Freitag, 14. Oktober 2011

Prohlis | Rückbau der Sternhäuser

Bilder vom Abriss der letzten Sternhäuser in Dresden-Prohlis. Diese gehörten einst zum Neubaugebiet Prohlis, in dem mehr als 30000 Menschen lebten. Heute sind es zwei
Drittel weniger. Der Abriss ist Teil des Stadtumbau Ost. Den Namen und die Anordnung verdanken die Sternhäuser dem Astronomen Georg Palitzsch, der aus Prohlis stammte.





Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Diese Fotostrecke habe ich genossen. Wesentlich lieber wäre mir allerdings der Abriss innerstädtischer Platten. Am Johannstädter Elbufer, in der Grunaer Straße oder am Pirnaischen Platz geschieht leider das Gegenteil: Manifestierung des Status Quo auf Jahrzehnte.

Rekosuperfan hat gesagt…

schade, die waren doch Kult! Aber am A. der Welt.

Anonym hat gesagt…

"Aber am A. der Welt."

Genau deshalb hätten sie von mir aus stehenbleiben können.

Darki hat gesagt…

Die Prioritäten werden leider falsch gesetzt. In Gorbitz, Prohlis, Reick stören die Plattenbauten mich nicht. Stattdessen wäre es besser gewesen, Plattenbauten am Neustädter Markt, entlang der Schäferstraße, Wallstraße oder durchaus auch in der Johannstadt ( vor allem jene, die rücksichtslos über alte Straßen hinweg gebaut wurden) würden fallen und einer abwechslungsreichen dresdentypischen Bebauung (Regionaltypik) Platz machen.

Anonym hat gesagt…

Sehr richtig, Darki!

Anonym hat gesagt…

Wunderschön,daß man sich in Dresden von diesen LEGEBATTERIEN befreit. Das ist für einen Kulturmenschen unwürdiges wohnen.
Diese Architektur gibt es im Sozialismus und im Kapitalismus. Aber das die Gagfah als Eigentümer
dieser Häuser argumentiert,der Rückbau der Häuser zwischen Neumarkt und Wildruffer Straße ist
Wertevernichtung und der Rückbau der Sternhäuser anscheinend eben nicht, ist sowas von verlogen, daß man da
ideologische Gründe unterstellen muß. Die Häuser an der Wilstruffer Straße wurden damals auf Anregung
des SPA saniert um ein Argument für ihren Erhalt zu haben. Diese Häuser sollen den historischen Neumarkt stoppen. Sie müssen auch weg, das wäre für Dresden wie eine Befreiung.Reißt sie ab und wir fühlen uns wohler.

Anonym hat gesagt…

> In Gorbitz, Prohlis, Reick stören
> die Plattenbauten mich nicht.

Es geht hier nicht um Ästhetik und auch nicht um persönliche Befindlichkeiten.
Fakt ist, dass die Plattenbauviertel unter Leerstand und auch unter zu dichter Bebauung leiden. Dies führt zu sozialen Problemen als auch zu hohen Kosten für die Versorgung (z.B. Wasser und Abwasser).

Daher ist es konsequent, auszudünnen oder wie in diesem Fall ein abgelegenes Gebiet zu entfernen.

Darüber hinaus können sich so die Wohnungsunternehmen von einem Teil ihrer Altschulden befreien und haben so Geld für Modernisierungen, die die Wohnqualität erhöhen den CO2 Ausstoß reduzieren.

Ein anderer Aspekt ist, dass Mieter der abgerissenen Bauten dem Wohnungsmarkt zur Verfügung stehen, was die Sanierung von Altbauten wirtschaftlicher macht.

Bausünden in der Innenstadt haben mit diesem Abriss doch gar nichts zu tun. Bitte macht euch mal davon frei immer nur auf die Innenstadt zu schauen.

