Dienstag, 29. November 2011

Busmannkapelle

Busmannkapelle - Aufbau und Montage der angelieferten Fertigteile.



Kommentare:

Anonym hat gesagt…

einfach nur grauenvoll.

PetersB hat gesagt…

Ein ganz, ganz schlimmer Fehler.

Die Dresdner hätten dieses "Grabmahl" für eine Kirche (!) niemals stumm abnicken und schweigend akzeptieren dürfen. Denn mit dem Bau dieser Absurdität wird die Verhinderung des Wiederaufbaus der Sophienkirche für das nächste halbe Jahrhundert zementiert.

Ich hatte ein Interview mit Frau Hermann gehört, die dem Verein vorstand. Eine eher einfache Frau, die mit Sicherheit keine Forderungen stellte und offensichtlich nicht eine Sekunde die Möglichkeit des Wiederaufbaus in Betracht zog und sich von Politikern abspeisen ließ. Ausserdem hörte ich sie im TV-Interview die Worte sagen "die Sophienkirche wird nie wieder sein, wie sie war". So ein Unsinn. Auch Hofkirche, Frauenkirche und Kreuzkirche waren zerstört.

Auch die Sophienkirche gehört wiederaufgebaut, basta. Die Dresdner sollten sich weigern, sie zu vergessen! Sie gehört in die Altstadt, und zwar genau dorthin wo sie immer stand. "Was zusammengehört, wird zusammenkommen" (Rilke). Und ich bin überzeugt davon, dass sie wiederkommen wird- und wenn es erst unsere Enkel erleben werden.

Die Sophienkirche wird zurückkommen.

Anonym hat gesagt…

Wir Deutschen haben ja scheinbar eine Vorliebe für solche Beton-Monumente.
Hauptsache aus Beton, möglichst grau, kahl und häßlich...
Paßt aber wenigstens zu den 08/15 Betonzweckbauten im Híntergrund.
Lädt bestimmt zum Verweilen, Gedenken und Wohlfühlen ein...;-) Da werden wir außerhalb des pressewirksamen Spatenstichs und der Enthüllung sicher nie einen der Verantwortlichen sehen. Die schlürfen lieber in den gut erhaltenen Villenvierteln ihren Tee und feixen sich einen...

Mein Vorschlag: Weg mit den 08/15-Betonriegeln und schnell eine Stiftung zum originalgetreuen Wiederaufbau der Kapelle gegründet.
Zu teuer? Was machen ein paar Millionen angesichts von Billionen, die im Ausland verbrannt werden?

Anonym hat gesagt…

BRAINSTORMING

zeitgenössisch
emotionslos
abwaschbar
geschichtlos
steril
pflegeleicht
abweisend
unhistorisch
antiseptisch
menschenfeindlich
aufgeräumt
übersichtlich
globalisiert
undifferenziert
ohne Vergangenheit
ohne Zukunft.

Anonym hat gesagt…

Die Fotos erwecken überdies den Eindruck, als würde eine temporäre Installation direkt auf dem Straßenpflaster eingerichtet. Hoffe, dem ist nicht so, es wäre eine doppelte Katastrophe.

Anonym hat gesagt…

Blah, blah, blah... Immer nur das gleiche Gelaber, Leute. Ich persoenlich freue mich ueber die Gedenkstaette.

Anonym hat gesagt…

auch ich schließe mich meinem vorredner an.

endlich mal eine alternative umgangsweise mit zerstörter bausubstanz.

hier werden dann also die enkel der neumarkt-wiederaufbau-hochjubler erkennen das opa gelogen hat!

cs

Anonym hat gesagt…

Bla Blah Bla, immer nur das gleiche Gelaber, Betonliebhaber!
Ja, es ist eine geDENK-Stätte: Ich denke darüber nach, wie man diesen absoluten Müll schnellstmöglich wieder entsorgen kann, damit dort die schöne Kirche wiederentstehen kann.
Wir Deutschen entsorgen uns selber: Keine Kinder mehr, unsere Friedhöfe wachsen rasant an, da passen auch die Gedenkstätten dazu! Die Initiatoren sollten sich nur einmal überlegen, ob die, die nach uns kommen, Lust auf diesen Unsinn haben. Eine Kirche ist Publikumsmagnet, man sieht es an der Frauenkirche. Das da wird gemieden. Und angesichts der Kosten für diesen Betonwahn werden sich sicher viele fregen, warum man nicht die Kirche aufgebaut hat. Wenn das dann "geDENKEN" sein soll, dann ist das Ziel verfehlt!
Heiner

Anonym hat gesagt…

Ich persönlich freue mich nicht über diese Gedenkstätte.
Ich finde sie Scheiße.

Anonym hat gesagt…

"Blah, blah, blah"

Aber Ihr Beitrag ist überaus gehaltvoll, nicht wahr?

Anonym hat gesagt…

Ist doch mal was anderes!
Eine Stadt ist ja auch gewissermaßen ein Freilichtmuseum und das Museum Dresden wird hiermit um ein kleines Stückchen reicher. Etwas in der Art gibt es,glaube ich, in Dresden noch nicht. Und es ist noch lange nicht fertig. Man soll es erst beurteilen wenn es fertig ist und man sehen kann ob es von Dresdnern und Besuchern angenommen wird.

Anonym hat gesagt…

Die Sophienkirche wird man doch eh nicht bauen können ohne diesen "Riegel" abzureißen! Oder????

Im großen & ganzen find ichs gar nicht mal schlecht. Ne moderne Interpretation des alten Bauwerks.
Man muss abwarten wie es ausschaut wenn es fertig ist!

