Freitag, 15. April 2011

Probeachsen | Rampische Straße 25-27



Kommentare:

the woerth hat gesagt…

Ich bin froh um jede Fassade, die nicht Grau wird. ;)

Antifa2 hat gesagt…

Gut zu sehen: Ein echt barocker Feuchteschaden.. Rechts am Fallrohr.
Wer die Rekonstruktionen fragwürdig findet mag sich trösten... die Halbwertszeit der Kitschnachbauten ist erfahrungsgemäß sehr viel kürzer als die der Originale..

Anti-Antifa hat gesagt…

Antifa2 hat wohl Minderwertigkeitskomplexe, auf jeden Fall ist sein Urteilsvermögen pathologisch !

Meyer hat gesagt…

@Antifa2: man möchte ja kein Spielverderber sein, aber der Blick durch die Rampische Straße auf die Frauenkirche dürfte ein unverzichtbares Postkartenmotiv werden - fällt ein Betonbarockmachwerk in sich zusammen, wird es sicher ganz schnell durch eine äußerlich identische, bautechnisch aber ausgereiftere Kopie ersetzt. Das schicke Innside nebenan gehört dann allerdings längst der Vergangenheit an; ein ähnlich gnädiges Schicksal wie seinen gelben und beigen Nachbarn dürfte ihm bei gleicher Halbwertzeit nicht vergönnt sein - so ein Pech aber auch..

the woerth hat gesagt…

Antifa und Polemik passen gut zusammen...

petersburg hat gesagt…

Und schon sind die Provokateure wieder da. Jetzt wird der Wiederaufbau einer geschundenen Stadt auch noch als "Kitschnachbau" bezeichnet. Hier muss jemand die Stadt Dresden und ihren Wiederaufbau ja abgrundtief hassen.... schon mal was von denkmalpflegerisch korrekter Rekonstruktion gehört, Herr Antifa? Ich empfehle Ihnen wissenschaftliche Literatur z.b. von Dr. Hertzig.

Die Rekonstruktionen der GHND und von Gabler (VVK Dresden) in der Rampischen Strasse sind wissenschaftlich korrekt rekonstruiert, besonders die Rampische Strasse Nr. 29 ist ein Meisterwerk! Sehr schön finde ich, dass die modernen Bauten sich hervorragend einfügen vom Baustil her. Ich betone "vom Baustil", weil das Köllmannhaus zwar vom Stil her m.E. recht gut ist, aber leider viel zu gross. Hier hätte man 3 Häuser errichten müssen, so schrieb es der Wiederaufbauplan auch vor. Über den Stil kann man allerdings kaum etwas kritisieren, ausser dass die Fenster etwas gross sind. Ingesamt könnte man froh sein über solche Füllbauten an Orten wie Postplatz oder Wilsdruffer Strasse.

Besonders gut finde ich dieses ganz schmale moderne Gebäude (auf dem obersten Bild ganz links). Fügt sich sehr gut ein. Ich finde dieses Haus vorbildlich für Altstadt-Füllbauten. Man kann also tatsächlich modern und schön bauen, es ist möglich.

Roberta hat gesagt…

An Antifa:
Besser Ihr bleibt bei Euren Themen
als hier zu polemisieren.
Die Beurteilung soll man doch Leuten mit Fachkenntnis zugestehen.

Perücke hat gesagt…

... Mit Denkmalpflege hat das Nachbauen von verlorenen Bauten nichts zu tun. Gar nichts.

uc hat gesagt…

Das schmale Haus ganz links ist völlig verunglückt und was die Proportionen betrifft ein SuperGAU. Rhythmus der Achsen, die hässlich-längliche Proportionierung der Fenster,das viele spiegelnde und zu tiefsitzende Glas, das grotesk steile Mansardendach - da ist wirklich alles daneben gegangen. Ein Zerrbild an Stelle einer modernen Bezugnahme, das der Rampischen noch arg zu schaffen machen wird. So viel Hässlichkeit und Fehlerhaftigkeit auf einem so schmalen Grundstück - das war schon eine Leistung.

the woerth hat gesagt…

Zitat Perücke: "... Mit Denkmalpflege hat das Nachbauen von verlorenen Bauten nichts zu tun."

