Montag, 2. Mai 2011

Hauptstraße 5-7




Kommentare:

Dresdner hat gesagt…

Man beachte das hier nicht ersichtliche Werbeplakat zum Barockviertel.
Das gibt doch mal nen schönen Kontrast .....

(wie grauenhaft)

Darki hat gesagt…

Aus städtebaulicher Sicht eine vertane Chance diese hochwertige Innenstadtfläche mit diesem Primitivbau zu besetzen, aber so ist es eben.

Tannahide hat gesagt…

Traurig. Eine absolut vertane Chance und kein gutes Omen für die künftige (etwaige) Entwicklung des Neustädter Marktes.

Anonym hat gesagt…

Plattenbau bleibt eben Plattenbau.

http://4.bp.blogspot.com/-phuA1Becdv8/Tb5ztpl9tqI/
AAAAAAAAJgw/0jj0pzB9lX0/s1600/11.JPG

Ein temporäres Provisorium. Mit den Platten wird auch dieser Neubau fallen. Ganz ganz sicher.

Jürgen hat gesagt…

Wenns schon nicht schön wird, so geht's wenigstens schnell voran. Kann man ja auch nicht von jeder Dresdner Baustelle sagen.

Matthias hat gesagt…

Es ist einfach schrecklich das mit ansehen zu müssen. Wo sind der Zorn des Allmächtigen, wo Superman, wo die Gesellschaft Historisches Dresden, die diese Tragödie noch von uns abwenden können? :/
Die Pläne der GHND waren einfach fantastisch. Eine jede Stadt hätte diesen Vorschlag Himmelhoch jauchzend und mit explodierenden Sektkorken willkommen geheißen, nicht aber unsere Stadt – nicht Dresden.
Ich bin einfach nur deprimiert.

Anonym hat gesagt…

Eine Schande für Dresden,solch einen Betonklotz,an einer so historisch wertvollen Stelle zu platzieren!
Ich kann nur hoffen das die Entscheidungsträger zur Besinnung kommen.
Einen so einfach-langweiligen Bau kann man am Stadtrand von Dresden setzen,aber nicht am Neustädter-Markt.
Den bis jetzt wird nur nach den Kosten geschaut und der Rendite,Schade

Mfg R.Helbig

Anonym hat gesagt…

Nun geht es "endlich" los.
Soll zwar die Innere Neustadt aufwerten und ein Zugang ins Barockviertel schaffen, aber für mich ist dieses Gebäude ein Grund einfach weiter zugehn.
Es gab schon häufiger (bei einigen Diskusionen hier) die Meinung wir Dresdner würden uns zu wenig Einsetzten, hier haben sich viele Dresdner angagiert und auch genügend Alternativen herrausgestell ABER was hat es genützt? Ich setzte auf die nächste Generation, die jetzige MTV Gesellschaft wird leider nur noch mehr solche Gebäude hervorbringen so leit es mir tut.Aber the Live Go's On.
Gruß
Dresdner84

ji hat gesagt…

Wenn in 10-20 Jahren der Plattenbau direkt am Neustädter dahinrostet, wird man nicht um das Rathaus drumrum kommen, denn dann wird das Verlangen nach dem schönen, dresdenwürdigen Bauen weit genug gewachseen sein und die verbohrten Gestaltungskommissionler altersbedingt ihren Platz geräumt haben. Und dann wird auch dieser völlig an der Lokalität vorbei geplante Eckbau an der Hauptstrasse mit zur Disskussion stehen.

Rigatony hat gesagt…

Habt Ihr Euch eigentlich schon mal gefragt, wie sich Herr Knerer bei solch teilweise häßlichen Kommentaren fühlen muss? Schämt Euch!

Perücke hat gesagt…

Irgendwie texten hier doch die meisten völlig wirres Zeug.. Städtebaulich ist die Lösung unstrittig das was an dieser Ecke erstrebenswert ist. Wie das Haus aussehen wird mag nicht jedem gefallen, aber immerhin gibt es hier einen Architekten der sich persönlich für seine Arbeit einsetzt. Die Wahrscheinlichkeit dass sich Eure Auffassung von architektonischer Qualität auf Dauer durchsetzt ist schon deswegen unwahrscheinlich, weil Ihr nur auf Reproduktion bekannter Muster setzt. Das ist ...leider muss man es so sagen.. wirklich banal und einfallslos.

Anonym hat gesagt…

Weiß denn eigentlich irgendwer hier drin wer überhaupt in der gestaltungskommission so sitzt?