Anonym hat gesagt…

Was wäre denn Dresden für eine Stadt, wenn sie exakt nach historischem Vorbild komplett rekonstruiert wäre? In allen Ecken und Straßen? Schrecklich! Eine Stadt ohne Geschichte. Die Zerstörung ist nun einmal eine Tatsache. Ohne Narben keine Geschichte. Man sollte sich hier eher darum kümmern, daß moderne Gebäude Qualität haben.

Anonym hat gesagt…

Ich find dies, ich find das, ...

Interessiert mich nicht. Das einzige, was mich interessiert, ist überzeugende Argumentation.

Anonym hat gesagt…

"Was wäre denn Dresden für eine Stadt, wenn sie exakt nach historischem Vorbild komplett rekonstruiert wäre? In allen Ecken und Straßen? Schrecklich! Eine Stadt ohne Geschichte."

Und die Rekonstruktion der Stadt wäre natürlich keine Geschichte - deren Zerstörung aber schon?! Ideologisch verblendetes Denken. Die Heilung sämtlicher Wunden Dresdens wäre in meinen Augen die mit Abstand größte Leistung der NachkriegsGESCHICHTE!

Ihre geliebten Narben werden Dresden schon erhalten bleiben, keine Angst. Und dass "moderne" (was auch immer das ist) Gebäude über "Qualität" (was auch immer das ist) verfügen sollten, wird hier durchaus Konsens sein (und hat reichlich wenig mit der Qualität und Quantität von Rekonstruktionen zu tun, das muss man nicht gegeneinander ausspielen). Nur bei der konkreten Definition scheiden sich die Geister. Aber konkret wird es in hiesigen Diskussionen ja eher selten - wohl aus der Angst heraus, angreifbar zu werden? Oder man ist einfach nicht in der Lage, konkret und differenziert zu argumentieren, soll es auch geben.

Anonym hat gesagt…

Hier gibt es jemand der selber nur
bla, bla, bla sagt aber Andere zu gehaltvollen Beiträgen auffordert.

Man was können die Anhänger moderner Architektur doch arrogant sein.

mitdemhirndabei hat gesagt…

Wahrscheinlich braucht es so einen bekannten Mann,wie zum Beispiel Herrn Güttler,der sich für die Frauenkirche engagierte,eben auch für die Sophienkirche.
Viel Glück Sophienkirche

Anonym hat gesagt…

Ein billiges,verstecktes,betonweißes Etwas,einfach häßlich und das soll die Sophienkirche ersetzen.....lachhaft.
Die Sophienkirche muß wieder aufgebaut werden!!!

Anonym hat gesagt…

"Ich find dies, ich find das, ...

Interessiert mich nicht. Das einzige, was mich interessiert, ist überzeugende Argumentation."

klasse argumentation gleichermaßen. warum sollte man denn hier auch argumentieren??? wofür oder wogegen? mir reichts schon wieder - und ich schreibe hier erst seit ein paar tagen. es ist ja wohl eine tatsache, dass da gebaut wird. da können sich ja jetzt alle hier spamenden anonymen "argumentations-liebhaber" (er weiß wen ich meine) gerne ärgern wie sie wollen. ändern kann er es eh nicht mehr. manche wollen hier halt einfach nur ihre positiven oder negativen meinungen dazu posten. das muss und wird ja wohl erlaubt sein, ohne gleich eine grundsatzdisskusion vom zaun zu brechen.
und nochmal - warum wird man hier eigentlich immer gleich beschimpft, nur weil man mal kritik an den tag legt? diese dumme verleumdung als modernist (ich schätze regionaltypische architektur sehr, halte sie gar für die bessere lösung als vieles von dem was heute gern gebaut wird) oder polemiker halte ich für stumpfsinniges gequatsche. es ist nicht besser als schlechte kritik!
aber ich schätze, auch diese sätze werden wieder den selben geistigen unrat zu tage fördern...das war jetzt ungefähr die gangart, die man erfährt, wenn man die ganze sache in dresden kritisch beäugt.

ach und nur zur info. ich hege übrigens starke sympatien für stadtbildd.de (wenn auch nicht in allen punkten). da wird wenigstens eine kritische herangehensweise an einen wiederaufbau als grundvoraussetzung für eben diesen ernannt! ein hoch darauf!

in diesem sinne
cs

Nemo hat gesagt…

Also der Wiederaufbau der Sophienkirche wäre wohl wirklich unvernünftig, denn weshalb sollte man in einer sich immer stärker säkularisierenden Gesellschaft zusätzliche Gotteshäuser errichten? Eine Gedenkstätte scheint mir sinnvoll, allerdings kann ich beim besten Willen nicht verstehen, wieso man diese wie ein Chamäleon tarnt, indem man ihr die gleiche Farbe wie den umgebenden Bauten gibt. Ich sage voraus, dass die großen, hellen Wände im Zusammenhang mit der Thematik des Gedenkens dort permanent mit den blödsinnigsten Parolen beschmiert sein werden.

Stefan hat gesagt…

Ich schließe mich Nemo gern an. Eine Kirche ist mehr als nur "regionaltypische Architektur": Stätte des Glauben, Ort einer Gemeinde, historisches Zeugnis und sicher nicht zuletzt Kulturobjekt. Die Frauenkirche bewegt sich in diesem Feld elegant zwischen Kirche, Museum, Gedenkstätte, Symbol der Versöhnung und einem großen Stück Dresdner Identität. Weil das so war und ist, vermochte man sie mit Spenden wieder aufzubauen. Weil eine solche Sammlung aber längst nicht so einfach ist, gelang es der GHND bei der Rampischen 29 nicht vollends.


Wer soll den "Spaß" also zahlen?

Eine Gemeinde? Welche? Die der Sophienkirche starb in der areligiösen DDR aus.

Das Land? Das Land tut einiges um die Kultur, in dem 25% des Landeshaushaltes für Kultus aufgebracht werden.

