Mittwoch, 21. September 2011

Militärhistorisches Museum

Umbau Militärhistorisches Mueseum der Bundeswehr - Eröffnung am 14. Oktober 2011



Kommentare:

Carlo Wedekind hat gesagt…

Gefällt mir ganz gut. Drumherum muss es noch ordentlich pico gemacht werden (vgl. Bild 1).

Anonym hat gesagt…

Sieht aus wie ein Messer in einem Butterblock. Scheußlich! Warum muß die Moderne so parasitär wirken?
"Spannungsfeld", "Kontrast", "Bruch" - das wird hier wieder bedient. Ich nenne es "Parasitär", "Entstellend", "Destruktiv".
Aber da klopfen sich wieder ein paar Kästlebauer auf die Schultern..."Ätsch, schau mal was mein PC-Statikprogramm hergibt".
Wie wäre es mit einem bronzefarbenen Kubus auf der Spitze der Frauenkirche? Wäre das nicht "visionär"?

Nemo hat gesagt…

Das einzige Positive, das mir zu diesen Bildern einfällt, ist, dass die (hier nicht gezeigte) Kaserne an der rechten Seite des Olbrichtplatzes (heute Landesvermessungsamt) inzwischen auch saniert wird.

Anonym hat gesagt…

Tolle Idee...es sieht aber - pardon - sch**** aus! Und genau das ist doch das Problem aller zeigenössischen Architekten: Intentionen, Spannungen oder Stilbrücke werden als viel wichtiger erachtet als Ästhetik. Dabei würde ich manchmal viel lieber einfach nur SCHÖNE Gebäude bewundern. Für moderne Kunst gibts schließlich die entsprechenden Museen.

Gruß
Paul

Dresdner hat gesagt…

Dieses militärisch strenge Gebäude wird von einem Speer durchbohrt – eine treffende Geste!
Ich freu mich drauf. Erich Kästner hätte bestimmt auch seine Freude daran!

Anonym hat gesagt…

es war vorher klar, dass es sch**** aussehen würde. warum müssen die "architekten" nur jedes repräsentative gebäude zu grunde richten? das kann der daniel ja vielleicht in new york machen, da hat man's ja net so mit schöner architektur, aber bitte nicht in dresden.

es gibt so viele brachen in dresden, wo sich die herren austoben könnten. warum müssen es die alten, qualitativ hochwertigen gebäude sein?

Anonym hat gesagt…

welche farbe hätten sie gerne?

wir nehmen das staubgrau.

Petersburg hat gesagt…

Meine Architekturkritik:


1. Optisch, als Skulptur interessant und gut proportioniert.

2. Dies wird aber nur ermöglicht durch eine Kulisse, die überhaupt nicht von Libeskind stammt. Oder, wie Prof. Kollhoff solche Sperenzien nennt: "Inszenierung vor historischer Kulisse, um die Schmalbrüstigkeit der eigenen Architektur zu verschleiern".

3. In Punkt 1 lag die Betonung auf "Skulptur". Hier geht es aber nicht um Skulpturen, sondern um Baukunst. Als Skulptur beinah hervorragend, ist das Objekt als "Gebäudeverbesserung" nicht nur überflüssig, sondern völliger Quatsch. Modernisten argumentieren stets mit der Funktion; die Funktion dieses Gebäudes wurde hier in keinster Weise verbessert. Es handelt sich hier um reine Ornamentik, ausgerechnet von Leuten die das Ornament sonst so zähnefletschend und aggressiv bekämpfen. Also ein hochgradig unehrliches Gebäude, das m.E. die gesamte Verlogenheit der (stuckaltbaubewohnenden) Modernistenfunktionäre widerspiegelt.

4. Finanzieller Aspekt: Das Gebiet nördlich der Elbe ist nur gering zerstört. Priorität muss in Dresden m.E. die Wiederherstellung der Innenstadt (Altstädter Seite) sein. Es ist absurd, wenn ein Stadtplanungsamt Millionen ausgibt für beinah unzerstörte Gebiete auf Neustädter Seite, wenn gleichzeitig auf Altstädter Seite ganze Strassenzüge und Plätze fehlen. Die Dresdener sollten es sich nicht gefallen lassen, dass unfähige Stadtplanungämter ihr Steuergeld für solch einen Humbug zum Fenster hinauswerfen, während gleichzeitig andere dringendere Projekte wie bspw. die altmodernistiche Betonwürste um den Pirnaischen Platz herum ignoriert werden. Hatte Frau Oros als Lösung hier nicht blaue Entchen installiert?


5. Zweifelhafte Symbolik: Das Objekt will ganz klar den "bösen deutschen Militarismus" symbolisch zerstören, blendet dabei gleichzeitig den aggressiven Angloamerikanischen und Kommunistischen Militarismus völlig aus. Ebenso wird die Rolle des Internationalen Bankenkartells ausgeblendet, das sämtliche Weltkriege und Diktatoren wie Hitler und Stalin überhaupt erst erschaffen hat. Das Militär war nur Erfüllungsgehilfe, das Bankenkartell hat die Kriege - und somit auch die Katastrophe des 13. Februars in Dresden - überhaupt erst erschaffen. Wieso also wird so ein Keil nicht durch die Deutsche Bank, die Chase Manhattan, JP Morgan oder die Rockefeller Bankgruppe getrieben? Zumal Rockefeller ja auch diejenigen waren, die Hitler durch ihren Konzern US-Standard Oil/New Jersey mit Treibstoff belieferten.

Und noch eines sollte zu denken geben: Nämlich dass deutsches Militär einseitig als "Reich des Bösen" dargestellt wird, die angeblichen Befreier als "gut". Dieser Keil zerstört nicht nur die potenzielle deutsche Aggression, sondern ebenso die deutsche Wehrhaftigkeit: Ein Abschießen der Angloamerikanischen Todesbringer wäre hier nicht nur legitim gewesen, sondern lebensrettend für unzählige unschuldige Zivilisten. Das heisst, gerade am 13. Februar hätte eine starke deutsche Abwehr das Massaker von Dresden verhindern können. Dies mag einigen hier nicht gefallen, aber es ist ein Fakt der im politisch-korrekten Deutschland völlig ausgblendet wird. Die Frauen und Kinder und alten Leute in Dresden, die lebendig verbrannt wurden durch die "Befreier", waren keine Nazis oder Rassisten die den Tod verdient hatten bzw. deren Tod man billigend in Kauf nehmen konnte (Die "billigende Inkaufnahme" eines Mordes, ein Begriff der Rechswissenschaft, ist ebenso strafbar). Interesssanterweise war Winston Churchill, der Hauptschuldige des Massakers, ein ausgemachter Rassist (siehe seine rassistischen Zitate über die "Red Indians" und "the black people of Australia").

(Fazit passte leider nicht mehr hinein).

Hautaklyttn hat gesagt…

Sehr schön wie ich finde. Auch wenn ich ein Fan der Rekonstruktionsarbeiten am Neumarkt bin, bin ich der Meinung, dass diese Art "moderner" Architektur hier an dieser Stelle sehr gut passt. Auch die Ausführung macht, auf den Fotos jedenfalls, einen qualitativ hochwertigen Eindruck. Damit verfügt Dresden über ein weiteres architektonisches Highlight.

Anonym hat gesagt…

Es ging doch gerade darum, das "Repräsentative" dieses Militärbaues zu zerschneiden (der sich übrigens inmitten eines immer noch großen, ehem. Militärareal befindet). Wenn jemand symbolisch die schöne Fassade des Militärs zugrunde richtet, bin ich dabei. VOR ALLEM in einer Stadt wie Dresden. Vielleicht sollte sich der eine oder andere mal mit der (gewollten) Symbolik der "Speerspitze" befassen. Lesen bildet!

