Montag, 15. August 2011

Residenzschloss Dresden | Kleiner Ballsaal

Bilder vom kleinen Ballsaal im Georgenbau. Der Kleine Ballsaal erstreckt sich über das zweite und dritte Obergeschoss und wurde 1865/66 von Hofbaumeister Bernhard Krüger konzipiert. Bis 1922 gehörte
der Saal zum Wohnbereich der Königlichen Familie. Bis 2013 soll dieser Raum nur originalgetreu rekonstruiert werden. Die Wände werden hierzu mit Stuckmarmor verkleidet. Ein Fenster wurde wieder an
seinen ursprünglichen Platz gesetzt, nach dem es nach dem Krieg leicht versetzt wurde, um eine äußerliche Symetrie herzustellen. Historisches Foto (Link)





Kommentare:

ursus maximus hat gesagt…

Phantastisch und erstaunlich,was so alles im Dresdner Schloss wiederersteht. Ballsaal, Schlosskapelle, Engl. Treppe... Alles Interieurs, die keineswegs zur ersten Reihe der Raumarchitektur zählten und darüber hinaus im öffentlichen Bewusstsein so gut wie nicht vorhanden waren. Dieser Rekonstruktionsenthusiasmus wäre im Neumarktbereich noch wünschenswerter, denn Große Schiffsmühle, Palais de Saxe, Schönes Haus, Alte Post werden vermutlich niemals wiedererstehen... all diese Fassaden wären für die Dresdner Selbstfindung ungleich bedeutender.

Berlin-Dresden hat gesagt…

Link zu Foto des historischen kleinen Ballsaals: http://img85.imageshack.us/img85/2361/saalow0.jpg

peter s. burg hat gesagt…

Das untere Bild find ich toll! Der Blick entlang des Stallhofs zur Frauenkirche. Einfach klasse, wunderschöne Architektur ohne Störungen und künstliche Wunden oder Brüche.

Laut dem grossen Experten und (in seinen eigenen Worten) "Störer" Peter Kulka leide ich also nun an "Schönheitsucht".

Verehrter Herr Kulka:

Falls dies eine Krankheit ist, ist es zumindest eine sehr, sehr angenehme :-))

Arwed hat gesagt…

Bei der Rekonstruktion des kleinen Ballsaales bin ich mir etwas unsicher, wie ich das Vorhaben finden soll. Einerseits bin ich mir sicher, dass der Saal nach der Reko ganz wunderbar wird. Auf der anderen Seite frage ich mich, wozu das ganze eigentlich gut ist:
1. Es ist so gut wie nichts erhalten geblieben, was eine Reko rechtfertigen würde (wie zum Beispiel bei seinem großen Bruder).
2. Als Zeitzeuge für den Historismus hat man die kompletten Schlossfassaden.
3. Die Kosten und das personelle Knowhow wüsste ich lieber an (in meinen Augen) wichtigeren Bereichen eingesetzt.
Aber wie bereits gesagt, schön wird es allemal.

Anonym hat gesagt…

"all diese Fassaden wären für die Dresdner Selbstfindung ungleich bedeutender."

Sehr wahr, und darum kann ich mich über die aufwändige Wiederherstellung dieser ganzen Innenräume auch nur bedingt freuen. M.E. werden da ganz falsche Prioritäten gesetzt - Dresden hätte so viele ungleich wichtigere Baustellen, die komplett grobschlächtig behandelt oder schlicht ignoriert werden - und hier verkünstelt man sich im Detail.

Fritz hat gesagt…

"M.E. werden da ganz falsche Prioritäten gesetzt - Dresden hätte so viele ungleich wichtigere Baustellen, die komplett grobschlächtig behandelt oder schlicht ignoriert werden - und hier verkünstelt man sich im Detail."

Die Details machen erst die Kunst!

Außerdem: Das Schloß ist keine dresdner Baustelle, es ist eine sächsische Baustelle.

Stefan hat gesagt…

Ich sehe den Aufwand der Wiederherstellung des Dresdner Schlosses für gerechtfertigt an. Was ist ein Leitbau, wenn nicht das Schloss? Es ist im historischen wie kulturellen Kontext neben Zwinger, Oper und Frauenkirche das bedeutendste Gebäude der Stadt und es erfreut mich, dass eine solche Arbeit in das Schloss fließt.
Zwar sagte ich in der Kommentarsparte zum Riesensaal, dass ich moderne Interpretationen sicher nicht ablehnen, gerade wenn sie funktional gut begründet sind. Aber auch da hätte mich eine Reko sicher mehr begeistert. Ich freue mich daher über die intensiven Bemühungen bei der Wiederherstellung der genannten vier Hauptattraktionen Dresdens.

Für den Rest der Stadt sehe ich es als wichtiger als, dass durch gezielte Verdichtung wieder ein Gefühl von Urbanität entsteht. Es wird nie so kommen, dass es eine 100%ige Rekonstruktion der Altstadt geben wird - wir alle wissen das. Und zumindest ich fände das auch hochgradig langweilig. Dresden lebte immer auch davon auf zeitgenössische Weise gegen den Strom zu schwimmen (z.B. das Blaue Wunder, das Kugelhaus), Kontroverse mit eingeschlossen!
Aber eine bedeutende Verdichtung der Stadt wäre ein wichtigerer Beitrag zu deren Aufwertung als alle Leitbauten im Quartier zwischen Postplatz und Synagoge zusammen.

Was nützt uns das "perfekte Disneyland", wenn ich mich am Rathaus gegenüber dem Ferdinandplatz schon wieder im "Wasteland" fühle? Und die Liste der Innenstadtbrachen ist lang:

Postplatz, Wallstraße, Wiener Platz, St. Petersburger Straße, Pillnitzer Straße, Ferdinandplatz, Robotrongelände, ostseitige Bebauung der Hauptstraßen, Straßburger Platz und ich bin sicher, mir sind noch einige entfallen. Es ist deprimierend: egal wie sehr man in jener gewissen Stimmung in der Altstadt schwimmen mag, sie läuft förmlich leer an diesen inneren Peripherien.

So kann man auch nicht nur die Arbeit am Schloss "verkünstelt" nennen, sondern ebenso die Debatten die sich darauf begnügen was zwischen Synagoge und Zwinger geschieht.

Zuletzt: Da dies der Blogbetreiber aber eben nicht tut und unseren Fokus auch anderweitig zu lenken weiß, möchte ich mich nochmals bedanken! :-)


Herzlichst,
Stefan

reli hat gesagt…

@Anonym : Es ist in jedem Fall sehr erfreulich,dass sich das Land Sachsen bei der Rekonstruktion so engagiert, um weitere Attrakti-vität für Besucher aus aller Welt zu schaffen und damit den Wohlsand der Region erhöht. Sicherlich wäre die Rekonstruktion weiterer histo-rische Fassaden und Häuser sehr wünschenswert. Bitte nicht gegeneinander ausspielen.

Anonym hat gesagt…

"Dresden lebte immer auch davon auf zeitgenössische Weise gegen den Strom zu schwimmen (z.B. das Blaue Wunder, das Kugelhaus), Kontroverse mit eingeschlossen!"

Wie oft muss man sich das eigentlich noch anhören? Dresden ist eine kriegszerstörte Stadt und somit eine Kontroverse in sich!!! Kriegszerstörte Städte brauchen keine weiteren Kontraste, sondern im Gegenteil eine Minderung derselben. Man tut gerade so, als wäre Dresden eine Stadt wie Paris, wo man mal kurz La Defense dazuklatschen kann, ohne dass es der Metropole schadet. Ist es wirklich so schwer, differenziert zu denken?

