Dienstag, 24. Mai 2011

Umgestaltung | Pirnaischer Platz

Bilder vom kürzlich umgestalteten Pirnaischen Platz. Markantes Wahrzeichen ist nun der in blau angedeutete See, der an das frühere Pirnaische Tor und den um 1550 trockengelegten See erinnern soll.


Kommentare:

the woerth hat gesagt…

Jetzt ist das sozialistische Flair perfekt. Eigentlich könnte man auch die Buchstaben auf dem Hochhaus wieder anbringen. ;)

Die "Dominanten" an der Grunaer sind abartig. Wahrlich die übelste Plattensanierung, die ich bislang gesehen habe. Paar Satellitenschüsseln dran und man wähnt sich im BRD-Ghetto mit hupenden Autokorsos zum Türkeispiel.

Das Stadtplanungsamt Dresden ist echt der Hammer. Man darf nicht darüber nachdenken, dass exakt diese Stadt einst schillerndes Vorbild in Sachen Städtebaupolitik gewesen ist. Die intelligenten Baureglements waren deutschlandweit einzigartig - die heutige Misere ist es in gewisser Weise leider auch.

Immerhin passen die kopflosen Entlein symbolisch perfekt in diese Ecke.

Nemo hat gesagt…

Das einzige Gute ist, dass man jetzt zu Fuß den Platz in allen Richtungen queren kann, ohne Umwege zu machen oder in den Untergrund zu müssen.

Das ist verwunderlich, denn eigentlich ist der Fußgänger in Dresdens Verkehrsplanung der Feind, der hinter breiten Geländern kanalisiert oder zusammen mit Radfahrern auf viel zu schmale Bahnen gezwungen wird - auf dass er sein frevelhaftes Tun endlich einsieht und durch Wahl einer anderen Fortbewegungsart zum Aufschwung beitrage. Dafür ist man doch schließlich damals auf die Straße...

Carlo Wedekind hat gesagt…

Die unsanierte Platte sollte man einfach abreissen.

Anonym hat gesagt…

Die St.Petersburger Straße ist das beste Beispiel in Dresden, dafür das die Stdtverwaltung kein richtiges Konzept hat für die Entwicklung der Innenstadt.
Gebaut als Stadtautobahn, zerschneidet die Petersburger Ost und West.
Anstatt endlich mal die Straße neu zu verlegen um mehr Raum für eine städtische Entwicklung zu schaffen wurde für viele 100.000€ blaue Farbe auf die Straße geschmiert.
Man hätte (wahrscheinlich häts mehr gekostet, wär aber für die zukünftige Entwicklung vorteilhafter gewesen) hier die ersten Ansätze eine begehbaren Grünanlage schaffen können bzw. Bauflächen schaffen können um die Innenstadt wieder dichter zu bebauen.
Jetzt weiß ich das sich in den nächsten 10-20 Jahren nixs ändern wird. Na ja vlt. schmieren Sie ja auf dem Gerogplatz noch nen großen grünen Fleck hin.

Gruß
Dresdner84

Anonym hat gesagt…

Der blaue Fleck ist wirklich der Gipfel - da ist die Realsatire auf der Überholspur. Immer wenn man glaubt, das war jetzt der Tiefpunkt in Sachen Geschmacksverirrung, setzt die Dresdner Verwaltung noch einen drauf.

Als nächstes kommt jetzt garantiert der Wiederaufbau des DDR-Anbaus am Polizeipräsidium mit originalen Platten und Asbestfasern, wetten daß?

b100111001 hat gesagt…

"Jetzt ist das sozialistische Flair perfekt. Eigentlich könnte man auch die Buchstaben auf dem Hochhaus wieder anbringen. ;)"

Das muss man eigentlich gar nicht, immerhin ist der Schriftzug beim genauen hinsehen immer noch erkennbar ;)

Blaue Farbe hin oder her, imho ist die Knotenpunktsumgestaltung ein deutlicher Zugewinn insbesondere für Nichtmotorisierte. Auch wenn die Carolabrücke nach Süden immernoch unpassierbar ist, so gibt es am Pirnaischen jetzt wenigstens brauchbare und sichere Radverkehrsanlagen. Ich bin auch davon überzeugt, dass durch die Entfernung der inneren Mehrphasigkeit und der verbesserten Fahrstreifenkonfiguration die Unfallkostenrate deutlich sinken wird.

