Mittwoch, 25. Mai 2011

Quartier VIII | Aktuell

Quartier VIII, u.a. auch mit ein paar Bildern aus dem Innenbereich. Außerdem sehen wir, dass die Erdgeschosszonen mit Ziegelmauerwerk verblendet werden.






Kommentare:

the woerth hat gesagt…

Bild1: Schöne graue Welt.

Auf Böttchers Plattenbau werden die Modernisten besonders stolz sein. Ich höre sie schon feiern.

Darki hat gesagt…

"Auf Böttchers Plattenbau werden die Modernisten besonders stolz sein. Ich höre sie schon feiern."

Sind eben einfache Geister.

Anonym hat gesagt…

@ the woerth:
Hast du mir weiter nichts zu sagen? Kommst du nur immer anzuklagen? Ist heut' gebaut ewig dir nichts recht?

the woerth: Nein, mein Herr, ich find's wie immer herzlich sch*****!

Carlo Wedekind hat gesagt…

Dresden wird ein Schmuckstück!

AJQ hat gesagt…

was wäre der Tag langweilig ohne ein Schloss am Woerther See !

Nemo hat gesagt…

Auch wieder typisch Dresden: Selbst in der kleinsten Gasse muss der Querschnitt durch Borde in Fahrbahn und (lächerlich schmale) Gehbahn unterteilt werden...

Ralf hat gesagt…

Jetzt mal ernsthaft, Jungs: was glaubt Ihr, wie man denn am Besten das Problem des des südlichen Endes der neuen Schössergasse lösen wird (Bild 1+2)? Momentan wird man an deren Ende kein Licht, sondern, die Betonfassade des Kulturpalastes sehen. Gar nicht schön. Wie wäre es denn mit einer gefakten/gemalten Ansicht der weiterführenden Strasse à la Asisi?

Anonym hat gesagt…

Sehr schönes Quartier, aber "the woerth" hat recht: Die "moderne" Platte dazwischen ist grauselig!
Warum müssen immer diese "Brüche" dazwischen stattfinden? Das ist häßlich und unpassend. Und außerdem peinlich für die moderne Architektur, so im direkten Vergleich mit Anmut und Ästhetik.
Aber die Platte kann man ja später mal plattmachen (daher wohl auch der Begriff, es ist wohl die zukünftige Bestimmung...;-)

Darki hat gesagt…

@Ralf: wie man das löst? Indem man einfach einen Primitivkubus an die dann entstehende Rosmaringasse setzt, der dann zusätzlich auch noch den Blick vom Altmarkt zum Georgentor versaut. So läuft das.

Siehe: http://www.neumarkt-dresden.de/image1/quartier7/werkstattverfahren-2006/dd1-1.jpg

http://www.neumarkt-dresden.de/image1/quartier7/werkstattverfahren-2006/Q7-DD1-A2.jpg

Quelle: www.neumarkt-desden.de

Montmartre hat gesagt…

… gute idee, oder eine Pappfassade wie in der Filmstadt Babelsberg, wirkt unglaublich echt. Oder man lässt von Asisi komplett den Rest der Innenstadt faken – ist billiger und sieht originaler aus als der Neumarkt jetzt.
+ der Kulti kann stehen bleiben man merkt erst wenn er da ist, wenn man ins Innere geht.
Man könnte auch Strassenzüge anderer Kleinstädte zitieren, ich denke da an Städte wie Freiburg, Rothenburg o.d. Tauber, Wolfsburg, Mannheim etc.
naja ist nur ein Vorschlag, wird die Gestaltungskommision schon anderes vorhaben.

the woerth hat gesagt…

Anonymes Zitat: "Hast du mir weiter nichts zu sagen?"

Du hast ja anscheinend noch viel weniger zu sagen. ;)

M. Brock hat gesagt…

Die Idee mit den Kulissen hatte ich auch schon mal. Vom Grundsatz her sind die Neubauten ja auch nichts anderes als eine gebaute Kulisse für viele, denen der schöne Schein als Hintergrund beim Shoppen oder Latte trinken genügt.
So, und jetzt gehe ich erst einmal zu "Böttchers Plattenbau", feiern.

the woerth hat gesagt…

@B(a)rock:

Böttchers Plattenbau ist nicht weniger "schöner bzw. hässlicher Schein" als die historisierenden Bauten des Quartiers. Der Barock pflegte die "Schöne Scheinkultur" wie wohl keine andere Epoche. Die Dogmen der Form-Follows-Function-Ära sind veraltet und überholt. Polemische Äußerungen wie Kulissenarchitektur, Disneyland & Co bereits hundertmal relativiert, entzerrt und widerlegt. Traurig, wenn man mit der wiedererstehenden Dresdner Altstadt nur Shoppen oder Latte trinken verbinden kann. Viel Spaß beim Feiern - mal schauen, wie lange noch...