Anonym hat gesagt…

"Disneyland"

Die "Argumente" dieses Schreibers kann man getrost ignorieren. ;)

Anonym hat gesagt…

"Die Details machen erst die Kunst!"

Schon klar. Darum bin ich ja traurig, dass man für den wiedererstehenden Neumarkt nicht dieselben Maßstäbe anlegt.

Stefan hat gesagt…

@Anonym:
Es gibt einen Unterschied, ob man differenziert denkt oder ein Ziel, beispielsweise die Rückkehr zu einer Vergangenheit, zum einzig(!) legitimen Ziel (v)erklärt.

Sie möchten die Kontraste minder? Gut. Aber wieviele von uns sind den in denn 1930ern oder bis 1945 durch jenes Dresden spaziert. Was prägt den unser Bild von dieser Stadt? Kaum einer von uns kann sich frei von Erinnerungskulturen erklären, die u.a. der Konservierung einer "Idee von Dresden" dienen. Auch halte ich es für vermessen zu glauben, dass alles stadtplanerische Wirken seitdem ein 'Affront gegen die europäische Hochkultur' sei.

Wir kommen nicht umhin abzuwägen, was die Bevölkerung der Stadt sich für ein zukünftiges Dresden wünscht und wieviel davon aus Elementen des Vergangenen bestehen soll. Wenn sich die Stadt so sehr die Vergangenheit wünschen würde, warum schafft es der Verein GHND nicht ein einzelnes Haus ausschließlich aus Spendenmitteln zu finanzieren? In einer Unterhaltung bei der Grundsteinlegung argumentierte ein Mitglied, dass jeder Dresdner nur 5€ spenden müsse und es wäre geschafft. Dazu kam es offenbar nicht (http://www.dnn-online.de/dresden/web/dresden-nachrichten/detail/-/specific/Buergerhaus-Rampische-Strasse-29-Landesbischof-zieht-an-den-Neumarkt-2266914404; letzter Absatz). Woher nehmen Sie also die Sicherheit das Historisierung und Rekonstruktion (eigentlich ein Unwort bei Neubauten oberhalb der Kellergewölbe!) sich von der Bevölkerung der Stadt so sehr gewünscht werden?

@Anonym2:
Wo war Ihre Herleitung oder Argument, dass ich ignorieren darf? ;)


Herzlichst,
Stefan

Perücke hat gesagt…

@Stefan

Danke für diesen wichtigen und klugen Beitrag!

Die Art und Weise, wie bestimmte Gruppierungen hier in Dresden als selbsternannte Vertreter einer angeblichen Mehrheit der Dresdner auftreten, ist so verbohrt und unqualifiziert, gleichwohl aber auch selbstherrlich, dass man sich endlich eine offene Diskussion mit aufklärenden Fakten wünscht, um eine differenzierte Betrachtung der Dresdner Stadtplanung zu ermöglichen.

Anonym hat gesagt…

Dass Perücke solchen Beiträgen zustimmt, ist nun keine Neuigkeit. Ich würde mir allerdings zwischendurch ein wenig mehr Eigenleistung wünschen. Mehr als polemisch-pauschale Vorwürfe scheint nicht drin zu sein, was soll man machen.

Ganz so klug fand ich Stefans Beitrag jetzt gar nicht - oberflächlich betrachtet mag er so wirken, aber letztlich ist es doch nur ein weiterer Versuch, überholte modernistische Ideologien zu rechtfertigen - und die recht eindeutigen Mehrheitsverhältnisse in Frage zu stellen.

Stefan, es gab ein Bürgerbegehren für einen möglichst originalgetreuen Wiederaufbau des Historischen Neumarkts, bei dem immerhin 650000 Unterschriften zusammengekommen sind. Ich denke, da braucht man Ihre Ableitung von anscheinend ausbleibenden Spenden gar nicht mehr zu Rate zu ziehen. Was meinen Sie denn, wieviel Geld zusammenkommen würde, wenn ein modernistischer Verein am Neumarkt ein modernistisches Bauwerk aus Spendenmitteln errichten wollen würde? Bei Ihrem hinkenden Vergleich fehlt ja völlig der Vergleichsmaßstab! Die GHND ist ein kleiner Verein mit kleinen Möglichkeiten - ich finde es erstaunlich, dass ohne die üblichen Großspender aus der Wirtschaft viele hunderttausend Euro zusammengekommen sind!

Ich weiß auch nicht wirklich, ob ein Mensch, der die unüberlegte und höchst undifferenzierte Disneylandpolemik anwendet, etwas zum Thema "Differenziertes Denken" sagen sollte. Die "Rückkehr zu einer Vergangenheit" (was ich natürlich anders formulieren würde) ist keineswegs das einzig legitime Ziel - es ist lediglich ein vielversprechender Ansatz, der dem Ausschließlichkeitsprinzip modernistischer Ideologie aber nicht so recht zu schmecken scheint.

Grüße vom anonymen Woerth

Anonym hat gesagt…

65000 natürlich. ,)

Anonym hat gesagt…

"dass man sich endlich eine offene Diskussion mit aufklärenden Fakten wünscht"

Prima, Perücke! Machen Sie den Anfang! Legen Sie sachlich fundiert und mit aufklärenden Fakten untermauert los. Ich würde mich sehr freuen, denn das wäre bei Ihnen das erste Mal. Es ist nie zu spät für einen Schritt in Richtung konstruktive Diskussion. Gespannte Grüße...

Perücke hat gesagt…

@Woerth

"immerhin 650000 Unterschriften"

Tatsächlich? Das werden ja immer mehr?
Die Umfrage ist doch schon schon ewig her und schon damals war die Fragestellung fragwürdig...
Das Wort "Disneyland" kann ich in den letzten Beiträgen (ausser in Ihrem) übrigens auch nicht entdecken.
Das Problem ist, dass Sie eine Front unterstellen, die gar nicht existiert. Es gibt nicht "Modernisten" auf der einen und GhND (oder Gleichgesinnte) auf der anderen Seite. Der Neumarkt ist ganz einfach als Touristenmagnet angelegt und die Investoren, die dort bauen lassen, wollen damit möglichst viel Geld verdienen. Deshalb baut auch keiner dort "echt" barock (auch die GhND nicht), sondern ganz modern mit pseudobarocker Dekoration, weil das für die Touristenfotos eben völlig ausreicht. Diese Aussage ist nicht polemisch, sondern eine ganz simple Tatsache. "die Rückkehr" zur Vergangenheit ist sicher auch kein "vielversprechender Ansatz", sondern ganz einfach unmöglich. Der Weg führt eben nur in die Zukunft, ob man ihn nun mutig oder verzagt gehen will und ob man sich auf Neues und ungewohntes einlassen will oder eben lieber nicht. Letzteres ist für den Einzelnen sicher auch denkbar, es bleibt allerdings bedenkenswert, dass die Vergangenheitsseligkeit in Bezug auf Architektur politisch schon ganz schön ausgenutzt wurde.

Anonym hat gesagt…

War klar, dass Sie Sich an meinem Schreibfehler aufgeilen - schauen Sie Sich den Beitrag 21:26 an, da habe ich mich bereits selbst verbessert. Kann passieren, gell?

Dass Sie das Wort Disneyland in Stefans Beitrag nicht erkennen können, spricht nicht unbedingt für ein konzentriertes Lesen hiesiger Beiträge, aber auch das ist keine Neuigkeit.

Ich schrieb bereits, dass ich "Rückkehr zur Vergangenheit" selbstverständlich anders formulieren würde, ich hatte Stefan da der Einfachheit halber zitiert. Im Grunde ist auch das wieder nur eine polemische Vereinfachung komplexer Zusammenhänge.