Harry hat gesagt…

Hier muß ich allen vier vorhergehenden Kommentaren recht geben.
In Prohlis haben diese Platten wirklich nicht gestört, wie erwähnt, am A.d. W. !! Aber in der Innenstadt wird ein Theater gemacht, nur wegen einem Stück - Abriß an der Wilsdruffer Str. um die Moritzstr. zu öffnen ? Wie ich informiert bin, auch dort ist die GAGFAH verantwortlich !!!
Gruß Harry

Chris - StadtbilDD hat gesagt…

Die Sternhäuser waren für mich als Kind auf der Rückfahrt aus der Sächsischen Schweiz das Tor nach Dresden und gehörten irgendwie dazu. Sie stellten immerhin ein Ensemble mit gewissem Widererkennungwert dar, ein Ensemble, das zudem in seiner Umgebung keine Zerstörung anrichtete. Natürlich gibt es auch Gründe für den Abriss am Stadtrand, aber trotzdem wäre mir angesichts der inzwischen fehlenden Notwendigkeit überhaupt noch abzureißen, ein Rückbau innerstädtischer Platten auch deutlich lieber gewesen, sofern es konkrete Neubaupläne gibt, denn noch mehr Leere braucht Dresden ganz bestimmt auch nicht.

Anonym hat gesagt…

"Es geht hier nicht um Ästhetik"

Das ist ja das Traurige. Ästhetik spielt in städtebaulichen Überlegungen kaum noch eine Rolle.

"Bitte macht euch mal davon frei immer nur auf die Innenstadt zu schauen."

Diese Aussage dürfen Sie mir erklären.

Anonym hat gesagt…

>> "Bitte macht euch mal davon frei
>> immer nur auf die Innenstadt zu
>> schauen."
>
> Diese Aussage dürfen Sie mir
> erklären.

Gerne. Dieser Fotoblog ist super und ich bin seit Jahren hier Stammkunde. Jedoch sind die Kommentare oft ideologisch verbrämt und es geht meist um die Innenstadt. Wenn es mal nicht um die Innenstadt geht, so wie hier, wird trotzdem ein Bezug dazu gesucht.

Die Innenstadt ist aber nur ein Teil der Stadt, der flächenmäßig und von der Einwohnerzahl her sehr klein ist. Ein Stadt macht aber das Wohnumfeld der Einwohner aus. Die meisten Einwohner verbringen de Großteil ihrer Freizeit im Wohnquartier - Einkaufen, Parks, die Kneipe um die Ecke, der nahe gelegene Kleingarten, Sportverein oder was auch immer. Daher ist wichtig, was in den Stadtteilen geschieht und wie das Wohnumfeld gestaltet wird.

Hier im den Kommentaren regt man sich sogar über den Farbton von wieder aufgebauten Häusern auf, als ob das die Lebensqualität einer Stadt beeinflussen würde. Ich wohne gerne in einer Stadt wenn es einen guten Nahverkehr gibt, viel Grün, gemütliche Stadtviertel, Angebote für die Familie und ein reichhaltiges kulturelles Angebot.

Anonym hat gesagt…

"Hier im den Kommentaren regt man sich sogar über den Farbton von wieder aufgebauten Häusern auf, als ob das die Lebensqualität einer Stadt beeinflussen würde."

Genau das tut es auch. Nur weil Sie für sowas keine Sensibilität aufbringen können, heißt das noch lange nicht, dass die Thematik keine Relevanz hätte. Das Zentrum Dresdens ist das Problem - nicht seine Stadtviertel. Und genau darum wird es hier so oft thematisiert Für mich völlig verständlich und angebracht. Über Striesen braucht man nicht zu diskutieren, dort ist alles im Lot. Aber ausgerechnet in Dresdens großer Problemzone Innenstadt herrschen die Modernisten in ihrer ganzen unermesslichen Arroganz und das gilt es anzuprangern. Man kann es gar nicht oft genug betonen!

Anonym hat gesagt…

Hier wird die Ulf-Kirsten-Gedächtnissiedlung unwiderruflich zerstört. Ein Skandal. Die schöne Plattenbauidylle - hinüber... :-(

Anonym hat gesagt…

> Nur weil Sie für sowas keine
> Sensibilität aufbringen
> können,...