Spender? Gut, dann bemühen Sie sich, die Sie sich dafür aussprechen doch um eine Sammlung, anstatt des 'virtuellen Blabla' (siehe oben).


Affektierter Historismus ist kaum ein geeignetes Gegenargument gegen das Mittelmaß der heutigen Architektur.

Und bei Gott, es gibt andere Schwerpunkte, wo unser Engagement notwendiger wäre. Der Ferdinandplatz (siehe Link) oder die Leere des Robotron-Geländes.


Herzlichst,
Stefan

Parkplatz am Karstadt früher:
http://www.histografica.de/view.aspx?p=axspgcv

Reste des Prinzenpalais nahe des Robotrongeländes:
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Blüherpark_Palaisgrundmauern.JPG&filetimestamp=20110505023238

PetersB hat gesagt…

Die Sophienkirche wird zurückkommen. Es ist völlig egal, wie laut die Verhinderer und Blockierer des Wiederaufbaus kreischen und geifern, es ist egal wie sehr sie die historische Architektur hassen (obwohl sie verlogenerweise selber am liebsten drin wohnen) - die Sophienkirche kommt zurück. Das ist für mich so sicher wie das Amen in der ......KIRCHE.

Und diesem scheusslichen Beton Ungetüm gebe ich keine 50 Jahre - dann macht's BUMM und dann bekommt die modernistische Scheusslichkeit, was sie verdient: eine Ladung Dynamit. Selten so eine kalte, abstoßend-unmenschliche Betonwüste gesehen, nicht mal für Dresdner post bellum-Verhältnisse! Diese kahle, tote Betongasse zwischen dem Advanta-Klotz und dem KUBUS ist kein Ort, sondern ein echter un-Ort.

Dieses perverse Monstrum wird in 50 Jahren wieder verschwinden, die Dresdner werden auch diese 50 Jahre überwinden - im Wegsehen sind sie ja dank der Unfähigkeit des SPA geübt. Und dann wird der Platz wieder frei sein für das einzige Bauwerk, das diesen Platz verdient: Die Sophienkirche. Diese Bankenmafia-Politikerklotz-Scheusslichkeit hat kein Anrecht auf diesen Platz. Es wundert mich, dass Herr Marx nicht noch auf einen in die "Gedenkstätte" integrierten BurgerKing plus Vodaphone-shop bestand.

Daniel hat gesagt…

@PeterB
Peter, Ihre Wette halte ich: Ich sage, dass die Sophienkirche garantiert nicht rekonstruiert wird. Ich wette um, sagen wir eine Eierschecke im Coselpalais heute in 50 Jahren.
Eine Erinnerung an die ehemalige Kirche in der momentan in der Realisierung befindlichen Form ist schon das absolut realisierbare Maximum. Es gibt wirklich keinen Grund sie wieder aufzubauen, sie war baukünstlerisch nicht allzu wertvoll und ihre historische Bedeutung bekommt man nicht mit einer Rekonstruktion wieder. Ob der Advantariegel 50 Jahre schafft, bin ich mir aber nicht sicher.

Noch zu dem angeblich weißen Beton: Die Elemente sind leicht strukturiert und sandfarben, also gelblich. Im grellen Sonnenlicht sieht das natürlich trotzdem sehr hell aus.

Anonym hat gesagt…

So schön ich es auch selbst fände, wenn die Türme der Sophienkirche den Postplatz wieder dominieren würden und auch vom Zwingerhof aus zu sehen sein würden, einen gotischen Kirchenbau in Dresden zu haben - leider - da bin ich mir ziemlich sicher: mehr als diese Gedenkstätte werden wir davon nicht zurückbekommen, auch in späterer Zukunft nicht. Die Kirche als solche wird nicht zurückkommen und ist verloren. Diese Chance gibt es nicht mehr.

Anonym hat gesagt…

Ich stimme Daniel völlig zu. Die Sophienkirche war ein architektonisch unbedeutender Bau, dessen Dominante, jene neogotische Turmfront, dem Stadtbild permanent Schwierigkeiten bereitete und nicht so recht in jenes passen wollte - mit oder ohne Kupferverdachung. Jene Neogotik passte einfach nicht richtig zum Zwinger und wirkte vom Zwingerhof nicht besonders günstig. Man sollte sich bei der Rekonstruktion doch Essentiellerem widmen. Die Gedenkstätte per se ist nicht so schlecht - aber in DIESEM Umfeld ist ja ohnehin Hopfen und Malz verloren. Was sollte überhaupt da eine Reko eines unbedeutenden, weitgehend historistischen Bauwerks, dessen hohe Türme überdies a) ahistorisch sind und b) immer als das DDner Stadtbild störend empfunden worden sind?
F-L.

Stephan K. hat gesagt…

Diese Gedenkstätte ist deshalb gut, da durch diese die Sophienkirche überhaupt erst wieder aus der Vergessenheit herausgeholt werden kann. Es wird wieder sichtbar sein, das hier eine Kirche stand und von welcher Dimension sie war. Dafür sind die Betonklötze völlig ausreichend. Sie sind eine Art erster Schritt in einem schweren Umfeld.

Vitruv hat gesagt…

Dieser Betonschund ist eine Beleidigung für die Sophienkirche. Auf solch niedrigem Niveau wird das Zwangsgedenken inszeniert, das inzwischen anscheinend sowieso nur noch Instrument eines auf Floskeln reduzierten politischen Diskurses ist.
Und als Pointe wird um diesen Schund ein Glaswürfel gebaut, quasi um das "Gestern" im "Heute" zu bergen. Wen soll dieser Blödsinn überzeugen? Städtebaulich ist es nur ein weiterer Fehlgriff in einer völlig fehlgeleiteten Entwicklungspolitik.

