Montag, 29. August 2011

Postplatz | Zwingerforum





Kommentare:

B.S. hat gesagt…

Der Postplatz ist versaut, da ändert auch ein "Zwingerforum" nichts !

Anonym hat gesagt…

Igitt! Igittigittigitt!
Aber mal in der Sprache der modernen Gutmenschen: Hier sind wir angekommen, ehrlich, offen, modern.

Anonym hat gesagt…

Schlimm der Zustand und neben den DDR-Postbaubetonklotz der neue Würfel sieht nicht besser aus!
Jetzt müßte man die alten Postplatzstrukturen langsam wieder aufbauen so wie es vor 1945 war.
Wie es jetzt dort aussieht,einfach nur schrecklich....
Also das alte Postgebäude und noch viele andere Gebäude gehören ähnlich oder genauso wieder aufgebebaut!
Der Krieg und die DDR haben jedenfalls ganze Sache geleistet und nur das Schauspielhaus stehen lassen.
Bin gespannt,wie es am Postplatz weitergeht,ich glaube nicht sehr gut!Weil die Stadt sich jetzt an den Istzustand orientiert beim Aufbau des Postplatzes.

Mfg R.Helbig

Anonym hat gesagt…

gibt es eigentlich einen Masterplan? Selst wenn man Verfechter moderner Strukturen ist, ist das gruselig, was sich da derzeit entwickelt. Wer hat das zuverantworten
?

Čech hat gesagt…

Pardon, was ist dieses "brutal-building" (die erste und sechste Foto)?

Anonym hat gesagt…

Das ist daß Postgebäude,was in den 80er Jahren in der DDR-Zeit hingeklatscht wurde.
Aber jetzt wird das Gebäude aufgewertet mit einen Kubus daneben,das meine ich natürlich ironisch...;-)

Anonym hat gesagt…

Alles abreißen, nicht sofort, aber nach und nach, sobald saniert werden muß. Flankierend eine Gestaltungssatzung mit dem Ziel: Herstellung der vollständigen Vorkriegsbebauung analog Vorbild Neumarkt.

Das was hier auf den Bildern zu sehen ist ist ein armseliges, niederschmetterndes Zeugnis menschlichen Schaffens, etwas, wofür man sich schämen muß: Menschenunwürdig, lebensfeindlich - und einfach unsagbar häßlich!

Wer soetwas hinnimmt, hat aufgegeben.

Peter S. Burg hat gesagt…

Achtung - bitte mal alle die ersten drei Bilder vom Postplatz anschauen: durch pseudo-moderne Dogmatik entstellt und die Europäisch-gewachsenen Stadtstrukturen zerstört ohnegleichen.

Und die ganzen Architekturstudenten, die uns hier massenweise in das Forumm fluten und uns über den "bösen Neumarkt" belehren wollen, darüber aber reden sie nicht,oder?

Ich sage Euch was, liebe Freunde:

Nicht der Neumarkt ist die Kulisse - DAS DA ist Kulisse, und zwar eine Albtraumkulisse, nämlich der Albtraum des Horror Vacui und der Albtraum der Negation der Stadt.

Moderne Architektur ist veraltet, sie nicht modern sondern parasitär und anti-urban,anti-ratio, anti-Mensch. Der Postplatz ist erschreckendes Beispiel für die Zerstörungswut und die bösartige Energie unmoderner Architektur, die behauptet, "modern" zu sein.

"Modern" ist der Neumarkt, modern ist Besinnung auf die Herkunft, modern ist würdigen des Genius Loci und modern ist letzendlich die Rückkehr zur Vernunft und zur Wiederherstellung der Europäischen Stadt. All dies sind Forderungen, die von den angeblich "modernen" Betonkisten-Architekten konsequent negiert und verweigert werden - sie bauen unbeirrt die Fehler der 60er Jahre weiter, so als sei nichs geschehen. Diese Architekten, die aus Eitelkeit heraus sich weigern aus ihren Fehlern zu lernen und sich weigern und die dringend notwendige Reformierung verweigern, sind daher nicht modern, sondern unmodern.

Die Stadt jedoch, wird über die Architekt siegen.

vitruv hat gesagt…

"Anonym" hat nach dem "Masterplan" gefragt. Auch wenn man es kaum glauben kann, dieser scheußliche Platz wird tatsächlich "nach Plan" bebaut. Hier gibts Infos: http://www.das-neue-dresden.de/postplatz-wilsdruffer-kubus.html

Das "Zwingerforum" wird die gewohnt schlechte städtebauliche Qualität fortsetzen, ob er architektonische Qualitäten irgendeiner Art hat, wird sich zeigen. Riegel auf Stelzen (Corbusier-Zitat wie schon auf der Prager Straße) und den obligatorischen Glaswürfel zwischen den Stelzen, Fassade eher Platte mit Steinverkleidung. All das lässt nichts Gutes erwarten.

Anonym hat gesagt…

"Wer soetwas hinnimmt, hat aufgegeben."

...oder ist Modernist. ;)

Micha hat gesagt…

Das ist das authentische Dresden! Das authentische Postgebäude sowie die angenehm richtungslosen Plattenbauten, die angrenzenden Brachen nicht zu vergessen, sollten unter Denkmalschutz gestellt werden. Dieser kitschige Zwinger sowie das olle Schauspielhaus sind ja eh nur Rekonstruktionen und sollten angemessen durch Kuben aus Glas, Stahl und Beton ersetzt werden, damit Dresden endlich wieder authentisch wird.
Ironie/off

Bauchef (Zürich) hat gesagt…

«Dresden grüsst seine Gäste» - aber die wohl kaum zurück!

Und was da wieder an alte Platten hingeklebt wurde - einfach bloss scheusslich!

Das «Postgebäude» mit seiner brutalistisch ornamentalen Fassade sieht hingegen interessant aus.

Nemo hat gesagt…

Mich erinnert das immer an so eine Mad-Max-Szenerie oder wie diese Endzeitfilme heißen, in denen nur Betonbunker und Ruinen übriggeblieben sind. Obwohl dies wohl hier nicht die ursprüngliche Intention der Erbauer war, haben die Befürworter "politischer" Architektur in Dresden, die mahnen, aufrütteln, Brüche zeigen soll, hier den perfekten Ort dafür, der den Betrachter bis ins Mark erschüttert.

Und ja - in gewissem Sinne ist das überaus "modern": Wer die Nachrichten verfolgt über die Entwicklung in unserer Gesellschaft und in der Welt, wird festestellen: der Postplatz wie er ist, passt sehr gut in die heutige Zeit: brutal, beklemmend und öde.

Das ist nicht ironisch, sondern traurig.

