Samstag, 17. September 2011

Kanzleigäßchen

Kanzleigäßchen: Fassadengestaltung H.Boettcher/M.Dähne mit tanzenden Paluccaschülerinnen. Unter Verwendung von Gummimatritzen wurden diese Abbilder in Beton gegossen.

Kommentare:

Petersburg hat gesagt…

Das Kanzleigässchen ist klasse, aber diese "wollen-aber-nicht-können" Fenster sind ja das Allerletzte.

Es ist wirklich auffällig, wie diese inkompetende und kulturdiktierende Organisation namens "Gestaltungskommission" sich so infantil verhält wie ein Kind im Trotzalter das auf die Erde stampft und sagt "MIST, wenn die GHND schon unsere schönen Betonkästen und Shoppingmall-Pläne durchkreuzt hat, wollen wir wenigens ein wenig EKEL-Architektur bei ein paar ganz kleinen Stellen hineinpflanzen....nur ganz kleine".

Diese Leute sind so etwas von grotesk, Erwachsene Menschen verhalten sich wie Kleinkinder. Ich schlage vor, wir nennen diese Scharlatane die "Infatile Kommission". Diese Fenster, hier in ihrer vollen "Schönheit" gar nicht erfasst, scheinen als lösten sie beim Betrachter Schizophrenie aus, und sind vermutlich auch von Kranken konzipiert worden.

Achtung! Unds jetzt freu ich mich schon darauf wenn die Gift-und Galle spuckende Modernistenkollone mit ihren 27 Praktikanten wieder ins Forum flutet um Ihr "du sollst aber keine andren Götter haben neben unserem Kubus"-Gift zu versprühen. Ja ja, der böse böse Petersburg ist wieder mal "schreihalsig" und wagt es, Archiektur zu kritisieren! Ja wo kommen wir denn da hin, wen jeder einfach seine Meinung sagen würde ?? Diese Leute wünschen sich, dass die Bevölkerung mundtot gemacht wird - Kritik an der "would-be" Moderne ist nicht erwünscht. Und ich kann Euch auch sagen, warum: Könnte ja herauskommen, dass dieser formensprachliche Abfall gar nicht modern ist, sondern in Wahrheit total unmodern ist, parasitär-destruktiv, anti-urban und schlicht miserabel konzipiert.

Liebe Neumarkt-Freunde: Sorry, ich wollte Euch nichtt die Freude verderben. Über die Wiederauferstehung von Kanzleigasse und Schlosstrasse (!) freue ich mich über alle Maßen. Aber es muss erlaubt sein, auch die Hässlichkeiten zu kritisieren, die von der Infantilen Kommission absichtlich hier hinein gezwungen wurden. Strichcode ist hässlich, anti-historisch und gehört nicht in ein Rekonstruktionsprojekt, sondern in ein Praxissemester für Studenten die noch nicht bauen können. Aber Gott sei dank hat es die Infantile Kommission nicht geschafft, den Neumarkt zu verhindern. Das meist vom Neumarkt ist schön! Das ist ein Sieg der Stadt - über das Kulturdiktat einer moralisch fragwürdigen Elite.

André A. hat gesagt…

Man kann sich sicherlich über die Architektur der Böttcherfassade streiten. Nur finde ich die Rückkehr des Ornaments bahnbrechend! Wo findet man derzeit ein Ornament an modernen Bauten?! Von daher ein (erster) Schritt in die richtige Richtung. Sowas hätte ich mir sehr gerne am Eckhaus Schloßstraße/Sporergasse gewünscht. Trotzdem bleibt die Böttcher Fassade unteres Mittelmaß, hier sollte seitens von Frau Böttcher (vorallem in zukünftigen Projekten) mehr Kreativität abverlangt werden.

Herr Zorn hat gesagt…

Hach, Sichtbeton der Marmor des 21. Jahrhunderts... zu wahrer Größe wird diese gestalterische Glanztat dann in ein paar Jahren auflaufen wenn sich der Schmodder wie ein gnädiger Schleier über diese fortschrittliche Oberfläche gelegt hat. Diese gewagten, von größtem gestalterischen Können zeugenden Reliefs sind natürlich auch sehr exquisit. Manch einer wird Palucca-Sprungstudien an Kanzleigässchen-Fassaden vielleicht absurd finden aber ich sehe jetzt den Weg frei für Ulf Kirsten-Reliefs am Jüdenhof.

Guten Abend

Anonym hat gesagt…

"hier sollte seitens von Frau Böttcher (vorallem in zukünftigen Projekten) mehr Kreativität abverlangt werden."

Von der sollte vor allem mal abverlangt werden, dass sie sich mit den lokaltypischen Bautraditionen des kriegsgeschädigten Ortes auseinandersetzt, an dem sie ihre grauen Platten abladen will.