Anonym hat gesagt…

cs: "da wird wenigstens eine kritische herangehensweise an einen wiederaufbau als grundvoraussetzung für eben diesen ernannt! ein hoch darauf!"

Interessant. Und jetzt raten Sie mal, wer einen Großteil der dortigen Texte verfasst hat. Richtig! Ein Jemand ("er weiß, wen ich meine"), der hier zu Recht Argumentation einfordert (und selber auch immer wieder liefert).

Anonym hat gesagt…

BRAINSTORMING II

austauschbar
zeitgenössisch
emotionslos
abwaschbar
geschichtlos
steril
pflegeleicht
abweisend
unhistorisch
antiseptisch
menschenfeindlich
aufgeräumt
übersichtlich
globalisiert
undifferenziert
ohne Vergangenheit
ohne Zukunft.

Warum arbeitet man hier nicht mit dem bei zeitgenössischen Architekten so beliebtem Stilmittel des Bruchs, um eine Spannungfeld herzustellen zwischen vorhandener Bebauung und Neuer?

Neben dem modernen Avantariegel und dem Kubus hätte man schön die
Busmannkapelle nach historischem Vorbild errichten können.

Warum nicht?

Fehlt der Mut?
Fehlt das Verständnis?
Fehlt das Wollen?
Fehlt das Geld?
Fehlt das geschichtliche Verständnis?
Fehlt das Bewußtsein?
Fehlt das Können?
Fehlt das Gefühl?
Fehlt es an Allem?

petersB hat gesagt…

Die Sophienkirche wird wiederkommen.

Die altmodischen Vulgärmodernisten mögen noch so viel Propaganda betreiben, ihre nostalgischen 60er Jahre Betonkisten und ihr "heldenhaftes" Klotz-Idyll haben fertig. Man kann sich einer Reformierung verweigern und damit ein bischen unnötigen Stress machen (das können die Vulgärmodernisten gut, ist eigentlich das einzige was sie können), aber sie können den Lauf der Zeit nicht aufhalten:

Rekonstruktion ist hochmodern.

Phoenix hat gesagt…

In Leipzig haben sie auch erst ein Erinnerungs-Denkmal für die Paulinerkircher (Universität) aufgebaut, letztlich auf Bürgerinitiative hin, die Kirche, zumindest kompromisshaft mit der "Moderne", wieder aufgebaut.

Wenn der Advantariegel fällt, wird hier sicherlich Ähnliches passieren.

Das ist das Positive an der Häßlichkeit und Minderwertigkeit dieses "Riegels". Es wird nicht so extrem lange dauern.

Allerdings kann dann schon wieder ein anderer Zeitgeist herrschen, man weiß es nicht.

Anonym hat gesagt…

"Vulgärmodernisten"? "Rekonstruktion ist hochmodern"?

Und Sie sind dann der "Hochvulgärmodernist"? ;)

Was für ein Geschwurbel von Worten.

Anonym hat gesagt…

"Fehlt der Mut?
Fehlt das Verständnis?
Fehlt das Wollen?
Fehlt das Geld?
Fehlt das geschichtliche Verständnis?
Fehlt das Bewußtsein?
Fehlt das Können?
Fehlt das Gefühl?
Fehlt es an Allem?"

Ich erlaube mir, zu reduzieren:

Es fehlt das Wollen(!)
Es fehlt das geschichtliche Verständnis.
Es fehlt das Bewusstsein.
Es fehlt das Gefühl.

...und zu ergänzen:

Es fehlt die Sachlichkeit.
Es fehlt das ideologiefreie Denken.
Es fehlt die Ganzheitlichkeit.
Es fehlt die Differenzierung.
Es fehlt die Reflektion.
Es fehlt die Bescheidenheit.
Es fehlt der Respekt.
Es fehlt die Sensibilität.

Anonym hat gesagt…

und bei euch fehlt die EINSICHT!

petersB hat gesagt…

Im Moment leben die Herrschenden recht gut von dem System, und das gilt natürlich auch für die Nomenklatura im Stadtplanungsamt, die für sämtliche dieser scheusslichen Fehlplanungen verantwortlich sind.

Wenn aber dort andere Leute planen werden, wird auch das System verschwinden, und meine Prognose ist, dass wir in ca. 50 Jahren mit
dem Wiederaufbau der Sophienkirche rechnen können. Die Betonwüste mit "Kubus" links und "Riegel" rechts wird möglicherweise schon vorher abgerissen werden.

Die Sophienkirche gehört zu Dresden, sie war eines der markantesten und wichtigsten Bauwerke der Elbestadt. Kuben und Würfel gehören nicht zu Dresden. Vielleicht nach Prohlis, aber mit Sicherheit nicht in ein historisches Ensemble wie die Altstadt.

Eine Vacuum-Architektur die aus Leere besteht wie diese kahle, stumme Beton-Ecke hier, hat inhaltlich nichts zu bieten und wird sich nicht halten können. Zu dem einzigen Bauwerk, das Anspruch auf diesen Platz erheben kann weil es jahrhundertelang immer hier stand, gibt es keine Alternative. Und deswegen wird die Sophienkirche zurückkommen.

Anonym hat gesagt…

"und bei euch fehlt die EINSICHT!"

Bei uns? Ich lach mich krank.

Anonym hat gesagt…

„Die Sophienkirche gehört zu Dresden, sie war eines der markantesten und wichtigsten Bauwerke der Elbestadt. Kuben und Würfel gehören nicht zu Dresden.“
In welcher Erscheinung sollte sie dann wieder errichtet werden? Original – um die historischen Wurzeln aufzuzeigen? Oder mit Bährschem Glockenturm – für den barocken Charakter der Stadt? Oder im neo-gothischem Stil? Markant im Sinne von präsent auf den Fotos schätze ich mal – also soll ein Kirchenzustand hergestellt werden, der 77 Jahre währte. Wir sind jetzt bereits im 66. Jahr nach der Zerstörung. Plus 50 Jahre: dann hat der Platz mehr Zeit ohne die Sophienkirche im letzten Bauslichen Zustand verbracht, als mit.