Einer mag eher Rottöne, ein Anderer blau, wieder andere gelb. Wenn der Hauseigentümer auf grün steht und es nicht gerade augenschmerzendes neongrün ist, dann bitteschön.

Ein Hauseigentümer oder Bauherr muss ja wohl noch Freiräume haben. Bei deinem Haus würdest du dir doch auch nicht die Farbe vorschreiben lassen, auch wenn deinem Nachbarn oder Passanten deine Farbwahl nicht gefällt.

ji hat gesagt…

Jeder Abriss solcher Wohnbaumonstren ist eine gute Nachricht. Es mag zwar sein, dass es billige Wohnungen sind. nur wiegt mMn das in keinster Weise ein urbanes Stadtviertel auf, wo es neben Wohnen auch Gewerbe gibt. Im Plattenbaugebiet ist der obligatorische Supermarkt der einzige Punkt, wo sowas wie menschliches Gewusel stattfindet und das kanns echt nicht sein. Keine Cafes, keine Bars, keine kleinen Essensshops, Schuster, Friseure usw, die alle ständig Laufkundschaft haben können. Im Plattenbaugebiet gehts mit den Auto nach der Arbeit zum Supermarkt und dann wars das für ne Woche, das Geld landet bei den Grosskonzernen sonstwo in Deutschland (wo dann auch die Kinder zum arbeiten hingezogen sind …) oder der Welt. Das kanns nicht sein. Jede Legebatterie weniger macht das Stadt- und auch Umlandleben besser.

Anonym hat gesagt…

"Einer mag eher Rottöne, ein Anderer blau, wieder andere gelb."

Um solche egoistische Vorlieben sollte es eben gerade NICHT gehen! Einzig wichtig ist:

WELCHE FARBEN SIND TYPISCH FÜR DRESDEN!!!

"Bei deinem Haus würdest du dir doch auch nicht die Farbe vorschreiben lassen"

Aber selbstverständlich würde ich das tun, wenn sich mein Haus in einem sensiblen Gefüge (und die kriegszerstörte Dresdner Innenstadt ist ein solches) befinden würde. Schade, dass so viele Menschen lieber an sich selber denken, als an den Ort, an dem sie leben. Und genau darum braucht man strenge und konkrete Bau- und Gestaltungsvorschriften, wie sie im Vorkriegsdresden üblich waren und die Stadt zu dem gemacht haben, was sie bis zur Zerstörung gewesen ist. Der Modernismus ist eine egoistische und rücksichtslose Ideologie, der man leider mit Zwang und Druck Einhalt gebieten muss, sonst wird das nix.

Anonym hat gesagt…

Was lesen wir heute im Internet: Das Stadtplanungsamt hat
die Sächsische Akademie der Künste
beauftragt, ein Statement zur Bebauung Wilstruffer Straße abzugeben. Das SPA wußte
vorher, wer da befragt wird und wie das Ergebnis sein wird. Natürlich hat sich die Akademie der Künste für den Erhalt dieser Häuser ausgeprochen.

Das Stadtplanungsamt der Stadt Dresden agiert dermaßen bürgerfeindlich und verlogen, daß
es eines demokratischen Staates
unwürdig ist. Diesen Leuten muß das Handwerk gelegt werden.

Anonym hat gesagt…

"Was lesen wir heute im Internet"

Ich habe das heute nicht im Internet gelesen und bitte daher um einen Link!

Anonym hat gesagt…

Was ist das für eine Argumentation?
Die kann man Satz für Satz widerlegen. Und das von namhaften
Koryphäen des deutschen Städtebaus.

Lest alle und regt euch auf!

www.sadk.de/aktuelles.html

Anonym hat gesagt…

"Lest alle und regt euch auf!"

Danke, ist erledigt. ;)

Am meisten rege ich mich aber über den Initiator auf: Das Stadtplanungsamt.

