäusserung. Ich lasse mich von den Machthabern, die ihre Macht übrigens misbrauchen, bestimmt nicht mundtot machen. Seien Sie froh, dass sich auch Nicht-Dresdner um Dresden kümmern, denn den Dresdnern selber scheint ja so manches egal zu sein.

mit freundlichen Grüßen

PS: Sie haben einen weiteren Beitrag nicht veröffentlicht. Ich finde übrigens die Verballhornung meines Namens "Hans S. Wurst" eher amüsant. Aber die Tatsache dass sie solche Beleidigungen veröffentlichen, während Sie berechtigte Kritik verschwinden lassen, Herr Webmaster, zeigt leider dass Sie eine Seite bevorzugen.

ProDresden hat gesagt…

Erstmal will ich bei dem Blog für die gute Doku bedanken. Ich bin beruflich von Dresden weggezogen und freue mich immer wieder auf den neusten Stand der Dinge gebracht zu werden.

Leider muss ich sagen, dass die Kommentare nicht lesenswert sind. Beide Fronten fallen übereinander her ohne sachlich und vernünftig zu diskutieren. Oft wird vom "Gegner" (die Bezeichnung "Diskussionspartner" trifft leider nicht ganz zu) gefordert seine architektonische Ansichtsweise zu begründen. Dabei vermisst man diese jedoch auch bei dem Fragesteller. Wie soll so eine vernünftige Diskussion entstehen?

the woerth hat gesagt…

"für einen Experten, der sich so gerne öffentlich äussert wie Sie (ob als Hobby oder nicht) ist das sehr peinlich."

Ach je, immer wieder ins Persönliche abdriften. Damit ist die Diskussion für mich (mal wieder) beendet. ;)

Matthias hat gesagt…

@ perücke

Zitat: "...dass es soviele unterschiedliche Architekturauffassungen wie Architekten gibt.."

Es gibt vielleicht viele Architekturauffassungen, leider entstehen dennoch in Dresden und in anderen Städten Deutschlands die immer gleichen (ich wiederhole mich da) Kisten und Klötze, wie auch gerade auf der Hauptstraße der Fall. Am Straßburger Platz geht es dann auch gleich weiter mit der sogenannten "Canaletto-Passage". Diese Einseitigkeit, welche sich durch einen nicht vorhandenen künstlerischen Anspruch auszeichnet und immer mehr im Stadtbild verfestigt, ist es, die gerade in einer Kunst- und Kulturstadt, die Dresden einmal war, kritisiert und von vielen Bürgern abgelehnt wird.

Würde man die Unterschiedlichkeit in den Architekturauffassungen also anhand der in Dresden entstehenden Neubauten (hier klammere ich den Neumarkt wieder aus, weil die Architekten, die hier moderne Füllbauten entworfen haben nicht ganz freiwillig zumindest ein klein wenig traditionsbewusst waren) wenigstens ansatzweise erkennen, wäre das ja schon eine klein wenig andere Geschichte. Aber wo ist die Vielfalt, wo ist der künstlerische Anspruch lieber Herr Architekt Perücke?

Mit ihren verteidigenden Zeilen über das 'Neue Palais' des Architekturbüros KMSP haben Sie ja schon angedeutet welche architektonische Kost Sie möglicherweise bevorzugen.

Es gibt die Leute in Dresden, denen das Coselpalais lieber ist als das Neue Palais und die dem letzteren nicht so viel bis garnichts abgewinnen können. Dazu gehören ganz bestimmt auch sehr viele talentierte, junge Architektur-Studenten. Bleibt also zu hoffen, dass eine neue Generation die Fehler ihrer 'Lehrmeister' (an den Wünschen der Bürger vorbei zu gestalten) nicht wiederholt. Es bleibt aber auch zu hoffen, dass die künftigen Investoren weniger an Ihre eigenen Interessen denken, als an die Ihrer Mitmenschen, die gerne wieder schöne, moderne Architektur — formenreich & kunstvoll ins Stadtbild integriert – bewundern möchten und es bleibt zu hoffen, dass die Stadt diesen Investoren entgegenkommen und ihre Bemühungen willkommen heißen wird. Es wäre alles so leicht, wäre nur der Wille da, wären die Herrschaften weniger egoistisch und hätten sie ein wenig mehr Ehrgefühl und Sinn für das Schöne.

Peter S. Burg hat gesagt…

Herr Perücke, ihre Beleidigungen werden langsam langweilig. Sie sollten nicht andere leute als "peinlich" beschimpfen. Wir alle hier im Forum beobachten ihre aggressiven und respektlosen Beispiel nun schon lange, und wenn jemand peinlich ist, dann Sie selber.

Es ist nicht nur so, dass Sie Unwahrheiten erzählen (als ob es in der Betonkubus-Uralt-Moderne "Vielfalt" gäbe, welch ein Unsinn), sondern Sie versuchen ganz subtil mit Diffamierungstaktik gegen berechtigte Kritik die Diskussion vergiften. Zum Beispiel hat Herr Woerth sehr oft sehr gute Argumente, ich stimme ihm nicht immer zu, jedoch weitgehend. Und anstatt ihn sachlich zu widerlegen, greifen Sie ihn an und werden ausfallend. Man kann es richtig beobachten, wie Sie sich verbissen an ihm festklammern.

Ich denke dahinter steckt Taktik, es ist Absicht von Ihnen, Sie wünschen sich dass der Webmaster das Forum wieder schliesst. Sie möchten, dass die Bevölkerung aufhört Architektur zu kritisieren. Diese Intention ist ihren Beiträgen ganz klar zu entnehmen: Die Bevölkerung, die sie regelmäßig als "alles dumme Laien" beschimpfen, soll also den Mund halten und Kritik soll verschwinden. Weil Sie, Herr Perücke, und ihre Kollegen, nämlich keine Kritik an Arhitektur vertragen - also soll sie im Keim erstickt werden.

Geben Sie sich keine Mühe - weder Sie noch aggressive Architekten wie Pfau, der bei einer Neustädter Markt-Diskussion öffentlich die GHND beleidigte, werden es schaffen berechtigte Kritik verstummen zu lassen. Dies ist ein freies land mit freier Meinungsäußerung, und keine Diktatur. Wenn Sie etwas Kluges zu sagen haben, dann tun Sie dies bitte. Ansonsten seien Sie doch so freundlich und suchen anderswo Streit.


mit freudlichen Grüßen