Samstag, 31. März 2012

Hechtviertel

Hechtviertel mit St.-Pauli Ruine, die derzeit umgebaut wird und ein Glasdach bekommt (Infos hier).
Strecke: Tannenstraße - Königsbrücker Platz - Fichtenstraße - Hechtstraße - Johann Meyer Straße und zurück.






Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Schade, das so viele Häuserfasaden von Idioten mit Graffiti (Kunst?) verschönert worden sind.

Petersburg hat gesagt…

So schön sahen früher auch die Strassen und Plätze der Dresdner Innenstadt aus.

Nachtgoblin hat gesagt…

@anonym
Graffiti, ob es jetzt schön oder hässlich ist, ist ein Zeichen dafür, dass ein urbaner Raum zum Beispiel auch von der Jugend angenommen wurde. Hier wird wahrhaftig gelebt. In jeder europäischen Altstadt lässt sich soetwas finden, mal mehr, mal weniger. Das mag man hässlich finden, aber für sich zeugt es mehr noch von der Echtheit einer gesellschaftlichen Substanz. Das sind nunmal Zeichen unserer Zeit. Graffitis gab es schon im alten Pompeji, und da haben sich die Menschen bestimmt auch schon darüber aufgeregt. Man sollte nicht so tun als wenn es nicht dazugehöre. Ich würde mir wirklich Gedanken machen, wenn ich soetwas nicht vorfünde. Ich sage, solange der Mensch Farbe hat, wird er auch seinen Raum bemalen in dem er lebt. Diese Verspieltheit wünsche ich mir manchmal auch bei dem ein oder anderen Architekten.

Erdnuss hat gesagt…

Es sieht schon schön aus, aber wenn die ganze Stadt mit Gründerzeitgebäuden voll ist, wird es langweilig. Die Dinger sehen alle fast gleich aus. Außerdem fehlt mir in diesen Vierteln immer das Grün auf den Straßen.

Robby Dresden hat gesagt…

Glücklicherweise gibt es in meiner Wohngegend keine solche Graffitis. Das dies ein Zeichen dafür sein soll, das sich die Jugend hier wohl fühlt kann ich nur schwer nachvollziehen. Wohl eher ist dies ein Anzeichen für Respektlosigkeit fremden Eigentum gegenüber und einer vernachlässigten Bildung. Als Hausbesitzer würde ich bedanken, wenn mein Haus so „verschönert“ wird.

Anonym hat gesagt…

Ich finde lieber viele Gründerzeithäuser,weil diese immer etwas anders aussahen.
Die neuen glatten seelenlosen Ouader vielleicht noch in weiss,sowas ist schrecklich anzuschauen....

Gruss Ronny

Philipp hat gesagt…

Die Graffiti (ich nenne es Schmierereien) sind in diesem Fall schlicht und ergreifend Sachbeschädigungen, d.h. eine vorsätzliche Beschädigung fremden Eigentums. Die von Nachtgoblin behauptete "Echtheit einer gesellschaftlichen Substanz" drückt sich für mich höchstens darin aus, daß die Schmierer einer Gesellschaft angehören, die teilweise keinen Respekt mehr vor dem Eigentum hat, das andere sich mit Mühe und Arbeit geschaffen haben!

MaxXi hat gesagt…

"Die von Nachtgoblin behauptete "Echtheit einer gesellschaftlichen Substanz" drückt sich für mich höchstens darin aus, daß die Schmierer einer Gesellschaft angehören, die teilweise keinen Respekt mehr vor dem Eigentum hat, das andere sich mit Mühe und Arbeit geschaffen haben!"

Ich gehe noch weiter und sage: der allgemeine gesellschaftliche Niedergang einer Kultur manifestiert sich auf diese Art und Weise.
Das gabs in der Antike (Pompeji)auch schon mal, da hat Nachtgoblin absolut recht -- was auf die spätrömische Dekadenz dann folgte, das lehrt uns die Geschichte. ;)

Bei aller berechtigten Kritik über derlei "Kreativität" sollte man nie die Ursache dieses Problems außer Acht lassen...

Anonym hat gesagt…

@MaxXi

Auf die Ursachen sind wir jetzt aber alle sehr gespannt..

Nachtgoblin hat gesagt…

@MaxXi
Ich möchte das nicht all zu argh noch ausschweifen lassen. Wir bewegen uns ja nur noch wage an dem was wir hier eigentlich debattieren sollten, nämlich Architektur.