Anonym hat gesagt…

Ach Gottchen, der arme Herr Knerer. Hat er sich mal gefragt wie die Dresdner sich fühlen bei solchen vollweise häßlichen Bauten? Das Knerer & Lang auch anders können und auch wollen, zeigt ihr Siegerentwurf für eine Reko in der Frankfurter Altstadt. Nun - eventuell gab es ja auch Vorgaben seitens des Stadtplanungsamts Dresden. Aber Herr Knerer muß sich den Vorwurf gefallen lassen a) diesen eventuellen Vorgaben besseren
Könnens entsprochen zu haben und b) an solche eine historisch wertvolle Stelle eine so minderwertigen Bau abzuliefern.
Aber es stimmt wohl - die Hauptschuldigen für diesen Bau sitzen im Dresdner Stadtplanungsamt.

piltz hat gesagt…

Warum sich schämen, wenn man seine Meinung sagt. Schlimm genug wenn man einen Fehler auf der Hauptstraße zum zweitenmal begeht. Wenn wir an die Lebensdauer der dafür abgerissenen Plattenbauten denken, wissen wir wann diese Schande wieder verschwindet. Ich hoffe sehr viel viel eher !!!

Peter hat gesagt…

Am besten unten rein 'nen Dönerladen, 'nen Handy-shop, 'ne Aldifiliale und 'ne Bank und schon siehts aus wie in jeder x-beliebigen westdeutschen Vorstadt. Und davor noch ein paar Parkplätze. Es ist zum Heulen!

perücke hat gesagt…

Wer behauptet denn, dass hier Plattenbauten entstehen sollen?? Das ist doch gar nicht der Fall, denn jetzt entstehen konventionelle Massivbauten ohne starres Plattenbauraster. Das genaue Gegenteil also.

the woerth hat gesagt…

Unüberlegtes Zitat Perücke: "weil Ihr nur auf Reproduktion bekannter Muster setzt. Das ist ...leider muss man es so sagen.. wirklich banal und einfallslos."

Ah so. Knerer & Konsorten setzen nicht auf "bekannte Muster", ne? Modernisten erfinden sich täglich neu, oder? Kreativität und Originalität ohne Ende, sämtliche Nachkriegsideologien sind vergessen und werden nicht wieder aufgewärmt. Ich bin begeistert!!!

Die Modernistenlobby versucht gerne, ihre veralteten Ideale als modern zu verkaufen - und im Gegenzug tatsächlich neue Denkmuster als ewiggestrig darzustellen. Wichtig daher, dass man diese Verzerrungen beständig ins rechte Licht rückt.

the woerth hat gesagt…

Anonymes Zitat: "Weiß denn eigentlich irgendwer hier drin wer überhaupt in der gestaltungskommission so sitzt?"

Ja, ich. Leider.

Nemo hat gesagt…

Es ist ja erst recht absurd, dort Häuser zu bauen, die wie Plattenbauten aussehen, ohne welche zu sein.

Perücke hat gesagt…

@Woerth

Aber jetzt mal halblang.. Verschiedene Fragen um Deine wirren Äusserungen zu enträtseln:

-Wer sind Deiner Meinung nach denn "die Modernisten"?? (Unter diesem Begriff fasst Du ja offensichtlich alle zusammen, die sich nicht für Rekonstruktionen und historistische Architektur einsetzen, oder?)
-Anschließend die Frage welche "Modernistenlobby" dann wohl gemeint sein wird? (Die Andersalswoerthdenkenden?)
-Rekostruktionen und Historismus gibt es schon soo lange, dass man das wirklich nicht ernsthaft als "tatsächlich neu" darstellen kann. Vielleicht solltest Du Dich erstmal ernsthafter mit der Materie (Architektur? Geschichte?) beschäftigen, bevor Du hier den Oberexperten gibst?

Anonym hat gesagt…

@
Zitat Woerth: "Ja, ich. Leider."

...und???? Verrätst Du´s uns noch? Du weisst doch, geteiltes Leid ist halbes Leid...

Ein Link wäre sehr schön und großzügig!

