Freitag, 20. Mai 2011

Am See

Aktuelle Bilder von der Sanierung der markanten Häuserzeile "Am See", unweit des Postplatzes:

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Maßcluster-Wohnelemente für Konsum-light Nutzmenschen.
Schlimm - da brauchen wir gar nicht so echauffiert auf die Unterbringung von Hühnern in Legebatterien schauen.
Schlimmer gehts nimmer!

Hans-Hubert hat gesagt…

Man kann irgendwie aber auch froh sein, dass diese Wohnzeile wenigstens vom DDR-Mief befreit wird. Es ist nunmal eine Platte, was will man da groß verschönern. Man kann nur modernisieren. Davor sollen ja noch Wasserbecken angelegt werden, bin mal gespannt wie es dann wirkt.

b1001111001101 hat gesagt…

Wäre ich für die Sanierung zuständig gewesen, hätte ich die Fassade der Plattenbauten der der gegenüberliegenden sozialistisch-klassizistischen Wohnzeile angepasst. Eigentlich wäre es gar nicht so aufwändig: Die Struktur der Fassade ist erstaunlich ähnlich, man hätte sie nur verputzen müssen, Sandsteinrahmen um die Fenster anbringen und natürlich ein Dach aufsetzen.
Die Mehrkosten wären sicher im vertretbaren Rahmen gewesen, und die Dresdner Innenstadt wäre von Prohliser Metallplatten verschohnt gewesen. Selbst die Zeile an der Prager Straße sieht um _Klassen_ besser aus als dieses Verwaltungsgebäude im Gewerbegebiet.

Darki hat gesagt…

Hans-Hubert sagte: "Davor sollen ja noch Wasserbecken angelegt werden, bin mal gespannt wie es dann wirkt."

Wie ne Platte mit Wasserbecken davor ;)

Nemo hat gesagt…

Schon merkwürdig, dass die Platten im Zentrum - nachdem sie in den Außenbezirken weitgehend saniert sind - erst jetzt aufgehübscht werden. Viel langweiliger als der Hotelneubau am Külzring werden sie kaum aussehen können.

Und die eigentliche Peinlichkeit ist das verrottende Post- und Fernmeldegebäude nebenan, dem der Platz seinen Namen verdankt.

peter s. burg hat gesagt…

Oh Gott!!!!


LOL Sorry, aber ich habe gar keinen Nerv mehr mich aufzuregen über die Betonkistenbauer. Ich kann über solche Ekel-Architektur einfach nur noch lachen.

Das Beste ist aber nach wie vor: All diese Typen die die Menschen in solche Legebatterien zwängen, wohnen GARANTIERT selber im Stuck-Altbau.....mit vielen, vielen Ornamenten.....

mit freundlichen Grüßen


PS - Tipp an die Herren Bau-"Künstler":

Durch Ankleben von albernen Strichcode-Ornamenten an Fenstern wird eine ekelhafte Architektur nicht schöner, sondern noch ekelhafter. Das beste ist wirklich dass diese Leute sich noch für "grosse Künstler" halten... wenn die wüssten, wie sie man sie auslacht.

Georg Gemander hat gesagt…

@Petersburg: Die Strichcodes sind keine Ornamente, sondern lediglich die Leisten, auf die die Platten aufgebracht werden.

Ich ging beim ersten Blick übrigens davon aus, dass die Gerüste Teil der Architektur sind. Hat dadurch sehr gewonnen. War aber nicht so. Schade eigentlich.

Fröhlicher Poster :D hat gesagt…

@ peter s. burg

Dafür das du keine Nerven mehr zum Aufregen hast bist du recht aktiv in diesen Blog ;) Ich habe das Gefühl, dass es dir eher eine innerliche Befriedigung gibt die Worte Betonkiste, Strichcode und Bau-"Künstler" zu benutzen.

Im übrigen wohnen nicht alle Architekten in Altbauten :D (das nur ein Tipp von mir)

Zum Thema Legebatterie: Ich glaube dein Sinnbild für schöne Architektur liegt ausschliesslich in den schönen Villen der Stadt. Typische Altbauhäuser im Zentrum der Stadt sind -abgesehen von der Beletage- recht klein, dunkel und schmucklos. Die Fenster auf der hinteren Seite gingen in einen sehr kleinen Innenhof. Ich glaube, dass ein Mensch aus der damaligen Zeit mit :D und Freude in eine 60er Jahre Plattenbauwohnung gezogen wäre ;)

ProDresden hat gesagt…

@ peter s. burg

Der Hetzer gegen die Architekten streift mal wieder durch den Blog. Da bleibt mir nur noch mit dem Kopf zu schütteln :/

Wenn ich dich jetzt frage wie viele Architekten du kennst, wirst du mich vermutlich anlügen. Darum spar ich mir die Frage und möchte dir nur sagen, dass ich einige kenne die nicht in einem Altbau wohnen.