Was Sie unter "mutig in die Zukunft schreiten" verstehen, entspricht selbstverständlich nicht meinem Verständnis dieser Standardfloskel.

Dass sich die Touristen auf dem Neumarkt versammeln, liegt in der Natur der Sache (die Prager Straße ist ob ihrer Austauschbarkeit für Auswärtige nicht allzu sehenswert) und der Architektur des Platzes nicht zum Vorwurf zu machen.

Die "Dekoration" ist nicht pseudobarock, sondern barock. Ihre polemischen Formulierungen verzerren die Realitäten und tragen nicht zu einer sachlichen Auseinandersetzung bei. Die Barockzeit kultivierte den schönen Schein wie keine andere Epoche - aufgemalte Spiegel und Fenster, das Spiel mit der Illusion florierte - wo liegt das Problem? Es ist nur konsequent, intelligent und naheliegend, hinter den barocken Fassaden nicht auch die Plumpsklos wiederherzustellen.

Selbstverständlich existiert eine "Front" - schauen Sie der Realität ins Auge. Jahrzehntelang hatten die Modernisten ihr System mehr oder weniger für sich alleine und jetzt regt sich endlich lange überfälliger Widerstand. Ich begrüße das - wie gut, dass wir in einer Demokratie leben. Die erste Demonstration unabhängig von der GHND gab's vorgestern. Es wird sicher nicht die letze sein...

Anonym hat gesagt…

"und ob man sich auf Neues und ungewohntes einlassen will oder eben lieber nicht."

Genau da scheinen Ihre Defizite zu liegen, Perücke.

Sich mutig auf Neues und Ungewohntes einlassen, statt weiterhin das altbackene und gewohnte Modernistensystem zu bedienen - ja, das wäre was. Der hundertausendste grau-rot-weiße Flachdachkubus ist mitnichten "neu und ungewohnt". Der Versuch, in kriegszerstörten Städten durch regionaltypische Bauweise verlorengegangene Identität zurückzugewinnen, schon eher. ;) Das meine ich mit der unterschiedlichen Interpretation inflationär gebräuchlicher Standardfloskeln.

Stefan hat gesagt…

Hallo zusammen,

ich sehe wir gewinnen langsam an Fahrt, dass freut mich. :-)


@Perücke:
Der Begriff "Disneyland" wurde von mir in meinem Beitrag vom 16. August so verwand. Ich beziehe mich auf die -meiner Meinung nach- bestenfalls "schwache" Rekonstruktion der Fassaden des Quartiers Frauenkirche. Zwar mag dort die Form zu erkennen sein, aber die "Spritzputz-Optik" wirkt wenig überzeugend. Daher stimme ich den von Ihnen angesprochene Wirkungswidmungen zum Touristischen gern zu.

@The_Woerth im anonymen Modus:
Ich hatte ein wenig gegoogelt, konnte aber die von Ihnen angesprochene Unterschriftensammlung aber nicht finden. Um Ihrem Argument daher gerecht werden zu können, würde ich mich freuen, wenn Sie uns den Link oder eine andere Zitation zur Verfügung stellen könnten. Ich denke, dass die kleine Mühe der Belegung unserer Quellen insgesamt sehr hilfreich wäre. Ich versuche deshalb mit gutem Beispiel voran zu gehen.

Sie sagen, dass die Mehrheitsverhältnisse klar seien. Bitte konkretisieren Sie diese Aussage und belegen Sie, wenn möglich. Vielen Dank vorab.

Allerdings möchte ich anmerken, dass auch 65.000 Unterschriften ja nicht 65.000 Dresdner Unterschriften sein müssen, oder? Trotzdem bleiben es 65.000 Unterschriften! Was aber ist mit den mehr als 135.000 Dresdner Bürgern [1] die sich 2005 für den Bau einer modernen Brücke in Dresden ausgesprochen haben? Sind die auch Teil der Modernistenlobby? Ihre "recht eindeutigen Mehrheitsverhältnisse" scheinen offensichtlich nur "recht eindeutig" und nicht eindeutig.

Darüber hinaus sprechen Sie von der GHND als "kleiner Verein mit kleinen Möglichkeiten". Kann es sein, dass dieser Umstand sich auch damit begründen lässt, dass viele Dresdner sich nicht von dieser Meinung vertreten fühlen und den Verein folglich auch nicht unterstützen möchten?

Sie sprechen den Maßstab anhand von Spenden ab und sprechen von "üblichen Großspendern" für ein "modernistisches Bauwerk". Ist Ihnen entgangen, dass Obama mehrere Millionen mittels Kleinspenden akquirieren konnte, was ihm nicht nur gegenüber Hillary Clinton (die mit den Großspenden!) einen Vorteil gab, sondern schlussendlich auch im Kampf gegen McCain [2]? Auch in Deutschland spenden die Menschen gern, wenn es ihnen wichtig ist. Bei fast jeder Katastrophe können sie das an der Spendenbereitschaft in der Bundesrepublik ablesen [3].

Und wenn es den Menschen, die in Dresden leben möchten, noch wichtiger ist, geben sie gern viele hunderttausend Euro für Architektur allein aus. Das belegen im historischen Bereich der Erfolg der USD [4] und im modernen Bereich die Projekte von Columbus [5]. Das sollte Ihre Frage: "Was meinen Sie denn, wieviel Geld zusammenkommen würde [...]?" schon hinreichend beantworten. Solange der Einzelne es für sich annehmen möchte und die notwendigen finanziellen Möglichkeiten hat, wird er aktiv, stimmt ab und spendet!
Und manchmal bloggt & kommentiert er auch ;-)

[WEITER IN TEIL 2]

Stefan hat gesagt…

[TEIL 2]

Da wir uns immer wieder gern gegenseitig die Akzeptanz des jeweils anderen absprechen (Verklärung zum "einzig legitimen Ziel" und "Ausschließlichkeitsprinzip modernistischer Ideologie") habe ich ein interessantes historisches Beispiel gesucht und gefunden.
Ich möchte gern wissen was Sie von einem modernen und trotzdem vergangenen Beispiel denken. Das Kugelhaus entstand in einer Stadt geprägt von Renaissance, Barock und gründerzeitlichem Historismus und wird von Löffler als "interessantester Bau" der Internationalen Kunstausstellung von 1926 erwähnt [6]. Er befand sich unweit des Palais im Großen Gartens, dass seine Ursprünge Ende des 17. Jahrhunderts hat [7]. Beide Bauten konnten trotz räumlicher Nähe und zeitlicher Distanz einen wertvollen architektonischen Beitrag zum städtischen Raum stiften. Warum soll das in der Innenstadt nicht denkbar sein? Und wenn doch, unter welchem Vorzeichen?
Den Verweis auf Traufhöhen bitte ich zu unterlassen, denn ein Kugelhaus konnte ja sogar ohne Traufe "interessanter Bau" am Ort sein ;)

Abschließend hoffe ich Herr Woerth, dass Sie die Zeit und Muse finden auf all die Fragen zu antworten. Ich bin zweifellos gespannt.

Herzlichst,
Stefan


PS: Einige allgemeine Bemerkungen zum Thema "überholte modernistische Ideologien" (The_Woerth, weiter oben), "Modernistenlobby" (Peter S Burg in Residenzschloss Dresden/Schlosskapelle) oder "ideologischen Gründen gegen alles Überlieferte" (Nemo in Quartier VIII/Aktuell) habe ich bereits in 'Residenzschloss Dresden/Schlosskapelle' hinterlassen.

Ähnlich wie Perücke oben feststellte, erscheint mir dieses Frontstellungsdenken umso überflüssiger, wenn man sich vor Augen hält, wie differenziert sich Personen wie Prof. Dr. Löffler oder Eberhard Burger äußerten [8] und engagierten [9].