„Eine Vacuum-Architektur die aus Leere besteht wie diese kahle, stumme Beton-Ecke hier, hat inhaltlich nichts zu bieten und wird sich nicht halten können. Zu dem einzigen Bauwerk, das Anspruch auf diesen Platz erheben kann weil es jahrhundertelang immer hier stand, gibt es keine Alternative.“
Teilweise kann ich Ihnen hier ohne weiteres Zustimmen. Das Ensemble wirkt besonders abends sehr leer – Fassadengestaltung ist Geschmackssache. Aber wäre eine neue Kirche nicht ebenfalls inhaltlich leer? Wir brauchen kein neues Haus Gottes. Wenn es anderweitig genutzt wird, hat es doch auch zur Folge, dass es im Inneren nicht wieder original entsteht. Nur eine Äußerliche Wiederherstellung ist dass, was ich im letzten Abschnitt geschrieben habe – ein 77 Jahre währender Zustand 106 Jahre nach dessen Zerstörung.
Zumal, womit soll die wiederaufgebaute Kirche gefüllt werden? Soll so etwas wie in Leipzig am Augustusplatz entstehen? Ein Gebäude, dass sich davor scheut modern oder historisch – weltlich oder geistlich zu sein? Mit wirren Strichcode Fenstern?
Was die Stadtentwicklung an dieser Stelle wirklich weiterbringen würde wäre ein sinnvolles Konzept für den Raum dahinter, damit der Erinnerungsort an die Sophienkirche nicht sofort wieder aus dem kollektiven Gedächtnis verschwindet

mfg R-B

Anonym hat gesagt…

und vor allem, bei voraussetzung der kenntnis über nüchterne kirchenanhänger-statistik; wer sollte diese kirche bespielen? dann sich lieber um authentische, weitaus sorgenreicher daherkommende kirchen im umland kümmern, oder nicht mal so weit geschaut zum lapidarium. da ist wenigstens der sockel und das städtische gefüge noch vorhanden. aber nein, lieber den blick fanatisch auf beklemmende, rekonstruierte event-tapeten-architektur richten, deren einziges ziel die herstellung eines freiluftmuseum-zustandes ist, ein zustand der sich beschämend erdreistet die baugeschichte im jahrhundertelangen wechsel von abriss, erneuerung und überbauung anhalten zu wollen. das geld wäre besser aufgehoben für eine anständige überdachung der trinitatis- oder baulichen absicherung der st. pauli-kirche.

Anonym hat gesagt…

Standardfrage: "In welcher Erscheinung sollte sie dann wieder errichtet werden?"

Standardantwort: Im unmittelbaren Zustand vor Kriegszerstörung.

"Fassadengestaltung ist Geschmackssache"

Darum gibt es ja Argumente.

Anonym hat gesagt…

"lieber den blick fanatisch auf beklemmende, rekonstruierte event-tapeten-architektur richten, deren einziges ziel die herstellung eines freiluftmuseum-zustandes ist, ein zustand der sich beschämend erdreistet die baugeschichte im jahrhundertelangen wechsel von abriss, erneuerung und überbauung anhalten zu wollen."

Ihr polemischer Erguss ist peinlich. Schade, dass Sie nicht sachlich argumentieren können.

Anonym hat gesagt…

„Anonym hat gesagt…
Standardfrage: "In welcher Erscheinung sollte sie dann wieder errichtet werden?"

Standardantwort: Im unmittelbaren Zustand vor Kriegszerstörung.

"Fassadengestaltung ist Geschmackssache"

Darum gibt es ja Argumente.
11. Dezember 2011 13:51“

Standartfrage 2: Warum soll sie in unmittelbarem Vorkriegszustand errichtet werden? War sie in diesem Zustand, welcher 77 Jahre währte so prägend für Dresden? Das die Frauenkirche dank des Canaletto-Blickes für die städtische „Identität“ von belang ist, steht außer Zweifel, aber wo ist es die Sophienkirche? Gebaut in Stadtrandlage als Klosterkirche machte sie mehrere Umbauten durch und nun soll die Form des letzten Totalumbaues wiederhergestellt werden – ohne historisches Innenleben? Oder mit historischem Innenleben und dafür ohne Kirchgemeinde?
Sie fordern Argumente gegen den Wiederaufbau. Sind die oben genannten keine? Diese sind vielleicht nicht vollkommen und werden nicht von allen geteilt, aber Sie können ja bessere – oder überhaupt welche – liefern.
Momentan hat die Sophienkirche in ihrem letzten Bauzustand noch rund 11 Jahre Vorsprung vor ihrer Existenz als Ruine/Nichtexistenz. Die Frauenkirche stand über 200 Jahre, prägte das Bild Dresdens und wurde seit 1945 jederzeit aktiv in den Erinnerungs- und Gedenkensprozess eingebunden. Kann man das von der Sophienkirche sagen? Sie war ein Zweckbau, durch ständige Überformungen der jeweiligen Epochen geprägt und zuletzt versteckt unter dem historisierenden Mantel der Neogothik. Geschmähte Ruine, gesprengt und wenig vermisst. Die Anlage eines Klosters und deren Klosterkirche in den mittelalterlichen Stadtmauern und der nachfolgende Nutzungszeitraum der Kirche dürfen nicht vergessen werden. Eine Markierung und eine Gendenkstätte sollten aber ausreichen, um diesen Ort anderweitig nutzbar zu machen. Folgen wir Petersburgs Prognose, wären es noch um die 50 Jahre bis zu einem Wiederaufbau. Es wäre dann 2061, 98 Jahre nach dem Abbruch der Ruine. Wie wollen Sie den Wiederaufbau legitimieren? Sollen 100 Jahre Würfelarchitektur 77 Jahre neogothischer Verkleidung weichen?
mfg R-B

