Mittwoch, 8. Juni 2011

EG Zone | Rampische Straße 23-27

Man sieht die nun fertiggestellte Erdgeschosszone der Häuser Rampische Straße 23-27.

Kommentare:

TourDresden hat gesagt…

Das Beispiel des hinteren Abschnitts der Rampischen Straße zeigt, wie eine von historischer Formensprache dominierte Straßenzeile auf hervorragende Weise durch zeitgenössische Architektur bereichert werden kann, wenn - ja, wenn denn Proportionierung und Materialwahl stimmen. Das ist bei dem schmalen "Füllbau" aus der Feder der Architekten von Woerner & Partner definitiv der Fall. Umso unverständliche dann der völlige architektonische Bruch am Hauptgebäude des Inside-Hotels, der die gestalterische Harmonie des Straßenzugs zwar nicht zerstört, aber doch empfindlich beeinträchtigt.

Anonym hat gesagt…

Also es stimmt,das Inside-Hotel passt ganz und gar nicht,aber der schmale Füllbau sieht trotzdem nicht besonders gut aus!
Es passt einfach nicht,einfache Billig-Fassaden mit aufwendigerer Architektur-Fassaden zu vergleichen.
Es gibt mehere Beispiele am Neumarkt,wo viel Mist gebaut wurde Coselpalais-Neubau,Inside-Hotel u.s.w

Mfg R.Helbig

Brunhilda hat gesagt…

Das Schöne daran ist vor allem die Kleinteiligkeit. Es sieht einfach besser aus, wenn alles nicht so regelmässig ist, sondern jedes Haus für sich neben dem anderen steht. Über das Innside Hotel braucht man sich keine Gedanken machen, das wird eher früher als später abgerissen werden. Was denn Füllbau betrifft, so stört eigentlich nur die Konservativität und mangelnde Sinnlichkeit der Gestaltung. Sinnlichkeit der Architektur und Fassadengestaltung, das ist es ja, die haben wir im Jugendstil, die haben wir im Barock, aber nicht in der Bauhausmoderne und erst recht nicht in der Neoconmoderne. Ich glaube man könnte viele interessante Fassaden bekommen (wenn man nicht so restriktive Satzungen hätte), die hochwertig und sinnlich sind, die historische Formen modern weiterdenken, das vom Bauhausstil verachtete Ornament wieder würdigen, dem Haus einen menschlichen Zuschnitt geben.

the woerth hat gesagt…

"Über das Innside Hotel braucht man sich keine Gedanken machen, das wird eher früher als später abgerissen werden."

Selbstverständlich kann man sich darüber Gedanken machen, denn man muss JETZT damit leben. Ob irgendwann ein Abriss erfolgt, ist fraglich - ich gehe eher von einer Sanierung in 20 Jahren aus. Das, was wir momentan am Neumarkt bekommen, wird unserer Generation auch größtenteils erhalten bleiben.

"die historische Formen modern weiterdenken"

Die können auch gerne historisch weitergedacht werden, aber grundsätzlich stimme ich zu. Zwischen dogmatischer Totalablehnung und dogmatischer Denkmalschutzreko gibt es leider nicht viel.

Brunhilda hat gesagt…

Innside ist nicht hübsch, Ontario auch nicht, ok.

Aber wenn man den Neumarkt beobachtet, dann sieht man doch gewisse Lerneffekte, und der Druck des Einfügens wird umso größer als langsam die Gestalt des Neumarktes aufscheint.

Gegen eine bemängelte Zuckerbäcker/Maskenhaftigkeit hilft der Zahn der Zeit, hilft Kleinteiligkeit und hilft aber auch eine geplante Unregelmässigkeit. Das können Kleinigkeiten sein, wie Einzelanfertigung von identisch wirkenden Fassadenschmuckelementen. Das kann aber auch gestaltet werden.

Die Häuser sehen zur Zeit sehr ähnlich aus, die Fassaden scheinen manchmal wie Computeranimationen der historischen Gebäude an ihrem Platze. Da hat man immer die grade Linie und eine übertriebene Sauberkeit. Wenn man sich historische Bilder der Rampischen Strasse anschaut vom Eckhaus 33 auf die Frauenkirche, dann ist da sozusagen richtig Musik in den Fassaden.

Mit moderner Technik kann man so etwas Unregelmässiges inzwischen simulieren. Man kennt das aus der Typographie wenn man an Renaissanceschriften denkt, wo es gewisse Unregelmässigkeiten in Lettern und Druck gibt. So etwas kann man heute mit der Digitaltechnik nachmachen. Ich glaueb das wird die Zukunft jetzt sein, noch größere Authentizität im Zusammenspiel zu erreichen.

peter s. burg hat gesagt…

Das Inside-Hotel finde ich sogar ganz gut, was den Baustil betrifft. Am Postplatz oder in der mittlerweile ECE-geschädigten (klingt beinah wie ein Virus) Wilsdruffer Strasse wäre so etwas hervorragend. Leider aber für die Rampische völlig ungeeignet. Das Gebäude ist einfach viel zu massig und gross für diese filigrane Strasse. Hier hat Wörner & Partner versagt, man hätte Köckeritz heranlassen sollen, und drei kleine Gebäude anstatt einem grossen.

Dass man grosse Hotels nur in grossen Gebäude unterbringen kann, ist Unsinn. Ganz Amsterdam, ganz Paris, ganz London und auch Berlin ist in den Touristenvierteln voll mit Hotels, die sich häufig über mehrere schmale Häuser erstrecken. Ich bin dagegen dass man hier Konzessionen an den Bauherren macht, nur weil dieser Sonderwünsche hat. Wer einen riesigen Kubus bauen möchte, bitte sehr, in der Johannstadt oder der Löbtauer Strasse ist viel Platz. Aber wer in der Altstadt bauen will, wo nun mal kleine Häuser und kleine Parzellen stehen, braucht sich nicht zu beschweren wenn er dort auch ortsüblich bauen muss. Punkt.

Abschliessend sage ich aber, dass die Rampische m.E. doch mehr oder weniger gelungen ist. Das Hotel ist zwar bei der Draufsicht viel zu gross, da aber bald die Südseite zugebaut werden wird, wird es bald nur noch von der Seite zu sehen sein, und aus den perspektiven von ost nach west (oder umgekehrt) verschmälert es sich dann.....ich kann damit vorerst gut leben. Die berühmte Löffler-Sichtachse (vom Kurländer Palais nach Westen mit dem berühmten Kopfbau)wird dann fast genau so aussehen wie vor dem Krieg! Das ist für mich Grund zu großer Freude!

der Wolf hat gesagt…

so, USD, dann legt mal los mit dem Kopfbau, damit das voran geht!