PPS: Eine Entschuldigung an den Blogeigentümer, wenn meine Nachricht zu Problemen geführt haben sollte. Der Browser meinte ich hätte es mehrfach gesendet.



Referenzen:

1) Siehe http://www.justiz.sachsen.de/ovg/content/706.php in Verbindung mit http://www.dresden.de/media/pdf/infoblaetter/waldschloesschen_abstimmungsbroschuere_k.pdf (S. 1); alle Wahlbeteiligten: 395.760 Personen, davon haben 50,8% abgestimmt (ca. 201.050 Personen) und davon stimmten 67,92% zu.

2) Siehe http://www.opensecrets.org/pres08/summary.php?id=n00009638 (18.08.11); gemäß dieser Homepage erhielt Obama mehr als 650 Mio. $ aus privaten Einzelspenden, die 88% des Gesamtaufkommens darstellten.

3) Siehe http://www.neuepresse.de/Nachrichten/Magazin/Uebersicht/Deutsche-spenden-viel-mehr-Geld-wegen-Haiti-und-Pakistan (18.08.11).

4) Siehe http://www.usd-immobilien.de/objekte_auswahl.php?mid=&sid=14 (18.08.11).

5) Siehe http://www.columbus-bauprojekt.de/files/02_aktuelle.htm (18.08.11).

6) Fritz Löffler, Das Alte Dresden: Geschichte seiner Bauten, 11. Auflage, Leipzig 1992, S. 424.

7) Ebd., S. 82.

8) Ebd., S. 415ff.; Löffler spricht hier auch das "übertriebene Schmuckbedürfnis" des Historismus an.

9) Siehe http://archiv.welterbe-erhalten.de/nachrichten/zeitungsschau/mdr-27.07.2009---waldschloschenbrucke-erhalt-ursprungliche-breite.html (18.08.11).

Alter Dresdener hat gesagt…

Alle sollten die ideologischen Scheuklappen ablegen und sich auf folgenden Kompromiß einigen:
Innerhalb des Altstadtkernes möglichst historisch rekonstruieren, um eine entsprechende Atmosphäre zu schaffen und außerhalb dieses Gebietes niveauvolle moderne zeitgenössische Architektur zum Zuge kommen lassen.

Stefanius hat gesagt…


Zwar mag dort die Form zu erkennen sein, aber die "Spritzputz-Optik" wirkt wenig überzeugend. Daher stimme ich den von Ihnen angesprochene Wirkungswidmungen zum Touristischen gern zu.“
Hallo Stefan, ich beginne mit ein paar weiteren Fragen."

Was ist an einer Wirkungswidmung zum Touristischen schlecht ?
Wer veranlasst soetwas ?
Wieso negieren Sie Kostenaspekte?

" Was aber ist mit den mehr als 135.000 Dresdner Bürgern [1] die sich 2005 für den Bau einer modernen Brücke "

Die Dresdner haben für eine Brücke abgestimmt , nicht für eine moderne Brücke, insofern vergleichen sie nicht, sondern polemisieren.

"Darüber hinaus sprechen Sie von der GHND als "kleiner Verein mit kleinen Möglichkeiten". Kann es sein, dass dieser Umstand sich auch damit begründen lässt, dass viele Dresdner sich nicht von dieser Meinung vertreten"

Nein, dies ist definitiv nicht der Fall, eine Mehrheit der Dresdner meckert lieber, als sich zu engagieren. Das ist aber kein Dresden spezifisches Problem. Eine Mehrheit der Dresdner ist übrigens auch nicht in Vereinen organisiert, welche ein Hochlied auf die Architektonischen Leistungen des modernen Dresdens singen.

stefanius hat gesagt…

"Sie sprechen den Maßstab anhand von Spenden ab und sprechen von "üblichen Großspendern" für ein "modernistisches Bauwerk". Ist Ihnen entgangen, dass Obama mehrere Millionen mittels Kleinspenden akquirieren konnte, was ihm nicht nur gegenüber Hillary Clinton (die mit den Großspenden!) einen Vorteil gab, sondern schlussendlich auch im Kampf gegen McCain [2]? Auch in Deutschland spenden die Menschen gern, wenn es ihnen wichtig ist. Bei fast jeder Katastrophe können sie das an der Spendenbereitschaft in der Bundesrepublik ablesen [3]."

Stefan, hier polemisieren Sie wieder, Spenden im Katastrophenfall lassen sich aufgrund ihrer emotionalen Gewichtung immer leichter Erreichen, als Spenden für Bauprojekte. Im übrigen hat das nichts mit Architektur zu tun, sondern verreicnfacht gesagt, hängt das an der Frage, wie sie den Menschen emotional Packen können. Abschliessend hat Woerth aus meiner Sicht hier alles richtig zusammengefasst. Es ist erstaunlich wieviel Geld zusammen gekommen ist, und es trifft keine Aussage über die Präferenz eines Menschen wenn er nicht gespendet hat.

Anonym hat gesagt…

Noch kurz zu Ihrem Hinweis, dass vielleicht nicht alle 65000 Unterschriften dresdnerischer Abstammung waren: Auch wenn ich davon ausgehe, dass dies zwecks rechtlicher Anerkennung Bedingung gewesen ist, gibt es durchaus ein berechtigtes überregionales Interesse an Dresden. Die Frage sollte eigentlich nicht lauten: Was wollen die Dresdner, sondern: Was braucht Dresden? Nicht zuletzt bei der Waldschlösschenbrücke hat sich gezeigt, dass das (in Teilen medial und politisch manipultierte) Interesse der Einwohnerschaft nicht zwingend auch die besten Lösungen für die Stadt zur Folge hat. Dresden ist von internationalem Interesse: Die Welt hat Dresden die Frauenkirche zurückgegeben, Günther Blobel, italienische Investoren und südeutsche Privatfamilien errichten Bauten am Neumarkt, ich engagiere mich von Freiburg aus, ... Das Welterbe hieß nicht umsonst WELTerbe und nun hat es die Lokalprovinz voller Stolz und Arroganz zerstört. Ich bin, was Mehrheitsverhältnisse angeht, also durchaus zwiegespalten.

Anonym hat gesagt…

Ich möchte Ihnen folgende Rubrik auf der Seite stadtbildd.de an's Herz legen:

http://stadtbildd.de/0-faq/index.html

Anonym hat gesagt…

Da meine Antwort zu lang war, wurde sie nicht veröffentlicht, den diesbezüglichen Hinweis hatte ich leider übersehen. Hier also nochmal in Teilen(hatte ich vor dem 11:30 Beitrag verfasst und zum Glück wie immer abgespeichert):


Hallo Stefan,

die Waldschlösschenbrücke hat nicht das Geringste mit dem Wiederaufbau des Neumarkts zu tun, Sie scheinen ein Fan hinkender Vergleiche zu sein? Ich weiß nicht wirklich, ob ich jetzt meine Energie dazu aufwenden soll, Ihnen die offensichtlichen Differenzen struktureller, soziokultureller, politischer und medialer Natur nahezubringen.