Anonym hat gesagt…

Diese Argumente RBs teile ich. Man soll nur wiederherstellen, was a) architektonisch hervorragend oder zumindest identitätstiftend war oder b)allenfalls zur Lückenschließung notwendig ist. Für Durchschnittsbauten sollte kein Platz sein. Noch dazu wirkten die Türme im DDer Stadtbild nicht besonders glücklich.
Ein einziges Argument dafür wäre die Fortsetzung der Platzfolge in Richtung Süden und so die Wiedergewinnung von einer beträchtlichen Stadtraumfläche. Mit vergleichsweise wenigen Bauten hätte man den Zwingerbereich gegen Süden vernünftig schließen können. Aber das ist nun einmal nicht erfolgt, und so würde eine Wiederherstellung dieser Kirche auch keinen Nutzen mehr bringen. Das Problem ist die inferiore Qualität von "Riegel" und "Kubus", wahrlich eine Schande für dieses Stadt, da sind selbst die schalmeiartigen Ausfälle Petersburg fast eine Untertreibung, aber nicht das Unterbleiben dieses Wiederaufbaus. In DD sind nach obigen Gesichtspunkten ungleich wichtigere Bauten verloren, deren Rekonstruktion mehr als fraglich ist oder überhaupt nicht zur Diskussion stehen.

Anonym hat gesagt…

"Warum soll sie in unmittelbarem Vorkriegszustand errichtet werden?"

Das würde ich jetzt nicht als "Standardfrage" betiteln. Eher als legitimes Nachhaken.

Mir erscheint es völlig selbstverständlich, den Zustand wiederherzustellen, der zerstört worden ist - keine Ahnung, warum man einen anderen rekonstruieren sollte. Wurde mir von einem wahnsinnigen Schläger der Arm gebrochen, wird der Doktorus dafür sorgen, dass mein Arm in den Zustand vor dem unschönen Zwischenfall zurückfindet.

"Wie wollen Sie den Wiederaufbau legitimieren?"

S.o. Schade genug, dass man so etwas überhaupt "legitimieren" muss. Für mich ist es eigentlich eine Selbstverständlichkeit, einen Wiederaufbau zerstörter stadtbildprägender Gebäude wie Neustädter Rathaus, Frauenkirche oder eben die hier Diskutierte anzustreben.

Die spätere Nutzung ist für mich zweitrangig. Wird sich schon was finden. Und wenn nicht, ist wenigstens die üble Untat wiedergutgemacht. Wäre die Kirche nicht zerstört worden, würde sie ja nun auch irgendwie genutzt werden - oder eben nicht.

Da differieren halt unsere Denkansätze, weil wir unterschiedliche Prioritäten setzen und die Dinge anders bewerten. Wäre ja auch alles nicht schlimm, wenn in den verantwortlichen Bereichen die Lage nicht so einseitig wäre und die Divergenzen in der Gesellschaft adäquater widergespiegelt würden. Stattdessen aber werden praktisch ausschließlich modernistische und antitraditionalistische Interessen verfolgt. Das ist es, was mich (wie ich finde, zu Recht) aufregt. Wenn man im verantwortlichen Bereich so diskutieren würde wie wir hier, wäre schon viel gewonnen. Macht man aber nicht, weil alle einer Ideologie fröhnen und es somit nichts zu diskutieren gibt.

Anonym hat gesagt…

Hallo Anonym

"Wurde mir von einem wahnsinnigen Schläger der Arm gebrochen, wird der Doktorus dafür sorgen, dass mein Arm in den Zustand vor dem unschönen Zwischenfall zurückfindet."

genau das ist mein Problem. Es ist nicht mein Arm, den ich zurückbekommen soll, sondern quasi der Arm meines Opas. Wir sind hier glaube ich wieder an dem Punkt Idendifikationspotential/ Identität. Das Bild meines Opas reicht mir, um mich mit ihm verbunden zu fühlen - auch ohne "Reliquie". Ich finde, wir sollten diesen Platz so behandeln, wie er die letzten rund 600 Jahre - rein pragmatisch. Wir wollen da die Öffentlichkeit hinbekommen, also sollten wir ihr auch einen guten Grund geben, dahin zu gehen - und den Platz nutzen, eh die Altmarktgalerie das mit einbezieht. Ob ein Neogothischer Kirchenbau heute noch Dresdner und Gäste anlockt weiß ich nicht...

mfg R-B

Anonym hat gesagt…

"Es ist nicht mein Arm, den ich zurückbekommen soll, sondern quasi der Arm meines Opas."

Nee. ;) Schon mein Arm. Zwar mit gehöriger Verspätung, aber ich lag halt zwangsweise mehrere Jahrzehnte lang im Koma. Nun freue ich mich umso mehr, endlich aufwachen - und meinen gesunden Arm zurückerhalten zu dürfen. Besser spät, als nie.

Anonym hat gesagt…

In meinem wundervollen Gleichnis stehe ich für die Sophienkirche. Falls das jemand nicht verstanden haben sollte... ;)

peterB hat gesagt…

Das erste Bild gleich links sieht richtig romantisch aus....ist diesmal keine Ironie, mein ich ernst.

Denn der Advantariegel ist vom Baustil her gar nicht so schlecht, ich meine den "banalen" Mittelteil, den man hier sieht. Der Kopfbau zum Westen hin, also dort wo ungefähr die Kirche stand, den finde ich an dieser Stelle daneben. Der Mittelteil jedoch ist gut, er ist halt nur VIEL zu lang!