Die deutsche Denkmalpflege ist geprägt von Widersprüchlichkeit, Ideologie und Dogmatik.

ChriSGD hat gesagt…

@antiantifantasia
Ihre Prophezeihungen bezüglich der Halbwertzeit von Rekonstruktionen sind glücklicherweise nur Hetze. Von Abrissplänen in Münster, Freiburg oder anderen rekonstruierten Städten ist mir so gar nichts bekannt. Woher haben Sie solche Märchen? Wenn am Neumarkt in dreißig Jahren etwas angrissen wird, dann wird es ein morderner Füllbau sein. Und sollte es eine Rekonstruktion treffen, dann nur zum Zwecke die Mängel dieser zu beseitigen und in höherer Qualität wieder zu errichten.

Ob das ein Feuchteschaden ist, können Sie doch gar nicht beurteilen, vielleicht ist das nur in einer Verbindung des Gerüstes mit der Fassade begründet. Und einem fehlerhaft ausgeführtem Fallrohr ist es zudem ziemlich schnuppe, ob es an einer barocken oder modernen Fassade Schäden hinterlässt. Hier einen Zusammenhang mit der Rekonstruktion herstellen zu wollen, ist grober Unfug.

ChriSGD hat gesagt…

@uc
wenn man alle ihre krtischen Anmerkungen umgesetzt hätte, dann wäre es wohl ein Barockbau geworden. Das wäre mir auch lieber gewesen, aber eine gewisse Freiheit sollte man nicht historischen Wiederaufbauten schon gewähren und hier von einem Super-GAU zu sprechen ist doch deutlich überzogen. Was ist dann zwei Parzellen weiter, das Innside, welchen Super-GAU-lativ würden Sie dann dafür benutzen? Und dabei ist das Innside ja als Baukörper und bezüglich der Fenster einfach nur zu groß geraten. Ganz andere Kandidaten sind ja wohl das Neue Palais und der Anbau an die Schütz-Residenz, bei denen so wirklich gar nichts neumarkttypisch ist. Unser kleiner Füllbau ist dagegen ja garadezu vorbildlich zurückhaltend aber dennoch nicht einfallsslos, auch eine Kritik an den Achsen kann ich nicht nachvollziehen, das Gebäude ist doch symmetrisch, ist mehrfach gegliedert und farblich in Ordnung. Maximal die obere Gaube ist ein wenig überdimensioniert, aber nach einer Bebauung des QIV nicht mehr relevant, weil praktisch nicht mehr wahrnehmbar. sichtbar.

Antifa2 hat gesagt…

@alle selbsternannten "Bauexperten"

Worin besteht denn der bautechnische Unterschied zwischen einem Neubau mit aufgeklebtem Stuckornament auf dem Wärmedämmsystem und einem Neubau mit anderer Gestaltung?

Die Antwort gleich vorweg: Es gibt da keinen Unterschied!

Also geht doch die Diskussion hier lediglich über Geschmacksfragen zur Fassadengestaltung und ganz sicher nicht über "Barock"!
Die Rampische Strasse 29 als "Meisterwerk" zu bezeichnen, kann eigentlich nur aus Unkenntnis geschehen (schon mal drin gewesen? schon mal Details angesehen?)

@Roberta
Ich bin genau Ihrer Meinung. Leute mit Fachkenntnis konnte ich hier allerdings noch nicht erkennen.