Franz B. hat gesagt…

Bei aller Meckerei, die Plattenbauten waren für ihre Zeit eine sehr gute Lösung. Die Jugendbibliothek im Erdgeschoss war ein hervorragender Treffpunkt und hat viele Jugendliche angezogen, bevor es mit der Wende "Stiller" und "Leiser" wurde. Die Kultur in der wir leben hat sich geändert indem sie sich dem Westen geöffnet hat. Die Menschen wollten das. Die Probleme werden nicht gelöst in dem man der Kommerzkultur eine andere Fassade gibt. Mc Donalds bleibt Mc D. egal in welchem Gebäude. Der Hochpunkt der westlichen Kultur zeigt sich am Elbepark. Hier wird gerne die DDR und die "Moderne" oder Architekten dafür verantwortlich gemacht, das sich der Wertewandel unserer Zeit auf das Bild der Innenstädte niederschlägt. Das ganze hinter einer verkleidung zu verstecken macht das eigentliche Problem in meinen Augen noch viel grotesker und trägt nichts für eine Entwicklung bei. Wer meckert hat keine Lösung sonder frust und das ist verständlich.

Pollock hat gesagt…

@ Nemo:
ich kann natürlich nur spekulieren, wie Ihre persönliche Definition von Plattenbau lautet, aber sie hat offenbar nichts mit der allgemeingültigen und überkommenen Definition überein.
Andernfalls müsste Ihnen klar sein, dass offene, freitragende Fassadenecken nicht unbedingt zum Stadard-Formenkanon des Plattensystems gehören.
Seien Sie doch bitte so gut, und formulieren Sie etwas exakter, sonst versandet diese Diskussion schon durch die falschen Taxonomie.

Pollock hat gesagt…

Hat eigentlich irgendjemand nähere Kenntnis darüber, mit welchem Baustoff die Fassade verkleidet werden soll? Der Visualisierung auf dem Bauschild zufolge, werden die beiden Baukörper ja unterschiedlich gestaltet, was ich richtig finde.

Naturstein? Metall? Ich hoffe, nicht wieder so eine Wärmedämmverbundsystem-Fassade mit 2mm Korn, die derzeit an jedes Altenheim und jedes 2**-Hotel in Dresden appliziert wird....

P.S. Könnte jeder, der hier postet, bitte seinen Kommentar vorab mal auf korrekte Rechtschreibung und Interpunktion überprüfen?
Hier maßen sich so viele an, "moderne" Architektur bewerten und begreifen zu können, sind aber selbst nicht in der Lage die einfachsten Orthografieregeln zu beherzigen...

...wäre schön...

Matthias hat gesagt…

@ perücke

...weil Ihr nur auf Reproduktion bekannter Muster setzt. Das ist ...leider muss man es so sagen.. wirklich banal und einfallslos.

1. Niemand setzt hier auf eine Reproduktion bekannter Muster. Das ist einfach nicht wahr. (Die GHND wollte auch nicht, dass an dieser Stelle ehemalige Gebäude kopiert werden, sondern sie wollte alte Bauformen neu interpretiert sehen.)

2. Es geht darum, dass die Leute einfach – vollkommen zu Recht – nicht verstehen, warum sich bei dem aktuellen Projekt an der Hauptstraße die Architekten Knerer & Lang mit ihrem Entwurf, was die ganze Erscheinung und Gestalt des Baukörpers anbelangt, an den alten Plattenbauten (rechte Winkel, Flachdach etc.) anlehnen und diese riesige Chance nicht nutzen endlich wegzukommen von den in Wahrheit einfallslosen, immer wiederkehrenden plumpen, kubischen Formen.

@ the woerth

Die Modernistenlobby versucht gerne, ihre veralteten Ideale als modern zu verkaufen - und im Gegenzug tatsächlich neue Denkmuster als ewiggestrig darzustellen. Wichtig daher, dass man diese Verzerrungen beständig ins rechte Licht rückt.

Das seh ich allerdings genauso. Ich glaube mittlerweile daran, dass sich die Vernunft letztlich durchsetzten wird und die Architektur von ideologischen Zwängen, welche sich auch auf die Gestaltung niederschlagen, befreit wird.

Anonym hat gesagt…

Das stimmt es gibt immer wieder welche,die diese Idee sogenannten nicht "Plattenbauten" bejubeln!
Ich glaube sie haben den Schönheitsinn verloren,wer diesen Betonbau von Kner u.s.w für schön hält,der soll in ein Neubaugebiet ziehen (Gorbitz,Prohlis)da passt der Entwurf auch hin!

Herr Peter S. Burg hat gesagt…

Großer Gott im Himmel, warum nur lässt du so etwas zu....

Dieses ekelerregende Monstrum ist ein Schlag ins Gesicht für all diejenigen die Dresden wegen seiner Schönheit lieben. Hier wird Schönheit, Kultur und in Jahrhunderten gewachsene Europäische Stadt systematisch zerstört.