Frank

Anonym hat gesagt…

Das ist ja wohl sensationell!!!! Die Symbolik des Gebäudes passt perfekt zum Zweck und der Keil wirkt bedrohlich, einschüchternd (Nationalsozialismus), wehrhaft, und steht für ziemlich viel, was man mit Krieg verbinden kann auch Teilung (Ost/West), Zerstörung von Historie - und das in Dresden! Wenn man an die Innenstadt denkt, wo historische Bausubstanz durch überdimensionalen Schneisen und DDR-Großprojekte durchschnitten wird, so ist das genauso durch den Krieg entstanden. Nochmal: Der Keil und das Museum werden ein echter Publikumsmagnet sein und Dresden auf dem Weg zur selbstbewussten europäischen Stadt weiter nach vorn bringen, internationale Aufmerksamkeit garantiert! Gratulation zu diesem beeindruckenden Bauwerk! S. aus Stuttgart

Anonym hat gesagt…

Nachtrag:
MILITÄR (der Keil) HISTORISCHES (das historische Gebäude) MUSEUM (anschaulicher Bildungsauftrag)

Kann die Sprache der Architektur noch deutlicher für diesen Zweck sein?

rundum gelungen ...

S. Stuttgart

Micha hat gesagt…

Als dieses Projekt damals von Daniel Libeskind der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, war ich sehr skeptisch. Schließlich sollte die strenge Symmetrie des historischen Gebäudes bewusst durch einen brutalen Baukörper gestört werden. Doch das Ergebnis spricht für sich: In der Symbolkraft wirklich einzigartig und gelungen umgesetzt.

Micha

Heinz Minky hat gesagt…

Petersburgh:

"Wieso also wird so ein Keil nicht durch die Deutsche Bank, die Chase Manhattan, JP Morgan oder die Rockefeller Bankgruppe getrieben?"
… das frag ich mich auch. Warum eigentlich nicht!?
immer nur durch unser kleines und ohnehin so geschundenes Dresden.
Schade dass dieser Blog keinen Raum bietet für die restlichen 1299 Seiten des petersburgschen Pamphlets.

Deborah hat gesagt…

Großartig! Tolle Architektur!
Grüße aus Bern!

Petersburg hat gesagt…

(Faziz: Nachgetragen zu Kritik weiter oben)


Resumée
_______

Eine interessante Skulptur, aber ungeeignet als Gebäude. Libeskind hat ein verdammt gutes Gespür für Proportionen, das muss ich ihm zu Gute halten. Darin erschöpft sich leider aber auch bereits das Positive dieser parasitären Baukunst, die überwiegend von der Inszenierung vor historischer Kulisse lebt. Ob ein Keil durch den altmodernistischen Kubus am Postplatz wohl die gleiche Wirkung hätte? Um es abschliessend weniger akademisch auszudrücken: Baukünstlerisch ist das Ding überflüssig wie ein Kropf, aus stadtplanerischer Sicht völliger Unsinn, und eine dreiste Verschwendung Dresdner Steuergelder von Leuten, die gegen den Willen der Dresdner agieren - wie üblich bei den Scharlatenen des Stadtplanungsamtes. Und was die Symbolik betrifft, ist das Objekt, im Angesicht des 13. Februar 1945, beinah menschenverachtend und rassistisch.

Die Deutschen sind so dumm und merken nicht, dass sie ihre Gräber noch immer von Alliierten Besatzern beleidigen lassen. Wenn auch, wie hier, auf subtile Art. Die ganzen Schäfchen glauben noch immer, die Angloamerikaner kamen "um die Juden zu retten" oder um "Europa von den Nazis zu befreien". Nichts lag den Alliierten, die die Nazis erst erschaffen hatten, ferner als diese beiden Ziele.

Anonym hat gesagt…

@ Petersburg: BRAVO !
Vortrefflich formuliert und in jedem Punkt richtig!
Wir Deutschen suhlen uns nunmal gerne in unserer Schande. Die anderen waren doch alles Befreier, die "Kolateralschäden" in Dresden dienten doch einem guten Zweck...
Ich finde diese einseitige Betrachtungsweise schlimm und nicht wahrhaftig.
Das Gebäude - der Altbau - ist sehr schön, das Plastikartige Gerippe hindurch wirkt völlig destruktiv! Klare Rote Karte!

Stefanius hat gesagt…

Danke dass D.L. eine Idee umsetzen konnte, welche vermutlich nur 5 Minuten brauchte um zu reifen. Danke das der Keil nun als Argument her hält, das plötzlich für das Museum Eintritt bezahlt werden darf.
Eine schlichte Idee, teuer ge- und verkauft.

Petersburg hat gesagt…

zu Herrn anonym:

Sie haben die Symbolik nicht verstanden. Der Keil richtet sich nicht gegen den Nationalsozialismus, sondern so wie der gesamte Weltkrieg gegen Deutschland. Wäre es gegen die Nazis gerichtet, müsste es sich um ein Nazi-Gebäude handeln - dies tut es aber nicht. Das Gebäude stammt aus dem Zweiten Reich, nicht dem Dritten, und wurde errichtet lange Zeit bevor Ihre "Nazis" überhaupt existierten.

In jedem Falle bin ich gegen dieses Objekt, aus mehreren Gründen: Architektonischer Unsinn (bringt keine funktionale Verbesserung des Gebäudes also unmodern), unsinnige Geldausgabe (ganze Strassen und Plätze wiederherstellen wären wichtiger), unsinige Ornamentik, vor allem aber sehe ich eine höchst dubiose Symbolik. Die Amerikaner sollten lieber einmal ein Denkmal errichten für das Blutbad, das sie am 13. Februar 1945 angerichtet hatten. Und die Ausrede mit den "Nazi" zählt hier nicht - denn was immer die Nazis taten, sie hatten niemals eine Amerikanische Stadt von der Erde gefegt. Die Amerikaner hatten kein Recht, dieses Massaker an Frauen und Kindern durchzuführen. Aber die Deutschen von heute kriechen noch immer, anstatt aufrecht zu gehen, und lassen sich noch immer mit der "Nazi"-Keule einschüchtern.

Als Skulptur finde ich das Objekt sehr gut. Aber wir brauchen hier keine Skulptur, sondern ein Gebäude.

achiM hat gesagt…

...aaah, ich versuche gerade krampfhaft mich zusammenzureißen und nicht wieder den Fehler zu begehen, Herrn P.'s schriftlichen Erguss zu kommentieren...
Oh, zu spät :-(

ji hat gesagt…

Komisch, das Ding war einfach nur ne Lagerhalle. Warum diesem Gebäude diese Symbolik aufgedrückt wird, erschliesst sich mir nicht. Warum Schneidet man so einen Keil nicht durch das aktuelle Verteidigungsministerium, durch einen amerikanischen Flugzeugträger oder durchs Pentagon?

Ich hätte ja, um den Bau zu erweitern, ihm eine Kuppelkonstruktion gegeben. Der flache Abschluss der Sichtachse entlang der Hauptzufahrt wirkt so unvollständig, so abgesägt. Irgendwas in die Richtung Grand Palais in Paris. :P

Phoenix hat gesagt…

Lieber petersburg, ihre "politisch inkorrekten" Ausführungen sind bemüht, schweifen aber dann in die billig populistisch-emotionale Schiene "arme Frauen und Kinder und Alte und keine Nazis" ab.

Ein Nazi und Rassist ist nicht automatisch ein Befürworter des Krieges, ein Nazi, Rassist und Befürworter des Krieges ist nicht automatisch ein Kriegsfanat, ein Nazi, Rassist,Befürworter des Krieges und Kriegsfanat ist nicht automatisch ein Krimineller und wäre jemand dies alles, wäre er trotzdem nicht automatisch ein Mörder/Unterdrücker oder Befürworter dessen.
Nur bei dieser letzten Gruppe kann man mit der "Auge-um-Auge" Logik bzw. Vergeltungsjustiz die Morde rechtfertigen.
Dass nämlich der Krieg dadurch nicht eher beendet werden würde - und selbst wenn wirklich nur das das Ziel gewesen wäre, wären die Mittel fragwürdig gewesen - sondern die Deutschen eher noch eher zusammenrückten, auch wegen der deutschen Propaganda, konnten die Briten vorher ahnen.

Die meisten dieser Nazis, die gewöhnliche Deutsche waren, sind erst in der Masse gefährlich, auch zusammen mit den Nicht-Nazis. Verteufel ich also das Kollektiv, muss ich auch das Kollektiv angreifen. Also entweder man ist dafür, dass das deutsche Volk ausgerottet oder zumindest radikalst demolarisiert werden sollte oder eben nicht.
Die Obernazis hat man bei diesen Angriffen sicher nicht im Visier gehabt.