Das Hauptproblem bei diesem Gebäude sind wirklich die Dimensionen, und eben der falsche Kopfbau. Hätte man auf den Kopfteil (gegenüber dem Zwinger völlig fehl am Platze) verzichtet und den beinah 1/4 Kilometer langen Mittelteil auf mehrere Häuser verteilt, dann würde das sogar ziemlich gut aussehen. Was mir an dem Bau gefiele - vorausgesetzt er wäre nicht so monströs lang - sind die Fensterproportionen, die sind ziemlich gut (bitte mal mit Köllmann-Haus Rampische Str. vergleichen,oder eben mit diesen elenden Kassenbon-Strichcodes).

Es gibt in Dresden bei einigen "modernen" Gebäuden (mit dem Begriff hab ich Probleme, sorry) eigentlich auch ein paar positive Aspekte. Selbst der "Kubus" sieht von der Südseite "Ok" aus, er steht halt auf einem völlig falschen Grundriss und die Westseite ist völlig daneben, einfach viel zu grosse Fenster, die Südseite ist besser, besonders gut finde ich moderne Gebäude im Bereich Könneritzstrasse oder die Maxstrasse. Man muss allerdings dazu sagen, hier ist auch noch etwas Altbausubstanz, die neutralisiert das ganze. An den Orten wo in Dresden rein gar nichts mehr stand/steht, müsste man sehr viel behutsamer planen.

Würden die Stadtplaner endlich einsehen, dass man in einer totalzerstörten Stadt nicht einfach munter drauflosbauen kann als sei man in Prag oder einer anderen Heile-Welt Idylle (eine solche unzerstörte Idylle ist Dresden seit 1945 nun wahrlich nicht mehr), und vor allem, bittteschön mal ein bischen Proportionen (!) und Grundrisse lernen und wegkommen von der "Auffallen um jeden Preis"-Strategie (wozu ich z.B. diese kindischen Strichcode-Fenster zähle), dann würde die Bevölkerung das angeblich "Hochmoderne" (was hinten und vorne nicht modern ist) sehr viel weniger ablehnen. Ach ja - und nicht zu vergessen: würden die hohen Herren des Stadtplanungsamts mal ihre Arbeit verrichten und demokratische Normen beachten, anstatt Selbstbedienungsladen für dubiose Konzerne und inkompetente Investoren (bsp. FLORANA) zu spielen und vor Spekulanten und reichen (aber unkultivierten) Kapitalgebern auf die Knie zu fallen, dann gäbe es den Konflikt mangelnder Akzeptanz in der Form, wie er zur Zeit besteht, gar nicht.

Anonym hat gesagt…

Hallo Anonym.
Das dieser ort irgendwie komatös ist, würde ich auch unterschreiben. Dennoch würde ich die Sophienkirche in der wiederaufgebauten Form nicht als "Arm" sehen. Der reine Fassadenaufbau ist eher ein Handschuh :D
Ich stell mir vor, wenn ich ohne Arm leben müsste - wäre es zwar schwer, aber ich würde doch viele prägende Erlebnisse haben - nicht immer schöne, aber durchaus einmalige, die mich als Menschen auch prägen. Gut, Sie sehen den Platz als eigenes Entwicklungsgebiet, welches über Jahrzehnte nicht genutzt wurde, daher hat die Sophienkirche noch nicht ihr Platzrecht verloren (Sie hatten quasi keine Protese). Sehe ich das richtig?
Falls ja, wäre das ein interessanter Ansatz, allerdings - um auf Körperteile zurückzukommen - würde ich ihr dann eher die Funktion eines Schwanzes an mir zukommen lassen - sieht ganz nett aus, hat aber keine Funktion. Im Lauf der Zeit ist er unnötig geworden und so war er irgendwann nicht mehr da - auch wenn es nicht die RAF, USAF und Walther Ulbricht waren.
Die kleine Brüdergasse ist m.E. gerade im Sommer kein wirklich geselliger Ort, der Postplatz wird es wohl kaum werden. Dieses Areal sollte genutzt werden, um auch abseits der Schlossgasse die Innenstadt in Ost-West Richtung zu beleben.
mfg R-B

Anonym hat gesagt…

"würde ich ihr dann eher die Funktion eines Schwanzes an mir zukommen lassen - sieht ganz nett aus, hat aber keine Funktion."

Aber der Schwanz war ein Teil von mir, bis er mir abgeschnitten wurde. Nun will ich einen Ersatz, der meine Identität widerspiegelt. Funktion irrelevant. Bloß keinen Betonschwanz!

petersB hat gesagt…

Mann, diese dämlichen Diskussionen über die angebliche Priorität der "Funktion"! Schaut Euch doch bitte mal unsere Städte an, und was der FFF-Geist seit 1945 daraus gemacht hat.....noch deutlicher gehts ja gar nicht mehr, als vorher/nachher zu betrachten.

Der Vergleich mit dem "Schwanz" beisst sich leider selbst in den .....Schwanz. Ich lese diesen Unsinn erst gar nichtd, der versucht, die Bausünden heutiger Pseudo-"Zeitgenossen" zu legitimieren.

Fakt ist:

1) Ist ein Körperteil verloren, will man es wiederhaben - so wie es war, mit seiner Funktion. (bsp. wieder angenähte hand etc - wird häufig erfolgreich durchgeführt nach unfällen.

2) Ist die vollständige Funktion niccht mehr möglich, ist bspw. eine Hand noch beweglich, aber weitaus weniger als vorher (Konzertpianist wird man mit einer wiederangenähten Hand vermutlich nicht), dann ist das eben der zweitwunsch.

3) Und sollte die Funktion überhaupt nichtd jehr wiederherstellbar sein, aber nur die Optik, dann wird das zwar zuletzt gewollt, aber es *wird* gewollt. Das Glasauge hat Null Funktion, es verdeckt nur eine leere Höhle. Und es ist üblich, nach Unfällen etc ein solches zu benutzen - aus rein ästhetischen Gründen.