Was müssen diese Architekten für innere Aggressionen haben, um so etwas zu tun? Von der Firma FLORANA , die das Schandwerk aggressiv vorantreibt, ganz zu schweigen.

Ich stelle mir die Frage: Wer trägt die Hauptschuld an dem Objekt - der "Baumeister" oder der Auftraggeber?

Die einzige Lösung hierin sehe ich, dass die Dresdner endlich lauf und deutlich NEIN sagen, um aggressive Firmen und kulturlose, zerstörungswütige Architekten in ihre Schranken zu weisen. Aber bisher ist bei den Dresdnern leider kein Widerstand gegen die Zerstörung ihrer Stadt festzustellen.

Dresdner, wehrt Euch endlich! Ihr glaubt doch nicht im Ernst, dass dies der letzte absichtlich inszenierte Schandfleck sein wird? Ich verstehe nicht, warum die Dresdner all das hinnehmen. Gerade in einer Stadt, die so viel verloren hat.....SEHR TRAURIG !!!

Nemo hat gesagt…

@Pollock
ich kann natürlich nur spekulieren, wie Ihre persönliche Definition von Plattenbau lautet, aber sie hat offenbar nichts mit der allgemeingültigen und überkommenen Definition überein.

Ich kann in Ihrer Argumentation keine Logik entdecken, denn ich schrieb ja, die Dinger sind keine Platten. Nach meinem subjektiven Empfinden (und ohne Definition) sehen sie aber so ähnlich aus - und wurden ja gerade deshalb angepriesen, weil sie so gut mit den benachbarten Platten harmonieren.

Anonym hat gesagt…

(HelgeK) Auch ich finde, wie wohl die meisten hier, daß hier eine große Chance vertan wurde. Allerdings müssen sich die Dresdner schon fragen lassen, was sie getan haben, um dies zu verhindern. Die Initiative des GHND fand in der Bevölkerung kaum Unterstützung (die kam nur von einer großen Boulevardzeitung, die nicht unbedingt berühmt für sachgerechte Berichterstattung ist). Hinterher jammern bringt nichts mehr. Wegen der zu erwartenen guten technischen Qualität der Neubauten ist leider auch nicht damit zu rechnen, daß diese zu Lebzeiten der hier Anwesenden wieder abgerissen werden.

the woerth hat gesagt…

Perücke, obwohl es sinnlos ist (Darki schrieb es an anderer Stelle bereits), lasse ich mich respekthalber nochmal zu einem Statement überreden.

Modernisten = Menschen, die der allgegenwärtigen kopflastigen und pseudointellektuellen Architektur der reduzierten Formen, angelehnt an Bauhaus, "form follows function" oder einer "selbstbewussten Kontrastideologie" hörig sind. Regionaltypische Überlegungen und die Rückgewinnung von Identität als adäquate Antwort auf flächenhaft kriegszerstörte Städte spielen bei Modernisten zumeist keine Rolle, stattdessen wird Architektur um der Architektur Willen glorifiziert (Stichwort Solitär, Selbstverwirklichung, Kontrast, (zwanghafte) Abstraktion, Bedienung vorgegebener Trends um jeden Preis - und wenn sie wie Schlitzfenster, Sichtbeton oder "Alpinaweiß-Signalrot-Putz" inzwischen auch schon wieder hochgradig altbacken und unkreativ wirken).

Modernistenlobby = Diejenigen, die sich von der Gehirnwäsche im Architekturstudium beeindrucken lassen. Eigentlich fast der gesamte für den Städtebau verantwortliche Apparat. Baubürgermeister, Städteplaner, Jurys, BDA, Sprachrohr Baunetz & Co.

Zu Ihrem letzten Abschnitt:

"Tatsächlich neu" sind nicht Rekonstruktion oder historisierende Architektur, sondern die Tatsache, dass endlich Teile der Bürgerschaft gegen oben beschriebenes System rebellieren. Die Heilung kriegszerstörter Wunden durch Rekos, angepasste und historisierende Architektur wären nach dem hunderttausendsten Modernistenkubus immerhin mal ein eindeutiger Bruch mit dem Etablierten. Noch "neuer" allerdings wäre die kreative Weiterentwicklung alter Stile unter Einbeziehung eindeutiger regionaltypischer Merkmale ohne jede Abstraktion. Und Letzteres ist auch meine eigentliche Intention.