Man kann da natürlich noch Unterscheiden mit Städten mit viel NSDAP Unterstützung: Bombadierung voll verdient. Die Städte mit weniger NSDAP Unterstützung: naja eher nicht, oder paar Nazis werden auch dort gewesen sein, also paar Bomben wären schon korrekt.
Oder man unterscheidet zwischen Deutschen, die Hitler noch stützten und den Tod verdient hätten und welche, die als "Kollateralschäden" "leider" auch getroffen wurden beim Ausrotten der sonstigen Nazibrut - ich enthalte mich aber lieber zu Personen, die so denken.

Zum Objekt selbst:

Wenn ich der Gesinnung der "humanistisch-demokratischen" Erziehung durch Architektur bzw. öffentlichen Raum anhängen würde, müsste ich hier vor Euphorie jauchzen.

Ich kann hier aber sogar als (National)konservativer mich damit anfreunden. In Idee und Ausführung ein ausgezeichnetes Werk.
Das Äußere passt zum Inneren. Verkopft-Intellektuell, aber treffend. Typisch deutsch.
Es reiht sich harmonisch in den Identitätskomplex der Dresdner ein.
"Heilen" wird die verkorkste Seele und Identität der Deutschen aber erst, wenn solche identitären oder geschichtspolitischen Bauwerken von Deutschen erstellt werden.

Womit ich mich schwer tue ist, dass es halt NUR noch solche antimilitaristische, antinationale,antideutsche, antiherorische Erzählungen gibt. Das ist furchtbar langweilig und es wird vor allem ein Konformismus erzeugt, der alles Abweichende mit Argwohn oder sogar Ächtung und Vernichtung bedacht.

Da das Bauwerk politisch ist, ist es die Diskussion darüber zwangsweise auch.

Heinz Minky hat gesagt…

Das witzigste ist seine Bemerkung: … um es weniger akademisch auszudrücken.
Und ich hab mich immer gewundert, warum ich diese Texte nicht verstehe ... ich hab doch nicht lange genug studiert! Spass beiseite, ich hatte schon lange den Verdacht, aber jetzt ist klar wo der Wind her weht. Diese Geschichtsverdreher argumentieren dass einem schwindelig wird, völlig ohne Logik, hauptsache sie haben rechts. Das sie sich mit jedem Satz widersprechen stört sie noch nicht einmal. Die oft geforderte Demokratie am Neumarkt wäre sicherlich schnell beendet, wenn seine Befürworter an der macht wären, das ist meine Befürchtung.

B.S. hat gesagt…

Zeigt der Keil nicht in Richtung Zielgebiet der sinnlosen und menschenverachtenden Vernichtung einer kulturhistorischen Stadt durch anglo-amerikanische Bomber ?Dies ist die wahrhafte Symbolik !

Anonym hat gesagt…

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß diejenigen, die hier so polemisierend gegen die Beiträge von Petersburg und diverse Anonyma vorgehen, außerhalb Ihrer politisch korrekten und maistream-verhafteten Einfachaussagen inhaltlich einfach nichts mitzuteilen haben. Vermutlich da Ihnen schlicht das notwendige Wissen fehlt. Mit blödsinnigen und proletarischen Äußerungen trägt man nicht zur Meinungsbildung bei, sondern offenbart nur die Begrenztheit des eigenen Geistes. Leider schallt derlei meist aus der linken Ecke.
Aber zum Gebäude und seiner politischen Aussage: Man kann dies als gelungen bezeichnen, es ist zumindest eine Idee, über die geredet wird. Aber es ist auch die Verunstaltung von Baukunst, wie sie die heutige Architektur nicht mehr zu schaffen im Stande ist. Insofern trifft es "Parasitär" (s.o.) m.E. am treffendsten.
Gruß aus Westfalen, Gerrit.

Georg Gemander hat gesagt…

Es drängt sich mir der Verdacht auf, dass die meisten Kommentatoren sich noch nicht einmal ansatzweise mit der Symbolik dieses libeskindschen Keils vertraut gemacht haben.

Der Keil symbolisiert genau die britischen Bomberverbände in ihrem Anflug auf Dresden und er zeigt auf die Stelle, an der die Zielmarkierungen abgeworfen wurden.

Also ist es doch genau ein Gedenken an die Zerstörung Dresdens, das hier so verzweifelt angemahnt wird. Und die Zerstörung Dresdens ist nun an Vielschichtigkeit nicht gerade arm.

Wird hier der deutsche Militarismus symbolisch angegriffen? Ja. Genau wie der Militarismus als solcher. Denn die Militarismen per se (darunter der deutsche) haben die Zerstörung Dresdens erst möglich gemacht.

Abgesehen davon bin ich mir nicht sicher, dass hier Dresdner Geld aus dem Fenster geworfen wird. Immerhin handelt es sich beim MHD um eine Einrichtung der Bundeswehr, die Mittel, die dafür eingesetzt werden, stammen aus dem Etat des Bundesverteidiungsministeriums. Das wird sicher weniger Geld in den Wiederaufbau der Großen Meißner Gasse stecken. Als Pazifist bin ich der Meinung, dass es durchaus zu den am besten ausgegebenen Mitteln des BMV gehört.

Fazit:

Kritikpunkt 1: Deutsche Selbstzerfleischung. Meiner Ansicht nach schwerlich, wenn es symbolisch auf die Zerstörung Dresdens hinweist.

Kritikpunkt 2: Das Geld wäre im Wiederaufbau der Altstadt besser aufgehoben. Da wäre es nie gelandet. Entweder dort oder bei der Planung der nächsten Spürpanzer.

Gruß
Georg

Anonym hat gesagt…

"mit der Symbolik dieses libeskindschen Keils vertraut gemacht haben"

Genau das ist einer der Problempunkte des modernistischen Architekturverständnisses: Der zwanghafte Drang, irgendetwas symbolisieren zu müssen! Und der Bürger darf dann mit dem Rätseln und Interpretieren beginnen...

Regionaltypische Architektur, die sich am Genius Loci orientiert, halte ich als sensible Antwort auf diese kriegszerstörte Stadt für deutlich gewinnbringender als die x-te verkopfte Abstrahierung und Symbolisierung im modernistischen Gewand.

Anonym hat gesagt…

Vielen, vielen Dank für die vielen, tollen Fotos aus Dresden!!!

Ich finde das Gebäude des künftigen Militärhistorische Museums sehr gelungen. Zum einen wurde der Fassade des Altbaus wieder ihre ursprüngliche Schönheit zurückgegeben, zum anderen wurde durch den „Keil“ ein passender Akzent gesetzt, der das Thema der künftigen Dauerausstellungen weithin sichtbar thematisiert. Dieser „Keil“ ist wahrhaftig keine Schönheit, aber jedem Betrachter kommen sicher Dinge in den Sinn wie: Was soll denn das sein? Oder etwa… na das passt ja gar nicht! Es ist für mich eine bewusste Provokation, die sich nicht nur mit der Geschichte Dresdens befasst, sondern vielmehr eine Verbindung zur Ausstellung selbst herstellt, in der vorwiegend der Mensch im Mittelpunkt steht, und was er aus der Welt und den Gesellschaften gemacht hat. Der ach so schönen und historischen Fassade des ehemaligen Garnisonsgebäudes wird meiner Meinung zu recht dieser zerschneidende „Keil“ zugemutet, genauso wie die Menschen sich all die schlimmen Dinge (wie Tod, Rassismus, Vertreibung, Zerstörung von Kultur, Baudenkmalen, Traditionen usw.) gegenseitig zugemutet haben. Ich denke mal, dass der/die eine oder andere, der/dem das Gebäude in seiner jetzigen Form nicht gefällt, erst einmal die Ausstellung, die übrigens am 14. Oktober eröffnet wird, besuchen sollte, und am Ende vielleicht dann doch anders über das Gebäude denken könnte. Aber das wird natürlich eine jeweils sehr persönliche Ansicht sein!

Kleine Bemerkung zum Schluss… ich würde mir in diesem Forum eine wesentlich SACHLICHERE Diskussion wünschen. Populistische und mutmaßliche Äußerungen sind nicht sonderlich produktiv, sondern schüren unnötig Konflikte, die das Lesen der einzelnen Beiträge sehr anstrengend werden lässt.