Vielen Dank für dein produktiven Tipp. Und lach dich nicht tot! Es wäre traurig nichts mehr von dir zu lesen ;)

Darki hat gesagt…

Das Schlimme ist: Betrachtet man sich das erste Bild, so wähnt man sich in der Peripherie irgendwo in Dresden-Prohlis oder Gorbitz, aber nein, nur wenige Schritte entfernt befindet sich der weltberühmte Zwinger. Sehr sehr gruselig und einer Kulturstadt mit Dresdens Ruf absolut unwürdig. Und dieser unrühmliche status quo wird auch noch für viel Geld zementiert...

Roberta hat gesagt…

Darki Meinst Du nicht, daß man darüber urteilen sollte, wenn die Gerüste gefallen sind. In den meisten Wohnungen leben ältere Menschen, die sowohl die nahe Umgebung zu den Kulturstätten wie auch gute Einkaufsmöglichkeiten schätzen. Man kann nicht alle Bauten aus DDR-Zeiten dem Boden
gleich machen, es gibt auch Geschichte.

Hans-Hubert hat gesagt…

Was soll man denn Eurer Meinung nach tun? Abreißen? Diese Idee ist bei zunehmenden Wohnungsmangel in der Stadt absolut utopisch. Verabschiedet Euch von dem gedanken, dass alles einmal so wird wie früher. Ich denke mal wir hätten viel mehr soziale probleme wenn wir anstatt den Platten nur sanierte Gründerzeithäuser hätten. Es kann sich nunmal nicht jeder eine solche Wohnung leisten. Ich bin für die Sanierung dieser Wohnzeile, für das anschließende Anlegen der Wasserbecken und für die geplante Errichtung der Wohnhäuser auf dem jetzigen Parkplatz davor. In das Zentrum müssen mehr Wohnungen !!

Andy hat gesagt…

Ich finde,dass die sanierte Wohnzeile die Altstadt aufwertet. So schlecht,wie viele hier befürchten,sieht diese gar nicht aus. Sie stellt eher eine Symbiose zur Altmarktgalerie dar und passt ganz gut ins Zentrum. Müsste bloss noch dieser hässliche Telekombau sowie das ehemalige Postzentrum daneben abgerissen werden. Sowieso mausert sich das dresdner Stadtzentrum als eines der schönsten in Deutschland. Weiter so!

the woerth hat gesagt…

Zitat: "Ich denke mal wir hätten viel mehr soziale probleme wenn wir anstatt den Platten nur sanierte Gründerzeithäuser hätten."

Also in Freiburg funktioniert das ganz wunderbar. "Soziale Probleme" gehen gegen Null (abgesehen von den Plattenbauvierteln am Stadtrand). ;)

Hans-Hubert hat gesagt…

@ the woerth
Naja ich weiß nicht ob man Freiburg mit Dresden vergleichen kann. Das Pro-Kopf-Einkommen ist deutlich höher als bei uns. Ich mag auch keine Plattenbauten, das wollte ich mit meinem Kommentar nicht sagen. Ich sehe nur aktuell keine andere Möglichkeit bezahlbaren Wohnraum zu schaffen bzw. zu erhalten. Daher bin ich erstmal froh das es wenigstens nicht mehr nach DDR aussieht. Diese Bauform find ich um einiges schlimmer als die aktuelle.

Arwed hat gesagt…

Grundsätzlich finde ich es gut, dass diese Häuserzeile durch das Schürmannsche Städtebaukonzept genial integriert wird. Für die fällige Modernisierung der Zeile hatte ich mir aber eine wesentlich hochwertigere Gestaltung geünscht.
Das Haus steht schließlich am künftigen Promenadenring!
Das was bis jetzt zu sehen ist, sowie die Zeichnungen erinnern mich eher an die Plattenbau-Umbauten von Anfang der 90er Jahre.

petersburg hat gesagt…

Jetzt, da direkt über dieser Brutal-Architektur die wunderschönen Fotos der weltberühmten Rampischen Strasse zu sehen sind, wirkt dieser ekelhafte Betonkasten im Vergleich zu der schönen, Dresdner Architektur noch grotesker und unmenschlicher.