F.B. hat gesagt…

… woerth hats wie immer voll drauf, hier der passende Link:
www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,760463,00.html

Anonym hat gesagt…
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the woerth hat gesagt…

Na, FB? Mal wieder keine Argumente?

perücke hat gesagt…

@Woerth
Deine Definition von "Modernisten" ist Deine Privatmeinung, die offenbart, dass Du Dich weder mit moderner Architektur noch mit zeitgenössischer Architektur so weit befasst hast, um Dir ein Urteil zu erlauben. Du fasst pauschal irgendetwas zusammen, um zu dem Schluss zu kommen, dass Deine vorgefasste Meinung die richtige ist. Damit entgeht Dir eine Menge, nämlich die Vielfalt der gegenwärtigen Strömungen in der Architektur. Deshalb ist es auch vergeblich, wenn Du hier immer wieder Argumente für die moderne Architektur einforderst, weil es genau die als Klischee eben gar nicht gibt!
Wenn Du mehr über die (teilweise ja auch sicher zu Recht) kritisierten "modernen" Architekturen erfahren willst, musst Du Dich wohl mit Ihren Schöpfern genauer befassen (Bauherren, Architekten). Wenn man die wiederum pauschal zur "Modernistenlobby" zusammenfasst, wirst Du auch hier nicht weiterkommen und eine Diskussion (mit wem denn auch? Lobbies diskutieren ja nicht) kommt nicht zustande.

f.b. hat gesagt…

… nicht nur die "moderne" wird gerne pauschalisiert, gerade auch die Vielfalt historischer Strömungen. Da wird keine Differenzierung unternommen und ebenso wenig ein Qualitätsbegriff diskutiert. In DD wird gerne alles dem Barock zugeschrieben, weil er sich gut vermarktet. Mir fehlt da auch jegliche kritische Auseinandersetzung mit den jeweiligen Qualitäten der Zeit. Der Verlust des menschlichen Maßes, der zu Recht oft als Argument benutzt wird, ist ja nicht auf Architektur und schon gar nicht auf Fassaden begrenzt sondern eher ein gesamtgesellschaftlicher Mangel unserer Zeit. Insofern ist es schade, dass eine Einmischung der Bürger in die Stadtentwicklung auf Fassaden-Diskusionen beschränkt bleibt, schnell sind Bösewichte gefunden aber eine Diskussion über Inhalte von Architektur wird nicht geführt.
Ich fürchte das Dresden damit eine entwicklung für Jahre verwehrt bleibt, bis man gelernt hat, dass auch historisierende Fassaden nicht die heilbringende Lösung sein wird.

the woerth hat gesagt…

Ausnahmen bestätigen die Regel, das war schon immer so. Ich bin der Letzte, der pauschal ganze Gruppen verunglimpfen würde - eben darum habe ich für Modernisten auch eine ganz eigene Definition, ist mein gutes Recht. Nicht alle Architekten berühren dieses Raster, habe ich auch nie behauptet. Gibt einige ungewöhnliche Ansätze, von Kollhoff über Patzschke bis Mäckler.

@Perücke: Deine Psychogramme kannst Du Dir sparen. Ich offenbare überhaupt gar nichts, sondern gebe hier nur kleine Stichpunkte meiner Lebenserfahrung und -einstellung wider. Inwieweit ich mich mit irgendetwas befasst habe, kannst Du nicht beurteilen - und solltest Du auch nicht.

Mir ist aber natürlich bewusst, dass es Menschen gibt, die die Tendenzen im System nicht erkennen (können / wollen). Diskussionen mit solchen Leuten führen ins Nichts (wie man auch hier wieder sieht), denn wer es nicht fühlt...

Mein Standpunkt ist und bleibt: Pro Regionaltypik in kriegszerstörten Städten! :)

the woerth hat gesagt…

Die Ideologie, die in den Studiengängen vermittelt wird, trägt weiter munter ihre Früchte.

Antwort vom Stadtplanungsamt Rostock zur künftigen Bebauung der Nordseite des kriegszerstörten Rostocker Marktplatzes:

"Aus Sicht des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Wirtschaft als zuständiges Fachamtes wird weder eine Rekonstruktion der Häuser nach historischen Vorbild noch eine ausgeprägt historisierende Bebauung Grundlage für die Wettbewerbsausschreibung werden. Wie jede Zeit, wird die zukünftige Bebauung der Nordseite des Neuen Marktes architektonischer und funktionaler Ausdruck der Entstehungszeit der Gebäude sein. Mit einem Architekturwettbewerb wird die notwendige hohe Qualität gesichert."