Califax hat gesagt…

Ich kann die Aufregung um den Postplatz nicht verstehen. Der Platz (eigentlich ist es ja im Moment keiner) ist nicht einmal im Ansatz fertig bebaut. Er war es auch zu DDR- Zeiten niemals. Bitte nicht falsch verstehen, Gott sei Dank, hatte die DDR nicht genug Kapazitäten, um hier zu Bauen was geplant war, aber es wurde eben fast nichts gebaut. Der "Platz" ist bis heute weitgehend eine Brache. Hier wurde nichts versaut! Wieviel Prozent der Platzwände macht denn der SAP- Würfel aus?
Die Altmarkt- Galerie wird später kaum zu sehen sein. Die zugegeben hässliche Zentralhaltestelle wird zukünftig deutlich an Dominanz verlieren, da bin ich mir sicher.
Den Schürmann- Plan für den Städtebau finde ich übrigens absolut genial! Über die Architektur der Gebäude sagt dieser Plan nichts aus.
Zum Vorkriegspostplatz: Auch dieser Platz wurde nie fertig gebaut. Man schaue sich nur die endlosen Brandwände an der ehemaligen Westseite an. Am Platz gab es wunderbare Einzelgebäude (die 3 Postgebäude, das Adamsche Haus, das Palasthotel Weber), die aber nie als Ensemble funktioniert haben.
Kennt einer von Ihnen einen zeitgenössischen Bericht, in dem der alte Postplatz irgendwie lobend erwähnt wird (mal abgesehen von verkehrsreich und belebt)?

Anonym hat gesagt…

Das kann schon sein,aber er sah immer noch besser aus als jetzt!
Außerdem gab es auch noch eine Sophienkirche,die ein sogenannter Sozialist "Ul.. einfach abgerissen hat,für den sogenannten Sozialismus!
Also der jetzige Postplatz kannst du nicht mit den 1945 vergleichen...

Mfg R.Helbig

Anonym hat gesagt…

"Den Schürmann- Plan für den Städtebau finde ich übrigens absolut genial!"

Können Sie das auch begründen? Dass der Postplatz auch früher nicht perfekt war, heißt noch lange nicht, dass man es heute nicht besser machen darf.

Califax hat gesagt…

@ R.Helbig

Was ich bereits versucht habe zu erklären:
Der Postplatz ist in meinen Augen momentan kein Platz, sondern eine weitgehend ungestaltete und hässliche Brachfläche. Das hat niemand so gewollt (klammert man jetzt mal die Royal Air Force im Jahre 1945 aus).
Ich bin aber wirklich optimistisch, daß mit der vollständigen Umsetzung der städtebaulichen Planungen und bei zukünftiger Vermeidung von allzu schlimmen Fassaden der Platz gut wird. Das geplante Hotel sehe ich hier schon auf einem guten Weg.
Wichtig ist meiner Meinung nach auch, den Postplatz nicht mehr als abgeschlossenen Platzraum (der er sowieso nie richtig war), sondern als einen Teil des künftigen Rings um die Altstadt zu verstehen.
Ein absoluter Kardinalfehler des historischen Dresdens war in meinen Augen die alte Ringstraße, die viel zu klein und unrepräsentativ angelegt war und zudem am Antons- und Postplatz fast völlig als solche fehlte. Den Fehler kann man heute beheben.
(Das dazu natürlich eine bessere Architektur nötig ist, als z.B. aktuell bei der Sanierung des Plattenbaus an der Marienstraße praktiziert, das ist ein anderes Thema.)

Califax hat gesagt…

@ Anonym von 15:30

Der Vorteile an der Formulierung "finde ich" besteht darin, daß sie Subjektivität ausdrückt und damit eigentlich nicht begründet werden muss ;-)
Aber trotzdem: Wie ich schon in meinem zweiten Beitrag angedeutet habe, beruht die Qualität des Schürmannschen Entwurfes m.E. darauf, den eigentlichen Postplatz in eine Abfolge von Alleen, Freiräumen, Teilplätzen usw. einzubinden, die zusammen den westlichen Teil des Ringes um die Altstadt bilden. Die zweite Stärke des Planes liegt darin, daß alle bestehenden Gebäude integriert werden konnten. Die Realisierung hätte schnell und ohne vorherige Abbrüche (etwa der Platte an der Marienstraße) oder aufwändige Straßenumlegungen umgesetzt werden können.
Ich bin einfach der Meinung, dass der Entwurf unglaublich viel Potential besitzt und auch flexibel genug ist, geänderte Anforderungen problemlos mitzumachen. Hier sei nur an die Idee erinnert, in dem Baufeld auf dem ehemaligen Antonsplatz Reihenhäuser zu bauen. Auch das lässt der ursprüngliche Plan zu, ohne an Qualität zu verlieren. Ich wünsche mir irgendwann in der Zukunft einmal am neuen Wallgraben entlang unter Bäumen um die Altstadt zu laufen. Dazu braucht es natürlich auch einer entsprechenden Architektur, aber das wird schon noch.

Anonym hat gesagt…

"Der Vorteile an der Formulierung "finde ich" besteht darin, daß sie Subjektivität ausdrückt und damit eigentlich nicht begründet werden muss."

Was ist denn das für ne Logik, habe ich ja noch nie gehört? Selbstverständlich wollen subjektive Meinungen begründet werden. Wenn man einfach so seine Meinung in den Raum schmeißt, muss man damit rechnen, dass nachgehakt wird. Aber danke, dass Sie Ihre Ansicht nun etwas konkreter erklärt haben, so soll es sein.

Ich halte am Schürmannplan ausschließlich den Wassergraben für sinnvoll, ansonsten bietet er die üblichen Assymetrien der Modernistenschaft, ein in den Raum ragender Solitär, der den Platz zerschneidet, hat für mich ebensowenig mit typisch europäischen Platzstrukturen zu tun wie die austauschbare Architektur, die letztlich auf den übergroßen Grundrissen entsteht. Eine kleinteilige Ausnahme sind die Townhouses, die aber leider schon durch ihren Namen implizieren, wieviel sie mit Dresden zu tun haben werden.

Califax hat gesagt…

@Anonym von 20:48
Zuerst mal: Irgendeine Art von Name wäre wirklich wunderbar. Leute mit Uhrzeiten anzusprechen, ist etwas unpersönlich.
Was meinen Sie denn mit "typisch europäischen Platzstrukturen"? Einen streng geometrisch gefassten und mit einheitlichen Gebäuden umbauten Platz (wie den Marktplatz von Siena) oder einen unregelmäßig geformten und von Gebäuden aller Epochen geprägten (wie den Theaterplatz in Dresden) oder...?
Ich denke das an der Nahtstelle zwischen Altstadt und den historischen Vorstädten und als Teil des Promenadenrings die vorgesehene Planung dem Grunde nach richtig ist. Zustimmen muss ich aber, was die bisherige Qualität der Architektur betrifft, hier ist noch viel Luft nach oben.
Noch ein Wort zu den "Townhouses": An dem Begriff sollte man sich nicht allzu sehr hochziehen. Er klingt halt einfach griffiger als "städtisches Einfamilienreihenhaus" und wird daher gerne von Immobilienmaklern verwendet, genauso wie jedes neugebaute Wohnhaus mit klitzekleinem Garten als Villa und jedes ohne als Palais bezeichnet wird.