Allerdings verbitte ich historische Begebenheiten durcheinander zu werfen: Pompeji ist nicht im spätrömischen Zeitalter untergangen, sondern in seiner Blüte, was uns die dort ausgegrabenen Funde durchaus bestätigen. Pompeji hat uns die Renaissance und den Barock und Dresden in seinem einzigartigen Erscheinungsbild ja überhaupt erst ermöglicht.

Mal ganz davon abgesehen ist die sog. spätrömische Dekadenz eine allzu beliebte populistische Floskel, die man grundsätzlich nicht zu ernst nehmen sollte.

Und zu guter letzt: Wären die Römer nicht ach so dekadent gewesen hätten die Germanen noch in ihren Hüttchen aus Lehm gesessen, wenn es sie denn überhaupt noch gäbe. da bräuchten wir heute weder von Barock, noch Gründerzeit, noch Dresden zu reden.

Anonym hat gesagt…

ja genau kommt alle von nah ob fern , und lasst uns künstler spielen wie früher im kindergarten juchesasa !!!

Foster hat gesagt…

Respekt vor fremdem Eigentum, Sauberkeit usw sind alles konservative Tugenden, mit denen die meisten jungen Leute heute ein Problem haben.

@Nachtgoblin:
Wenn sich "Kreativität" auf solche destruktive Art ausleben muß, so zeigt dies deutlich, in welch kultureller Dekadenz wir uns bereits befinden.
Über die Vertreter dieser "Jugendkultur" sagt dies auch einiges aus... hier erübrigt sich jeder weitere Kommentar. ;)

Nachtgoblin hat gesagt…

Ich weiß ja nicht wo ihr das alles herauslest, aber ich bin genauso gegen sinnlosen Vandalismus wie jeder andere vernunftorientierte Mensch auch.

Ich möchte nur ein wenig zu verstehen geben, dass Graffiti -in welcher Form auch immer- ein ganz normales Phänomen urbanen Zusammenlebens ist.

Da ist es nunmal etwas enger, da ist es auch schwer mit Argumenten wie Eigentum und Disziplin zu jonglieren. Das ist geradezu surreal gerade wenn arm und reich so auseinanderklaffen.

Man kann sich ja in alle Ewigkeit darüber aufregen und sinnlos Energie verschwenden oder sich damit abfinden (ich sage nicht anfreunden) und es als Teil des Ganzen sehen, ist das so schwer?

Laissez faire!

Darki hat gesagt…

"Ich möchte nur ein wenig zu verstehen geben, dass Graffiti -in welcher Form auch immer- ein ganz normales Phänomen urbanen Zusammenlebens ist."

So normal finde ich das nicht. Ich unterscheide auch ganz klar zwischen Graffiti-Kunst und sinnlosem Tag-Geschmiere. Letzteres dient nur der infantilen Reviermarkierung und zeugt von mangelndem Respekt und selischer Reife. Ersteres hingegen kann tatsächlich verschönernd für kahle Wände sein, politische und kritische Aussagen tragen usw.

Thomas hat gesagt…

@nachtgoblin: 100% agree

Graffiti sind ein Zeichen unserer Zeit und machen Stadtviertel lebendig! Problem ist halt nur, dass es viele schlechte Sprayer gibt, die dem Ganzen ein schlechtes Image geben. Nichtsdestotrotz ist Graffiti eine spannende Subkultur. Ist halt mit vielen Subkulturen so, wo die meisten ihre Infos aus einem Mix aus Halbwissen und schlechter Presse haben. Die Liste ließe sich fortführen: Punks, Hooligans etc..

Wer sich näher für die Thematik interessiert, dem sei folgender Link empfohlen. Gute Darstellung der ganzen Writerszene: http://www.unlike-u.com/

Perücke hat gesagt…

@Thomas
Danke für den Tip! Coole Seite!!

Philipp hat gesagt…

@Nachtgoblin et al: Ihr redet alle um den heißen Brei herum. Egal, wie oft Ihr noch irgendeine (welche?) "Jugendkultur" bemüht und behauptet, diese Tags würden unsere Städte "lebendig" machen - es ist und bleibt Sachbeschädigung und damit eine Staftat. Was würdet Ihr sagen, wenn jemand Euer Haus (oder Auto, Fahrrad, was auch immer), das Ihr hart erarbeitet habt, mit Schmierereien "verziert", ohne Euch vorher zu fragen? Wärt Ihr dann auch noch so locker?

Ich habe nichts gegen legale Graffiti, aber auf den Fotos sind die typischen illegalen Schmierereien zu sehen, die immer mehr unser Land verschandeln.

MaxXi hat gesagt…

@Phillipp: 100% agree!