@Meyer
Sind Sie ernsthaft der Meinung, dass "Postkartenmotiv" zu sein ein Kriterium für architektonische Qualität ist? Das ist doch wirklich vollkommen lächerlich.. :-))

the woerth hat gesagt…

Ich persönlich halte es für enorme Zeit- und Energieverschwendung, mit Antifa zu diskutieren, daher werde ich mich nicht weiter einbringen. Nicht, weil mir die schlüssigen und überzeugenden Argumente fehlen würden, sondern weil ich mit den Jahren dazugelernt habe und meine Prioritäten inzwischen effizienter setze. ;)

Antifa2 hat gesagt…

@Woerth

Tut mir leid, aber ich habe von Ihnen tatsächlich noch nirgendwo einen Beitrag von Ihnen gesehen, der auf einen fachliche Qualifikation Ihrerseits schließen ließe. Sie wissen einfach nicht wovon Sie reden und sobald die Diskussion nicht in Ihrem Sinne verläuft, steigen Sie aus mit einem Spruch wie…“daher werde ich mich nicht weiter einbringen“ .
Und das ist tatsächlich das Beste das Sie tun können! Danke dafür!

the woerth hat gesagt…

Exakt diese Reaktion habe ich von Antifa erwartet. Glücklicherweise kann ich inzwischen recht gut einschätzen kann, mit wem sich Diskussionen lohnen - und mit wem nicht. ;)

@Antifa: Sie können tatsächlich dankbar dafür sein, dass ich Sie hier nicht in einer langatmigen Prozedur in Grund und Boden argumentiere - und Sie letztlich der Peinlichkeit preisgebe (wobei Sie das sicher auch ohne mein Zutun hinbekommen). Dass ich dazu in der Lage wäre, habe ich oft genug bewiesen - da interessiert es nicht im Geringsten, was Sie mir hier so alles unterstellen (ohne mich zu kennen).

Traurig nur, dass ausgerechnet Leute wie Sie zuhauf in den für den Städtebau verantwortlichen Bereichen sitzen. Wundern sollte einen da tatsächlich nichts mehr.

M. Brock hat gesagt…

Ich muss dem Vorredner Antifa zustimmen, auch wenn dann wieder die Worte "Dogmatik" und "Ideologie" fallen.
Angesichts der peinlichen Neobarockhäuser wäre es günstiger, Fassadengerüste mit bedruckten Planen aufzustellen, um Postkartenmotive zu erzeugen und damit Millionen Touristen zu erfreuen. Dies funktioniert bei der Disneyschen Bauakademie in Berlin ja auch bestens.
Mit der historischen Architektur Dresdens, die einst europäische Bedeutung hatte, hat das derzeitige Baugeschehen meiner bescheidenen Meinung nach nichts mehr zu tun. Vielleicht wird man in 30 Jahren dem zustimmen, aber ich denke, dann haben die Städte ganz andere Probleme.

Darki hat gesagt…

M. Brock hat gesagt: "Mit der historischen Architektur Dresdens, die einst europäische Bedeutung hatte, hat das derzeitige Baugeschehen meiner bescheidenen Meinung nach nichts mehr zu tun."

Diese Aussage unterschreibe ich für die Bauaktivitäten in der Altstadt AUßERHALB des Neumarktgebietes, denn dort trifft sie wirklich zu.

"Angesichts der peinlichen Neobarockhäuser"

Peinlich ist für mich nur, wie die modernen Füllbauten am NM durch übergroße Fenster, schwarze Dächer und andere Scheußlichkeiten zwanghaft um Aufmerksamkeit haschen.

Auf den Disney-Quatsch gehe ich nicht ein. Er ist hier im Blog, wie auch anderswo schon x-mal wiederlegt. Einige WOLLEN es aber nicht kapieren.

Vielmehr scheint der Neumarkt für viele Modernisten ein Ort der gekränkten Eitelkeit zu sein, die den Alleingültigkeitsanspruch des zu Tode reproduzierten Bauhauses zerstört.