Anonym hat gesagt…

Tja, auch in Rostock sitzen eben betonierte ewiggestrige Dummköppe.
Vorgefertigte Floskeln verwenden ist sicher Bestandteil von workshops und Lehrinhalten bei Bau- und Stadtplanungsämtern.
Ich war einmal in Rostock. Die Stadt bietet nichts. Das bleibt eben so - basta (frei nach Schröder).

Matthias hat gesagt…

Zu der Erklärung des Rostocker Stadtplanungsamtes:

Mit welcher Arroganz und Dummheit verneinen denn diese Stadtplaner bitteschön ganze Repertoires an Formen und Ausdrucksmöglichkeiten? Über Jahrhunderte hinweg bezogen sich Baumeister auf Bauwerke, die vor ihrer Zeit entstanden sind. Wenn man so will war Architektur doch, ein Stück weit, immer historisierend. Natürlich haben die Baumeister alte Stile und architektonische Sitten auch immer neu interpretiert und in neue Richtungen weiterentwickelt. Wieso lehnt man heutzutage alles das, was mit unserer baugeschichtlichen Vergangenheit (bis zum Aufkommen des Funktionalismus) zu tun hat strikt ab? Das ist ein sehr gutes Beispiel für genau die Arroganz einiger 'Modernisten' über die sich hier so viele Kommentatoren, mich eingenommen, aufregen!

Peter S. Burg hat gesagt…

Zitat:

"Aus Sicht des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Wirtschaft als zuständiges Fachamtes wird weder eine Rekonstruktion der Häuser nach historischen Vorbild noch eine ausgeprägt historisierende Bebauung Grundlage für die Wettbewerbsausschreibung werden. Wie jede Zeit, wird die zukünftige Bebauung der Nordseite des Neuen Marktes architektonischer und funktionaler Ausdruck der Entstehungszeit der Gebäude sein. Mit einem Architekturwettbewerb wird die notwendige hohe Qualität gesichert."

Alleine dass der Begriff "Fachamt" erscheint hier wie Ironie.

Diese "Experten" sagen die Unwahrheit bereits im ersten Satz: "Wie jede Zeit" gab es selbstverständlich nie rein funktionale Aspekte, da es den Funktionalismus erst sei dem 19/20. Jahrhundert gibt. Die früheren Epochen setzten sehr viel mehr Wert auf Schönheit, Ästhetik etc.

Ausserdem, und das ist die schlimmere unwahre Aussage: Strichcode-Fenster und ähnlicher Unsinn sind mit Sicherheit kein "Ausdruck unserer Zeit" wie die Herren "Experten" sagen, sondern Ausdruck von veralteterIdeologie. Ich kenne keinen einzigen Menschen der sagt, dies drücke sein Zeitgefühl aus.

Das allerbeste aber: "Ein Architekturwettbewerb wird die notwendige hohe Qualität gesichert"

Selten so gelacht...oder sollen wir besser weinen?

Rian hat gesagt…

Ich bin der Meinung, dass man Rostock eher nicht mit Dresden vergleichen kann. Dem anonymen Poster möchte ich sagen, dass Rostock unglaublich viel zu bieten hat. Es ist eine wunderschöne Hansestadt mit viel toller Architektur. Rostock wurde nicht ganz so schwer zerstört wie Dresden und dort hat man sehr behutsam rekonstruiert oder Altes durch Neues ergänzt. Auch das zur DDR-Zeit Entstandene kann sich wirklich sehen lassen. Daher hat Rostock ein tolles Zentrum und ich bin immer gerne vor Ort.
Zum Markt muss ich sagen. Er wird von drei Seiten überwiegend historisch eingefasst. Warum sollte man den Markt denn nicht mit heutiger Architektur komplettieren?
Das Problem ist (zum Teil auch für mich), dass viele die verloren gegangene Bebauung architektonisch sehr ansprechend finden, was auch stimmt. Aber ich denke, man sollte der heutigen Architektur auch die Möglichkeit geben, sich zu beweisen. Ich muss Matthias zustimmen, dass sich die Architekten über Jahrhunderte hinweg an der älteren Bebauung orientiert haben. Aber in gewisser Weise tun das die heute agierenden Architekten doch auch. Sie orientieren sich daran, was in den letzten 60, 70 Jahren entstanden ist. Architektur entwickelt sich immer weiter. Und ich möchte sagen, dass die heutige Architektur schon sehr viel anspruchsvoller oder zumindest ästhetisch besser ist als noch vor 10, 15 Jahren.
Funktional wurden Gebäude schon immer gebaut. Im Prinzip seitdem die Menschen sesshaft geworden sind.
Zum Thema Strichcode-Fenster: Ich finde diese Art der Fenstergliederung manchmal auch ganz ansprechend.
Es gibt einen Grund, warum Strichcode-Fenster Eingang in die Architektur bekommen haben. Aus wirtschaftlichen Gründen kann heutzutage nicht mehr mit Ornamentik und solchen Details gearbeitet und entworfen werden, weil das die Kosten in die Höhe treiben würde. Daher bleibt dem Architekten meist nur das Thema Fenster. Und hier versucht er Abwechslung rein zu bringen. Und das finde ich grundsätzlich nicht verwerflich.