Anonym hat gesagt…

"Was meinen Sie denn mit "typisch europäischen Platzstrukturen"?

Ganz einfach etwas, das als Platz erkennbar ist. :) Der Schürmannplan bevorzugt eine lose und in meinen Augen beliebig-wirre Raumfolge. So ähnlich wie wahllos auf Fassaden verteilte Fensterschlitze. Assymetrie liegt im Trend, Dresden braucht aber keine Trends, sondern dresdentypische Lösungen für dresdentypische Probleme.

"Townhouses" klingt für mich nicht griffig, sondern peinlich. Ein typischer Vertreter des abgenutzten Anglizismentrends und zudem exakt der falsche Ansatz für eine Stadt, die durch Zerstörung und Wiederaufbau einen Großteil ihrer Identität eingebüßt hat. Wie wäre es mit "Dresdner Bürgerhäuser"?

Anonym hat gesagt…

Beitrag wurde nicht eingestellt, daher nochmal:

"Was meinen Sie denn mit "typisch europäischen Platzstrukturen"?

Ganz einfach etwas, das als Platz erkennbar ist. :) Der Schürmannplan bevorzugt eine lose und in meinen Augen beliebig-wirre Raumfolge. So ähnlich wie wahllos auf Fassaden verteilte Fensterschlitze. Assymetrie liegt im Trend, Dresden braucht aber keine Trends, sondern dresdentypische Lösungen für dresdentypische Probleme.

"Townhouses" klingt für mich nicht griffig, sondern peinlich. Ein typischer Vertreter des abgenutzten Anglizismentrends und zudem exakt der falsche Ansatz für eine Stadt, die durch Zerstörung und Wiederaufbau einen Großteil ihrer Identität eingebüßt hat. Wie wäre es mit "Dresdner Bürgerhäuser"?

ji hat gesagt…

Für die, die meinen, der Postplatz sei nie ein "gefasster Platz" gewesen und immer nur unfertig: Mag ja sein. Dennoch sah das damals mit den Türmen (Fernsprechamt, Kirsche), Eckbauten und deren Portale (Postamt,das Ding, wo heut der Eckeingang der Altmakrtgallerie ist) und den Schrägdächern allemale bedeutend besser aus als das, was da heute hinsoll und schon steht mit seinen scharfen Kannten und Flachdächern (Kubus, Hotel jetzt, townhouses werden sicher auch kantig).Das geplante ist alles Blödsinn. In jeder anderen Stadt sieht man, dass solche Bunkervorplätze gemieden werden. Hätte man den Zustand von damals wieder aufgegriffen und die sichtbaren brandmauern mit adäquaten Füllbauten verdeckt, stünde der Platz dem neumarkt in nichts nach. Aber so wie er jetzt sich entwickelt? Einfach nur kalt und tot.

Ehrich: Das
http://www.deutsche-schutzgebiete.de/webpages/Dresden_Postplatz.jpg
http://www.ighft.de/aktuelles/archiv2008/postplatz.jpg

oder das
http://riesel.eu/bilder/jpgs/moderner_platz.jpg
http://t2.ftcdn.net/jpg/00/32/97/51/400_F_32975129_bbXIu7UCu8oUq2WlxbSqU84QE2JIpfQH.jpg
http://www.chinapictures.org/images/guilin/1/guilin-40116153103104.jpg

???

Peter S. Burg hat gesagt…

Typisch Europäische Platzstrukturen: am Wettiner Platz sehen Sie noch ein Fragment davon, der Neustädter Markt ist definitiv kein typischer, in Jahrhunderten gewachsener Europäischer Platz. Ich kann ehrlich gesagt nicht verstehen, wie man eine solche Frage stellen kann. Waren Sie denn noch nie in einer Europäischen Stadt? Nehmen Sie doch z.B. Zürich. Ich habe in ganz Zürich keine solche modernistische entstellte Betonwüste in der Innenstadt gesehen, die sich "Platz" nannte.

Seien Sie bitte nicht böse, aber ich finde es müßig darüber nun stundenlang zu reden was eine Europäische Platzstruktur und Europäische Architektur sein könnte, ich habe die Befürchtung Sie sind Architekt, wissen Sie welchen Fehler Architketen ständig machen? Sie versuchen Architektur ausschliesslich mechanisch und rational zu erfassen, und das ist ein Fehler, mein Herr. Architektur , vor allem dann wenn es sich um Architektur in einem Weltkulturerbe wie Dresden handelt, können Sie mit der Ratio nicht erfassen - Sie können Sie nur mit den Sinnen erfasesen.

Also bitte sehenn Sie dich die zahlreichen Fotos vom unzerstörten Dresden an, vergleichen Sie Postplatz oder Dürerplatz damals und heute, und Sie werden sehen dass das es solche abgrundtief hässlichen und menschenfeindlichen Betonwüsten wie heute damals gar gar nicht ab, und weiterhin werden Sie sehen dass das, was Architekten und Stadtplaner heute "Platz" nennen, eine Beleidigung für jedes Auge und ein Angriff auf jeden Menschen ist.

Und genau diese Angriffe, die von den Architekten ausgehen, sind die Erklärung für die immer stärker werdende aggressive Gegenreaktion der Menschen.

Öffnen Sie sich, mein Herr, werfen Sie das veraltete Gerede Ihrer Professoren über Bord, werfen Sie die veralteteten Dogmen wie die "autogerechte Stadt" in den Mülleimer, all das ist nicht modern sondern total unmodern. Überwinden Sie die von der Elite eingepflanzten Schranken im Kopf, beginnen Sie heutige Architektur kritisch zu hinterfragen, anstatt die Katastrophe zu verteidigen.

Die heutige Architektenlobby verweigert hartnäckig die längst überfällige Reformierung der Architektur. Was im Moment gebaut wird, ist nicht modern, sondern ist das Diktat der Hochfinanz und das endlose tausenfach geclonte Wiederholen der 100 Jahre alten Bauhaus/LeCorbusier Formensprache.

Erst wenn diese Weigerung der Reformierung beendet ist, und die Architektur den notwendigen neuen Lebensstrom zulassen kann, der übrigens in der Rennaissance genau im Moment der Rückbesinnung etwas Neues gebar - erst dann wird wirklich modern gebaut werden. Und das kann - eben durch die Rückbesinnung auf das grandiose Europäische architektonische Kulturerbe von 2000 Jahren - nur ein Europäisches Bauen sein.