Wer das letzte Jahrzehnt aufmerksam und konzentriert verfolgt hat (was bei Ihnen wohl nicht der Fall war, wenn Sie nicht mal das Bürgerbegehren mitbekommen haben), dann sollte man deutlich erkennen, dass die Mehrheitsverhältnisse deutliche Tendenzen hin zu regionaltypischer Architektur und sensibler Stadtreparatur aufweisen. Dazu zählen nicht nur zahlreiche Umfragen mit den immergleichen Ergebnissen (zuletzt über 90 Prozent gegen das Bauprojekt der KIB), der breite Kampf gegen das Gewandhaus, die Bürgerdiskussionen im Rathaus (mit auch jeweils recht eindeutigen Mehrheitsverhältnissen), bei denen ich zum Teil persönlich anwesend war, das Aufbegehren bei so ziemlich jedem modernistisch verplanten Füllbau am Neumarkt (von Bachmann über Böttcher bis Köllmann), die Diskussionsveranstaltungen mit Herrn Dietze, auf Grund derer wegen der eindeutigen Mehrheitsverhältnisse Fassaden nachträglich umgeplant worden sind, die über die Jahre hinweg unzähligen Leserbriefe in SZ und DNN, die eindeutige Tendenz in der Dresdner Debatte (auch wenn diese von Marx&Co trotz aller Offensichtlichkeit natürlich bestritten wird) und vieles, vieles mehr. Warum stellen Sie Sich nicht mal eine Woche lang auf den Neumarkt und lassen Sich (nicht nur) meine Erkenntnisse in persönlichen Gesprächen bestätigen? Oder vielleicht sammeln Sie mal ein paar Unterschriften für modernistische Architektur am Neumarkt - bin gespannt, wie viele Sie zusammenbekommen. ;)

Darf ich fragen, ob Sie Architekt, Städteplaner oder Politiker sind? Oder ist Stefan ein Privatbürger? Ersteres würde wieder einmal bestätigen, wie sehr sich das System abgrenzt und mehr oder weniger in einer Parallelwelt lebt, zu der Normalbürger keinen Zutritt hat. Aber ich will Ihnen nichts unterstellen. Nicht umsonst wurden auf der vorgestrigen Demo mehr Transparenz und eine offene Interaktion mit den Dresdner Bürgern gefordert.

Dass Sie zum Bürgerbegehren nichts finden konnten, erstaunt mich. Schauen Sie Sich auf den Seiten der GHND um, dort finden Sie alles zum Thema (das von der Dresdner Lokalpolitik gerne gemieden wird).

Anonym hat gesagt…

Teil 2:

Beim Begriff Disneyland beziehen Sie Sich auf das Q1? Mal abgesehen davon, dass möglichst originalgetreue und kunsthistorisch akribisch begleitete Fassadenrekonstruktionen nichts mit beliebigen Kitschfantasiewelten in Orlando zu tun haben, besteht der Neumarkt nicht nur aus dem Q1. Man findet dort auch das Kurländer Palais, das British Hotel, An der Frauenkirche 16/17 oder die Rampische Straße 29, um ein paar positive Beispiele zu nennen. Dass auch am Neumarkt nicht alles glänzend gelaufen ist, ist unbestritten, Stadtplanungsamt und Gestaltungskommission haben hier nicht nur ein Mal versagt. Anstatt für eine möglichst hohe Qualität von Leit- und Füllbauten zu sorgen, sorgt man sich lieber um möglichst ortsfremde Kontraste in Grau oder Alpinaweiß, vorrangig bedeckt mit schwarzen Ziegeln oder gar Schiefer, um auch von oben aufzufallen.

Es ist bekannt, dass Vereinsarbeit eben Arbeit ist und das Gros der Bevölkerung lieber schimpft und jammert, anstatt sich selber aktiv zu engagieren. In Anbetracht dieser Umstände und der unbestrittenen Tatsache, dass viele Normalbürger gänzlich andere Interessen verfolgen und sich auf den ersten Apple Store in Dresden mehr gefreut haben als über den Wiederaufbau der Frauenkirche, ist die GHND dann doch ganz gut besetzt. Es ist ja alles relativ, nicht wahr? Zudem ist gerade eine neue Vereinigung namens StadtbilDD - Das Korrektiv gegründet worden, schauen wir mal, was daraus noch wird.

Wollen Sie wirklich Obamas Wahlkampf oder Erdbebenkatastrophen, die jeweils medial über ganz Deutschland geflutet werden, mit dem Wiederaufbau eines kleinen Gebäudes am Neumarkt vergleichen? Es wäre zu schön, wenn wir einigermaßen sachlich und argumentativ überzeugend bleiben könnten.

Zuletzt möchte ich Ihnen noch mitteilen, dass ich kein Freund von einer isolierten Architekturbetrachtung bin. Der Baustil an sich ist in kriegszerstörten Städten gar nicht so wichtig. Demgemäß kann ich auch mit Ihrem Hinweis aufs Kugelhaus nicht viel anfangen, denn dieses konnte dem baugeschichtlich bis dato recht konstanten, harmonischen und identitätsstarken Gefüge des Vorkriegsdresdens nicht viel anhaben, es im Gegenteil durchaus bereichern. Der Zwinger war ja damals auch "modern" - man konnte es sich aber auch problemlos erlauben. Ich bin als Erzieher durchaus ein Verfechter von Kreativität, Originalität und Weiterentwicklung (auch der Weiterentwicklung alter Baustile), aber das tut hier in der totalzerstörten Dresdner Altstadt eigentlich wenig zur Sache. Da wären wir wieder beim differenzierten Denken. Flächenhaft kriegszerstörte und ihrer Identität beraubte Städte bedürfen anderer Prioriäten als das stolz und egoistisch geprägte Durchboxen eines bestimmten Architekturstils, der gerade als "modern" verstanden wird.

Abschließend bedanke ich mich für Ihren relativ sachlichen und respektvollen Diskussionsstil, das ist hier bei Weitem keine Selbstverständlichkeit.

Herzliche Grüße auch von mir,
the woerth

Anonym hat gesagt…

"Ich bin, was Mehrheitsverhältnisse angeht, also durchaus zwiegespalten."

Ich will das noch konkretisieren, um Missverständnissen vorzubeugen: Dresden geht nicht nur die Dresdner etwas an, daher wären deutschlandweite Mehrheitsverhältnisse sehr viel interessanter als von der Lokalpolitik beeinflusste Tendenzen am Lokalstandort. Oft fehlt einem der nötige Abstand, wenn man am betreffenden Ort zu Hause ist.

Anonym hat gesagt…

Perücke, Sie sind respektlos - es eine Frechheit, Privatnamen hier im öffentlichen Bereich herumzuposaunen. Ein Impressum ist längst in Arbeit und der Webauftritt noch im Aufbau, also nehmen Sie Sich mal ein bißchen zurück.

Sitzt die Perücke in der Gestaltungskommission? Könnte man fast meinen, bei der Vehemenz, wie Sie diese Vereinigung seit Ewigkeiten verteidigen. Dass Ihnen zu Punkt 8 nichts mehr einfällt, ist nicht weiter verwunderlich, denn dieser Aspekt trifft wie maßgeschneidert auf Sie zu. Zu Ihrer Block-Polemik muss ich nichts weiter sagen, ich verschwende meine Zeit und unser "Manifest" scheinen Sie sowieso in weiten Teilen nicht verstanden zu haben. Wundert mich nicht. Im Grunde haben Sie meine ganze Aufmerksamkeit überhaupt nicht verdient, ich werde mich bei Ihnen jetzt wieder stark zurückhalten.

Perücke hat gesagt…

@Woerth

Daß Ihre Reaktion auf meinen vollkommen sachlichen Beitrag veröffentlicht wird, mein Beitrag hingegen jedoch nicht.. was sagt uns das über das Demokratieverständnis des Blogbetreibers? Nichts Gutes fürchte ich.
Dass ihre Website gerade im Aufbau ist, entbindet Sie von den ganz allgemeinen (sehr niedrig angesetzten) Mindestanforderungen gültiger Gesetze?
Für wen halten Sie sich eigentlich?