Vor allem aber ist er komplett austauschbar; er ist ortlos und steht im Nichts: Kein "Genius loci", sondern ein "Horror vacui" der formensprachlich-architektonisch jeglichen Ort leugnet. Er könnte genau so gut in Los Angeles oder Wladiwostok stehen. Hat mit der stolzen Hauptstadt Sachsens und seiner reichen Tradition gar nichts zu tun. Ein Armutszeugnis! Und total unmodern, niemand baute heute noch so.


@Herr Gemander

Selbstverständlich sind die Strichcodes eine reine Ornamentik, ohne jegliche Funktion. Oder wollen Sie mir erzählen dass es hierfür einen funktionalen Grund gäbe?

Allerdings eine sehr fragwürdige Ornamentik. Ich denke es handelt sich bei dieser "modernen" Unsitte um eine Phobie nostalgisch veranlagter Architekten, die wissen dass die Bauhausmoderne am Ende ist, aber Angst haben sich von ihrem 100 Jahre alte Bauhaus-Dogma zu lösen.

Diese Leute haben deswegen solche Angst, weil sie nichts anderes an der Uni gelernt haben und daher nichts anderes können. Also klammert man sich am altbewährten Bauhaus-Kasten Dogma fest, obwohl dies längst obsolet ist und die Mottenkiste der Geschichte gehört.

mit freundlichen Grüßen

the woerth hat gesagt…

Zitat HH: "Das Pro-Kopf-Einkommen ist deutlich höher als bei uns."

Die Mieten allerdings auch. ;)

Anonym hat gesagt…

Entscheidend ist allerdings, was nach Zahlung der Miete vom Lohn übrigbleibt. Das ist wichtig, und keine absoluten Zahlen.
Frank

Darki hat gesagt…

@Andy: Über ihren Beitrag habe ich herzlich gelacht. Ich nehme doch an, dass er als Ironie verstanden werden sollte, oder? Wenn nicht, schließt sich die Frage an, ob sie sich aus dem Dresdner Kessel mal herausbewegt haben um beurteilen zu können, was schöne Stadtzentren sind. Kleiner Tipp, so weit müssen sie gar nicht fahren um eins zu sehen ;))

amüsierte Grüße

the woerth hat gesagt…

Oh, Andy hatte ich ganz übersehen. Darki, Du musst Dich jetzt nicht mehr alleine amüsieren. ;)

Stephan hat gesagt…

Ich hoffe doch sehr, daß der See wiederum nur aufgemalt wird - nach dem Erfolgsmodell des Pirnaischen Platzes :-) Und ja, lassen wir erst mal die Gerüste fallen, dann wirkt das ganze einfach ganz anders :-)

Was den "Wohnungsmangel" in Dresden anlangt, habe ich nicht den Eindruck, daß es an bezahlbaren Wohnungen mangelt. Tatsächlich habe ich mal interessehalber per Internet Angebote per E-Mail abonniert und sogar mal die eine oder andere Wohnung besichtigt. Ich würde mal sagen, daß das Angebot in Dresden verglichen mit Stuttgart mindestens fünfmal so groß ist und das Preisniveau bestenfalls 60 % erreicht. Und außerdem gibt es in Dresden Unmengen von Neubauwohnungen zu günstigen Preisen auf dem Markt, während hier in Stuttgart das meiste aus den 60ern und 70ern stammt und einen entsprechend niedrigen Standard aufweist. Das nur mal ganz nebenbei.

Nemo hat gesagt…

Bleibt das Paradoxon, dass sich die Masse der Schreiber hier mehr über sanierte Platten als über verrottete (mitten im Zentrum) echauffieren. Frei nach General Custer: nur eine marode Platte ist eine gute Platte.

the woerth hat gesagt…

"mehr über sanierte Platten als über verrottete"

Was gar nicht mehr so paradox ist, wenn man beginnt, darüber nachzudenken. Plattensanierungen kommen einer Zementierung des Status Quo auf Jahrzehnte gleich, bei verrotteten Platten dagegen bleibt die Hoffnung auf eine Verbesserung der Lage (auch wenn diese meist enttäuscht wird).

