Mittwoch, 28. September 2011

Amtsgericht | Lothringer Straße

Aktuelle Bilder vom Neubau des Amtsgerichtes an der Lothringer Straße. Außerdem noch ein paar Bilder aus der näheren Umgebung (Ziegelstraße, Florian-Geyer-Straße, Sachsenplatz)




Kommentare:

ji hat gesagt…

Diese Plattenbauten … AAAAHHHHHHH!!! ;)

Ich finde den Anbau schlecht. Er hat zwar die richtige "Gesamtdimension" und die richtige Farbanmutung, ist aber wiedermal ein nichtssagender, ebener Modernistenkasten mit dem Motto "etwas Design(!) für wenig Geld". So wird einfach nichts aus Dresden ausser der übliche Städtebrei aus dem CAD-Programm.

Anonym hat gesagt…

Ein nutzzweckorientierter Funktionsbau für konsumorientierte Einheitsnutzmenschen.
Ist es da ein Wunder, daß man sich nach alten Zeiten zurücksehnt?
Ich gerate immer mehr ins Zweifeln, ob damals alles "so schlecht" gewesen sein soll. Ich glaube man belügt uns heute wie schon zu allen Zeiten gelogen wurde. Nur heute ist es viel offensichtlicher! Diese Architektur ist verlogen, durch und durch. Es erinnert an "des Kaisers neue Kleider" - jeder siehts, aber man blökt mit der Herde, bis der Mainstream einem so nachhaltig die Sinne vernebelt hat, daß man es dann auch glaubt.

Petersburg hat gesagt…

Ich denke man kann den Anbau erst beurteilen wenn er fertig ist. Unter den Gerüsten sieht man nicht viel.

Die Entwürfe und Graphiken ließen aber nichts gutes ahnen....liebe Architekten, bitte: WARUM ÜBERALL NUR NOCH STRICHCODE-FENSTER?

Das gereicht den Gebäuden NICHT zum Vorteil. Aber vielleich ist ja das Ziel so manches "grossen Baukünstlers" auch gar nicht, schöne Gebäude zu entwerfen - sondern hauptsache auffallen, egal wie?

Jeder, der so denkt, sollte seine Berufung zum "Baumeister" überdenken.... denn Bauen um sich selbst zu preisen, ist nicht Sinn des Bauens. Urbanes Bauen muss dem urbanen Kontekt zugute kommen, und nicht der Eitelkeit.

Bauchef (Zürich) hat gesagt…

@ Petersburg: Eine schwache Argumentation. Schliesslich ist der ganze historistische Prunk, den Sie heute loben, bloss Ausdruck einer monarchistischen Arroganz und Grossmannssucht, wie man an diesem Beispiel des völlig überdimensionierten Landsgerichts erkennen kann. Pluster Dich auf und schrecke die Bürger! Auf dieser Schiene ist kein Blumentopf zu gewinnen. Dieser neorenaissancene Plunder ist einfach schön anzusehen. Historisch gebrochen, kann man ihn sogar als Heimat einer demokratischen Institution zweckentfremden. Die Absenz knalliger Farben, sprich angenehme Erdtöne, schön gearbeitete Details, das reicht schon, um ein städtisches Umfeld zu schaffen. Da brauchts auch keine ideologischen Grabenkämpfe, die ihr Deutschen dauernd auf Leben und Tod ausfechten müsst.

Petersburg hat gesagt…

Lieber Bauchef, ich habe ihre Kommentare schon längere Zeit beobachtet. Auffällig ist, dass Sie niemals klar sprechen, so wie ich das z.B. tue, sondern unnklar hin-und her eiern. "Rekonstruktion ist wunderbar - Rekonstruktion ist pfuibäbä", alles schon gehört von Ihnen. Heute so, morgen anders. Offensichtlich wie Ihnen grade der Sinn steht. Haben Sie eigentlich eine klare Meinung, oder schwanken Sie nur unsicher hin und her?

Und heute plötzlich ist historische Architektur wieder mal "böse" - sieh an. Ich kann Sie in Sekunden widerlegen, mein Herr:

Mit ihrer Argumentation müsste man sofort das Kolosseum in Rom niedereissen, sowie die Akropolis in Athen und alle anderen erhaltenen Stätten der Antike. Die Machthaber im alten Rom, auf die Hitler sich bezog ("Heil Cäsar" kam lange Zeit vor "Heil Hitler") waren nämlich brutalste Diktatoren; mordeten, folterten raubten und führten Angriffskriege in einem Ausmaß das die Nazis vor Neid erblassen ließ. Das Römische Reich hielt auch etwas länger als 12 Jahre, war also keine kleine Nummer, lieber Herr "Chef".