Selbstverständlich wäre es mir auch lieber, wenn die Straße auf eine zweistreifige Stadtstraße zurückgebaut würde, aber ich glaube nicht daran, dass das jemals passieren wird. Obwohl in Dresden laut SrV "nur" 41% aller Wege mit dem Pkw zurückgelegt werden, ist es nunmal diese Minderheit, die in jeder Diskussion am lautesten schreit. Anders als in vielen anderen Städten hat die Förderung nichtmotorisierter Verkehrsmodi in Dresden sowohl in der Stadtverwaltung als auch in der Bevölkerung einen viel zu geringen Stellenwert.

the woerth hat gesagt…

Eben. Autostadt Dresden. Ausgerechnet Dresden.

bogomil hat gesagt…

Schlecht ist die Idee mit dem blauen Fleck in der Mitte, meiner Meinung nach, nicht. Zumindest bringt er Farbe in eine triste Verkehrslandschaft. Auch wenn mir persönlich ein Blumenbeet oder Büsche sicher besser gefallen hätten. Diesen Fleck jedoch als Anlehnung an diesen damaligen See zu sehen, find ich doch recht witzig.

Zum Hochhaus Pirnaischer Platz sei noch kurz gesagt: Es muss weg! Auch wenn ich prinzipiell für die Sanierung von Plattenbauten bin, zumindest wenn sich in der Gestaltung Mühe gegeben wird, ist dieses Gebäude, trotz kleinerer Historie, nicht mehr zu retten. Es passt einfach nicht in das Bild dieses Platzes und müsste eigentlich umgehend abgerissen werden. Meinetwegen könne man an dieser Stelle einen Parkplatz anlegen (Lidl würde sich sicher freuen), ein neues kleineres Gebäude bauen oder Bäume stattdessen anpflanzen. Dieses Gebäude wird einfach nicht schöner, egal wie lange ich es betrachte, denn dafür wirkt es einfach zu massiv und klotzig.

Dresdner hat gesagt…

Wen müssen wir das nächste mal wählen, damit sowas endlich aufhört......

Peter S. Burg hat gesagt…

Worin besteht denn hier die Umgestaltung? Ein blaues Wasserbecken in der Mitte, und die hässlichen "Der Sozialismus siegt"-Blöcke bleiben stehen, oder wie? LOL!

Diesen Platz kann man doch nur umgestalten, indem man normale Europäische Häuser baut, wäreich Stadtbaudirektor, ich würde hier einen Platz z.b. im Gründerzeit Stil errichten. Die Modernisten versuchen ja ein moralisches "Verbot" zu konstruieren, das überhaupt nicht existiert ausser in de Modernisten-Fantasie.

Da ja ein schöner Gründerzeitplatz wie z.b. der wunderschöne Dürerplatz wohl eher nicht möglich ist, wäre auch mit moderner Architektur geholfen, wenn diese wirklich modern wäre. Zum Beispiel südlich des Altmarkts, finden wir einige Bauten die modern sind,aber Tradition aufnehmen, wie z.b. das Sparkassenhaus am Külz-Ring oder die Rückfront des Pfau-Hotels. Mit solchen Gebäuden, im ursprünglichen Strassenverlauf vor der Zerstörung, könnte man durchaus einen schönen Platz herstellen.

Aber sinnvolle stadtplanerische Lösungen sind ja in Dresden nicht gefragt, Frau Oros wird wieder den Bürgern eine "demokratische Diskussion" ermöglichen, nach der sich aber nichts ändert und Frau Oros lediglich ein paar IKEA-Blumenkübel um den Platz herum stellt - um zu verdecken, wie ekelhaft hässlich die Architektur ist.

Anonym hat gesagt…

Das soll ernsthaft die Platzgestaltung sein?!! Ich habe im ersten Moment an einen hervorragend sarkastischen Aprilscherz gedacht, aber es ist Ende Mai. Jedes zweite Kindergartenkind bekommt doch eine bessere Gestaltung (des gesamten Platzes) hin.

Wer glaubt denn ausserdem, dass diese Enten hier auch nur mehr als ein paar Monate ueberleben? Spaetestens im naechsten Winter werden die doch von einem eifrigen Schneeraeumer abrasiert oder am 13.2. als Wurfobjekte eingesetzt.

the woerth hat gesagt…

"Wen müssen wir das nächste mal wählen, damit sowas endlich aufhört"

Die Bürgerfraktion.

Aber in Dresden wird auch bei der nächsten Wahl traditionsgemäß die Brücken- und Autofahrervereinigung CDU gewinnen. Und zwar mit ungesundem Abstand zu allen anderen Parteien.

Gegenextrem Freiburg:

http://www.merkur-online.de/nachrichten/politik/gruen-kultur-laendle-streifzug-mm-1241188.html

Hans-Hubert hat gesagt…

Das beste sind die vielen Enten, wie süüüüüüüüüüüüüß :) Leider sind diese mittlerweile schon wieder Geschichte. Sie waren wohl irgendeiner Obrigkeit ein Dorn im Auge und wurden schwuppdiwupp entfernt. Spielverderber......

Nemo hat gesagt…

"Das soll ernsthaft die Platzgestaltung sein?"


Soll es nicht.