Perücke hat gesagt…

..Beim Blogbetreiber muss ich mich entschuldigen..mein browser hat den Woerth-Beitrag zuerst angezeigt..

Ich finde den Blog grundsätzlich gut.. sogar immer besser..

Beste Grüße!

Stefan hat gesagt…

Ein abendlicher Gruß in die Runde!

Ich möchte mich für die reichlichen Reaktionen und Rückfragen bedanken. Aufgrund akademischer Verpflichtungen bitte ich aber um etwas Geduld. Ich bemühe mich auf alle Anmerkung bis Anfang nächster Woche zu reagieren.

Zwei Bitten vorab:

Zwar freue ich mich über den Großteil der Reaktionen, aber wenn ein jeder als Anonymus ohne weiteren Namen oder Synonym schreibt, fällt es mir naturgemäß schwer einen Redner als solchen zu erkennen, insbesondere wenn sich Kommentare über zwei oder drei Posts hinziehen. Vielleicht kann man das zukünftig ändern?
Dann noch etwas zum "Polemik-Mantra", ich hatte den letzten Beitrag von einem Freund gegenlesen lassen und war bemüht glossiert, nicht aber polemisch zu argumentieren. Wenn die betreffenden Nutzer also zukünftig selbst noch konkreter und sachlicher Rückfragen an mich stellen, wäre ich hier und da eher in der Lage auf die Kritik passend zu reagieren. Auch dafür danke vorab.

Ansonsten wünsche ich allen ein schönes Wochenende in oder im Gedanken an Dresden, und verbleibe mit besten Grüßen,

Ihr Stefan

stefanius hat gesagt…

@ Perücke

Ihr Beitrag beginnt mit einem persönlichen Angriff auf die Arbeit von J und K. Darüber hinaus verletzen Sie die Nettiquette.

Weiterhin habe ich eine Frage an Sie. Was ist jetzt eigentlich schlimm an den Teilrekos am Neumarkt. Es wäre nett wenn Sie ihre Sichtweise einmal schildern bzw. auf den Punkt bringen würden.

Vielen Dank

Anonym hat gesagt…

"meinen vollkommen sachlichen Beitrag"

Bin ich der einzige, der sich gerade totlacht?

Anonym hat gesagt…

"Für wen halten Sie sich eigentlich?"

Das frage ich mich bei Ihnen auch ab und zu...

Bausituation Dresden hat gesagt…

Repost Kommentar von Perücke (18.08.20011 - 20:57 Uhr)

Anmerkung: Privatnamen gelöscht

Post:
zu 1und 2: Der Begriff "modern" wird von Ihnen ja gerne einerseits auf neue Architektur im allgemeinen verwendet. Abgesehen davon, daß man zeitgenössische Architektur durchaus differenzierter betrachten kann, bestand eine ganz vergleichbare Tendenz zur Austauschbarkeit schon in früheren Epochen wie der Renaissance oder dem Barock, als die Anwendung bestimmter Architekturmoden z.B. den ganzen Europäischen Raum erfasste. Die von Woerth immer wieder geäußerte Forderung nach einer "Regionaltypik" wurde nahezu wörtlich so vehement ab 1928 von der Gruppierung "der Block" vorgebracht. (Bitte mal bei Wikipedia nachschlagen.. ist eigentlich selbsterklärend).
Andererseits wenden Sie "modern" auf Rekonstruktionen an.. das ist zumindest mal ein interessanter Ansatz...

zu 3: Das ist kompletter und konfuser Unfug, weil: _die Baukosten meist auch von der Funktion des Gebäudes abhängen
_manche "Rekos" eben doch ganz billige Neubauten mit etwas aufgeklebtem Stuck sind. Das ist tatsächlich nicht so arg teuer (sieht ja auch oft billig genug aus..)

Zu 4 nur ein Tip: Nehmen Sie einfach an einer Sitzung der Gestaltungskommission teil, oder..reden Sie mit einem Mitglied... nur Mut, greifen Sie zum Telefon und reden Sie mit denen. Sie werden danach Ihre Sichtweise ändern. Garantiert.

zu 5und6: Ja sicher, Geschichte ist uns egal, Hauptsache uns gefällts.. Das klingt sehr stark nach dem Hintergrund des Globalisierungsgedankens, den Sie ja so sehr geisseln.. aber Sie stecken mittendrin und merken es nicht. Oder sind wir nicht alle Mitglieder der Spassgesellschaft?

zu 7 (siehe "zu 4")

zu 8 ...ohne Worte..

Bausituation Dresden hat gesagt…

Ich möchte an dieser Stelle nochmal meinen Standpunkt zu den Kommentaren im Allgemeinen abgeben.

Erstmal freut es mich sehr, dass der Blog so sehr als Diskussionsplattform genutzt wird. Weiter so!

Von manchen Lesern wird manchmal eine mangelnde Moderation kritisiert. Leider würde ich das zeitlich nicht schaffen, da ich nicht ständig am PC bin. Ich hoffe, Ihr versteht das.
Ein Leser brachte es kürzlich auf den Punkt, in dem er meinte, dass es ein Blog und kein Forum ist.

Von daher bitte ich Euch, bewahrt einen netten Umgangston und wenn sich jemand mal irgendwie gestört oder auf den Schlips getreten fühlt - schreibt mir ne Mail und ich lösche die betreffenden Passagen aus dem Kommentar.

Ich persönlich sehe den Kommentarbereich als ein wichtiges Element des Blogs an und werde die Kommentarfunktion auch nicht deaktivieren. Als ich vor über einem jahr den Kommentarbereich für knapp einen Monat geschlossen hatte, erreichten mich viele Mails, dass das so nicht gut wäre.

Und ich finde, im Großen und Ganzen klappt das hier doch sehr gut!

Dann Euch allen ein schönes Wochenende!

Perücke hat gesagt…

@Moderation..
Sicher kann man sich darauf einigen, dass Privatnamen im Blog nichts zu suchen haben. Trifft das aber nur auf Woerth und Co zu, oder müssen dann nicht alle Privatnamen (auch Marx, Engel, Knerer etc.) hier gelöscht warden? Ich habe niemanden beleidigt, sondern lediglich einen Bezug zwischen den Autoren der hier promoteten Website und ihren Autoren hergestellt. Die drei genannten werden hier jedoch regelmässig offensiv beleidigt, als wären das keine Menschen mehr, sondern öffentliche Prügelknaben. Das geht so doch wohl gar nicht.. Gleiches Recht (auf Anonymität) für alle? Oder Woehrts Klarname (der eigentlich auf seiner Seite zu finden sein muss..) sollte hier stehenbleiben dürfen!!

Anonym hat gesagt…

Das ist nicht "meine" Seite. Marx, Engel und Knerer stehen (gewollt und auf ihre eigene Verantwortung) in der Öffentlichkeit und sind selbstverständlich nicht mit hiesigen privaten Kommentatoren zu vergleichen. Es gibt zu Recht ein öffentliches Interesse an diesen Personen! Aber schreiben Sie doch mal der SZ, was Sie von der namentlichen Nennung dieser Herrschaften halten. Auch Bundeskanzlerin M. sollte künftig nicht mehr namentlich erwähnt werden dürfen! Gleiches Recht (auf Anonymität) für alle! Differenziertes Denken in jeder Hinsicht unerwünscht!