Anonym hat gesagt…

Mein Historiker-Herz blutet, wenn ich die Kommentare Petersburgs und einiger anderer lese....

Es ist niemandem geholfen, wenn man sich 65 Jahre nach Kriegsende noch gegenseitig die Schuld an der Zerstörung Dresdens zuschiebt. Auch in meiner Familie gab es am 13.2.45 Opfer, aber ihre Gräber werden nicht weniger beleidigt, wenn wir uns ein Riesenkomplott zusammenbasteln.

Petersburg: „dieser parasitären Baukunst, die überwiegend von der Inszenierung vor historischer Kulisse lebt.“
Das ganze Neumarktareal ist eine Inszenierung vor historischer Kulisse....

Ders. „Priorität muss in Dresden m.E. die Wiederherstellung der Innenstadt (Altstädter Seite) sein“

Ist eine Meinung, aber man sollte auch bedenken, dass auf der Neustädter Seite nicht gerade wenige Menschen leben. Mit dem Abschluss des MHM ist die Staufe östlich der Königsbrücker einigermaßen fertig. Vielleicht kann man endlich mal die Areale westlich der Königsbrücker weiter ausbauen. Gerade die Kasernen, die vor acht Jahren fast eine neue Bestimmung bekommen hätten, könnte man zu einem Wohnareal ausbauen. Der Knast ist zwar nicht weit weg, liegt aber außerhalb des Blickfeldes.
In der Dresdner Innenstadt ist in den letzten Jahren viel passiert. Aber gerade weil es da momentan kaum möglich ist, einen Konsens über die Ausgestaltung zu erreichen, sollte man es vielleicht etwas langsamer angehen lassen.

Mit freundlichen Grüßen R-B

Anonym hat gesagt…

Ich sehe es pragmatisch: Das Gebäude am Stadtrand wurde saniert, das Nachbargebäude auch und von der Keilspitze hat man einen schönen Ausblick. Touristen werden zum Stadtrand kommen, um sich den Keil anzusehen, weil er in jedem Reiseführer stehen wird. Die ganze Ideologie drumherum ist mir zu anstrengend.

Anonym hat gesagt…

Ich bin kein Kunststudent, sondern nur einfacher Dresdner Bürger, aber der erste Gedanke, der mir kam, als ich dieses Werk gesehen habe war:

"Hässlich!"

Anonym hat gesagt…

Zitat: "bewusste Provokation"

Mal ganz was Neues, nicht wahr?

Anonym hat gesagt…

Zitat: "Aber gerade weil es da momentan kaum möglich ist, einen Konsens über die Ausgestaltung zu erreichen"

In der Bevölkerung gibt es einen weitgehenden Konsens. Über 65000 Dresdner haben im Bürgerbegehren für den HISTORISCHEN Neumarkt gestimmt. Die einzigen, die nicht konsenzfähig sind, sind die paar Damen und Herren im Dresdner Stadtplanungsamt.

Superanonym hat gesagt…

Ich bin kein Koch, sondern nur ein einfacher hungriger Bürger, aber der erste Gedanke der mir kam als ich diesen Camembert geöffnet habe war:

"Stinkt"

… aber es besteht immer noch die Hoffnung dass es nicht nur bei ersten Gedanken bleibt.

Anonym hat gesagt…

"Ich bin kein Koch, sondern nur ein einfacher hungriger Bürger, aber der erste Gedanke der mir kam als ich diesen Camembert geöffnet habe war:

"Stinkt""

Nur die Wenigsten würden sowas Stinkendes anrühren bzw. essen, wenn ihnen nicht zufällig gesagt wurde, dass es genießbar ist. Und selbst dann schmeckt es nicht jedem. Das Auge isst nun mal mit. Die Mehrheit ist oberflächlich und instinktgesteuert. Aber diese Mehrheit wird von heutigen Architekten nicht bedient. Und das ist bedauerlich.

ji hat gesagt…

Für die Leute, die meinen, der Keil habe doch Berechtigung, indem er auf den Abwurfpunkt zeigt: Die Idee ist ja nicht schlecht, nur ein Denkmal mit zB einem Jungen und seiner ihn umarmenden Mutter, der auf den Abwurfort zeigt, wäre ersttens billiger, würde zweitens nicht das Gebäude in seiner Wirkung zerreissen, drittens die Denkmalkultur am treffendsten widerspiegel und viertens einfach besser und mehr nach Dresden aussehen. Man stelle sich mal vor: Luther wegnehmen und in die Frauenkirche so eine "Skulptur" setzen.

PS: Der Neumarkt ist nicht kulissenhaft. Er nimmt die Gestaltung des zerbombten Neumarktes (neben den Rekonstruktionen) so weit wie möglich wieder auf und das IST legitim! Mein Lieblingsvergleich: Armprothesen sehen auch so aus wie das, was dem Subjekt genommen wurde und nicht wie Treppengeländer, Tische, Autoreifen oder ein Tetraeder. ;)

Anonym hat gesagt…

"Aber gerade weil es da momentan kaum möglich ist, einen Konsens über die Ausgestaltung zu erreichen"

gemeint war nicht das Neumarktareal, sondern beispielsweise Robotrongelände, oder der Bereich gegenüber des Neuen Rathauses hinterm Karstadt oder auch die vielen kleinen Stellen rund um die Innenstadt.
R-B

Petersburg hat gesagt…

,Es ist niemandem geholfen, wenn man sich 65 Jahre nach Kriegsende noch gegenseitig die Schuld an der Zerstörung Dresdens zuschiebt. Auch in meiner Familie gab es am 13.2.45 Opfer, aber ihre Gräber werden nicht weniger beleidigt, wenn wir uns ein Riesenkomplott zusammenbasteln.

Ich versuche mir grade vorzustellen, Holocaust-Gedenkveranstaltungen würden von Betroffenen mit den Worten kommentiert "es nützt aber nichts, den Tätern die Schuld zuzuschieben...wenn wir uns ein Riesenkomplott zusammenbasteln". Undenkbar.


Schon mal gemerkt, dass man einem Täter die Schuld gar nicht "zuschieben" muss? Er hat sie. Und genau in diesem Sinne schob ich niemandem irgendetwas zu,wie Sie behaupten. Ich wies auf jemanden hin, der die faktische Schuld hat, und sie sogar zugab (Bsp. Top-Secret British Goverment Note vom 28. März 1945 an General Ismay).


Ich sprach übrigens nicht nur von der Zerstörung Dresdens. Ich sprach auch vom Massenmord an Menschen, den hier einige Guido-Knopp-Kucker als "gerechter Mord an einer Nazi-Stadt" darzustellen versuchten. Wer die Dresdner Bevölkerung kollektiv für einen Völkermord verantwortlich machen, versucht damit einen Massenmord zu legitimieren. Besonders prekär fand ich, dass hier einige besonders "moderne" Kriegsverherrlicher sich darüber lustig machten, dass die Mehrzahl der Opfer Frauen, Kinder und Alte Menschen waren. Es ist aber nichts neues, dass solche Leute die sich laut kreischend als "Anti-Nazis" gebährden, sich selber wie Nazis benehmen und auch so denken. ("haben den tod verdient" et cetera).

Aber wir weichen von dem Bauwerk ab. Zurück zu Libeskind: Ich finde es sieht als Skulptur sehr gut aus, frage mich aber, ob wir Millionen Steuergelder für eine Skulptur verschwenden sollten, wenn die Generierung konventioneller Bausubstanz angesichts völlig fehlender Strassen und Plätze viel dringlicher erscheint als interessante Solitäre. Solitäre hat Dresden nun mehr als genug, Bsp. Sankt Benno Gymnasium.

Was die Symbolik betrifft, habe ich ein Problem damit, dass nur deutsches Militär unschädlich gemacht werden soll, Angloamerikanisches aber nicht. Das manifestiert nichts weiter als das de-facto noch immer bestehende Besatzungsstatut der Alliierten. Und wer hier das Sagen hat, sieht man ja nirgendwo besser als an all den amerikanisierten Shopping-Malls im McDonalds-Stil, mit denen eine eine alte Europäische Stadt übersäht wird.

Und noch ein Zitat von Ihnen:

Das ganze Neumarktareal ist eine Inszenierung vor historischer Kulisse....