Califax hat gesagt…

@ Anonym

Ich werde jetzt nicht noch einmal erklären, warum ich an dieser Stelle einen klassischen, klar abgeschlossenen Platz für falsch halte. Siehe hierzu oben.
Zur angeblich so modernistischen (was für ein blödes Wort) Asymetrie: Ich will jetzt keine Abhandlung über die Geschichte der Symetrie in der Bau- und Städtebaugeschichte schreiben (kann ich auch gar nicht), aber schauen Sie sich Gebäude, wie das alte Leipziger Rathaus, oder Plätze, wie den Dresdner Theaterplatz an. Dass es auch Gegenbeispiele gibt, ist mir bewusst.
Des Weiteren ist eine ungleiche Ausformung der beiden Seiten m.E. ja auch gut begründet: Auf der einen Seite das Tor in die verdichtete Altstadt und auf der anderen Seite die Wilsdruffer Vorstadt. Ein Platz in der Kernstadt müsste natürlich völlig anders ausgeformt werden.

Zum Schluss noch zum Begriff der Townhouses: Hätte ich vielleicht noch dazu schreiben sollen, dass ich diesen Absatz ironisch gemeint habe?

Anonym hat gesagt…

Das stimmt,besser wären typische Dresdner Bürgerhäuser aus dem Barock Klassizismus oder Gründerzeitliche Gebäude u.s.w.,jedenfalls keine Townhouses oder wie sonst noch schlechtes Bauen genannt wird....!
Einfach "schöne" Gebäude mit Seele und keine neuzeitliche Würfel.....

Anonym hat gesagt…

"einen klassischen, klar abgeschlossenen Platz" habe ich ja gar nicht verlangt, lediglich eine weniger wahllos-abstrakte Gliederung. Man kann gerne zwei Bereiche ausbilden, aber warum in der üblichen modernistischen Manier des Schemenhaften, des Interpretationswürdigen, der Andeutung statt eindeutigen Ausbildung?

Modernistisch ist kein "blödes Wort", sondern weißt deutlich darauf hin, dass die sogenannte Moderne nicht modern ist. Ebenso könnte man "modern" und "Moderne" in Anführungsstriche setzen.

Anonym hat gesagt…

„Assymetrie liegt im Trend, Dresden braucht aber keine Trends, sondern dresdentypische Lösungen für dresdentypische Probleme.“

War nicht auch der Barrock oder Klassizismus ein Trend, als Dresden in diesen Stilen bebaut wurde? Kann man einen Trend mit der Begründung einen anderen Trend zu bauen wegwischen, nur, weil man es subjektiv schöner findet?

Das Alte Dresden ist im Feuersturm vom April 1945 verloren gegangen. Keine noch so aufwändige Reko bringt das zurück. Kkann man nur alles den Dogmen der oberflächlichen Historizität und des Welterbetitels (der weg ist) unterordnen?
Das Alte Dresden war schön. Keine Frage. Doch in erster Linie war es schön, weil es durch seine Heterogenität überzeugt hat. Wenn man jetzt einfach Lücken schließt mit großen hässlichen Riegel, wer sagt denn, dass das ewig überdauern wird. Vielleicht sieht es nur unsere Generation als Fehler an Klötzchen zu bauen. Vielleicht sammeln sich in 200 Jahre darum dort die Touristen.
Gebaut wird nicht für heute, sondern für morgen.
Vielleicht haben Klötchenstapelnde Architekten genau so ein Brett vor dem Kopf wie Leute, die allzusehr auf Historische Aufmachung pochen. Doch wenigstens ist es ein neues Brett.
Wer sind wir, dass wir für die nächsten Jahrhunderte die Dresdner Entwicklung am Maßstab 12.2.1945 festmachen wollen.
Spätestens in 30 Jahren wird es niemanden mehr geben, der sich an das alte Dresden erinnern kann,. Aber es werden noch viele Generationen kommen, die die Stadt weiter prägen wollen.



„aber ich finde es müßig darüber nun stundenlang zu reden was eine Europäische Platzstruktur und Europäische Architektur sein könnte“ (peter s burg
)


Niemand zwingt Sie hier etwas zu sagen, aber wenn Sie etwas sagen, sollten Sie es vermeiden ihren Überdruss hier auszudrücken.

Und nein, ich bin kein Architekt und auch kein Modernist. Wahrscheinlich nur ein Realist....



MfG R-B

Anonym hat gesagt…

"War nicht auch der Barrock oder Klassizismus ein Trend, als Dresden in diesen Stilen bebaut wurde? Kann man einen Trend mit der Begründung einen anderen Trend zu bauen wegwischen, nur, weil man es subjektiv schöner findet?"

Puh, immer derselbe Schmaddaradotz. ;) Was interessieren in einer flächenhaft kriegszerstörten Stadt Baustile oder Stilvorlieben? Dresden hat weite Teile seiner Identität eingebüßt und diese gilt es, schrittweise zurückzugewinnen, was nur mit regionaltypischer Struktur und Architektur gelingen kann. Es ist völlig gleichgültig, welchen Trends man in der Barockzeit (mit einem R!) oder sonstwann gefolgt ist, das geht komplett an den realen Brennpunkten vorbei.

"Kkann man nur alles den Dogmen der oberflächlichen Historizität und des Welterbetitels (der weg ist) unterordnen?"

Seltsame Äußerung. Was hat nun der Welterbetitel mit dem Neumarkt zu tun? Historizität heißt: "Eingehen auf die Geschichte". Also das Gegenteil von "oberflächlich".

"Doch in erster Linie war es schön, weil es durch seine Heterogenität überzeugt hat."

Eine mysteriöse Äußerung jagt die nächste. ;) Was war am einheitlich barocken Erscheinungsbild des Neumarkts heterogen? Was war am einheitlich historistischen Erscheinungsbild der Vorstädte heterogen? Dresden war ein harmonisches Gesamtgefüge und kein krankes und wundes Wirrwar, wie es sich dank Zerstörung und Ideologie heute darstellt.

"Gebaut wird nicht für heute, sondern für morgen."

Falsch. Gebaut wird für heute UND morgen.

"Leute, die allzusehr auf Historische Aufmachung pochen"

Ich poche nicht auf "historische Aufmachung", sondern auf eine regionaltypische Bauweise.

"Spätestens in 30 Jahren wird es niemanden mehr geben, der sich an das alte Dresden erinnern kann."

Wenn man Ihren Ansprüchen Folge leistet, wird das sicher so sein.

"Wahrscheinlich nur ein Realist."