Gruß, Woerth

ex oriente lux hat gesagt…

@Perücke:
Man kann über Ihre hanbüchenen Kommentare nur noch den Kopf schütteln!^^
Der Argumentationsgehalt Ihrer Worte = NULL!
Das einzige was bleibt ist ein gewisser Unterhaltungswert...^^

Califax hat gesagt…

Sicherlich schießt Perücke etwas über das Ziel hinaus, mit der Forderung nach gleichem Grad an Anonymität für alle. Aber er hat schon recht damit, dass The Woerth und seine Mitstreiter den Bereich der völligen Anonymität, den das Internet glücklicherweise bietet, verlassen hat indem sie eine Internetseite selbst betreiben und auch öffentliche Demonstrationen in der Innenstadt durchführen.
Voll und ganz stimme ich Perücke dafür zu, dass auch mir die hier und in anderen Foren durchgeführte Treibjagd gegen die genannten Menschen überhaupt nicht zusagt. Die Architekten und die Leute von der Stadt sind sicherlich nicht allzu scharf darauf, sich in Bürgerversammlungen beschimpfen zu lassen, nur weil sie ihrem Beruf nachgehen. Über Fragen des Geschmacks kann man gerne diskutieren, meinetwegen auch streiten, persönliche Angriffe auf die genannten Personen und ihre Motive gehen mir aber gegen den Strich.

Anonym hat gesagt…

"indem sie eine Internetseite selbst betreiben"

Nochmal: Das ist weder meine Seite noch betreibe ich sie!!! Die Seite stadtbildd.de ist die Plattform einer Bürgerinitiative, die aus mehreren Mitgliedern besteht. Ich bin lediglich ein Mitglied unter vielen und einige der auf der Seite zu findenden Formulierungen entstammen meiner Feder.

Zudem beschimpfe ich weder "Leute von der Stadt" noch "Architekten", sondern kritisiere sie sachlich. Das müssen sich diese schon gefallen lassen, denn deren Positionen bringen es nunmal mit sich, dass andere Menschen durch deren Denken und Handeln mit betroffen sind. Es ist eine Dienstleistung an Stadt und Mensch - und die darf selbstverständlich kritisiert werden.

Gruß Woerth

ursus magnus carpaticus hat gesagt…

Naja, man muss nicht gleich von einer Treibjagd sprechen. Dass es innerhalb der Architektenschaften so etwas wie eine festgefahrene gemeinsame Linie gibt, gegen Rekonstruktionen aufzutreten, von der nur ganz wenige ausscheren, kann jederzeit empirisch belegt werden. Dass es von Seiten der Rekonstrukttionsbefürworter mit der Zeit eine Gegenreaktion gibt, erscheint da nicht verwunderlich. Leider scheinen die Fronten da ganz verhärtet zu sein. Ich persönlich hätte etwa nichts gegen das Neue Gewandhaus gehabt. Es wurde verhindert, weil die Menschen einfach genug von dem allerorts ausdem Boden schießenden Architekturmüll haben. Da geschehen halt auch Abwehrreflexe gegen zwar moderne, aber an und für sich gute Projekte. Tragisch ist, dass nur die ganz schlechten durchzugehen scheinen (Innside Hotel, Q 1, Altmarkt oder das jetzt zur Diskussion stehende. Auch Q 8 scheint wenig Erfreuliches zu bieten). Dass ein entkrampfterer Umgamg möglich ist, zeigt das Leipziger Beispiel, wo alles mögliche passiert: gute moderne Neubauten, gute Anpassungsbauten, Rekonstruktionen. In DD ist das Klima halt vergiftet, zweifellos, weil hier einfach zuviel versaut wurde.

Perücke hat gesagt…

Der Woerth hat es nicht verstanden... Natürlich ist klar, dass alle, die beruflich mit anderen Menschen zu tun haben, auch irgendwann einmal beim Namen gerufen werden. Aber wenn jemand seine persönliche Meinung veröffentlicht (wie auf einer Website etwa), dann ist es einfach erforderlich, auch zu erfahren um welche Person es sich dabei handelt. Das ist aus gutem Grund auch gesetzlich so geregelt.
Eine gesetzliche Regelung, sich als Planungsdezernent zur öffentlichen Schmähung zur Verfügung zu stellen, ist mir dagegen völlig unbekannt...

Anonym hat gesagt…

"Das ist aus gutem Grund auch gesetzlich so geregelt."

Gesetzlich geregelt ist, dass es ein Impressum geben muss. Und genau dieses Impressum ist wie die gesamte Seite und ihre Unterrubriken noch nicht fertig, weil ehrenamtliche Leute an diesem komplexen Webauftritt basteln, die auch noch anderes zu tun haben. Mein Name muss auf dieser Seite überhaupt gar nicht erscheinen, weil es nicht meine Seite ist. Bleibt zu konstatieren: Die Perücke hat es nicht verstanden. ;)

Aber genial, wie Selbige mit dem Impressumkram von der eigentlichen Diskussion abzulenken versucht, weil ihr komplett die Argumente fehlen.

Peter S. Burg hat gesagt…

Ich glaube mit jemand wie "Perücke" zu diskutieren und sie auf die Defizite der heutigen Stadtplanung hinzuweisen, ist ähnlich erfolgversprechend wie eine Katze davon überzeugen zu wollen dass das Töten von Mäusen unmoralisch sei. Und zwar völlig egal, ob dies auf sachliche oder weniger sachliche Weise geschieht - die Katze wird auf sachliche Argumente nicht eingehen, statt dessen auf die Notwendigkeit ihres Tuns verweisen oder auf ein Konzept der angeblichwen "Modernität" des Mäusejagens verweisen, und weiterhin ihren Trieb befriedigen.

Ähnlich erscheint mir die Argumentation Perückes; er ist unfähig, die Defizite der Stadtplanung zu sehen, nimmt die katastrophalen Fehlplanungen von Marx & Co. sogar noch in Schutz.

Diese Leute sind nicht nur unfähig, eine zerstörte Stadt sinnvoll wiederaufzubauen, mehr noch: sie fügen ihr im Gegenteil noch absichtlich grossen Schaden zu. Perücke findet dies klasse, leugnet die Realität und meint nun auch noch dass ein besonderes Gesetz von Nöten sei, das der Bevölkerung erlauben könnte, Politiker und andere Machthaber zu kritisieren. Dabei ist doch offensichtlich, dass ein von hochgradig Unfähigen und Wahnsinnnigen geleitetes Dresdner Stadtplanungsamt seine Fehlgriffe öffentlich zu verantworten hat. Herr Perücke: Eine gesetzliche Regelung, um berechtigte Kritik an Ihren aggressiven, unfähigen und grobschlächtigen Kollegen im Stadtplanungsämtern öffentlich zu äussern, ist nicht erforderlich, es reicht der Art. 5 GG zur freien Meinungsäuserung.

Ich kann nur sagen, wenn jemand so freundliche Kritik anbringt wie Herr Woerth es tut, dann kommt diese hochgradig unfähige Hampelmann-Truppe im Stadtplanungsamt noch sehr gut bei weg, meiner Ansicht nach hätten diese unglaublich arroganten, dreisten und unfähigen Leute sehr viel Schlimmeres verdient. August der Starke hätte solche "Stadtplaner" alle direkt aus dem Amt von seiner Wache verhaften lassen und in den Kerker geworfen. Marx, Engels und alle anderen im Stadtplanungsamt Tätigen die jeden Tag ein Weltkulturerbe wie die Dresdner Innenstadt immer mehr versauen, halten sich vollmundig noch für "Experten". Ich aber halte sie für primivite Menschen, für Gewalttäter am urbanen Gefüge und für Scharlatane.

stefanius hat gesagt…

@ursus magnus carparticus..

so wie z.B. der Telekom Neubau am Hauptbahnhof? Also ich kann in Leipzig kein angenehmeres Klima feststellen und auch kein wesentlich "Besseres" Bauen.