Nein, das ganze Areal natürlich nicht. Aber das Lego-Glasdach von Herrn Prisco zum Beispiel (Stadtplaner mit Karstadt-Wühltisch Ausbildung), das ist tatsächlich eine solche Inszenierung, Ihr Held Prisco gab es ja sogar öffentlich zu: Er wollte sein Glasdach unbedingt mit der Frauenkirche im Hintergrund haben, damit seine Kunden beim Friseur durch den Glaskubus beim Haarewaschen zur Frauenkirche aufschauen können. Zum St.Benno Gymnasium, zum Postplatz-Kubus, zur ECE-Leichenhalle oder andere typische Bauten "moderner" Architkertur will komischerweise niemand beim Haarewaschen aufschauen - auch die Kubusbauer selber nicht. Warum wohl? Darüber sollten Sie sich einmal Gedanken machen.

Anonym hat gesagt…

@Superanonym: Der schöne Emmentaler ist tendenziell beliebter als der schimmelige Camembert! ;)

Phoenix hat gesagt…

Herr Petersburg,

sie sollten meinen Beitrag nochmal lesen.

Wir liegen doch sehr nah beieinander.

Natürlich ist es moralisch noch verwerflicher völlig unbefleckt unschuldige Kinder und Frauen zu töten.

Ich wollte aber mit meinen Beitrag ausdrücken - und da ließ sich aus ihrem Beitrag halt das Gegenteil herauslesen ("Frauen und Kinder und keine Nazis") - dass es legitim gewesen wäre Dresden oder andere Städte den Erdboden gleichzumachen, wenn dort (fast) nur aktive oder passive Nationalsozialisten sich aufgehalten hätten.

Verbrecherisch wäre beides. Dies habe ich auch damit begründet, dass "Nazi" nicht gleich "Nazi" ist.

Die Aussagen oben, die bei ihnen zurecht auf Ablehung stoßen, sind meine fortgespinnte Radikalisierung ihrer Andeutungen, waren aber nicht unbedingt auf sie gemünzt, sondern auf die, die sich heute als oberste "Anti-Nazis" hervortun.
Solche Aussagen erwarte ich vielleicht in der Jugendorganisation von LINKE oder Grünen, mittlerweile haben sie leider die meisten Deutschen aber schon übernommen.
Selbst wenn in Dresden 99% der Bevölkerung in irgendeiner Art Nazis gewesen wären, rechtfertig das nichts derartiges. Da aber das Gegenteil immer mehr unwidersprochener Konsens wird, auch weil die Stimmung immer agressiv politisch korrekter wird, und dabei die radikale Linke häufig von der "Nazistadt" spricht, deren Bombadierung verständlich oder gar wichtig und notwendig war, greifen Rechte auf die "Frauen und Kinder" zurück, statt zu sagen: Ja, selbst wenn es viele Nazis hier gegeben hätte, sogar fast nur überzeugte, radikale Parteianhänger rechtfertig das gar nichts.

Es ging ja hierbei nie gegen "Nazis", sondern gegen Deutsche. Um das Kollektiv "deutsches Volk".

Der Rückgriff auf "Nazis", hat die gemäßigt-radikale Linke eingeführt, um anschlussfähig im Bürgertum zu sein, nachdem das pauschale Hetzen gegen Deutschland und Deutsche nicht mehr akzeptabel war.
Dadurch können sie nämlich die Bombenangriffe verherrlichen, ohne sich den Verdacht von Rassismus und Völkermordphantasien auszusetzen und dabei diese Gedanken bis weit in die Gesellschaft tragen.
Dies ging einher mit der Rede von "Befreiung", also einer "guten Sache", deren kleineren Flecke auf der weißen Weste, wie "Dresden" man nun nicht überbetonen soll, wenn man sich mal bewusst macht, wie toll man doch befreit worden sei.(wenn man nicht sogar wie einige Wahnsinnige, die Bombentat schon selbst als Befreiungsaktion ansieht)
Die eigenen Leiden haben angesichts der guten Ziele der Befreiung und der Taten der Deutschen eher ungenannt zu bleiben oder wie im Falle Dresdens, wo das kaum mehr möglich ist, ritualisiert und bagatellisierend stattzufinden.





Der Architekt ist amerikanisch, polnischer und jüdischer Herkunft.
Lässt man diese Erkenntnis weg, ergeben sich nicht alle Deutungsmöglichkeiten.

So wird es mit diesem Wissen nämlich vielmehr zu einem (weiteren) Siegessymbol der Sieger (Militärisch, erzieherisch und Kulturell) und gleichzeitig auch Rettungssymbol und auch Genugtuung für die selbst erlittene Leiden aus jüdischer und polnischer Sicht.
Sowohl gemünzt auf die damaligen RAF-Bomber, als auch auf heute übertragen, dieser ein deutsches Militärmuseum zerstörender nachgebildeter und permanent dort bleibender Feind-Bomber.

Es sei denn Herr Libeskind führt bereits ein "postidentäres" Leben, wo all dies gar keine Rolle mehr spielt.

Dass dies in Deutschland überhaupt keine Aufregung erzeugt, liegt daran, weil es zur Psycholgie der Deutschen passt: die der Niederlage.

Warum sollte angloamerikanisches Militär symbolisch angegriffen werden? Es steht doch für das Glück-/Demokratiebringende. Würde man diesen angreifen, würde auch niemand mehr da sein, der die bösen Deutschen unschädlich machen würde.

Anonym hat gesagt…

„Über 65000 Dresdner haben im Bürgerbegehren für den HISTORISCHEN Neumarkt gestimmt.“

So kann man das nicht verwenden. Der GHND ist rumgerannt und hat eine beeindruckende Menge an Unterschriften gesammelt. Aber die Zahl sagt nichts darüber aus, wie viele Leute eine Unterschrift verweigert haben und wie viele keine Gelegenheit hatten ihren Hans-Otto drunterzusetzen.
Die Zahl sagt aus, das rund jeder 5. Dresdner für einen Historischen Aufbau ist. Das ist nicht wenig. Aber es lassen sich keine aussagen über die anderen 4/5 treffen.

„Ich versuche mir grade vorzustellen, Holocaust-Gedenkveranstaltungen würden von Betroffenen mit den Worten kommentiert "es nützt aber nichts, den Tätern die Schuld zuzuschieben...wenn wir uns ein Riesenkomplott zusammenbasteln". Undenkbar.“
Die Zerstörung Dresdens und der Holocaust sind zwei Paar Schuhe Petersburg.
In der Irrationalität eines modernen Krieges war die Zerstörung ein rationaler Akt. Das die Menschheit zu sowas fähig ist, ist schlimm. Aber wir sollten lieber zusammensitzen und daraus lernen, statt Verschwörungen von Bankkartellen und Öl-Multis daherzuspinnen. Totalitäre Gesellschaften aufzubauen ist ein wenig komplexer.
Der Krieg als irratoinaler Akt, der aus einer inneren Logik heraus vorangetrieben wird. Für den Schutz Englands war es logisch Flugzeuge zu bauen. Es war auch logisch diese einzusetzen. Und als es so viele waren, dass man halle und Erfurt komplett ausgelöscht hätte, war es logisch das ein zu lassen, weil man Beute machen wollte. Das diese Perversion auf allen Seiten der Kriegführenden Mächte im Kopf steckte sollten wir daraus lernen.

Im alten Teil des MHN zeigt man (deutsche) Militärgeschichte. Im Neubau zeigt man die sozialen Folgen. Insofern finde ich diesen Anbau in seiner Aussagekrarft durchaus geeignet. Der neue Schwerpunkt durchschneidet das althergebrachte präsentieren. Oder andersherum betrachtet: Aus dem bloßen Ausstellen von Waffen erwächst eine Reflexion der Folgen von Waffen.


Und Petersburg sollte lernen, keine singuläre Quelle aus Wikipedia heraus zu zitieren. Wikipedia ist auf dem selben Niveau wie Guido Knopp. Und wenn sie daraus schon Quellen zitieren, machen sie es ordentlich. Ich hab mich halb tot gesucht, eh ich auf den Wikiartikel gestoßen bin.