M. Brock hat gesagt…

Für mich sind Hofkirche und Zwinger alles andere als eine "schöne Scheinkultur". Es sind unter großen Mühen wiederaufgebaute Originale, die auch im Inneren immer noch viel über ihre Entstehungsgeschichte erzählen können und sich nicht nur auf die Fassade reduzieren lassen.
Andere positive Beispiele in dieser Hinsicht sind natürlich auch Frauenkirche und Schloss.
Es ist eine Kulissenarchitektur, wenn sich hinter vermeintlichen Barock-, Renaissance(!)-, und Manierismus(!)-Fassaden das x-te Hotel, das x-te Restaurant oder die x-te Kneipe befindet und darüber Leerstand. Das Dilemma ist doch, dass sich aufgrund völlig veränderter wirtschaftlicher Gegebenheiten und Nutzungsanforderungen meist keine zufriedenstellende Architektur mehr umsetzen lässt. Dann jedoch vordergründig auf untergegangene historische Fassaden zu setzen, ist der falsche Weg, weil es den Originalen nicht gerecht wird!
Und es ist nun einmal so, dass viele - nicht alle - Besucher wie in jeder anderen Stadt auch nur Wert auf die Oberfläche, den schönen Schein legt. Das ist in der Tat traurig, aber nicht zu ändern. Theoretisch könnte man dann auch einen Flughafen hinter der Rampischen Gasse verstecken.

the woerth hat gesagt…

Da ratterst Du ja die hundertmal gehörte und somit gänzlich bekannte Authentizitätsdogmatik herunter. ;)

Aufgemalte Fenster, vorgetäuschte Dreidimensionalität - alles Paradedisziplinen der Barockzeit. Und so furchtbar unehrlich...

Könnten die Originale emotional reagieren - ich glaube, sie würden sich freuen, wenn sie gemäß der wirtschaftlichen und strukturellen Gegebenheiten wenigstens teilweise wiederauferstehen dürften. Und sei es nur eine nachgebildete Fassade. Noch viel wichtiger dagegen ist es doch, dass der verlorengegangene städtische Raum seine Identität wiedererlangt - und zwar die, die einst in unmenschlicher Manier zerstört worden ist (und nicht irgendeine beliebige regionalfremde Modernistenidentität). Ob dies nun zu 100 Prozent oder nur 75 gelingt, ist m.E. nebensächlich, da selbst 60 Prozent immer noch 60 Prozent mehr sind, als es bei verkopften Authentizitätsbauten einer vorgegebenen Moderne der Fall wäre. Diese kann ob ihrer Regionalfremde keine adäquate Antwort auf kriegszerstörte Städte sein.

Ein Egoistentrip im funktionierenden Gefüge? Centre Pompidou in Paris? Zwinger im alten Dresden? Warum nicht. In dermaßen kriegszerstörten Städten wie Dresden aber sollte die Errichtung von Architektur um der Architektur Willen keine Priorität haben. Zumindest nicht im Altstadtkern.

Dass noch (deutlich) mehr möglich wäre - keine Frage. Rampische 29, British Hotel oder AdF. 16/17 haben gezeigt, dass man die Messlatte höher sezten kann - wenn man denn will. Stadtplanungsamt, Gestaltungskommission & Co achten aber leider viel eher darauf, dass die modernistischen Füllbauten auch wirklich modernistisch werden. Alles andere wäre schließlich unehrlich. *grinstraurig*

Harry hat gesagt…

Harry
Ich möchte nur wissen, was für ein Geist der Schreiber M. Bock ist ?
Er hat einen richtigen "Bock" geschossen, the woerth hat dazu die richtigen Argumente geliefert, die meine volle Zustimmung finden
Gruß Harry

M.Brock hat gesagt…

Ich ratter es gerne auch noch hunderteinsmal runter, ist nun mal meine volle Überzeugung.
Und Böcke schießen nur Jäger.

Nemo hat gesagt…

Ich freue mich über jede bebaute Brache, ich sehe mir gelungene historisierende Schmuckstücke lieber an als platte Allerweltskuben.

Aber das Argument der Kulissenhaftigkeit ist ja nicht falsch.