Überschätzen Sie Sich mal nicht. ;)

Anonym hat gesagt…

"War nicht auch der Barrock oder Klassizismus ein Trend, als Dresden in diesen Stilen bebaut wurde? Kann man einen Trend mit der Begründung einen anderen Trend zu bauen wegwischen, nur, weil man es subjektiv schöner findet?"

Puh, immer derselbe Schmaddaradotz. ;) Was interessieren in einer flächenhaft kriegszerstörten Stadt Baustile oder Stilvorlieben? Dresden hat weite Teile seiner Identität eingebüßt und diese gilt es, schrittweise zurückzugewinnen, was nur mit regionaltypischer Struktur und Architektur gelingen kann. Es ist völlig gleichgültig, welchen Trends man in der Barockzeit (mit einem R!) oder sonstwann gefolgt ist, das geht komplett an den realen Brennpunkten vorbei.

"Kkann man nur alles den Dogmen der oberflächlichen Historizität und des Welterbetitels (der weg ist) unterordnen?"

Seltsame Äußerung. Was hat nun der Welterbetitel mit dem Neumarkt zu tun? Historizität heißt: "Eingehen auf die Geschichte". Also das Gegenteil von "oberflächlich".

"Doch in erster Linie war es schön, weil es durch seine Heterogenität überzeugt hat."

Eine mysteriöse Äußerung jagt die nächste. ;) Was war am einheitlich barocken Erscheinungsbild des Neumarkts heterogen? Was war am einheitlich historistischen Erscheinungsbild der Vorstädte heterogen? Dresden war ein harmonisches Gesamtgefüge und kein krankes und wundes Wirrwar, wie es sich dank Zerstörung und Ideologie heute darstellt.

"Gebaut wird nicht für heute, sondern für morgen."

Falsch. Gebaut wird für heute UND morgen.

"Leute, die allzusehr auf Historische Aufmachung pochen"

Ich poche nicht auf "historische Aufmachung", sondern auf eine regionaltypische Bauweise.

"Spätestens in 30 Jahren wird es niemanden mehr geben, der sich an das alte Dresden erinnern kann."

Wenn man Ihren Ansprüchen Folge leistet, wird das sicher so sein.

"Wahrscheinlich nur ein Realist."

Überschätzen Sie Sich mal nicht. ;)

Anonym hat gesagt…

Barock mit einm „r“ und „kann“ auch nur mit einem „k“ - niemand ist vollkommen :)

„Puh, immer derselbe Schmaddaradotz. [...] Dresden hat weite Teile seiner Identität eingebüßt und diese gilt es, schrittweise zurückzugewinnen, was nur mit regionaltypischer Struktur und Architektur gelingen kann. Es ist völlig gleichgültig, welchen Trends man in der Barockzeit [...] gefolgt ist, das geht komplett an den realen Brennpunkten vorbei.“

Man kann die Identität einer Stadt nicht durch den Wiederaufbau zurückgewinnen. Die Identität wird durch Menschen geprägt, die in der Stadt leben und wirken. Ja. Die Vergangenheit und das Wirken Vergangener ist zweifellos wichtig. Das man sich in gewachsenen Strukturen beim Wiederaufbau bewegt ist durchaus nicht falsch. Unsere Identität wird von unseren Wurzeln beeinflusst. Aber es muss auch Raum für neues bleiben. Identität ist nicht fest, sondern entwickelt sich. Einerseits durch Rückbesinnung, andererseits aber auch durch voranschreiten.
So schlimm es klingt, aber Städte werden nun mal in Kriegen zerstört. Doch das Leid Tausender wird nicht ungeschehen gemacht durch den Wiederaufbau.

Der Trendvergleich mit dem Barock war dahingehend gemeint, dass man immer zeittypisch gebaut hat. Die wirkliche Tradition des Bauens ist doch, dass es jede Generation anders angeht – und dabei auch Fehler macht.

Leitbauten und eine intakte Stadtstruktur sind ein guter Ansatz, um einen Teil der städtischen Identität zurückzugewinnen – aber das kann eben nicht alles sein. Es muss noch genug Raum bleiben für neue Ideen/Fehler. Doch dies scheint zu fehlen.

Zu aller Zeit hat man sich renommierte Architekten herbeigeholt, die Gebäude entwarfen. Wir sollten moderne gesichtslose Klötzchen vielleicht nicht zu sehr verdammen, die von auswärtigen Architekten gestapelt werden. Sie sind vielleicht Ansporn für ein neues Dresdner Bauen. Doch wir brauchen diesen Zwischenschritt um eine neue Entwicklung loszutreten. Das geht nicht von einer Orientierung basierend auf Barockensemblen aus.

„Was interessieren in einer flächenhaft kriegszerstörten Stadt Baustile oder Stilvorlieben?“ Ich dachte, es geht hier darum, dass es uns nicht egal ist......

Mit Heterogenität meinte ich die Innenstadt an sich. Der Neumarkt und die Gegend um die Königsstraße waren homogen und sind es auch noch/wieder. Doch finde ich es nicht falsch, dass es daneben auch noch andere Stile geben kann. Ich bezog das auf eine frühere Äußerung bezüglich der Bebauung an der Wilsdruffer Straße aus DDR-Zeiten. In weiter Ferne, wenn die Innenstadt wieder komplett bebaut ist, mag das Stündlein geschlagen haben für die Riegelbebauung, ich denke nur, dass das noch nicht heute ist.

„Ich poche nicht auf "historische Aufmachung", sondern auf eine regionaltypische Bauweise.“ - war nicht als persönlicher Angriff gedacht, wenngleich ich mehr darüber gern erfahren würde, was dieses regionaltypische denn genau ist.

„"Spätestens in 30 Jahren wird es niemanden mehr geben, der sich an das alte Dresden erinnern kann."

Wenn man Ihren Ansprüchen Folge leistet, wird das sicher so sein.“
Gemeint sind damit die Menschen, die vor 1945 die Stadt geprägt haben. Ich rede von der Lebensspanne unserer Eltern und Großeltern.

„Historizität heißt: "Eingehen auf die Geschichte"“ Durchaus. Aber deswegen habe ich eben das „oberflächlich“ davor gesetzt, weil ich eben nicht glaube, dass darauf wirklich eingegangen wird, nur weil man das Aussehen rekonstruiert. Im Inneren hat man sich dem 21. Jh. zugewendet – ob das falsch oder richtig ist, muss jeder für sich entscheiden, aber es geht eben nicht in die Tiefe – räumlich wie geistig. Oder möchte jemand das Leben im 2. Hinterhof verinnerlichen?

Und doch, ich glaub nach wie vor, dass ich ein Realist bin. Vergangenheit ist wichtig, Zukunft ebenso. Wir dürfen unsere Wurzeln nicht vergessen, aber auch nicht überbewerten. Sie dürfen uns nicht in unserer Entwicklung behindern.