Anonym hat gesagt…

@anonymer (Woerth?)
"Was ist das für eine Argumentation?
Die kann man Satz für Satz widerlegen"..

Genau das wäre doch mal eine Aufgabe!
Ich glaube aber, dass es hier einfach unterschiedliche Auffassungen gibt, die nicht einfach "widerlegt" werden können, weil es sich eben um Meinungen handelt.
Die Meinung der SAK sollte man allerdings schon ernst nehmen. Gut ist doch in jedem Falle, dass das Stadtplanungsamt nicht entscheiden will, ohne sich kompetent beraten zu lassen. Darüber braucht man sich nicht aufzuregen, im Gegenteil!

Anonym hat gesagt…

Das Stadtplanungsamt hat ein Gefälligkeitsgutachten eingeholt um sich seine Meinung bestätigen zulassen. Das hat mit sich beraten lassen nichts zu tun.
Gerade das ist das Verlogene an dieser Vorgehensweise.

Das Stadtplanungsamt der Stadt Dresden will möglichst viel Historischen Neumarkt verhindern.

Anonym hat gesagt…

Genau das wäre doch mal eine Aufgabe!

Wir können gerne über einen Stundenlohn sprechen, dann würde ich wie einst wieder sehr viel mehr Zeit in solche aufwändigen Widerlegungen (die bei gewissen Charakteren allerdings nicht das Geringste bringen) legen. Selbstverständlich können "Meinungen" widerlegt werden, hab ich wohl schon über dreitausend Mal getan.

"Gut ist doch in jedem Falle, dass das Stadtplanungsamt nicht entscheiden will, ohne sich kompetent beraten zu lassen."

Meinen Sie das ernst? Man kann sich auch wirklich alles so hinbiegen, wie man es gerade braucht...

Eine "kompetente Beratung" von einer Organisation, bei der man schon vorher weiß, dass man genau das zu hören bekommen wird, was man hören will? Wie wäre es denn mal mit einer "kompetenten Beratung" von einem anerkannten Kunsthistoriker der GHND? Na?

the woerth hat gesagt…

"@anonymer (Woerth?)"

Nein, nicht Woerth.

Weniger mutmaßen, mehr argumentieren!

Anonym hat gesagt…

Schade, ich habe gerade (mit Entsetzen) festgestellt, dass diese Dinger jetzt weg sind. "Sammle" seit 2008 Bilder von Platten und - leider - auch deren Abriß. Da ich allerdings in Regensburg, Bayern, wohne, habe ich nur unregelmäßig die Möglichkeit, Fotos zu schießen. Die Bilder 06/2011, die ich von diesen Sternhäusern schoß haben mich dann zu diesem Blog gebracht.

Übrigens: Wer möchte, kann noch einmal um die Gebäude "fahren", denn in GOOGLE EARTH waren gerade die ersten Abrißarbeiten im Gange - inkl. Bohrmeißel und GAGFAH-Hinweistafel :D

Super Blog übrigens. Gibt es eine Möglichkeit, sich mit dem Author und Urheber dieser Bilder in Kontakt zu treten?

Piotre hat gesagt…

Man kann mit ihm in Kontakt treten: "Mein Profil vollständig anzeigen" - Kontakt. Dort steht dann meines Wissens eine Emailadresse.

Secret Storyteller hat gesagt…

Ach, um diese Häuser ist nach wie vor schade. Ich komme nicht aus der Gegend und habe aufgrund meines Alters auch nicht viel von ihnen mitbekommen, bin jedoch letztens auf das Thema "Prohlis - Stern" zu sprechen gekommen. Ich hatte keine Ahnung, wo die sein sollen, jedoch klang es für mich, als Person, die sich für die Platte interessiert,sehr spannend. Letztens war ich dann im Kaufpark und schaute von dort auf die gegenüberliegende Straßenseite. Ich dachte mir so: 'Hey, da waren doch früher mal Häuser? Irgendwas fehlt...' und seit dem weiß ich auch, wie sehr diese Häuser fehlen.