Auffälliger noch als der Widerspruch zwischen kleinteiligen Hausfassaden und dazu konträren Eigentümer- und Nutzungsstrukturen scheint mir, dass weite Teile des öffentlichen Raumes der Altstadt nur noch als Bühne dienen: Frühjahrsfest, Dixyland, Kirchentag, Stadtfest, Herbstfest, Striezelmarkt etc... An immer mehr Tagen kann man als Einwohner die Innenstadt für gewöhnliche Zwecke kaum noch nutzen, weil sie als Inszenierungsraum durch irgendwelche Schausteller, Eventjunkies und all dies konsumierende Klientel blockiert wird. (Hinzu kommt der ständige Strom der Shoppingtouristen.) Und die wieder errichtete Bebauung dient als Hintergrundbild, die all das anfüttert. Je gelungener der historisierende Wiederaufbau wird, desto verlockender wird seine Wirkung als Kulisse für diese Inszenierungen sein. Das lässt sich bereits beobachten. Wir sind nicht mehr weit von dem Tag entfernt, wo man an Wochenenden den Zugang zum Neumarkt durch Ausgabe von Platzkarten reglementieren muss. (Das ist nicht polemisch gemeint.)

Zerstörte Innenstädte lassen sich rekonstruieren, der Geist der diese Bauten einst hervorbrachte jedoch nicht. Wo beides nicht zueinander passt, kann es nur eine Illusion, ein So-tun-als-ob, sein. Aber sollte man deshalb lieber hässliche Kuben errichten? Und ist das noch Stadt im ursprünglichen Sinn oder eine Art Global Entertainment Center?

ProDresden hat gesagt…

@Harry

Anstatt M. Bock zu beleidigen solltest du lieber eigene Argumente bringen!?

@the worth und M. Bock

Ich kann beide Meinungen gut verstehen. Ich bin auch der Meinung, dass es sich hier um "Kulissenarchitektur" handelt. Es ist nicht abstreitbar. Aber ich kann natürlich auch the worth Argument des Wiedererlangen des städtischen Raums vollkommen nachvollziehen. Dieser ist aber eher emotional. In der Bevölkerung löst nun mal eine "barocke" Fassade positive emotionale Gefühle aus. Man fühlt sich wohl und heimisch. Hingegen ruft eine (teilweise schlechte) "moderne" Fassade eine Abneigung hervor. Darauf sollte man als Architekt acht nehmen. Die Stadt gehört nunmal ihrer Bevölkerung.
Aber auch die gänzliche Ablehnung moderner Bauten finde ich falsch! Sämtliche Baustile wären doch nie entstanden ohne zukunftsblickende Architekten. Warum ist sonst aus der Renaissance der Barock entstanden und auf ihm der Klassizismus gefolgt? Es ist doch fraglich, ob die zukünftigen Generation die "barocken" Bauten gutheisst?! Vielleicht ja, vielleicht nein. Aber es braucht immer wieder neue Impulse im Baugeschehen.

In dem Sinne, schönen Tag noch.

the woerth hat gesagt…

@M.Brock:

So kennt man sie, unsere Modernisten. Stur, ignorant - und nicht gewillt, sich konstruktiv mit Argumenten auseinanderszuetzen. Demgemäß sind Diskussionen mit dieser Gattung leider auch zumeist Zeit- und Energieverschwendung. ;)


Zitat Pro Dresden: "Sämtliche Baustile wären doch nie entstanden ohne zukunftsblickende Architekten. Warum ist sonst aus der Renaissance der Barock entstanden und auf ihm der Klassizismus gefolgt?"

Und wieder wird Architektur als Abstraktum behandelt. Ich wiederhole mich gerne:

Zitate the woerth:

A: "Noch viel wichtiger dagegen ist es doch, dass der verlorengegangene städtische Raum seine Identität wiedererlangt - und zwar die, die einst in unmenschlicher Manier ZERSTÖRT worden ist (und nicht irgendeine beliebige regionalfremde Modernistenidentität)."

B: "Diese (= austauschbare Modernistenarchitektur) kann ob ihrer Regionalfremde keine adäquate Antwort auf KRIEGSZERSTÖRTE Städte sein."

C: "In dermaßen KRIEGSZERSTÖRTEN Städten wie Dresden aber sollte die Errichtung von Architektur um der Architektur Willen keine Priorität haben. Zumindest nicht im Altstadtkern."

In La Defense kann man sich problemlos austoben, denn dort gibt es andere Prioritäten als im geschändeten Zentrum der einstigen Weltkulturmetropole Elblorenz.

