Dienstag, 11. Oktober 2011

Rostock

Bilder aus der schönen Hansestadt Rostock. Zur Verfügung gestellt von unserem Leser Christoph.




Kommentare:

Petersburg hat gesagt…

Mann, ist Rostock schön!! Und das, obwohl es im Krieg ziemlich stark zerstört wurde. Wunderschöne Bürgerhäuser! Und völlig anderer Baustil als z.b. der berühmte Dresdner Barock. Hieran sieht man z.B., dass es gar nicht um alt/neu geht, sondern um Bewahrung regionaler Partikularität.

Die unmoderne Kubus-"Kunst" die behauptet, modern zu sein, ist ganz klar zu regionaler Baukunst nicht fähig, da sie jegliche regionale Baustile leugnet und erbissen bekämpft. Oder sieht irgendwo jemand etwas "Dresdentypisches" in der Bankenkonzern-Strasse? (ehemals "Wilsdruffer Strasse", heute Home of the ECE and of Shopping crazyness) . Ja, die historische Architektur ist der Unmoderne haushoch überlegen, aber nicht weil sie "alt" ist, sondern weil sie den Genius Loci berücksichtigt - ein Parameter, den die Kubus-Moderne gar nicht kennt, sie kennt nur die Dimension "Zeit", und das ist zu wenig um Baukunst zu generieren.

Übrigens: Es gibt auch einige Bauten der zeitgenössischen Unmoderne die ich als gelungen betrachte, z.B. in der zweiten Reihe das Peek & Cloppenburg Kaufhaus. Es ist zwar banal, mag man einwenden. Dann sage ich: Na, und? Was ist mit banal nicht in Ordnung? Ein schöneres Wort hierfür wäre "alltäglich", und Architektur ist nun mal keine Skulptur die man nicht anfassen darf, sondern ein Gebrauchsobjekt, das all-täglich benutzt wird, und daher auch mit Fug und Recht so scheinen darf. Oder wie war das doch gleich mit der altmodernistischen Forderung der "ehrlichen" Architektur? Das Alltägliche in der Baukunst, das auch den Europäischen Kontext nicht vergisst, ist sehr viel ehrlicher als die Stuckaltbau-Bewohner namens "Architekten", die den Menschen nackte Betonkuben vor die Nase knallen und sich aber selber Gründerzeit und Ornament als Privileg reservieren.


Und über die wunderschönen Bürgerhäuser in Rostock braucht man gar nichts zu sagen, nur so viel: Jeder Dresdner kann hier sehen, dass es 100 prozent richtig war, den Neumarkt wiederzuerrichten, denn die Rostocker taten das gleiche mit ihrer Altstadt - so es übrigens fast jede kriegszerstörte Stadt tat. Kein "Mickymouse-Land", sondern Europäische Architektur - zeitlos, und klassisch schön.

Wunderschön! Vielen Dank für die schönen Bilder.

Troels-Peter hat gesagt…

Interessante Analyse von Zeit und Ort in der Architektur, Petersburg.

Anonym hat gesagt…

Danke für die schönen Bilder, war selbst schon oft dort und es ist immer wieder schön Bilder der Kröpeliner Straße zu sehn.
Auch von der Rostocker Altstadt sind nach dem Krieg nur Überreste stehen geblieben, denoch hat Rostock auch ohne große Kulturbauten eine sehr charmante Altstadt mit einer wunderschönen Einkaufstraße welche durch seine Kleinteiligkeit und historischen Fassaden zum spazieren und verweilen einlädt.
Gruß
Dresdner84

Nemo hat gesagt…

Die (sicherlich auch entsprechend ausgewählten) Bilder aus Halle, Chemnitz, Rostock (man könnte sie ergänzen mit Erfurt, Schwerin, Leipzig) zeigen allesamt genau das, was Dresden eben nicht zu bieten hat: "vollständige", geschlossene und in sich weitgehend urban und stimmig wirkende Stadträume in der City.

Wie ich schon schrieb, dürfte dies auch die Ursache für die vielen Probleme und Diskussionen in Dresden sein: nämlich die Dimension der Aufgabe des Wiederaufbaus angesichts der unzähligen Brachen (Wiener Platz, Ferdinandplatz, Postplatz und diverse andere Ödflächen allein in der Innenstadt).

In einem schon weitestgehend kleinteilig erhaltenen bzw. sanierten Gebiet (wie auf den Bildern der o.g. Städte) wird es grobschlächtige, pseudomoderne Klotzarchitektur sehr viel schwerer haben, Akzeptanz zu finden, weil der unpassende und disharmonische Charakter für jedermann offensichtlich wäre.

In der Dresdner Altstadt hingegen kann der im Überfluss vorhandene (und somit zwar teure, aber nicht "kostbare"), zur Bebauung zur Verfügung stehende Raum auch durch langweiligste Kuben kaum beschädigt werden, weil entweder ringsherum Ödnis herrscht oder die Nachbarbauten selbst schon Großkisten aus DDR-Zeit oder den Nachwendejahren sind, die genehmigt wurden, um in kurzer Zeit riesige Brachflächen füllen zu müssen.

Ein großes Loch konnte man nicht mit demTeelöffel zuschütten, da wurde und wird gröberes Werkzeug gebraucht und daher wird die bewundernswerte Kleinteiligkeit des Neumarktes für sehr lange Zeit eine Insel in Dresdens Innenstadt bleiben.

Anonym hat gesagt…

@Petersburg: Ihre Aussagen zur Regionaltypik sind zu unterstützen.

Anonym hat gesagt…

Leider scheint sich der Hafenbereich Rostocks noch immer so lieblos zu präsentieren, wie ich ihn vor etlichen Jahren erlebt habe. Wie kann man dieses gewaltige Potential nur so unzureichend nutzen?

Darki hat gesagt…

Gut analysiert Nemo.

Phoenix hat gesagt…

Gute Beiträge von petersburg und nemo.

Anonym hat gesagt…

Aaah was der Petersburg wieder so dahinschreibt. Jede Menge Text und keine Substanz darin... Will er in Wahrhiet die Liebhaber traditioneller Architektur verhöhnen? Man könnte es kaum wirkungsvoller machen. Herr Petersburg, hier ein paar Fakten. Die Rostocker haben fast KEIN einziges Bürgerhaus wiederaufgebaut (mit Ausnahme des vorübergehend abgetragenen Renaissancegiebels Neuer Markt 16), dafür sehr viel Wiederaufbaufähiges (eine ganze got. Großkirche!) einer fragwürdigen Wiederaufbauideologie geopfert. Was hier (dankenswerterweise) an Altsubstanz gezeigt wird, ist schlicht und einfach stehengeblieben.
Dafür haben sie es bis heute nicht geschafft, ihren Neuen Markt sinnvoll abzuschließen, und planen es auch für die Zukunft nicht. Anders als Sie, Herr Petersburg also schreiben: KEIN VORBILD für Dresden!
muG Franz LECHNER, Wien