Dienstag, 1. November 2011

Pöppelmannfigur | Fraumutterhaus

Heute wurde am Fraumutterhaus in der Schloßstraße die charakteristische Pöppelmannfigur vervollständigt:


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Einfach wunderbar!
Die Figur ist wirklich in alter Schönheit wiedererstanden.
Danke für die immer so aktuellen Fotos! Das ist eine sehr interessante und informative Seite!

Anonym hat gesagt…

Welche Attribute ergeben sich beim Anblick dieser Bilder?

Erhabenheit
Kontinuität
Schönheit
Verläßlichkeit
Größe
Stärke
Uberlegenheit
Harmonie

Das Herz freut sich beim Betrachten
dieser schönen Fassaden. Mit dieser Optik muß am Neumarkt immer gebaut werden.

Wenn man dagegen die Fassaden zeitgenössiger Architektur betrachtet, fallen einem nur Attribute ein die heißen:

Verstand
Vernunft
Sachlichkeit
Sterilität
Kälte
Schnelllebigkeit

Ich behaupte,die historische Architektur ermöglicht für das Seelenleben der Menschen bessere
Voraussetzung als die Zeitgenössige.

Nemo hat gesagt…

Als Laie finde ich es merkwürdig und widersprüchlich, dass unsere doch so individualistische Gesellschaft (anders als viele andere Gesellschaftssysteme) sich so schwer damit tut, in der zeitgenössischen bildenden Kunst herausragende, verdienstvolle Individuen ehrend darzustellen (wie hier in der Pöppelmann-Rekonstruktion zu sehen). An moderner Kunst im öffentlichen Raum Dresdens fallen mir adhoc ein: eine verrostete halbe Panzerkette auf dem Postplatz (Gedenken zum 17. Juni), ein Standard-Mülleimer und ein Gullydeckel, die irgendwie Rülpsen oder Rauschen sollen (ebenfalls Postplatz), eine eingemeißelte Inschrift auf der Rückseite vom Tiefgaragen-WC auf dem Altmarkt (Gedenken zum 13. Februar), ein paar eingemeißelte Inschriften auf bereits zerbröselnden Gehwegplatten der Prager Straße (Gedenken an die Wende 89).

Bevor sich wieder jemand beschwert: Ich will nicht pauschal über die Moderne herziehen, sondern verstehen. Erwartet hätte ich, dass im Individualismus Individuen abgebildet werden, sogar der Kollektivismus hat es getan (Marx, Engels, Arbeiter, Bauern...) Kann mir das jemand erklären?

Anonym hat gesagt…

Was ist denn hier los?

Schläft die Scene?

Anonym hat gesagt…

Was ist denn mit Anonym los?

Kann er nichts Sinnvolles schreiben?

Stefan hat gesagt…

@Nemo:

Wir haben schon noch interessantere moderne Kunst im Stadtbild, wenn man an die große Plastik auf der Prager Straße denkt. Aber was meinst du mit Individuen? Der sozialistische Realismus ehrte ja eher ihre ideologischen Väter und Prototypen eines Systems (Bauern, Arbeiterinnen, etc.).
Einzelne Personen sind in der Moderne wesentlich seltener Thema. Die Debatte um ein vermeintliches Kohldenkmal zeigt dies. Dabei weigerte sich Kohl selbst und generell gegen personelle Ehrungen.

Auch eine Reko des fantastischen Bismarck-Denkmals wird es in Dresden wohl nicht geben, auch wenn die Stadtplanungswüste am Külz-Ring Gestaltung vertragen könnte: Personenkult ist nicht mehr en vogue.

Nemo hat gesagt…

@Stefan

was meinst du mit Individuen?

Damit meine ich halt einzelne Menschen oder auch Gruppen von Menschen (mit denen konkrete Personen gemeint sein können, aber nicht müssen). Es geht mir gewissermaßen um "figürliche" Darstellungen im Gegensatz zu abstrakten, meist nicht mal als solche erkennbaren Ehren- bzw. Denkmalen. Obwohl diese Gesellschaft das Individuum geradezu vergöttert, scheut sich die Kunst, es abzubilden. Ich finde das merkwürdig.

Außerdem wird der moderne Grundsatz, dass die Form durch die Funktion bestimmt wird, bei Ehrenmalen, die ihren Zweck (jemanden oder etwas zu ehren) nicht erkennen lassen, in keiner Weise erfüllt. Die Pöppelmannfigur z.B. erfüllt diesen Zweck zweifellos, eine kleine Tafel an gut sichtbarer Stelle tut es gelegentlich auch.

wenn man an die große Plastik auf der Prager Straße denkt

Die Plastik auf der Prager Straße mag ja interessant sein, aber dass es dabei um die Völkerfreundschaft geht, erschließt sich (mir zumindest) nicht mal auf den zweiten Blick. Sie ist aber auch kein Ehren- oder Denkmal sondern allgemein Kunst im öffentlichen Raum und betrifft nicht das, was ich meine.

Dass im Sozialismus (wie in anderen Gesellschaften auch) nur denjenigen ein Denkmal gesetzt wurde, die ins ideologische Schema passten, ist schon klar. Aber eine Büste oder ein Relief für einen verdienten Dichter oder Schriftsteller artet wohl nicht gleich in Personenkult aus. Es scheint das Selbstverständnis der Bundesrepublik zu sein, dass sich niemand mehr um sie in außergewöhnlichem Maße verdient macht oder jemals verdient gemacht hat (außer vielleicht Willy Brandt, dessen Denkmal man verschämt in der SPD-Zentrale versteckt hat).

Ach ja, gestern kam die Meldung, dass Knut (der Bär) ein Denkmal in Lebensgröße erhält - der hat sich wohl Verdienste erworben....

Da fällt mir doch noch ein "menschliches" Ehrenmal in Dresden ein, dass ziemlich neu und keine Reko ist: das Dostojewski-Denkmal am Kongresszentrum, aber das stammt ja auch von einem Russen.

Anonym hat gesagt…

der eckbau ist einfach unvorstellbar hässlich!

cs