Allen ein schönes WE
R-B

Perücke hat gesagt…

@anonymer (Woerth?)
Warum müssen Sie denn den Vorgängerbeitrag als "Schmadderadotz" abtun? Das ist unfair und offenbart nur deutlich Ihr Problem auch andere Meinungen als Ihre gelten zu lassen.
In Dresden ist in vielen Baustilen gebaut worden und das wird wohl auch weiterhin so bleiben, wenn man die Stadt nicht zum Freilichtdenkmal erklären will.
Ihrem Schluss, dass nur mit (tja welchem eigentlich) "regionaltypischem" Stil die Identität einer Stadt zurückgewonnen werden kann, kann ich nicht folgen. Schon der Barockstil war nicht mehr "regionaltypisch". Was in diesem Forum häufig so tituliert wird (evtl. erkennbar am StadtbilDD Gegenentwurf zum KIB-Bau?) ist doch nichts weiter als belanglose wischi-waschi Investorenarchitektur mit pastellfarbenem Anstrich, die als einzige Entwurfsabsicht nicht auffallen will. So stelle ich mir jedenfalls keine neue Identität vor!
Ich glaube, Sie setzen an den falschen Stellen an. Das liegt daran, dass Sie die Zusammenhänge wohl nicht ganz erkennen. Wenn Sie hier auf Architekten und Stadtplanern schimpfen, erwischen Sie meist die falschen. Mit Ihrer populistischen Argumentation und Vorgehensweise tragen Sie (und z.B. auch die GhND) in erster Linie zur qualitativen Verflachung der dann gebauten Architektur bei. Das gab es schon mal und das wollen wir nicht wieder haben! Warum befassen Sie sich nicht einfach mit zeitgenössischen Architekten? Reden am Küchentisch reicht da nicht aus! Stellen Sie sich doch der Fachdiskussion (wenn Sie schon ein Fachmann sein wollen) und seien Sie konstruktiv!

Anonym hat gesagt…

Perücke, Sie wissen, dass ich auf Ihre Freilichtdenkmalpolemik nicht mehr eingehe. Auch in Ihrem neuerlichen Beitrag demonstrieren Sie eingehend, dass Sie nicht viel verstanden haben. Wenn ich anonym schreibe, dürfen Sie mich im Übrigen auch gerne als "Anonym" ansprechen.

Ich werde mich nun auf einigermaßen sachliche Aspekte Ihres Beitrags konzentrieren:

"Schon der Barockstil war nicht mehr "regionaltypisch"."

Mal abgesehen davon, dass das nicht stimmt und zeigt, dass Sie Sich in architektonischen Stilfragen nicht auskennen, bestätigen Sie mit Ihrem Einwurf auf ein Neues, dass die Mehrheit der Gesellschaft anscheinend nicht dazu in der Lage ist, von diesem isolierten Stildenken wegzukommen und endlich einem ganheitlichen Denkansatz Folge zu leisten. Auch wenn ich es schon hundert Mal geschrieben habe, bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als dies nun wieder zu tun: In einer kriegszerstörten Stadt ist die Stilfrage ZWEITRANGIG! Erstrangig dagegen ist eine sensible Stadtreparatur, die typische Merkmale der Dresdner Bautradition aufgreift (und nicht in modernistischer Manier abstrahiert oder konterkariert). Den neu entstehenden Gebäuden sollte man ansehen, dass sie in Dresden stehen - und nicht in Lübeck, Nürnberg oder Köln.

"(tja welchem eigentlich)"

Ist die Frage ernst gemeint? Auf StadtbilDD wird es demnächst eine ausführliche Abhandlung zu diesem Thema geben, da können sich dann die Leute, die nicht nur Recht haben, sondern sich auch konstruktiv mit anderen Argumenten auseinandersetzen wollen, eingehend über die Dresdner Lokaltypik informieren.

"ist doch nichts weiter als belanglose wischi-waschi Investorenarchitektur mit pastellfarbenem Anstrich, die als einzige Entwurfsabsicht nicht auffallen will."

Der Vorschlag von StadtbilDD war ein MINIMALKONSENS, der den bestehenden ungünstigen Entwurf minimal modifiziert hat - und nicht das, was wir uns unter adäquater Architektur vorstellen. Stand eigentlich deutlich dabei, aber beim konzentrierten Lesen hapert es bei Ihnen ja ab und an.

"So stelle ich mir jedenfalls keine neue Identität vor!"

Ich mir auch nicht, denn eine neue Identität sollte sich in flächenhaft kriegszerstörten Städten eindeutig an der alten (zerstörten) orientieren.

Auf den Rest Ihres Beitrags werde ich aus guten und bereits mehrfach genannten Gründen nicht mehr eingehen.

Anonym hat gesagt…

Zur Untermauerung meiner Ansätze hier mal ein Auszug aus dem "Arbeitsheft des Landesamtes für Denkmalpflege Sachsen":


“Es lassen sich viele Beispiele von krassem Unvermögen, langweiliger Banalität und neureichem Protz bis zu erfreulicher, innovativer Qualität finden, bei denen alles in Ordnung ist: Kubatur, Farbe, Detail und vor allem der Respekt und die Einfühlung in den “Genius loci”.

(...) Häufig ist zu bemerken, dass sich die Neubauten aufgrund ihrer Größe nicht in die Umgebung einfügen. Noch öfter herrscht austauschbare Beliebigkeit. Im Zeitalter des verzögerungsfreien elektronischen Datentransports ist es bequem und weit verbreitet, architektonische Entwürfe von den fernen Schreibtischen direkt zu den Baustellen zu versenden. Dazu kommt das Entwurfsverfahren am Computer mit der CAD-Technik, das es erlaubt, die Versatzstücke aus einem systemgebundenen Detailkatalog beliebig zu kombinieren. Dieses Verfahren wird mit geringer Modifikationsbreite häufig angewendet. Der Vorzug des genormten Bauens, eine jahrtausendealte, wertvolle und gute Erkenntnis, wird so zur Perversion, weil eine einmal gefundene Lösung aus Bequemlichkeit oder aus Kostengründen an jeden Ort der Welt hingebaut wird, gleichgültig, ob sie den vorhandenen Gegebenheiten angemessen ist oder nicht. So entsteht auch in Dresden jene Beliebigkeit, die die Städte, Länder, Kontinente verwechselbar macht. Diese Art des Bauens ist zu bedauern, weil sich in ihr eine kulturelle Verarmung äußert.

Die Neubauten, die seit 1990 in Dresden errichtet worden sind, haben größtenteils europäischen Zuschnitt. Das heißt, sie könnten irgendwo in Europa stehen. Damit ist noch nichts für oder gegen ihre architektonische Qualität gesagt. Sie haben aber keinen Bezug zu den Traditionen der Dresdner Kulturlandschaft. (...) Diese Entwicklung (...) bringt es mit sich, dass sich die euroäischen Städte immer ähnlicher werden."