MfG R-B

Anonym hat gesagt…

@RB
Die Debatte hat ziemlich hohes Niveau, und auch Ihre jetzige Erwiderung gefällt mir weit besser als Ihre vorherigen Aussagen.
Man muss manches recht genau lesen.
Ich glaube alles verstanden haben, bis auf den Verweis auf die Nichtzerstörung Erfurts. Ich habe mich tatsächlich oft gefragt, warum diese Stadt, selbst vor dem Krieg eine der allerschönsten, trotzdem nicht zerstört worden ist (im Ggensatz zu Nürnberg, Braunschweig, Lübeck und eben auch Dresden). Wenn ich Sie richtig verstanden habe, meinen Sie, Halle/S sei extra deshalb nicht zerstört worden, um die Rüstungswerke nachher ausplündern zu können (was insofern nicht ganz zwningend ist, als man ja auch die Altstadt allein nach gewohntem Muster hätte plattmachen können, wie auch anderswo Industrieviertel sogar eher geschont wurden. Außerdem hatte die Stadt wie ich irgendwo - keine Quellenangabe möglich - gelesen habe, die höchste Zahl von Fliegeralarmen überhaupt).
Aber es ist immerhin argumentierbar. Den Bezug auf Erfurt hingegen verstehe ich gar nicht und wäre für eine Erklärung dankbar.
mfG Franz Lechner, Wien

Anonym hat gesagt…

@Franz Lechner

Ja. Ich meinte Halle/Saale. Aber warum genau es nicht zerstört wurde weiß ich auch nicht. aber das mit der Ausplünderung wäre eine Erklärung. Wobei es 44-45 bekannt war, dass das in der SBZ liegen würde. Insofern hatte man keinen Grund es zu erhalten.
Die vielen Fliegeralarme kamen vielleicht davon, dass es in der Einflugroute Dresden/Pilsen/Breslau und der Ausflugroute Berlin lag.
Warum Erfurt nicht zerstört wurde kann ich mir auch nicht erklären. War Verkehrsknoten und hatte Industrie. Vielleicht hatten die Erfurter so etwas ähnliches wie Glück, dass sie keinen Großangriff hatten.
Vielleicht hatte man aber auch Angst vor der Wirkung. Mitten im Krieg keinen Angriffe mehr zu fliegen konnte man sich vielleicht politisch genau so wenig leisten, wie gewaltige Feuerstürme zu entfachen. Das würde vielleicth auch die beiden Noten Churchills erklären, von denen Petersburg sprach. Ein Eingeständnis eines Verbrechens war es nicht, aber vielleicht der Versuch dem Bomber-Command klar zu machen, dass das viel zu schlechte Presse ist. 1000 Bomber über Erfurt... von der Stadt wär nix mehr übrig geblieben. Aber auch das ist nur Spekulation. Vielleicht weiß ein anderer Leser mehr....

MfG R-B

Anonym hat gesagt…

"Die Zahl sagt aus, das rund jeder 5. Dresdner für einen Historischen Aufbau ist. Das ist nicht wenig. Aber es lassen sich keine aussagen über die anderen 4/5 treffen."

Ach so. Interessant, dass man beim Bürgerentscheid zur WSB gänzlich anders argumentiert. Da sind die Stimmen dann plötzlich höchst repräsentativ, nicht wahr? Wie's einem halt in den Kram passt...


Im Übrigen lassen sich immerhin hypothetische Aussagen über die anderen 4/5 treffen: Zum Beispiel, dass sie sich evtl. keinen Furz für Architektur und Städtebau interessieren. Dynamo, die Apple-Store-Eröffnung, die nächstgelegene Videothek, ein sicherer Arbeitsplatz - die wenigsten Dresdner haben auch nur einen Schimmer davon, wie ihre Stadt vor dem zweiten Weltkrieg ausgesehen hat und es ist ihnen auch völlig wurscht, ob irgendwelche Stuckornamente "authentisch" wirken oder nicht. Behaupte ich jetzt einfach mal...

Florian Berlin hat gesagt…

Es ist sehr bitter dies sagen zu müssen. Manchmal wünscht man sich tatsächlich Zensur, wenn man den ganzen kryptofaschistischen Mist einzelner Kommentatoren hier lesen muss. Ein Satz wie "gerade am 13. Februar hätte eine starke deutsche Abwehr das Massaker von Dresden verhindern können" macht einen fassungslos angesichts der Konsequenz, die eine "starke deutsche Abwehr" perspektivisch für uns alle gehabt hätte. Vielleicht bin ich hier in der Minderheit, aber ich kann aufgrund des Lebens in diesem Land heute sagen, dass ich froh bin, dass die "deutsche Abwehr" im zweiten Weltkrieg letztendlich versagt hat. Und ich bin auch der Meinung, dass man sich aus der bequemen Situation in einem gefestigten demokratischen Rechtsstaat nicht einfach mal beim Tippen von ein paar lächerlichen Zeilen die Art und Weise aussuchen kann, wie man gerne hätte besiegt werden wollen.
Lesenswerter Artikel in der Süddeutschen: http://www.sueddeutsche.de/kultur/meinung-im-internet-vom-elend-der-nutzerkommentare-1.1147168

Anonym hat gesagt…

Zitat: "Manchmal wünscht man sich tatsächlich Zensur, wenn man den ganzen kryptofaschistischen Mist einzelner Kommentatoren hier lesen muss."

Warum teilen Sie nicht einfach sachlich Ihre Sicht der Dinge mit? Die überhebliche Einleitung Ihres Beitrags ist komplett obsolet.

Anonym hat gesagt…

@Florian Berlin:

Zitat aus Ihrem Link: "Andere beschäftigen sich mit einem Gegenstand, der nichts mit dem Artikel zu tun hat, zu dem das Kommentarfeld gehört."

Nettes Eigentor. ;)

Harry hat gesagt…

Ein paar Gedanken an alle vorherigen blumenreichen, hochphilosophischen u. intellektuellen Schreiber:
Ihr zerfleischt Euch alle, wer angeblich in der Geschichtsfrage Recht haben möge, eines ist jedoch sicher: egal ob Hitler, Stalin, Churchill oder Roosevelt, alle 4 waren Verbrecher u. Massenmörder. Ob nun als Nationalsozialist, Superkommunist oder als die Oberdemokraten!
Egal, wer nun welcher Strömung nachjagt - der Sieger schreibt immer die Geschichte u. in deren Sinne gibt es immer Anbieterlinge (Ich verkneife mir hier deutlich Namen zu nennen!!!) Ein ganz klares Naturgesetz, was hier einfach viele ausblenden!
Auslöser war diese Bilddokumentation über das Armeemuseum: Gestaltung/Umbau hin wie her – Fakt ist doch eins: es sind Millionen an Steuergeldern bzw. Militärausgaben für den Libeskindbau"verschossen" wurden. Aber besser diese Gelder noch dafür ausgeben, als für einen Afghanistankrieg in Gefolgschaft der Oberdemokraten unserer Siegermacht!!!
Mehr nicht dazu - Schluss jetzt !!!
Gruß Harry

Anonym hat gesagt…

"Im Übrigen lassen sich immerhin hypothetische Aussagen über die anderen 4/5 treffen: Zum Beispiel, dass sie sich evtl. keinen Furz für Architektur und Städtebau interessieren. Dynamo, die Apple-Store-Eröffnung, die nächstgelegene Videothek, ein sicherer Arbeitsplatz - die wenigsten Dresdner haben auch nur einen Schimmer davon, wie ihre Stadt vor dem zweiten Weltkrieg ausgesehen hat und es ist ihnen auch völlig wurscht, ob irgendwelche Stuckornamente "authentisch" wirken oder nicht. Behaupte ich jetzt einfach mal.."