Ich denke, man sollte nicht immer den Architekten die Schuld an allem geben. Natürlich gibt es auch schwarze Schafe, aber die gibt es auch unter dem Lehrern oder Juristen. Oder natürlich auch in Stadtplanungsämtern oder Gestaltungskommissionen;) Hier vielleicht ein paar mehr.
Und hier bin auch ich der Meinung, dass mehr politische Mitbestimmung des Volkes gut wäre.

Aber was ich eigentlich noch zum Thema Rostock schreiben wollte, ist dass ich persönlich dem zuständigen Amt für dessen bisherige Arbeit eigentlich nur beglückwünschen kann, denn was in den letzten Jahren in Rostock entstanden ist, kann sich wirklich sehen lassen.

Und eins noch: Architekturwettbewerbe sind meiner Meinung nach das Beste, was es gibt. Hier zeigt sich, wer entwerfen kann und wer es nicht kann. Aber dennoch sollte darüber das Volk entscheiden und kein Gremium aus Politik und Wirtschaft.

Liebe Grüße
Rian

the woerth hat gesagt…

stadtplanung@rostock.de

Falls sich jemand berufen fühlt. ;)

the woerth hat gesagt…

Zitat Rian: "Warum sollte man den Markt denn nicht mit heutiger Architektur komplettieren?"

1. Weil dann das Ensemble futsch ist.

2. Weil der ehemalige Hauptmarkt einer kriegszerstörten Stadt m.E. regionaltypisch und identitätsstiftend wiederaufgebaut werden sollte. Wird ausgerechnet der einst stadtbildprägende und kommunikative Mittelpunkt Rostocks austauschbar, leidet darunter auch der Rest der Stadt.

3. Weil "heutige Architektur" lediglich das ist, was Architekten und Städteplaner unter "heutiger Architektur" verstehen. Ich halte andere Ansätze für zeitgemäßer. ;)

Zitat Rian: "Sie orientieren sich daran, was in den letzten 60, 70 Jahren entstanden ist."

Und zwar so gut wie ausschließlich. Andere Ansätze sind zumeist unerwünscht und werden häufig arrogant belächelt.

Zitat Rian: "Aus wirtschaftlichen Gründen kann heutzutage nicht mehr mit Ornamentik und solchen Details gearbeitet und entworfen werden, weil das die Kosten in die Höhe treiben würde."

Dieses hier immer wieder angeführte Argument wurde bereits tausendfach widerlegt. Modernistenkuben sind oft keinen Cent günstiger als es vergleichbare Bauten mit Mut zum Ornament wären. Nein, hier siegt ausschließlich die Ideologie!

Zitat Rian: "Architekturwettbewerbe sind meiner Meinung nach das Beste, was es gibt."

Solche Wettbewerbe bringen überhaupt gar nichts, wenn anschließend die Modernistenjury den ihrer Meinung nach "besten" Entwurf auswählt. Und da Architekten verständlicherweise mit ihren Entwürfen gewinnen wollen, versuchen sie natürlich, den Denkschemata des Modernistengenres gerecht zu werden. Wer die Wettbewerbe des letzten Jahrzehnts in Dresden verfolgt hat, sollte erkennen, wie enorm das System hinkt.

the woerth hat gesagt…

Zitat Rian: "denn was in den letzten Jahren in Rostock entstanden ist, kann sich wirklich sehen lassen."

"Kann sich sehen lassen" ist natürlich subjektiv.

http://www.ehlers-sicherheitssysteme.de/assets/images/KTC_Rostock03.jpg

Zudem passt diese Äußerung mal wieder in das Prinzip der isolierten Betrachtung von Architektur, losgelöst von Umgebung, Ort, Geschichte, Identität usw. Ein Solitär, der für sich gefällt, muss noch lange nicht adäquat für einen konkreten Platz im Stadtbild sein.