Antifa2 hat gesagt…

@Darki

Ihre Ansage:
"Auf den Disney-Quatsch gehe ich nicht ein. Er ist hier im Blog, wie auch anderswo schon x-mal wiederlegt. Einige WOLLEN es aber nicht kapieren." kann man einfach nicht unkommentiert lassen. Auch wenn es Ihnen nicht gefällt: Wir MÜSSEN es auch nicht kapieren! Es gehört zu den ganz wesentlichen sozialen Errungenschaften in Deutschland, daß nicht alle Bürger dieselbe Meinung teilen müssen. Weder über Architektur noch über Politik.
Dass die Bebauung rund um den Neumarkt nichts mit der historischen Architektur Dresdens zu tun hatte, ist allerdings keine Meinung sondern eine einfache Tatsache, die einfach offensichtlich ist.
Ob man das Ergebnis nun peinlich findet oder belanglos oder ganz toll, das ist in einer Demokratie nun jedem selbst überlassen.

Stefanius hat gesagt…

@ Antifa, wie müsste Deiner Meinung nach eine architektonisch werthaltige und gelungene Gestaltung des Neumarktareals ausfallen ?

Lehnst Du in diesem Zusammenhang Rekonstruktionen generell ab?

Wie beurteilen Sie die bisherige Bebauung am Postplatz?

Warum ist ein Postkartenmotiv keine Kriterium für gelungene Architektur? Woran kann eine Leihe denn, die Qualität einer baulichen Gestaltung festmachen ?

Ich Danke Dir im Vorraus für Deine Antworten.


Stefanius

Hans-Hubert hat gesagt…

Natürlich hat die derzeitige Bebauung wenig mit der historischen Bebauung vor 1945 zu tun. Das ist daher geschuldet, dass man natürlich auch daran denken muss zeitgemäß zu bauen. Man muss die Gebäude auch ordentlich und vor allem wirtschaftlich nutzen können (Hotel, Gastronomie, Geschäfte, etc.. Ein Wohnhaus mit Außentoilette, wie es vor 1945 auf dem Neumarkt sehr viele gab, braucht auch keiner. Das ab und zu zwischen den Gebäuden eine zeitgemäße Fassade entsteht finde ich absolout OK. Ich finde die Bebauung ist bisher mehr als gelungen und sehne den Tag herbei an dem alles fertig ist....

Matthias hat gesagt…

@ Antifa

Mich würde es mal interessieren ob Sie (1.)bloß die historisierenden Neubauten in Dresden (die 'Barockrekonstruktionen' aus Beton) als so schrecklich empfinden oder auch (2.)die Rekonstruktionen, welche alte Gewölbe mit aufnehmen, originale Baumaterialien verwenden, usw. und (3.)die Betonhäuser der letzten Jahrzehnte, die ohne die Absicht errichtet worden sind alte Bautraditionen fortzuführen oder gar weiterzuentwickeln und hier im Forum (auch von mir) oft ganz schlicht als Kuben, Klötzchen, Zeilen oder Riegel usw. bezeichnet werden, da sie eben auffallend rechtwinkliger Natur sind und ansonsten durch glatte Fassaden (in letzter Zeit gerne auch in Sandsteinoptik, entweder mit echtem Sandstein oder auch mit Sandsteinimitat, siehe Altmarktgalerie), eine immer wiederkehrende Formen- und Schmuckarmut und außerdem, ebenfalls in den letzten Jahren, durch die typischen "Strichcode-Fenster" auffallen. Auch deshalb auffallen, weil sie eben allesamt keinen historischen Bezug haben und seit den 40er Jahren so oder so ähnlich in Dresden, Deutschland, Europa, Indonesien, usw. usf. entstehen).

Also noch einmal anders formuliert:

Mit der Prager Straße sehen wir in Dresden einen Versuch unserer modernen, postmodernen, postpostmodernen und zeitgenössischen Architekten eine zerstörte, einst kleinteilige, verspielte und wunderschön gewachsene, europäische aber trotzdem einzigartige Innenstadt, losgelöst von alten Bautraditionen, Bauformen und Materialien, zu ersetzten.