Diese Machthaber taten sehr viel mehr als nur "das Volk erschrecken", wie Sie dem bösen, bösen Sächsischen Hof unterstellen. Würden wir ihrer Argumentation logisch folgen, müssten wir demnach ganz Rom in die Luft sprengen - Pfui, "böse" Architektur. Gebaut von bösen Menschen.

Und besonders witzig ist es, wenn ausgerechnet jemand wie Sie von "Grossmannssucht" spricht - jemand, der sich hasserfüllt und hetzerisch über die positive Wiederentdeckung der Kleinteiligkeit mokiert, die nun wirklich mit "Grossmannssucht" nichts zu tun hat, sondern mit vornehmer Zurückhaltung - während er gleichzeitig die aktuelle Grossmannsucht in Form der ECE-Megalomanie und der Postplatz-Kubus-Monstren verschweigt.

Wer diese von Gier, Zerstörungswut und Primitivität getriebene Konzern-Architketur verniedlicht, wird sicher seinen Grund haben. Der sächsische Hof, den Sie hier in ihrem anti-Dresdner Hass zu diffamieren versuchen, hatte durch strenge architektonische Vorgaben eine der schönsten Archiktonischen Ensembles der gesamten Baugeschichte erschaffen lassen. Den ersten Entwurf George Bährs für die Frauenkirche bswp. akzeptierte der Hof nicht, und forderte eine Überarbeitung. Das heisst, die Frauenkirche die Sie heute sehen, ist maßgeblich das Werk des Hofes. Klar - natürlich nur, um die Bürger "zu erschrecken", wie Sie behaupten.

Merken Sie sich bitte, mein Herr: Der Sächsische Hof hat in Dresden weltberühmte Meisterwerke der Baukunst erschaffen. Was man von Ihrer ECE-Gewalttäter-Architektur und den "Künstlern" des Schlachtermesser-Klotz am Postplatz wohl kaum behaupten kann.

Bauchef (Zürich) hat gesagt…

@ petersburg: Ich bezog mich auf Ihre groteske Aussage «denn Bauen um sich selbst zu preisen, ist nicht Sinn des Bauens.» und widerlegte diese absurde Behauptung anhand dieses Landgerichts, einem Prunkbau einer Hof -Diktatur, die damals durchaus das Ziel einer Einschüchterung verfolgte. Eben weil diese mittlerweile auch in Deutschland historisch gebrochen sind, können sich ideologische Streitereien nicht an ihrem ursprünglichen Nutzen aufhängen! Die Devise «Säule gleich Faschismus», wie sie noch heute von Architekten zu hören ist, ist Tinnef. Ein Bau muss gut sein, wie Max Dudler zu pflegen sagt - dabei fällt mir beim Neumarkt nur das Eckhaus in italienischer Neorenaissance ein. Der Rest, auch das sollten Sie nochmal nachlesen, ist meiner Meinung nach Tortenarchitektur, die der Stadt nicht weiterhilft. Dennoch unterstütze ich Rekonstruktionen, diese dürfen sich aber nicht nur als Touri -Kulisse aufs Zentrum beschränken (während man den Rest, wie von Ihnen richtig bemerkt, mit irgendwelchen Grausamkeiten zumüllt), sondern müssen die Stadt als Gesamtes miteinbeziehen. Die «Insellage» des Neumarktes, abgeschnitten von breiten Magistralen, ist schrecklich und gehört eben auch repariert. Hier hört man fast nichts in der Dresdner Debatte. Man scheint mit dem polierten Herz zufrieden und schert sich nicht um den Rest des Stadtkörpers. Ihre weiteren Ausführungen, eine Mischung zwischen perverser Monarchenverehrung und preussischem Kadavergehorsam, diesem blinden Glauben an das «glorreiche Sachsen», das wie alle anderen Höfe in Wahrheit meist von debilen Adeligen, die ihre anständigen Bürger bis aufs Hemd ausnahmen, aus Langeweile Krieg führen liessen und aus Grössenwahn irgendwelches Zeug hinstellten, kann ich nicht kommentieren. Dazu fehlt mir das Verständnis.

Anonym hat gesagt…

"Hier hört man fast nichts in der Dresdner Debatte."

Na, dann schauen Sie mal rein: http://www.dresdner-debatte.de