Matthias hat gesagt…

@ Rian

Zitat: "Ich muss Matthias zustimmen, dass sich die Architekten über Jahrhunderte hinweg an der älteren Bebauung orientiert haben. Aber in gewisser Weise tun das die heute agierenden Architekten doch auch. Sie orientieren sich daran, was in den letzten 60, 70 Jahren entstanden ist."

Ich muss hier the woerth zustimmen. Die Architektur der letzten 60, 70, 80 Jahre hat ja gerade mit dem gebrochen, was vor dieser Zeit gang und gäbe war. Wenn sich heute also Architekten in ihrem Werk an die Architektur der letzten 60 bis 80 Jahre anlehnen, dann ist das zwar scheinbar so wie es immer war aber es schafft eben diesen früheren Bruch mit den Traditionen nicht aus der Welt, im Gegenteil es führt diesen nur weiter fort.

Zitat: "Und hier bin auch ich der Meinung, dass mehr politische Mitbestimmung des Volkes gut wäre."

Das würde ich mir auch sehr wünschen. Eine Stadt unterliegt einem Prozess der stetigen Verwandlung und sie gehört ihren Bürgern. Also sollten die Bürger auch darüber bestimmen dürfen, inwieweit sich ihr Gesicht wandelt.

Zitat: "Und eins noch: Architekturwettbewerbe sind meiner Meinung nach das Beste, was es gibt. Hier zeigt sich, wer entwerfen kann und wer es nicht kann. Aber dennoch sollte darüber das Volk entscheiden und kein Gremium aus Politik und Wirtschaft."

Die Idee der Architekturwettbewerbe an sich ist ja eine wunderbare Sache. Allerdings, wenn 1. im Vorhinein schon bestimmte Gestaltungs-/Architekturansätze (zum Beispiel Ansätze, die sich dem Ornament nicht verschließen oder auf eine andere Art und Weise 'historisierend' sind) abgelehnt werden und nicht an einem Architekturwettbewerb teilnehmen dürfen – was ja im Grunde ganz klar eine Diskriminierung bestimmter Geschmäcker darstellt – und wenn 2. die Jurys, welche die Wettbewerbsbeiträge bewerten, wie Sie schon schrieben aus der Politik und Wirtschaft kommen (also parteiisch/ voreingenommen sind), dann kann ein scheinbar demokratisches Instrument auch schnell zu einem verlängerten Arm elitärer, wirtschaftlicher und politischer Interessen verkommen. Wettbewerbssieger sind dann nicht die Entwürfe, die den Bürgern am besten gefallen und die womöglich die beste Lösung dargestellt hätten, sondern diejenigen, welche die eigennützigen Interessen der Jurymitglieder am besten vertreten.

Anonym hat gesagt…

Welcher Wettbewerb in Rostock ist das denn eigentlich? Ich kann den nirgdnd finden??

the woerth hat gesagt…

Es gibt (noch) keinen Wettbewerb.

Peter S. Burg hat gesagt…

Wenn von "Architektenwettbewerb" die Rede ist, dann weiss man stets im Vorfeld was dabei herauskommt: erinnert mich an Wahlen in einer Diktatur wie der DDR, man hatte 5 oder mehr Parteien zur Auswahl, aber seltsamerweise gewannen immer die Kommunisten.

Ähnlich verhält es sich bei "Wettbewerben", wo der Gewinner bereits vor Beginn feststeht: Ein Uralt-modernistischer Entwurf wird gewinnen. Es gibt keine Ausnahmen.

Diese Art von "Wettbewerb" ist in Wahrheit das Prinzip des Diktats.

Philipp hat gesagt…

Exzellenter Artikel von Kollhoff in der Frankfurter Allgemeinen vom 12.05.2011. Am Beispiel des anstehenden Wiederaufbaus der Frankfurter Altstadt erläutert er, was "zeitgenössische" Architektur im besten Wortsinn leisten sollte: Besinnung auf eine jahrhundertealte Architekturtradition, Ausbildung kleinteiliger Strukturen, Abwendung von "erfolglosem Erfindungsdrang", um nur einige Stichworte zu nennen. Das sollte den Verteidigern der ewig gleichen Klötze mit Flachdach und glatter Fassade zu denken geben.

http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF
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