In Dresden werden solche Flächen offensichtlich ausschließlich verkehrstechnisch gesehen und nur auf den Verkehrsfluss hin optimiert. Man käme im Straßen- und Tiefbauamt gar ncht auf die Idee, dass es auch etwas mit Gestaltung des Stadtraumes zu tun haben könnte. Auf dem neuen kleinen Kreisel in Altplauen wurde ein von Anwohnern mittig aufgestellter großer Pflanzkübel (der zudem verhindert, dass man einfach gerade durchfährt), von der Stadt wieder entfernt. Man gestaltet nicht nur selber nicht - man verhindert auch, dass andere es tun.

Die Diskussion um eine veränderte Bebauung am Pirnaischen ist somit auch obsolet: Wer will an den vier- und mehrspurigen Verkehrsschneisen schon wohnen und der Büromarkt ist gesättigt. Solche lauten, gefährlichen und stinkenden Nicht-Orte führen zwangsläufig zur Verödung. Aber aus unerfindlichen Gründen liegt der Verwaltung die Möglichkeit, Dresden schnell (mit dem Auto) zu durchfahren mehr am Herzen als eine gewisse Lebens- und Verweilqualität in einer ansprechend gestalteten Stadt.

the woerth hat gesagt…

"Wer glaubt denn ausserdem, dass diese Enten hier auch nur mehr als ein paar Monate ueberleben?"

So lange sollte es wohl nicht sein. :)

Matthias hat gesagt…

Ein Platz für die Autos und die Liebhaber hässlicher und trister Architektur. Dieser Platz ist einer der eindrucksvollsten Belege für den stark begrenzten kreativen Horizont der Dresdner Stadtplaner.
Dieser angedeutete Teich ist hoffentlich bloß ein Versuch uns alle zum Lachen zu bringen. :)

Hans-Hubert hat gesagt…

Oh wie ist das schön, oh wie ist der Postplatz schön, so was haben wir lange nicht gesehen, so schön, so schön :)

Um es mal in der derzeitigen euphorischen Fussball-Aufstiegs-Stimmung zu besingen, mit ironischem Hintergrund natürlich.

Und da ich gerade beim singen bin, fällt mir zum Hochhaus ein: Reißt die Hütte ab, reißt die Hütte ab..(Songtext copyright by Micky Krause)

Fritz hat gesagt…

Wer ernsthaft versucht die Dresdner mit künstlerischen Mitteln an die Geschichte ihrer Stadt zu erinnern muß scheitern. Das verstehen Dresdner nicht.

Fritz

Hans-Hubert hat gesagt…

Also wenn billige blaue Farbe das einzige künstlerische Mittel ist, was die Herren der Bauplanung vorzuweisen ist, dann sage ich schon einmal gute Nacht....

ProDresden hat gesagt…

Kunst am Bau finde ich gut! Es gibt viele schön, interessante und kreative Sachen.

Was die blaue Fläche darstellen soll ist echt fragwürdig!? Soll es im ernst Wasser imitieren?

Die Enten sind definitiv kreativ! Leider von der Stadt unerwünscht ;)

Hätten man lieber eine echte grüne Fläche mit Bäumen inmitten der grauen Verkehrsfläche hingesetzt.

Entschuldigung, wenn ich den Künstler jetzt zu nah getreten bin.

ji hat gesagt…

Wäre ich Stadtplaner, würde ich die Petersburger in einen Tunnel stecken und obendrüber alte Strassenzüge wieder beleben, natürlich nur für StraBas, Radls und Fussgänger. Als Leitbau für die Zeile vor dem Polizeipräsidium natürlich den Kaiserpalast und den Pirnaischen Platz als Tor hin zum Strassburger Platz und Grossen Garten mit seinen anliegenden Landmarken. Aber naja, so ein Potential wird ja immernoch von der DDR-Denke in den Köpfen der Alten in den Gremien und Büros nicht erblickt, dafür Plattenbaulegebabatterien und Landebahnen zwischen ihnen …

Hans-Hubert hat gesagt…

@ji
Guter Vorschlag, nur leider nicht umsetzbar. Der Vorschlag mit dem Tunnel kam vor kurzem von einem Stadtpolitiker, soweit ich weiß. Ich habe es zumindest in der SZ gelesen. Postwendend kam der Einwand, nämlich; Wer soll das bezahlen? Für sowas ist kein Geld da. Und das ist sicher auch so. Wofür möchten Sie denn den Kaiserpalast nutzen? Gebäude wieder aufzubauen ist das eine, eine sinnvolle Nutzung die wichtigere Frage. Von daher, träumen Sie nicht weiter davon, es wird nicht geschehen. Es gibt noch genug Brachen rund um den Neumarkt, die müssen erstmal sinnvoll geschlossen werden.

the woerth hat gesagt…

Zitat: "Für sowas ist kein Geld da."