Das ist die Reihenfolge, so würde jeder Mensch wählen - 1, 2, 3: zuerst volle Funktion, dann eingeschränkte Funktion, und Optik ohne funktion wird natürlich zuletzt gewählt. Aber eine ansprechende Optik wird immer gewählt. NIEMAND wählt eine hässliche Optik, gleich welcher Funktionstufe.

Über welch einen Quatsch reden wir eigentlich hier? Weiss doch jedes Kind, dass man möglichst viel von dem, was man hatte, wiederherstellen möchte - SOFERN MÖGLICH. Und das würden die Herren Beton-propagandisten selber wählen, so sie im Krankenhaus lägen - sie würden einen modernen "Beton-Arm" wählen, bloß nicht das "böse alte", ja klar :)

Es ist schon erstaunlich, wie modernistische Polemiker ständig ihre menschenfeindlichen Betonwüsten mit den rabulistischsten und abenteuerlichsten Theorien legitimieren wollen. ...

Übrigens dient der Vergleich mit dem menschlichen Körper nur schlecht zum Vergleich mit Gebäuden. Wenn man ein körperteil wieder rekonstruiert ( so heisst das offiziell bei Chirurgen), dann würde der Chirurg niemals sagen "wir stellen das "ALTE" wieder her". Der Körper ist nicht alt oder neu - er ist einfach der Körper. Diese ganze Polemik à la "neu/alt" ist eine Erfindung der Mosternistenlobby, um Ihren Betonkuben "Legitimität" zu geben.

Übrigens, wenn ich sage, einige Elemente der beiden Blöcke (Advantariegel und Wilsdruffer Kubus) seien gut, so ist das Gesamtbild dennoch eine Katastrophe. Weil beim Kubus z.B. völlig der Grundriss des Platzes missachtet wurde, und den Kopfbau des Advantariegel hatte ich bereits kritisiert.

In jedem Falle: Hier hin gehört eine andere Bebauung. Und dass die Sophienkirche wieder auferstehen muss, ist für mich beschlossene Sache. Wir haben Zeit.....sehr viel Zeit :) Die Sophienkirche wird kommen.

Anonym hat gesagt…

@Anonym
"Nun will ich einen Ersatz, der meine Identität widerspiegelt. Funktion irrelevant."

Das ist doch genau die Beschreibung einer Prothese.. interessanter Aspekt, Rekonstruktionen als Prothesenarchitektur..

Anonym hat gesagt…

Das der Vergleich nicht immer ganz geschickt ist - okay. Aber wir reden hier über die Legitimation einer Rekonstruktion und verwenden dazu eben bildhafte Vergleiche - wir reden hier nicht über den Riegel oder den Kubus - oder einen neuen Quader genau dazwischen. Petersburg, lesen Sie doch bitte alles, eh Sie was schreiben - und leiten Sie es nicht mit "ich lese den Unsinn garnicht erst" ein.
Mit dem Schwanz zielte ich darauf ab, dass er uns im Laufe der Evolution abhanden gekommen ist - so wie die Funktion der Sophienkirche.
An sich scheinen Anonym - und viele andere - und ich eine unterschiedliche Auffassung zu haben, von dem was einen Ort/eine Stadt ausmacht. Ich glaube nicht, dass dieser Ort auf ewig eine Kirche sein muss (also ein Arm :D ). Aber da steh ich sicherlich nicht alleine da. Zur äußeren Form: Ich gehöre zur 2. dresdner Nachkriegsgeneration. Meine Eltern hatten im Fresswürfel ihre erste Verabredung - deshalb schrieb ich, das dieser "Arm" eher der meines Großvaters ist. Als Gebäude dient es - zumindest mir - nicht als Identifikationspunkt. Wenn ich alte Bilder von Dresden sehe, seh ich auch die Kirche. Doch ist es nicht mein Dresden, sondern dass, von dem mir meine Großeltern erzählt haben. Ein Fassadenaufbau wäre für mich eher ein Fremdkörper, kein organischer Teil von mir.
Doch natürlich soll dies kein funktionsloser Ort sein - ganz im Gegenteil. Doch wenn wir an dieser Stelle wieder einen Kirchenbau haben, wird dessen Inhalt sich imemr an die äußere Form anpassen müssen - Glück für uns, die Altmarktgalerie wird dann sicher nicht reinwollen - aber es lässt sich dann kaum ein neuer funktionaler Fixpunkt zwischen Schlossstraße und Postplatz schaffen. Einstmals sind alle in die Kirche gerannt - heute ist das nicht mehr so. Der Platz droht nach Büro- und Ladenschluss auch in Zukunft leer zu sein, ein Gebäude, das aussieht wie ein Sakralbau wird da nichts zu ändern vermögen. M.E. brauchen wir keinen neuen Arm, der aussieht wie der alte Arm, sondern einen, der im gleichen Maß wie der alte in der Lage ist, Dinge/ Menschen zu greifen und an sich heranzuziehen.
Doch noch einmal kurz zur äußerlichen Rekonstruktion und der Identifikation: Der Wiederaufbau zerstörter städtischer Fixpunkte von der Generation, die diese noch erlebt hat, kann ich durchaus befürworten (z.B. Warschau). Es ist ein Zeichen des Überlebenswillens. Doch die, die hier bauen sind nicht die Opfer der Zerstörung. Siehe Petersburg - sind wir die Opfer von Betonwürfeln. Das macht Betonwürfel schlecht, sollte aber nicht automatisch zum Wiederaufbau führen. Doch wollen wir ein Werk in großem Umfang fortsetzen, gegen das sich unsere Eltern und Großeltern bewusst gerichtet haben?
Frohen Advent R-B