Und genau das meine ich eben auch. Für den Großteil der Bevölkerung zählen andere Aspekte. Sie schöpfen ihre Identität eben nicht aus einem historisch aufgebauten Stadtzentrum. Das meinte ich auch bei meinen Einträgen zu Hildesheim. Ein historischer Wiederaufbau ist durchaus schön - das will ich ja garnicht leugnen - aber es hat eben einen weit geringeren Einfluss auf die Identität, die die Bürger der Stadt verleihen, als es im ersten Moment scheint. Eindruck macht es in erster Linie auf Touristen, dich sich in DD keine Gedanken machen müssen, wo sie ihre alltäglichen Bedürfnisse befriedigen können.
Dresden hat das Image einer Barockstadt. Doch dieses Image ist in erster Linie für Außenstehende wichtig. Auch ein zeitgenössischer Aufbau beispielsweise des Neumarktareales hätte daran nichts geändert. Ein weiterer historischer Aufbau des Zentrums würde dies auch nicht weiter verstärken.
Der Wiederaufbau ist ein Zeichen der Wirkmächtigkeit der Befürworter, die immerhin 1/5 der Bevölkerung ausmachen. Aber es ist trotzdem eine (durchaus ansehnliche) Minderheitenentscheidung gewesen. Daraus sollte nicht die Arroganz erwachsen dies zur Gestaltungsmaxime der ganzen Stadt werden zu lassen. Die meisten Menschen scheinen nun mal ein Interesse an monströsen Dingen wie der Altmarktgalerie zu haben. Aber dies ist eben Ausdruck unserer Zeit - sowenig es mir oder Ihnen auch passen mag.

Mit dem Bürgerentscheid zur WSB hab ich nicht argumentiert. Aber ich finde, dass das zwei unterschiedliche Dinge sind. Das eine beschäftigt sich mit der Gestaltung von Häuserfronten und der Lage von Grundstücken in einem nicht sonderlich stark befahrenen Areal, das andere mit einem Infrastrukturprojekt.Zweites ist Aufgabe der Stadt und die Legitimation erhielt sie durch die vorangegangene Wahl - aber das ist sicher Ansichtssache...

MfG R-B

Florian Berlin hat gesagt…

"egal ob Hitler, Stalin, Churchill oder Roosevelt, alle 4 waren Verbrecher u. Massenmörder"
Kommentar, der einem den Atem verschlägt. Rate dringend einen Besuch im Militärhistorischen Museum an.

Anonym hat gesagt…

"Eindruck macht es in erster Linie auf Touristen, dich sich in DD keine Gedanken machen müssen, wo sie ihre alltäglichen Bedürfnisse befriedigen können."

Ich denke, Eindruck macht es vor allem auf die Menschen, die über eine gewisse kulturelle Bildung verfügen und denen Geschichte & Kultur etwas bedeuten. Der durchschnittliche Dynamofan zählt wohl genau wie ein amerikanischer Shoppingtourist nicht dazu. Das muss man aber keineswegs so hinnehmen: M.E. ist es dringend vonnöten, die Bürger Dresdens für ihr kulturelles Erbe und die Geschichte ihrer Heimatstadt zu sensibilisieren und über diesbezügliche Brennpunkte aufzuklären. Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.

"Dresden hat das Image einer Barockstadt."

Wie ich schon sagte, Aufklärung ist dringend vonnöten. ;)

"Doch dieses Image ist in erster Linie für Außenstehende wichtig... ff."

Sie beginnen schon wieder mit Thesen, die Sie nicht belegen können - bitte betonen Sie in solchen Fällen den subjektiven Charakter Ihrer Aussage.

"Aber es ist trotzdem eine (durchaus ansehnliche) Minderheitenentscheidung gewesen."

So richtig wollen Sie das mit dem demokratischen Mehrheitsprinzip nicht verstehen? Für gewöhnlich zieht man ab einer gewissen repräsentativen Wahlbeteiligung (was bei 65000 von 500000 der Fall ist) die prozentuale Verteilung innerhalb dieser Anzahl zu Rate. Alles, was darüber hinausgeht, ist Spekulation.

"Die meisten Menschen scheinen nun mal ein Interesse an monströsen Dingen wie der Altmarktgalerie zu haben."

Diese ganzen Aussagen sind in meinen Augen absurd. Die Menschen haben kein Interesse an der Architektur der Altmarktgalerie, sondern am Apple-Store, der in dieser Galerie eröffnet hat, usw. Belegen Sie Mehrheiten für austauschbare Globalarchitektur, dann sehen wir weiter. Vorher darf man in Anbetracht der zahlreichen eindeutigen Umfrage-Ergebnisse für eine angepasste, dresdentypische Architektur, die Masse der Leserbriefe, die enormen Proteste gegen Modernismus am Neumarkt, uvm. als Maßstab nehmen. Die Menschen, denen Architektur sowieso egal ist, braucht man bei architektonischen Fragen auch nicht zu Rate zu ziehen, irgendwie scheint mir Ihre Denkweise in dieser Hinsicht höchst unlogisch.

"Zweites ist Aufgabe der Stadt und die Legitimation erhielt sie durch die vorangegangene Wahl"

Und die 65000 für den historischen Neumarkt legitimieren zu gar nichts, nicht wahr? Die sind einfach zu ignorieren und die Dresdner Baupolitik sollte sich auch weiterhin komplett für das Gegenteil von dem einsetzen, für das sich diese Bürger ausgesprochen haben.

Wie gesagt, irgendwas passt da nicht...

Ich seh's schon kommen, das wird die nächste endlose Diskussion. Anstrengend!

Petersburg hat gesagt…

Ich bekomme so langsam den Eindruck, hier sind einige George-Bush Wähler, pro-Irak Kriegsverherrlicher oder ganz einfach Brainwashingsopfer der globalisierten Hollywood-Propaganda? Abenteuerlich, was man hier so liest. Nachdem jemand weiter oben (auf den ich eventuell später zurückkommen werde, so mir der Sinn danach stehen wird) die in Dresden ermordeten Frauen und Kinder als "Nazi-Brut" bezeichnete - d.h. nicht Menschen, sondern Kriminelle die verdient haben ermordet zu werden - lese ich nun, dass die Drei Alliierten Feldherren keine (!) Verbrecher waren.

"egal ob Hitler, Stalin, Churchill oder Roosevelt, alle 4 waren Verbrecher u. Massenmörder"
Kommentar, der einem den Atem verschlägt. Rate dringend einen Besuch im Militärhistorischen Museum an.


Den Atem verschlägt es einem in der Tat, wie hier Verbrecher und Massenmörder verherrlicht werden.
Mal Festhalten: Wir haben hier vier Anführer kriegführender Nationen, und von diesen hat nachweislich jeder unglaubliche Verbrechen begangen. Nicht nur Hitler, wie von Hollywood-Verblödungsmedien gepredigt. Möchte hier jemand Kindermord, Vergewaltigungen und Ethnische Säuberungen weißwaschen? Ist der von Hollywood eingeimpfte Schuldkomplex schon so stark?

Tipp: Churchill und Roosevelt stammten beide aus Amerikanischen Banker-Familien, und das beste Investment für Banker ist Krieg. Was Hitler betrifft, ist wohl jede Diskussion müßig. Und was Stalin betrifft: Stalin begann, gemeinsam mit Hitler im Sep. 1939, den zweiten Weltkrieg durch Überfall auf Polen (Hitler am 1. Sep. von Westen, Stalin 14 Tage später von Osten), was von der Hollywood-Märchenstunde gerne unterschlagen wird - das Bild vom "bösen Deutschen" würde ja sonst ins Wanken kommen. Stalin griff zwei Monate später Finnland an, und besetzte anschliessend die Baltischen Staaten. Nach 1945 hatte er halb Europa unter seine Diktatur gezwungen - mit Hilfe der "guten" Alliierten. Interessant, dass sie nur einen Diktatur als Feind ansahen, während sie mit einem noch schlimmeren gemeinsame Sache machten.

Stalin hat im HOLODOMOR 14 Millionen Ukrainer ermordet, und in Sowjetischen Konzentrationslagern kamen mindestens 39 Millionen Menschen um. Hallo?`Hat hier ijemand gesagt, Hitler wäre der einzige Verbrecher?

Dass HOLODOMOR ähnlich klingt wie "Holocaust" ist Zufall, Russisch "Holod" = Hunger, "Mor" = Seuche. Stalin riegelte 1932/1933 die Ukraine ab, wie ein gigantisches KZ, nichts ging hinein, nichts ging hinaus. Der Weizen wurde als "Staatseigentum" konfisziert, 10 - 14 Millionen starben einen langsamem und grausamen Tod.

Wären es Deutsche gewesen, käme jetzt wohl der Kommentar "die Nazi-Brut hat es verdient", oder? Aber auch hier: Frauen und Kinder.

Anonym hat gesagt…

"Frauen und Kinder."