Petersburg hat gesagt…

@André

Die Palucca-Ornamentik finde ich generell ziemlich gut, auch wenn ich der Meinung bin dass es nicht so direkt mit dem Schloss-Areal harmoniert. Aber was ich positiv an dieser Ornamentik finde ist

A) dass es überhaupt eine Ornamentik ist, dass hier überhaupt der Wille vorherrrschte, wieder zögerlich ein Ornament zuzulassen (ist ja streng verboten laut herrschender Architekturdoktrinen)

B) Dass sie tatsächlich etwas Neues ist, ohne sich am "Alten" zu orientieren, gleichzeitig das Alte aber nicht stört. Das ist extrem selten bei "moderner" Architektur.

C) dass es zu Dresden passt, Greta Palucca ist berühmt.

Die Ornamentik ist OK, finde sie sogar gut. Aber Strichcode-fenster wie im Kanzleigässchen sind weder historisch noch modern, sondern einfach nur ein Armutszeugnis "moderner" Architektur, die inzwischen durch ihre formensprachliche Selbstkasteiung so verzweifelt sein muss, dass sie die Fenster wild und planlos durcheinanderschüttelt um mal "etwas Neues" zu haben. Mehr als peinlich ist das! Ich meine aber bei Thema Schlossstrassen-Areal wirklich nur die Strichcode-Fenster, alles andere finde ich sehr gut bis phantastisch. Und selbst Madame Pulacca , auf der Fassade tänzelnd, hat meinen Segen :-)

Anonym hat gesagt…

Oh diese Gravuren sind soooo wunderschöööön! Ich tick vollkommen aus!!! So viel Ästhetik! Was für eine Verschicklichung des Betons! Ich dreh völlig durch! Ich will jetzt nur noch Beton am Neumarkt mit solchen Gret-Palucca-Motiven! Das ist sooo einfallsreich, einfach fantastisch! Da erkennt man wahre Meisterschaft im Umgang mit Beton. Es soll nochmal jemand sagen, moderne Architektur wäre hässlich - dem sollte man diese tolle Fassade zeigen!!!

Anonym hat gesagt…

Strichcode Fenster oder wie die Planlos hässlichen Fenster noch genannt werden,billig Architektur was verboten werden muß!!

Mfg R.Helbig

Luik hat gesagt…

@Anonym

Bei diesen Fenstern handelt es sich aber nicht um Strichcode-Fenster. Diese findest du am Nachbargebäude, Ecke Sporergasse. Dieser Bau hat recht "normale" französische Fenster...

Siehst man hier:

http://www.bausituation-dresden.com/search/label/Sporergasse?updated-max=2011-05-31T16%3A53%3A00%2B02%3A00&max-results=20

Also erst mal genau informieren und nicht alles nachplappern!

Thomas und Knerer und Lang Fan hat gesagt…

Mir gefällt das sehr gut! Nicht immer nur meckern! Diese ganze miesepetrige Stimmung, da denkt man nur, dass hier eine Gruppe von Berufsnörglern unterwegs ist.

Anstatt sich über das wirklich schöne Q8 zu freuen, sucht man hier immer nur nach negativen Zeug!

Micha hat gesagt…

Ich habe gestern diese Fassade aus nächster Nähe gesehen: Eine wirklich gute Idee und eine neue interessante Gestaltungstechnik. Die Reliefs lassen die ansonsten kühle und schlichte Fassade lebendig wirken. Diese Technik der Fassadengestaltung anstelle von glatten, grauen Betonwänden kann man sich sicherlich auch sehr gut an vielen anderen Neubauprojekten in dieser Stadt vorstellen.
Gruß, Micha

tOm hat gesagt…

Ganz ehrlich: ich bin großer Fan des historischen Neumarkts aber bei dem Haus gibt es wirklich nix auszusetzen. Die Ornamentik ist interessant und die verarbeiteten Reliefs machen einen sehr hochwertigen Eindruck. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung! Stellt Euch das KIB Projekt in kleinteilig vor, dazu solche Reliefs.

Chris - StadtbilDD hat gesagt…

Ich kann ja verstehen, dass man sich hier in der Runde über ein wenig Ornament freut. Nur: Beim Blick von der Schloßstraße ins Kanzleigässchen sieht man davon rein gar nichts, sondern lediglich einen immergrauen, weil nach Norden orientierten, Klotz mit übergroßen schwarzen Fenstern, dem vermeintlich das Dach fehlt. Die bündig abschließenden Fenster verstärken die umheimliche Plattheit der Fassade noch mehr. Die erst auf den zweiten Blick als Kunstwerke und nicht als Betonschäden wahrnehmbaren Bilder bringen nicht die Rettung für das Gesamtbild.
Für mich ist dieser Bau die erste Reko eines unsanierten Plattenbaus in Dresden und von unheimlicher Kälte. Dagegen ist das Eckgebäude Sporergasse mit seinen gold schimmernden Fensterelementen eine wahre Schönheit.

Und wie wir alle wissen, Sichtbeton wird mit der Zeit nicht schöner. Während die Rekos in einigen Jahren ihre schmückende Patina angelegt haben, wird dieser Bau vollends zur schäbigen Sünde.

Sicherlich wird uns der Blogbetreiber in naher Zukunft Bilder der Gesamtsituation liefern, ich bin gespannt über diese Diskussion.