Auf der anderen Seite sehen wir mit dem Neumarkt einen ganz anderen Ansatz. Hier setzten sich die Bürger für möglichst viele Rekonstruktionen ein um diese verlorene Kleinteiligkeit, Formenvielfalt und Schönheit wiederzugewinnen und bekommen zumindest ein paar wenige ernstgemeinte Rekonstruktionen (Rampische Str. 29, British Hotel) und viele Gebäude, die den Anschein machen, es würde sich bei ihnen um Rekonstruktionen handeln, die in Wirklichkeit allerdings Betonhäuser sind, deren Fassaden und Innenleben mitunter zwei verschiedene Paar Schuhe sind und die auch oft nur über vorgegaukelte Mansarddächer, die in Wahrheit doch nur Flachdächer sind, verfügen. Dann gibt es noch die Neubauten, welche den Versuch darstellen alte Bauformen und Proportionen quasi zu remixen und neu zu interpretieren.

Ich weiß aus vielen Posts von the woerth, petersburg und darki, dass sie Freunde echter Rekonstruktionen und ernstgemeinter moderner 'Remixe' sind und ich persönlich teile ihre Ansichten diesbezüglich.


Mir ist nur noch nicht ganz klar, was Sie eigentlich genau in Dresden für eine Architektur sehen möchten und ob sie mit dem Beitrag der Zeitgenossen in Dresden (siehe Prager Straße, Wilsdruffer Straße, Neustädter Markt, Pirnaischer Platz und Postplatz) zufrieden sind und wenn ja warum.

Außerdem, wie geschrieben, würde es mich interessieren ob Sie allgemein gegen Rekonstruktionen sind oder nur gegen jene, die man auch als Betonrekonstruktionen bezeichnen könnte und wenn ja warum.

the woerth hat gesagt…

Zitat HH: "Das ab und zu zwischen den Gebäuden eine zeitgemäße Fassade entsteht"

Das ist nicht "zeitgemäß", sondern verkrampft banalmodernistisch dazwischengek(l)otzt, um Dogma und Ideologie zu huldigen.

Eine harmonische Ensemblewirkung wird bewusst beeinträchtigt und die entstehenden Füllbauten zielstrebig in regionaluntypisch-kontrastierender Machart ausgeführt.

Mich wundert, dass von gewissen Leuten in der aktuellen Diskussion noch nicht gefordert worden ist, auch Plumpsklos mit zu rekonstruieren und in des Kaisers alte Kleider zu schlupfen. Kommt doch sonst immer, wenn die Polemik grad so schön im Fluss ist...

Reko und Dogmatik müssen nicht zwingend heiraten - auch die Originalbauten wären bei Nichtzerstörung in ihrem Inneren jeweils aktuellen Bedürfnissen angepasst worden. Werden moderne Techniken eingesetzt, um Dresden ein Stück seiner verlorenen Identität zurückzugeben, so ist das für mich eine adäquate Lösung für die konkrete und komplexe Problemsituation Dresden bzw. Neumarkt, bei der zahlreiche Interessen zusammenkommen und koordiniert werden wollen. Viel mehr als der Beton darunter interessiert mich die Qualität darüber (z.Bsp. Kalkputz!!).

Die Barockzeit war die Epoche des "Schönen Scheins" schlechthin - Fenster wurden aufgemalt, Wirkungen vorgetäuscht, Illussion war Programm. Ich hoffe, mehr muss ich dazu nicht sagen.

Antifa2 hat gesagt…

@Stefanius

Es geht mir nicht darum, einen bestimmten Baustil als allheilbringend anzusehen und von allen zu erwarten, dass Sie sich dieser Auffassung anzuschließen haben. Gerade das wird in diesem Forum offensiv praktiziert und das finde ich undemokratisch und borniert.