Das war nun eine "Fachmeinung", Perücke. Da geben Sie doch so viel drauf...

Anonym hat gesagt…

Hallo Anonym @ 4. September 2011 08:57

„dass die Mehrheit der Gesellschaft anscheinend nicht dazu in der Lage ist, von diesem isolierten Stildenken wegzukommen und endlich einem ganheitlichen Denkansatz Folge zu leisten.“

Stadtreparatur ist nicht gleich Ganzheitlichkeit. Sind wir wieder soweit, dass uns die Minderheit sagt, was die Mehrheit macht? Entstand auf diese Art nicht die Zerstörung der Stadt und die anchkriegsneubauten? Ist nicht auch die Modernisten-Klötzchen-Architekten-Lobby eine Minderheit? Warum dürfen die nichts sagen....?

Was ist das regionaltypische am Dresdner Barock? Und wie stellen sie sich einen zeitgenössichen Regionalstil vor (ich fragte bereits...)?

„Ich mir auch nicht, denn eine neue Identität sollte sich in flächenhaft kriegszerstörten Städten eindeutig an der alten (zerstörten) orientieren.“

Ist es nicht das gute der Identität, dass sie etwas nicht-materielles ist und somit nicht haptisch sein muss? Wozu brauchen wir eine orginal wiederentstandene Stadt, wenn sie in unseren Köpfen viel stärker weiterlebt?
Was ist der Orientierungspunkt? Dresden am 12.2.45? 17.6.1899? 1.4.1923?


anonym @ 4. September 2011 09:06

So ist das kein Zitat. Bitte geben sie Seitenangabe, Jahrgang; Herausgeber u.a. an, damit man sich gegebenenfalls selbst dieses Zitat erschließen kann.

Nach Fachmeinung klingt das ja nicht, eher nach Polemik, wenn alle Absätze zitiert sind....


MfG R-B

Anonym hat gesagt…

Arbeitshefte des Landesamtes für Denkmalpflege Sachsen, herausgegeben vom Landesamt für Denmalpflege Sachsen, Dresden 1996

Zitate: S.131/132

Und auf Seite 222 lässt sich lesen:

"Die optisch fassbare Individualität einer Stadt wird sich künftig wahrscheinlich in erster Linie an den Bauten der Vergangenheit erkennen lassen. Vor diesem Hintergrund ist die Rekonstruktion untergegangener Bauwerke und Platzbilder in Dresden ein Akt zur Sicherung oder auch Zurückgewinnung von städtischer Identität. Ein Bau wie die Frauenkirche ist wie kein anderer dazu geeignet, dem Stadtbild seine Individualität zurückzugeben und der allgemeinen Nivellierung der europäischen Städte zu begegnen. Die Rekonstruktion der maßstabbildenden Umgebung, sowie einzelner "Leitbauten" ist unerlässlich, weil die Verunstaltung der Umgebung druch die Bauten des sozialistischen Stadtumbaus und die Missbildung des räumlichen Gefüges um die Frauenkirche nicht hinnehmbar sind. (...) Ein intaktes Stadtbild in wenigen Jahren wiederzugewinnen, kann nicht erhofft werden. Aber die Hoffnung ist wohlbegründet, dass es zu einer Annäherung an dieses Ziel kommen kann. Dies ist mit schöpferischen Aktivitäten verbunden, aber auch mit dem geistigen Akt des Bewahrens der historischen Dimensions des Stadtbildes. Steht doch die Präsenz des überkommenen, reichen Erbes unübersehbar für Kontinuität und Geschichte dieser einmaligen, schönen Stadt."

Anonym hat gesagt…

Zunächst mal muss ich sagen, dass ich eigentlich nicht die Zeit und Energie habe, solche ewigen und uneffektiven Diskussionen zu führen. Leider werde ich auch von niemandem unterstützt, sondern kämpfe hier neuerdings mehr oder weniger alleine gegen die festgefahrenen Ansichten der Modernistenschaft. Ich werde mich demnächst etwas kürzer fassen, zumal meine langen Beiträge anscheinend sowieso nicht konzentriert gelesen werden.

"Stadtreparatur ist nicht gleich Ganzheitlichkeit."

Für mich schon.

"Sind wir wieder soweit, dass uns die Minderheit sagt, was die Mehrheit macht? Entstand auf diese Art nicht die Zerstörung der Stadt und die anchkriegsneubauten? Ist nicht auch die Modernisten-Klötzchen-Architekten-Lobby eine Minderheit? Warum dürfen die nichts sagen....?"

Was soll man mit solchen Aussagen anfangen? Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Vielleicht fehlt mir auch einfach die Lust, das jetzt wieder ellenlang zu erörtern und richtigzustellen. Und überdies geht es sowieso komplett an den wesentlichen Punkten vorbei.

"Was ist das regionaltypische am Dresdner Barock? Und wie stellen sie sich einen zeitgenössichen Regionalstil vor (ich fragte bereits...)?"

Und ich antwortete bereits. Bitte lesen Sie meine Beiträge aufmerksamer. Dass der Barock in Dresden eine andere Ausprägung fand als in den Niederlanden, Bayern oder Österreich, lässt sich in zahlreichen Schriften nachvollziehen, wenn man es schon nicht mit dem eigenen Auge erkennen kann. Ansonsten gedulden Sie Sich halt noch etwas, bis die Abhandlung auf StadtbilDD fertig ist. Man hat im Leben ja noch andere Dinge zu tun...

"Wozu brauchen wir eine orginal wiederentstandene Stadt, wenn sie in unseren Köpfen viel stärker weiterlebt?"

Der Dresdner Durchschnittsbürger hat nicht den leisesten Schimmer davon, wie seine Stadt vor der Zerstörung ausgesehen hat. Von einem "Weiterleben in den Köpfen" kann keine Rede sein und ich wüsste auch nicht, warum sich das mit einem Wiedererstehen eines klitzekleinen Areals in die Quere kommen sollte.

"Was ist der Orientierungspunkt? Dresden am 12.2.45? 17.6.1899? 1.4.1923?"

Keine Ahnung, warum diese seltsame Frage immer wieder gestellt wird. Für mich ist es völlig logisch, naheliegend und konsequent, dass der Maßstab der unmittelbare Zustand vor der Zerstörung sein sollte.

Im Übrigen würde ich mich freuen, wenn hier auch mal jemand anderes auf solche Beiträge eingehen würde - ich habe, wie gesagt, auch noch anderes zu tun.