Anonym hat gesagt…

Ob man nun in Beton ein paar Reliefs kratzt oder nicht ist eigentlich egal, solange es sich nur um einen viereckigen Klotz handelt. Schick ist das Eckgebäude nicht, und mal ehrlich: Wie schick wäre auch hier eine Rekonstruktion gewesen.
Petersburg trifft es stets am besten, hier muß tatsächlich immer so ein Bruch, ein destruktives und fehlplaziertes Viereck hineingemogelt werden.
Aber Platte läßt sich auch gut wieder abreißen, das ist der Vorteil, wenn künftige Generationen dieses Mist wieder abtragen müssen.

Anonym hat gesagt…

Zitat: "Für mich ist dieser Bau die erste Reko eines unsanierten Plattenbaus in Dresden"

Die Assoziation ist auf jeden Fall naheliegender als die zu einem dresdentypischen Profanbau im inneren Altstadtkern.

@Knerer&Lang: Eine Begründung Deiner knappen Meinungsäußerung wäre sehr viel interessanter gewesen, als der x-te Pauschalangriff auf die hiesige Kommentatorenschaft.

Anonym hat gesagt…

Zitat: "Diese Technik der Fassadengestaltung anstelle von glatten, grauen Betonwänden kann man sich sicherlich auch sehr gut an vielen anderen Neubauprojekten in dieser Stadt vorstellen."

Verzierter Sichtbeton statt glatter Sichtbeton. Bleibt die Frage: Warum Sichtbeton?

Anonym hat gesagt…

Was wir hier sehen, ist kein Bekenntnis zum Ornament, sondern der typisch modernistische Ansatz der Abstrahierung des Ornaments.

Stefan hat gesagt…

Etwas Humoriges für zwischendurch ;-)

Gefunden auf Das Neue Dresden,
weitergeleitet zu Daniel Wiggers "Zweite Tirade:
Das schöne Dresden (Vers 34 ñ 61)"


34. „Das schöne Dresden!“ ganz entzückt
spricht mancher, der auf Dresden blickt.

35. „Das schöne Dresden!“ mancher spricht,
der impotent im Geiste ist.

36. „Das schöne Dresden!“ meint ein Wicht,
der klar! just auch noch Dresdner ist.

37. „Mein schönes Dresden!“ wehklagt klug,
der Dresdner, der gern wichtig tut.

38. „Ist Dresden schön? Wer dort weiß es?“
„Klar! der Dresdner Klugscheisser!“

39. Denn Dresdens Schönheit nur zeigt sich,
wo das Gemäuer Sandstein ist.

40. Für’n Dresdner zeigt die Schönheit sich
nur, wenn der Bau aus Sandstein ist.

41. Am schönen Bau für’n Dresdner Wicht
ist Sandstein klar! Bauherrenpflicht.

42. Wo am Bau kein Sandstein ist
der Schönheitsdresdner wird ganz trist.

43. Der Schönheitsdresdner plötzlich zittert,
wenn nicht sein Sandstein blitzt und glitzert.

44. Der Schönheitsdresdner ruft gequält:
„Weg mit dem Bau, der Sandstein fehlt!“

45. Empört der Schönheitsdresdner brüllt:
„Kein Sandstein dort den Bau umhüllt!“

46. Der Schönheitsdresdner sieht’s nicht gern,
wenn die Fassade ist modern.

47. Wenn die Fassade ist modern,
die Schönheitsdresdner sich beschwer’n.

48. Wenn die Fassade ist modern,
die Schönheitsdresdner g’rad’ losplärr’n.

49. Für’n Schönheitsdresdner hört der Spaß
auf, wenn ’d Fassade ist aus Glas.

50. Der Schönheitsdresdner g’reizt ruft aus:
„Das neue Dresden ist ein Graus!“

≠ 51. Der Schönheitsdresdner g’reizt ruft aus:
„Das Neue muss aus Dresden raus!“

52. Der Schönheitsdresdner auch plärrt raus:
„Das Neue löscht in Dresden aus!“

53. Es spricht der Schönheitsdresdner weis’:
„In Dresden ’s Alte ist zuhaus’.“

54. Der Schönheitsdresdner fordert stur:
„Das alte reine Dresden nur!“

55. Der Schönheitsdresdner b’hauptet stur:
„Alt ist in Dresden die Kultur!“

56. Ein Schönheitsdresdner ’s Alte nur
will gegen jegliche Natur.

57. Ein Schönheitsdresdner toleriert
nur was mit Sandstein ist verziert.

58. Ein Schönheitsdresdner akzeptiert
nur’s Sandstein-Dresden, garantiert!

59. Ein Schönheitsdresdner garantiert
des Sandsteins Schönheit nur kapiert.

60. Im schönen Dresden ’s Neue dann
zieht ein Gelump’ aus Sandstein an.

61. Aufs schöne neue Dresden dann
wie auf ein Sandsteing’lump’ blickt man.


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http://www.das-neue-dresden.de/dresdner-moderne.html

http://www.dresdner-regeln.de/leseprobe.html