@Perücke

gehen Sie eigentlich auch noch auf Fragen zu thema Architektur ein , oder nutzen Sie diesen Blog um Ihre persönlichen Befindlichkeiten immer wieder neu darzustellen?

@Califax

wären Sie so freundlich und würden ein paar Beispiele für Ihre Treibjagten bennenen ?

Perücke hat gesagt…

@anonymer Woerth

..dafür, dass Du mit der Stadtbildd Seite nichts zu tun haben willst, kennst Du Dich erstaunlich gut aus damit! Trotzdem nochmal: Wenn die Seite online geht, MUSS spätestestens dann auch das Impressum dabei sein. Andersrum ist es NICHT RICHTIG! Ok?

Ich lege da deshalb etwas Wert darauf, weil Euer Verhalten und Eure Auffassung symptomatisch für den Niedergang der Diskussionskultur zum Thema Architektur ist. Es geht einfach nicht an, in Heckenschützenmanier in Foren und auf Webseiten auf bestimmte Leute loszugehen und den -selbstverständlich anonymen- Oberlehrer zu geben.

Ich bin für offene Diskussionen, habe es keinesfalls nötig von irgendetwas abzulenken und liefere wohl auch genügend Argumente, bin allerdings nicht immer Eurer Meinung..;-)

Anonym hat gesagt…

@Perücke: Eigen- und Fremdwahrnehmung differieren zuweilen. Auf Deine Polemik kann ich getrost verzichten, also suche Dir bitte andere Gesprächspartner. Dagegen freue ich mich auf die angekündigte Antwort von Stefan, der anscheinend in der Lage ist, respektvoll, sachlich und konstruktiv zu diskutieren.

Califax hat gesagt…

@ stefanius

Ich hätte jetzt suchen müssen, aber auf Petersburg ist wie immer Verlaß (siehe seinen letzten Beitrag). Er nennt die Leute von der Stadt hier unter anderem Wahnsinnige. Das reicht meiner Meinung nach als Beispiel!
Ansonsten werden die Architekten bei P. und anderen hier allgemein üblicherweise als unfähige und in deren Studium einer Gehirnwäsche unterzogene Idioten dargestellt. Wie gesagt, es geht um Fragen des persönlichen Geschmacks. Ich greife hier niemanden persönlich an, nur weil ich anderer Meinung bin, darüber wie ich mir das Wiederauf- und Weiterbauen in Dresden und anderswo vorstelle.
Wer maßt sich an, die persönlichen Schönheitsvorstellungen und das Wissen um Geschichte und Zukunft des Bauens in dieser Form zu diffamieren. Kritik OK, aber nicht so!

Anonym hat gesagt…

"Das reicht meiner Meinung nach als Beispiel!"

Nein, tut es nicht. Denn es ist nur das Beispiel eines Kommentators unter vielen Kommentatoren. Der Großteil diskutiert hier eigentlich recht sachlich. Ich wüsste auch nicht, das Wort "Idiot" oder "unfähig" auf diesem Blog je verwendet zu haben. Im Gegenteil habe ich immer darauf verwiesen, dass Vertreter modernistischer Ideologien sehr wohl fähig sind, in dem, was sie tun. Sie folgen eben nur gänzlich anderen Leitprinzipien, die ich persönlich entschieden ablehne. Solche undifferenzierten Pauschalitäten wie von Califax oder Perücke geäußert sind m.E. neben dem Abdriften in polemische Welten das eigentliche Problem dieses Blogs (und jeder Diskussion). Zwischen Schwarz und Weiß gibt es zumeist zahlreiche Grautöne, die es zu erörtern gilt. Und das geht nur mit einem differenzierten und sachlichen Denk- und Diskussionsansatz.

Califax hat gesagt…

Lieber Anonym (22.08. 20.25 Uhr):
Ich behaupte auch nicht, dass hier jeder sich im Ton vergreift. Ich lese hier aber schon lange genug mit, um schon so manche Entgleisung vor Augen bekommen zu haben, deshalb sprach ich auch von einem Beispiel.
Weiter zu Ihrem Beitrag: Sie lehnen Pauschalisierungen ab, sprechen aber im gleichen Zuge von "modernistischen Ideologien" denen die Architekten unterliegen. Also ich gehöre auch dieser Zunft an und lehne trotzdem Rekonstruktionen keinesfalls ab. Wenn sie gut gemacht sind, freue ich mich ehrlich darüber. Am Neumarkt läuft der Wiederaufbau aber leider oft unter Masse statt Klasse. Das betrifft sowohl die Rekonstruktionen, wie auch die Fassaden ohne historisches Vorbild.

Anonym hat gesagt…

"sprechen aber im gleichen Zuge von "modernistischen Ideologien" denen die Architekten unterliegen"

Nein, das tue ich nicht. Ich habe geschrieben, "dass Vertreter modernistischer Ideologien sehr wohl fähig sind, in dem, was sie tun." Bitte genau lesen und nicht überinterpretieren. Dass am Neumarkt nicht alles glatt läuft, ist offensichtlich und m.E. das Resultat einer inadäquaten Stadtplanung. Der Gestaltungsbeirat, der eigentlich für eine hohe Qualität jeglicher Neumarktbauten sorgen sollte, sorgt sich so gut wie ausschließlich um die "Ablesbarkeit unserer Zeit im Stadtbild". Zum Glück gibt es engagierte Kunsthistoriker (und die GHND), die versuchen, qualitativ hochwertige Rekonstruktionen und Füllbauten durchzusetzen. Einfach ist es nicht...

Perücke hat gesagt…

@Anonym

Ich wüsste nun nicht, weshalb die Forderung nach einer offenen Diskussion eine "undifferenzierte Pauschalität" (was immer das sein mag) darstellen sollte.
Die kategorische Ablehnung einer Meinung, die nicht mit der Ihrigen übereinstimmt, macht eine Diskussion jedoch von vornherein überflüssig. Genau durch diese Einstellung entsteht das von Ihnen angesprochene Schwarz-Weiss Denken!
Warum gehen Sie nicht auf die Architektenschaft zu? Dort gibt es regelmäßig Diskussionsrunden, die selbstverständlich öffentlich sind! Es steht Ihnen auch frei, Architekten in Ihre Zirkel einzuladen, um zu erfahren, wie Architektur heutzutage überhaupt entsteht. Sie werden feststellen, dass eine große Gesprächs- und Informationsbereitschaft besteht. Vielleicht stellen Sie dann sogar fest, dass es gar keine "modernistische Verschwörung" gibt, sondern dass Architektur viel mehr mit Kommunikation zu tun hat, als Sie bisher angenommen haben. Deshalb ist Architektur auch so vielfältig.

Anonym hat gesagt…

"Die kategorische Ablehnung einer Meinung, die nicht mit der Ihrigen übereinstimmt, macht eine Diskussion jedoch von vornherein überflüssig."

Sie sprechen von Sich, oder?

Ich lehne vor allem mal Ihre Polemik ab - und nicht Ihre Meinung. Ihre Meinung würde mich durchaus interessieren, wenn sie nicht beinahe durchweg in polemische Worte eingebettet wäre. Schauen Sie Sich doch einmal die Beiträge von Stefan an, die entsprachen nun absolut nicht meiner Weltanschauung - und dennoch habe ich mich konstruktiv mit ihm auseinandergesetzt. Weil es eine Basis gab, auf der das funktioniert hat. Und genau diese vermisse ich bei Ihnen.

Sie unterstellen mir indirekt, keine Kommunikation zu den sogenannten Modernisten zu suchen. Seien Sie versichert, dass ich dies zur Genüge getan habe - und auch immer noch tue. Meine Einschätzung beruht auf zahlreichen persönlichen Erfahrungen, nicht auf irrationalen Fantasien.