Auch Männer sind Menschen. ;)

Anonym hat gesagt…

"[..] Eindruck macht es vor allem auf die Menschen, die über eine gewisse kulturelle Bildung verfügen und denen Geschichte & Kultur etwas bedeuten. Der durchschnittliche Dynamofan zählt wohl genau wie ein amerikanischer Shoppingtourist nicht dazu. [...] M.E. ist es dringend vonnöten, die Bürger Dresdens für ihr kulturelles Erbe und die Geschichte ihrer Heimatstadt zu sensibilisieren und über diesbezügliche Brennpunkte aufzuklären. [...]"
Beim Thema kulturelle Bildung stimme ich Ihnen zu. Nur unsere Umsetzungsvorstellungen sind da wohl anders. "lebendes Objekt" Ihrerseits,während mir eine mediale Aufarbeitung reichen würde.

""Dresden hat das Image einer Barockstadt." - Wie ich schon sagte, Aufklärung ist dringend vonnöten. ;)"

Anfangen sollte man da am besten in Reiseführern, die sowas als Einzelimage vermitteln :D

"Doch dieses Image ist in erster Linie für Außenstehende wichtig... ff." - Ausgehend davon, dass 4/5 der Dresdner kaum Sinn für das klassiche Dresden hätten war damit im Umkehrschluss gemeint, dass in erster Linie Touristen wegen des ungenauen-oberflächlichen Images der Barockstadt nach Dresden kommen würden. Ich glaube, dass es zumindestens bei Pauschalreisen das Werbeargument schlecht hin ist, das auch auf viele Individualtouristen ausstrahlt.

""Die meisten Menschen scheinen nun mal ein Interesse an monströsen Dingen wie der Altmarktgalerie zu haben." - Diese ganzen Aussagen sind in meinen Augen absurd. Die Menschen haben kein Interesse an der Architektur der Altmarktgalerie, sondern am Apple-Store, der in dieser Galerie eröffnet hat [...]" - Da haben wir uns falsch verstanden. Genau auf diese Absurdität wollte ich hinaus. Die Altmarktgalerie in ihrer belanglosen Äußeren Erscheinung ist Folge einer Konsumfixiertheit, die wir wohl beide einem größeren Teil der Stadtbewohner ankreiden. Vielen ist es egal, dass damit das althergebrachte Stadtmodell zerstört wird. Aber leider sind sie die Mehrheit. Sie wollen diesen Trend umkehren, indem sie für ein klassisches Stadtbild kämpfen, ich indem ich für ein Umdenken einstehe.

"Die Menschen, denen Architektur sowieso egal ist, braucht man bei architektonischen Fragen auch nicht zu Rate zu ziehen, irgendwie scheint mir Ihre Denkweise in dieser Hinsicht höchst unlogisch."
Architektur ist für (nicht nur) mich mehr als nur Fassade. Kleinteiligkeit sollte sich durch die ganze Gebäudestruktur ziehen. Und damit stößt die Architekturmögende Minderheit an die Apfelladen liebende Mehrheit, die es zu mögen scheinen in großen Malls einkaufen zu gehen.
In Jena plant man die Neubebauung des Eichplatzes im Stadtzentrum. Vorgabe ist bisschen Wohnraum kleinteiligkeit der Fassade und Traufhöhe. Worüber freut sich die Mehrheit der Einwohner: Endlich Platz für ein Saturn und ein BurgerKing.
Hier wie da führen Forderungen nach historischer Parzellierung - egal ob klassch oder modern bebaut zu Ablehnung, weil kein Saturn reinpasst. M.E. wäre es viel wichtiger den Leuten die Identität der Stadt ersteinmal neu zu vermitteln, damit sie selbst - mehrheitlich - eine neue Lösung dinden können.

"Ich seh's schon kommen, das wird die nächste endlose Diskussion. Anstrengend!" - Finde ich nicht. ich finde den Gedankenaustausch gut. Und niemand ist hier gezwungen zu antworten.
MfG R-B

Florian Berlin hat gesagt…

"Ich bekomme so langsam den Eindruck, hier sind einige George-Bush Wähler, pro-Irak Kriegsverherrlicher oder ganz einfach Brainwashingsopfer der globalisierten Hollywood-Propaganda?"
Die populistische Suppe wird auch nicht besser, wenn man alles mögliche hineinkippt, z.B. George Bush oder den Irak. Und natürlich ist Hitler nur durch Hollywood so schlimm gemacht worden. Unsere Historiker werden schließlich alle von Metro Goldwyn Meyer bezahlt. Sicher hätte es den Krieg auch ohne den GröFaZ gegeben, denn siehe:
"Churchill und Roosevelt stammten beide aus Amerikanischen Banker-Familien, und das beste Investment für Banker ist Krieg."
Das nenn ich wirklich investigativ. Diese familiäre Herkunft beweist eindeutig den Status als Kriegsverbrecher. Sagen Sie, Petersburg: Schreiben Sie nicht eigentlich für die Titanic?

Phoenix hat gesagt…

Also das ist zwar kein Politblog und ich will es auch nicht zu einem Umformen, nur noch der nochmalige Hinweis an petersburg:
Lesen sie meinen Beitrag noch einmal! Am besten alle beide, dann können sie sich nämlich ihre Erwiderungen sparen. (ich nehm mal an, sie meinen mich, der ich das Wort "Nazibrut" in meinem ersten Beitrag benutzte)

Also entweder hapert es bei ihnen etwas an der Lesekompetenz oder ich habe zu unstrukturiert geschrieben.

@Florian Berlin: Mit ihnen hat es keinen Sinn zu diskutieren, sie haben ihre Meinung, dass der Bombenangriff zum Beispiel hinzunehmen sei und es gut sei, dass es keine Abwehr gab, die die Dresdner und Dresdnerinnen schützen konnte, ergo dass es gut war, dass sie gestorben sind und Dresden ermordet wurde.
Dann darf ich ihnen aber auch sagen, dass ich dies als die einzig widerliche Aussage in diesem Kommentarstrang empfinde.

Ich kenne ihre bisherigen Kommentare in diesem Blog nicht, ich hoffe nur, dass sie zur Modernistenfraktion gehören, alles andere wäre nicht nur absurd, sondern auch enttäuschend.

Sie würden aber mein Bild der Modernisten bestätigen.

Anonym hat gesagt…

ich muss zugestehen, dass ich eine für manche hier wohl (mit vielleicht durchaus gutem Grund) unverzeihliche Schwäche für dekonstruktivistische Architektur habe. So was gibt es bei uns in Österreich nicht, da ist neue Architektur nur mies und günstigstenfalls fad.
Einfach rein ästhetisierend und ohne ideologische Überfrachtung nur so dahin gesagt.
Was Letztere betrifft:
Kann man belegen, dass dieser Spitz wirklich in Richtung des Scheitelpunktes des Bombenfächers zeigte? Kann man belegen, dass dies dem Architekten bewusst war, oder war dies nur Zufall?
Ansonsten stimme ich meinem Vorredner phoenix zu, insbesondere hinsichtich der (vielleicht in meinen Augen sogar allzu) maßvollen und zurückhaltenden Worte, die er für Florian B. gebraucht hat.
Dass Petersburg mit Ironie und dialektischer Argumentationsweise so seine Schwierigkeiten hat, ist mir an anderere Stelle auch schon aufgefallen.
@Petersburg: es ist doch wirklich völlig sinnlos, jemandem wie Florian B irgendwas erklären zu wollen, etwa dass Stalin oder WC irgendwann einmal irgend ein (Kriegs-)Verbrechen oder so etwas begangen haben. Ihre Kritikpunkte an diesem in Frage stehenden Gebäude waren da doch ungleich interessanter, auch wenn ich sie vielleicht nicht in allem teilen muss.
mfG F, Lechner, Wien

Anonym hat gesagt…

Zitat Petersburg: "...dass deutsches Militär einseitig als "Reich des Bösen" dargestellt wird, die angeblichen Befreier als "gut"...

Sehr interessant: Die neue Ausstellung wurde noch nicht einmal eröffnet und Herr P. kennt sich schon über die Ausstellungsinhalte komplett aus. Besuchen Sie doch erst einmal die Ausstellung. Besonders Ihnen kann man es nur wärmstens empfehlen.