Meine persönliche Meinung ist: Rekonstruktionen können ausnahmsweise umgesetzt werden wenn sich damit ein "pädagogischer" Ansatz verbindet, also dem Betrachter etwas über die Epoche in der das Originalbauwerk entstand vermittelt werden kann. Gerade dieser Anspruch bestand am Neumarkt leider nie, stattdessen wurde hier ausschließlich vor kommerziellem Hintergrund gehandelt. Das an sich wäre meinetwegen auch OK, aber die u.a. in diesem Forum daraus generierte Vergangenheitsseligkeit und Historienduselei (ohne wirklich Ahnung zu haben) die ist wirklich fürchterlich.
Auch sehr einfältig ist das blindwütige Herumhacken auf einem vermeintlich "verschworenen" Modernistentum. Moderne Entwürfe beziehen sich nicht einhellig aufs Bauhaus und aktuelle Architektur folgt zwangsläufig anderen Parametern als vor 300 oder auch 100 Jahren. Folgerichtig muss sie auch anders aussehen.
Was am Neumarkt sont hätte gebaut werden sollen? Ich weiss es auch nicht. Ist auch irrelevant, denn er steht ja fast wieder.

Am Postplatz steht doch ausser dem Kubus und der Altmarktgalerie noch nichts? Der Kubus geht so, die Galerie ist nicht schön, aber ich denke, wenn der Platz mal dichter umbaut ist, fällt das einzelne Haus nicht mehr so ins Gewicht.

Postkartenmotive sind wirklich kein besonders schlaues Kriterium. Touristenzahlen eigentlich auch nicht unbedingt. Danach beurteilt müssten Sie übrigens auch sehr viele "moderne" Bauten sehr gut finden. Fotogen zu sein oder spektakulär lockt Leute an, Qualität misst sich auch an anderen Dingen. Auch ein Laie kann Proportionen erkennen und Authentizität spüren, er muss nur aufgeschlossen und unvoreingenommen sein.

Entspannt Euch..

Franz B. hat gesagt…

Wenn ich jetzt auch mal meine ganz undogmatische, äusserst persönliche und nicht wertende Meinung sagen darf: Mir persönlich als alter Dresdner, gefällt das schmale, "moderne" Gebäude sehr gut, vielleicht sogar ein wenig besser als die Rampische 29. Zumindest die Mischung nebeneinander finde ich sehr erfrischend. Ich finde historisierend und Nicht-historisierend :-) passen ergänzen sich sehr gut. Ein tolles Beispiel ist der neue Konzertsaal neben der Musikhochschule. Was mir auch schon immer gut gefallen hat ist der Kontrast der Oper in Prag und der benachbarten Laterna Magika aus den 70ern. Mittlerweile beides Klassiker! Ich wünsche mir, dass es so am NM weitergeht!
schöne Grüsse,
Franz B.

ursus carp. hat gesagt…

ChriSGD
Nein, ich erachte gerade diesen kleinen Füllbau als besonders misslungen und abgrundtief hässlich. Das Innside-Hotel... nun ja, seine Hauptschwäche liegt auf der Hand und braucht hier nicht groß und breit diskutiert werden. Immerhin bringt dessen Breite möglicherweise so etwas wie eine Kontrastwirkung mit sich, in jedem Fall ist diese Fassade dahingehend stimmig, als nie nicht für sich den Anspruch erhebt, traditionalistisch zu sein, sich also zu ihrer Modernität gewisserweise bekennt. All dies trifft auf diesen schmalen Füllbau nicht zu, seine vorgebliche "Angepasstheit" ist einfach eine geschmacklose Perfidie. Er gibt sich bei oberflächlichster Betrachtung "barock", tritt mit den ihn umgebebenden Barockfassaden in Wechselspiel und zerstört ihren Rhythmus völlig,und bioldet so, anders als jener Hauptblock des Insidehotels, der auf gesonderter Warhnehmumg insistiert, einen wahren Fremdkörper, einen Dorn im Auge eines jeden in Geschmacks- und Proportionsfragen sensiblen Traditionalisten.
Eine gewisse Tragik liegt in dem Umstand, das die besten modernen Fassaden an der Salzgasse entstanden sind, wo man sie doch in der Rampischen dringender benötigt hätte.