Nemo hat gesagt…

@woerth

Man sollte nicht nur beginnen, nachzudenken.

Ich habe nichts gegen die Verbesserung der Lage und würde Ihnen Recht geben, wenn Sie mir ein Beispiel aus Dresden nennen könnten, wo nach Abriss einer Platte und der anschließenden Neubebauung eine solche eingetreten wäre. Also sage ich, besser der Spatz in der Hand...

Matthias hat gesagt…

@ Nemo

Es sollte einfach eine Gestaltungssatzung (siehe Neumarkt) für die gesamte Dresdner Altstadt her. Dann könnten schöne Wohngebäude entstehen, wo jetzt noch reichlich Brachlandschaften vorhanden sind, es würde damit sowohl der Bedarf an Wohnungen gedeckt, als auch der Bedarf an Kulturangeboten steigen. Die Innenstadt würde attraktiver für alle werden. Für Anwohner, Unternehmer und Touristen.

Da werden jetzt wieder einige sagen: „Das ist doch alles garnicht bezahlbar.“ – Glauben sie nicht alles, was Ihnen Politiker, Investoren und Immobilienkonzerne vorrechnen. Es ist bezahlbar, nur ist es eben nicht so lukrativ, wie zum Beispiel der Bau dieser immer neuen Einkaufszentren, „Galerien“ und Passagen, welche unsere Innenstadt, samt ihres vielfältigen heimischen Handels und ihrer kleinen Läden, zu Gunsten einiger weniger Globalisierungs-Ketten (McDoof & Co), heimsuchen. Die Platten sind doch auch bloß da um Geld zu verdienen. (Ich erinnere nur mal an die Firmenphilosophie der Gagfah.)

Zwischen dem unbefriedigenden Ist- und dem von so vielen erhofften Sollzustand einer schönen, lebendigen und gesunden Stadt stehen ganze Industrien, die natürlich mit allen Mitteln versuchen werden ihre eigenen Interessen durchzusetzen, auch wenn das bedeutet dem Historismus den Krieg zu erklären.

So lange man in unserer Zivilisation noch an Zinsen, Wachstum und Profite glaubt, wird das auf Kosten der Schönheit und Nachhaltigkeit unserer Gebäude und Städte gehen.

the woerth hat gesagt…

"wenn Sie mir ein Beispiel aus Dresden nennen könnten, wo nach Abriss einer Platte und der anschließenden Neubebauung eine solche eingetreten wäre."

Polizeianbau Neumarkt.

Nemo hat gesagt…

"Polizeianbau Neumarkt"

Ich gehe mal davon aus, dass Sie die große, langsam zuwachsende Grube nicht als anschließende Neubebauung interpretieren. Oder etwa doch - vielleicht als "modernistischer Tiefschlag".

Aber ich will nicht etwa als Platten-Fan missverstanden werden. Ich ärgere mich nur darüber, dass man in den Außenbezirken (Gorbitz, Prohlis) viele Platten schon vor Jahren saniert oder sogar kreativ umgebaut hat - und in der Innenstadt lässt man sie erst 20 weitere Jahre vergammeln, um sie dann nicht etwa zu ersetzen, sondern zu tun, was man schon vor Jahren hätte machen sollen.

Hat das System? Man denke auch an die Plattenhochhäuser an der Freiberger Straße. Insofern ist es nur konsequent, dass in Sichtweite des Postplatzes ausgerechnet von einem maroden Plattenhochhaus Dresden seine Gäste grüßt. Man könnte fast meinen, irgendwo in der Verwaltung sitzt ein Zyniker, der dafür bezahlt wird, in der Innenstadt die Massen von Touris zu verhöhnen.

Anonym hat gesagt…

Da streiten sich die Unwissenden über den "Strichcode" an den Fassaden welcher aus Aluwinkeln besteht u. nichts weiter ist als die Halterung für die Platten in Sandsteinoptik. Ich wohne in dieser Wohnzeile AM SEE und bin sehr zufrieden dort. Die Wohnungen sind 100% saniert, hauptsächlich für ältere Menschen u. die Isolierung und Neugestaltung der Fassaden im "Dresdendesign" hat nur noch gefehlt.

Anonym hat gesagt…

"Dresdendesign"

Ich hoffe, das war ironisch gemeint.