Ich glaube, wir sind gedanklich einfach so weit voneinander entfernt, dass eine Diskussion nicht fruchtbar sein kann. Wenn man das jetzt mal auf's große Ganze überträgt, lässt sich die grandiose und unüberwindbare Kluft zwischen dem modernistischen System in Politik, Architekten- und Städteplanerkreisen und der Gegenströmung in der Bürgerschaft bestens nachvollziehen.

Anonym hat gesagt…

@Anonym 5. SEPTEMBER 2011 03:21

Obwohl ich ja keine Ahnung von Baustilen habe und es auch sonst mit dem Lesen hapert (muss am Alter liegen) habe ich noch eine kleine Verständnisfrage:
Woher nehmen Sie die Gewissheit, dass Ihre Idee vom 65 Jahre nach Kriegsende fortzusetzenden Wiederaufbau die einzig richtige ist? Immerhin wurde in den 65 Jahren dazwischen auch gebaut, wenn auch unter anderen politischen und wirtschaftlichen Bedingungen. Auch einigen Bauwerken aus dieser Zeit wird man einen baugeschichtlichen Wert zuerkennen müssen. Im direkten Vergleich wird man sich doch überlegen müssen, welchen historischen Wert denn eine schlechte Rekonstruktion tatsächlich hat. Was sagt uns dieses Bauwerk denn über seine Entstehungszeit (also 2011)? Ich will das noch gar nicht werten, sondern nur einfach mal zum Nachdenken anregen.

Die Broschüre des Landesamtes enthält Fachmeinungen, denen ich mich nicht anschliessen möchte. Insbesondere die geäußerte Auffassung, dass der Einsatz genormter Details die Baukultur gefährden würde, ist schon sehr seltsam. Schließlich gab es z.B. gerade in der Gründerzeit große Kataloge aus denen man sich (in ganz Europa) die gewünschten Ornamente und Stuckleisten für sein Mietshaus aussuchen konnte (Wie sah es da eigentlich aus mit der Regionaltypik??).
Es ist stattdessen festzustellen, dass durch die rasante Entwicklung gerade der energetischen Anforderungen an Bauwerke die Wiederverwendung von Details eher immer seltener vorkommen wird. Schon gar nicht wird die Anwendung derselben Lösung in unterschiedlichen Klimaregionen möglich sein.
Architektur folgt einfach nicht nur gestalterischen Erwägungen. Aber der Auseinandersetzung mit der Entstehung von Architektur heutzutage wollen Sie sich ja augenscheinlich verweigern.

Anonym hat gesagt…

"Woher nehmen Sie die Gewissheit, dass Ihre Idee vom 65 Jahre nach Kriegsende fortzusetzenden Wiederaufbau die einzig richtige ist?"

Das habe ich nie behauptet. Ich vertrete hier nur meine Ansicht und bin in der Lage, sie zu begründen. Überhaupt bin ich gegen diese Ausschließlichkeitsansprüche. Der regionaltypische Ansatz jedoch findet in der Modernistenschaft zumeist NULL Gehör. Dort gibt es nur die eine Ideologie und die wird stur und engstirnig verfolgt, die letzten und wohl auch die kommenden Jahrzehnte.

"Auch einigen Bauwerken aus dieser Zeit wird man einen baugeschichtlichen Wert zuerkennen müssen."

Ja, keine Frage.

"welchen historischen Wert denn eine schlechte Rekonstruktion tatsächlich hat"

Ich hatte nie für "schlechte Rekonstruktionen" plädiert.

"Was sagt uns dieses Bauwerk denn über seine Entstehungszeit (also 2011)?"

Das sagt uns, dass es in seiner Entstehungszeit (also 2011) wohl eine teilweise Umbesinnung in Sachen Städtebau gegeben hat. Neben der modernistischen Idee suchte sich endlich auch die Rückbesinnung auf lokale Bautraditionen ihren (wenn auch kleinen) Raum.

"Insbesondere die geäußerte Auffassung, dass der Einsatz genormter Details die Baukultur gefährden würde, ist schon sehr seltsam. Schließlich gab es z.B. gerade in der Gründerzeit große Kataloge aus denen man sich (in ganz Europa) die gewünschten Ornamente und Stuckleisten für sein Mietshaus aussuchen konnte"

Auch da sollten Sie nochmal nachlesen, wurde in weiser Voraussicht nämlich extra drauf eingegangen. "Der Vorzug des genormten Bauens, eine jahrtausendealte, wertvolle und gute Erkenntnis, wird so zur Perversion..." ;)

"Wie sah es da eigentlich aus mit der Regionaltypik??"

Warum versuchen Sie eigentlich nicht mal, das selber herauszufinden? Vergleichen Sie doch die Dresdner Stadtviertel der Gründerzeit mit denen Hamburgs, Jenas oder Stuttgarts - vielleicht fällt Ihnen ja was auf. Ich möchte Ihnen dennoch etwas unter die Arme greifen, da Sie die angekündigte Abhandlung auf StadtbilDD.de ja anscheinend nicht abwarten können:

“Die bürgerliche Baukunst neigte in Dresden in ihrer Mehrheit auch in jenen Jahren eher zu einer gediegenen, zurückhaltenden Größe, die mehr zu einem mittleren Maß tendierte, doch keineswegs zum Mittelmaß, verglichen mit der gleichzeitigen Architektur in ähnlich großen Städten wie Leipzig, München oder Frankfurt a.M. Das Bewahren des mittelstädtischen, gediegen-bewährten Elements war der Dresdner Baupflege durch die Stadtverwaltung stets ein besonderes Anliegen gewesen. Dresden sollte eine schöne, gepflegte Residenz- und Fremdenstadt bleiben. Die Masse des Gebauten im 19. Jahrhundert war unerhört gediegen im Vergleich zu Städten in ähnlicher Situation und stand über dem künstlerischen Durchschnitt der Zeit, war qualitätvoll im Detail, sowohl was die Wahl der “echten” Materialien, als auch die handwerkliche und die künstlerische Qualität der Bearbeitung betraf.

(...) Dresden war und ist eine Stadt überwiegend offener Bauweise, d.h. Einzelhäuser überwiegen. Das Einzelhaus hat die meisten im 19. Jahrhundert entstandenen Stadtteile geprägt, diese Art der Bebauung unterscheidet Dresden merklich von den anderen deutschen Städten ähnlicher Größe."

Quelle ist inzwischen bekannt. Seite 204 / 205

Die typischen Pastellanstriche in warmen Tönen von Gelb über Ocker und Orange bis Rot und die inflationäre Verwendung des Dresdner Elbsandsteins tragen ihr Übriges zur lokalen Ausprägung des Dresdner Historismus bei. Googeln Sie doch auch mal nach der Semper-Nicolai-Schule. Glauben Sie mir, die wird man in Bremen nicht finden. :)


Und jetzt kann bei Bedarf jemand anderes übernehmen, ich bedanke mich für die Diskussion. :)