M. Brock hat gesagt…

Ich bin weder stur noch ignorant, noch gehöre ich einer Gattung an, höchstens der Gattung Mensch. Und ein "Modernist" bin ich schon garnicht.
Ich zähle mich am ehesten zu den Befürwortern einer behutsamen Erneuerung, die auf dem Vorhandenen aufbaut. Das heißt, die Bewahrung des vorhandenen baukulturellen Erbes, und wo dies nicht möglich ist (leider allzu oft), das Fortschreiben der Baukultur. Deswegen finde ich beispielsweise den Hotelbau in der Rampischen Gasse garnicht schlecht, obwohl er natürlich im Zusammenspiel mit den (Neu?)-Barockfassaden arg deplatziert wirkt. Auch die Bauten in Töpfergasse und Salzgasse sind ein Anfang. Rekonstruktionen sollten meiner Meinung nach nur erfolgen, wenn ein ernster Wille zur Materialgerechtigkeit und Akribie sowie die wirtschaftlichen Mittel vorhanden sind. Zur Kaschierung einer Großform wie Einkaufszentrum, Hotel oder Büro sollten historische Fassaden einfach nicht herhalten.
So, und zu Ihren Thesen:
A: Völlige Zustimmung, was die Wiederherstellung historischer Raumfolgen, Stadtgrundrisse angeht. Die europäische (Alt)-Stadt mit ihren Gassen, Platzfolgen und Durchblicken ist ein jahrhundertealtes Erfolgsmodell. Der moderne Städtebau nähert sich aus gutem Grund diesem Modell wieder an.
B: Das stimmt teilweise, wie man in Dresden größtenteils sehen kann. Mit der Verwendung von Sandsteinplatten ist es nicht getan.
C: Hier muss sogar gesagt werden, dass in der Nachkriegszeit unglaublich viel vor allem in Dresden vernichtet wurde, sei es aus Ideologie oder aus Ignoranz. Aber: Ich bin überzeugt, dass ein Regionalismus auch mit moderner Architektur möglich ist. Ein relativ aktuelles Beispiel (vielleicht auch ne olle Kamelle) ist die Wiederherstellung des durch die 60er Jahre verwüsteten Neuen Weges in der Altstadt Nordens (Niedersachsen) über mehrer Jahre durch den Architekten Riemann. Noch oller: Münster in Westfalen, aber es zeigt, dass die 50er gut angefangen haben und auf dem richtigen Weg waren.

peter s. burg hat gesagt…

Hat hier jemand "Kulissenarchitektur" gesagt? Ach ja, dann ist ja MickyMouse auch nicht weit.....

Ich amüsier mich immer mehr über die verzweifelten Versuche der Modernistenlobby, den Wiederaufbau Dresdens zu verhindern. Tja, ihr kommt ein bischen spät, weite Teile des Neumarkts stehen, und er ist ein unglaublicher Erfolg. Ihr seid ja nur neidisch, weil Eure toten Betonkuben und FLORANA-Leichenhallen niemand leiden kann.

Übrigens, Kulissenarchitektur ist für mich die Strichcode-architektur. Die ist nämlich nur eine Kulisse, weil sie aus Falschheit besteht. Sie maßt sich nämlich an, den Zeitgeist zu repräsentieren, wenn Strichcode-Bunker und tote Betonfassaden der Zeitgeist sein sollen, dann lache ich! Die meisten Menschen können sich mit diesen kulturlosen und geschichtslosen Betonwüsten nicht identifizieren , und bevorzugen lieber die schöne Architektur. Nichts ist also verlogener als die Modernisten-Bauklötze, die niemandes Zeitgefühl ausdrückt, dies aber vorgibt.

Die Bauklötzchen sind nicht mal Ausdruck des Zeitgefühls derjenigen die sie erbauen, denn die wohnen alle in Altbauten. Gibts noch mehr Falschheit?

Modernismus-ideologie: Die eigentliche Kulisse, dahinter steckt Kulturlosigkeit, Zerstörungswille und Falschheit.

ji hat gesagt…

@Ralf

Tja, man hätte diese Gasse entlang schauen und schon längst auf die Kuppel und das Entree zwischen Leitfassaden des Kolhoff-Baus blicken können … … … … … … …

Es ist immernoch einfach unfassbar, was die Stadtoberen da verbockt haben!

the woerth hat gesagt…

Gut, dann habe ich Dich wohl falsch eingeschätzt, M.Brock. Danke für die sachliche Auseinandersetzung mit den von mir genannten Aspekten!

the woerth hat gesagt…

@ji: Du sagst es. Die nach der Waldschlösschenbrücke wohl größte Fehlentscheidung der Dresdner Nachwendegeschichte.

danzwoot hat gesagt…

@Ralf Wie wäre es mit einem Bürgerzug als Gegenstück zum Fürstenzug?