Kommt immer drauf an, wie man die Prioritäten setzt. Bei der Waldschlösschenbrücke, dem Kulturpalast oder dem vierspurigen Ausbau der Königsbrücker scheint das Geld durchaus locker zu sitzen. ;)

Hans-Hubert hat gesagt…

@ woerth

Vielleicht werden diese Projekte ja auch entsprechend bezuschusst, da zumindest bei der Waldschlößchenbrücke ein entsprechender verkehrstechnischer Bedarf besteht. Aber das ist ein anderes Thema. Ich denke nicht, dass mal soeben mehrere hundert Millionen Euro für ein Projekt zu Verfügung stehen, was nicht unbedingt benötigt wird.

the woerth hat gesagt…

"da zumindest bei der Waldschlößchenbrücke ein entsprechender verkehrstechnischer Bedarf besteht"

...was nun wirklich oft genug widerlegt worden ist. Man hat ganz gerne dann Bedarf, wenn man ein Projekt forcieren will. Und wenn nicht, dann gibt es entweder keinen "Bedarf" oder kein Geld. Die WSB wird ebensowenig "unbedingt benötigt" wie ein Ausbau der Königsbrucker zur Autobahn. Die Autostadt Dresden denkt halt nur, dass das alles ganz furchtbar dringend notwendig wäre, um irgendwann mit dem völlig zersiedelten Westen mithalten zu können. Die Thesen der 60er und 70er sind in DD leider omnipräsent.

Hans-Hubert hat gesagt…

Wenn es normal ist, dass man jeden Tag zu Stoßzeiten fast eine Stunde benötigt um z.B. das Blaue Wunder mit dem Auto zu überqueren (die Albertbrücke ist auch nicht besser), dann benötigt man in der tat keine WSB. Da dies aber nicht der Fall ist und Entlastung dringend notwenidig ist, war der Bau der WSB die einzig richtige Entscheidung. Der 4-spurige Ausbau der Königsbrücker ist in der Tat sinnlos, da stimme ich zu. Man muss auch an den Teil der Bevölkerung denken, welcher die Brücken täglich überqueren muss um auf Arbeit zu kommen. Man hat ein Anrecht auf ein bestmögliches und gut ausgebautes Strassennetz um zügig von A nach B zu kommen. Nichts ist so kostbar wie Zeit...

the woerth hat gesagt…

"und Entlastung dringend notwenidig ist, war der Bau der WSB die einzig richtige Entscheidung."

Auch wenn Du's noch hundert Mal wiederholst, wird es nicht richtiger. Gibt genügend Daten und Statistiken, die das Gegenteil belegen. Du hast Dich wie so viele Dresdner ganz einfach nur von der propagandistischen CDU/FDP-Polemik einlullen lassen.

"Man hat ein Anrecht auf ein bestmögliches und gut ausgebautes Strassennetz um zügig von A nach B zu kommen."

Soso. Du bist eindeutig ein Einwohner der Autostadt Dresden. ;) Hier in Freiburg werden schon seit Jahren Straßen rückgebaut und untertunnelt, es gibt sogar ein ganzes Stadtviertel ohne Autos (Vauban) und die Grünen hatten bei der letzten Wahl über 40(!) Prozent. Aber Dresden ist halt noch nicht so weit (und das kann auch noch ein Weilchen dauern).

"Nichts ist so kostbar wie Zeit..."

Kommt drauf an, welche Prioritäten man setzt.

Hans-Hubert hat gesagt…

Ich hab mich nicht einlullen lassen, es ist meine ganz persönliche Meinung. Und ob es so gut ist, wenn 40% die Grünen wählen wage ich zu bezweifeln, da es für mich auch nur Dummschwätzer sind, siehe die achso tolle Grüne Liga in Dresden. 5 Tierarten klagen gegen den Bau der WSB, stand letzte Woche in der Gazette. Was tut man nicht alles um sich lächerlich zu machen....aber wollen wir es dabei belassen, es kann sich ja zum Glück jeder seine eigene politische Meinung bilden. Soweit sind wir ja mittlerweile zum Glück :)

the woerth hat gesagt…

"es ist meine ganz persönliche Meinung."

Umso schlimmer. ;)

Was hat die "Grüne Liga" mit der Partei "Die Grünen" zu tun? Freiburg geht es mit unserem grünen OB jedenfalls seit Jahren blendend - in fast jeder Hinsicht.

Die Fledermauspolemik geht an der eigentlichen Problematik vorbei - da gibt es tatsächlich weit gewichtigere Argumente in Sachen WSB.

danzwoot hat gesagt…

Schilda perfekt. See. Jetzt fehlen nur noch das Leninehrenmal und irgendwelche sozialistischen Kampfparolen. Und natürlich die Angler und in-den-See-Pisser