Sonntag, 6. Mai 2012

Hauptstraße 5a-7



Fertigstelllung der Neubauten auf der Hauptstraße 5a-7/Ecke Heinrichstraße. Hier ein Link zum Kollegen von Tour Dresden, der das ganze Projekt
kurz beschreibt (u.a. mit Visualisierungen und möglichen Alternativen)

Kommentare:

Robby DD hat gesagt…

Ich habe mir die beiden Häuser vor einigen Tagen mal auf der Hauptstraße angesehen und muss sagen, dass sie gar nicht mal so schlecht aussehen. Natürlich sind es keine Häuser des Barocks, aber im Vergleich zu den alten Plattenbauten sieht es relativ modern und ansprechend aus.

Erdnuss hat gesagt…

Sieht ziemlich gut aus, finde ich! Das macht diese Seite des Straßenzuges schon deutlich abwechslungsreicher.

Anonym hat gesagt…

Retro-Architektur der 60er, mehr nicht. Aber bei den hier bereits geäußerten bescheidenen Ansprüchen, bekommt Dresden eben das, was es verdient. Mahlzeit!

Anonym hat gesagt…

Ich bin froh dass es nicht so aussieht wie auf der Visualisierung. Mir gefällt die Farbwahl, die passen sich zu beiden Seiten gut ein.
Die Visualisierung selbst wahr schlecht, vermutlich um die Leute absichtlich im Dunkeln zu lassen.

ji hat gesagt…

Das soll Dresdner Baukultur sein? Das ist einfach peinlich und traurig … Gleich auf dem ersten Bild sieht man wie es geht.

Anonym hat gesagt…

Das erste Bild zeigt wie es meiner Meinung nach aussehen muß/soll.
Den alles andere,wie der Neubau auch wenn besser als die Plattenbauten,sollte die Neustadt wie vor Zerstörung 1945 aussehen!

Anonym hat gesagt…

Nur das linke, das schmalere der beiden geht mit seinen Anklängen an den Funktionalismus an (und hätte sich, flankiert von den traditionellen Barockfassaden, auch ganz gut im Ensemble gemacht).

Der rechte Bau ist in seiner Gleichförmigkeit und Langweiligkeit unerträgtlich! Hauptsach, manchen Leuten gefällts! Obzwar derer Satz: Beati pauperes spiritu zwar nicht so in der Bibel steht, kann ihm nicht jegliche Relevanz abgesprochen werden.
Langsam muss man jedenfalls auch als Außenstehender, als Ausländer, an die hier so oft erwähnte Verschwörung des SPA gegen den guten Geschmack und die eigene Kulturgeschichte glauben, so albern dies auch klingen mag. So eine Belanglosigkeit an eine solch exponierte Stelle zu setzen! Wenns wenigsten richtig modern gewesen wäre!
Pfui aus Wien von Franz Lechner

Anonym hat gesagt…

Das ist Lego-Architektur. Ein Schuhkarton mit Fensterlöchern. Das erste Bild zeigt eindrucksvoll, was noch unsere Vorväter architektonisch "drauf hatten".
Austauschbare Nutzzweck-Architektur, einfallslos, öde, billig-wirkend. Passend zur heutigen Zeit.

Stefanius hat gesagt…

also ich bin vor kurzem mit einem Gast aus Hannover vorbei gelaufen, und da ist gar nichts gelungen. Die Gebäude sehen einfach nur schlecht aus.

Marco hat gesagt…

Habe ich das richtig verstanden? Diese grauen, trüben Kisten sind die Neubauten? Also neugebaut und nicht irgendwelche etwas aufgehübschten 60er Jahre Platten? Genau so sieht es nämlich für mich aus... Nein wartet, streicht das "aufgehübscht".
Wer verwendet solche scheußlichen Farbtöne?

Anonym hat gesagt…

Wir waren letztes Wochenende aus BaWü zu Besuch in Dresden und suchten die Floranabauten, da wir regelmäßi den Baufortschritt verfolgen. Es dauerte eine Weile, bis wir sie fanden, denn wir dachten dies sei eine Platte. Bevor wir enttäuscht waren, herrschte zunächst mal eine große Verwirrung vor. Was ist daran bitte "modern"?

Belotto33 hat gesagt…

Ich hab's mir auch angesehen, und bin alles andere als begeistert. Besonders stört mich, dass die Seitenfassaden so gar keinen Bezug zur Folgebebauung herstellen, weder in Traufhöhe, noch Fenstergestaltung, nicht mal die Sockelgeschosse wurden angepasst. Alles sehr traurig.
Ich habe keine Barockbauten erwartet, aber das sieht einfach nur ärmlich und einfallslos aus.

Anonym hat gesagt…

Dann schreibt Eure Kritik doch mal dem Architekten:

architektur@knererlang.de

Und dem Stadtplanungsamt:

stadtplanungsamt@dresden.de

Anonym hat gesagt…

Vorausschicken möchte ich, dass ich definitiv ein Freund moderner Architektur bin (im Sinne dessen, was in der Nachfolge des Bauhauses seit den 20er Jahren gebaut wird - einige der hier Schreibenden würden mich also als Modernisten bezeichnen), doch was da an der Hauptstraße entstanden ist, finde ich weitestgehend fürchterlich. Da hat uns Herr Knerer leider einen Bärendienst erwiesen, was die Argumentation zum Einfügevermögen modernen(!) Bauens in die Stadt anbelangt.
Im Einzelnen: Die Kubatur der Gebäude stimmt nicht. Man sehe sich nur das unmotivierte Auf- und Abspringen der Traufe des grauen Gebäudes an den anschließenden Bestandsbauten an. Dann die stupiden Lochfassaden an den Seitenstraßen, die grobschlächtigen Fenstergitter, die dunklen Farben der Baukörper und schlimmer noch die bizarre Farbauswahl an den Laibungen und in den Loggien: Eine Kombination aus dunkelocker und magenta / grasgrün kann sich doch nur ein Blinder ausdenken (womit ich hiermit keine Blinden beleidigen möchte - die nicht!).
Noch annehmbar finde ich die Fassadengliederung zur Hauptstraße, den Gebäudesockel aus Betonfertigteilen (wobei der im Detail auch nicht allzu sauber durchdetailliert ist), sowie die Tatsache, dass die Lamellen der Fenstergitter geschossweise unterschiedliche Winkel haben und somit wenigstens ein wenig Leben in diese Fassaden kommt.
Das einzig wirklich Positive ist die Öffnung der Heinrichstraße. Doch ob ich das als Lob an Architekt / Bauherr geben soll oder als Selbstverständlichkeit im Rahmen einer Neubebauung ansehen soll, bin ich nicht sicher.

Ich kannte das Büro Knerer+Lang bisher als Büro, welches eine hohe Qualität für Ihre Gebäude umgesetzt hat. Beispiele sieht man z.B. im direkten Umfeld. Ich hoffe das war ein einmaliger Ausrutscher!

Anonym hat gesagt…

Die Farbwahl und die Materialien erinnern mich an eines der längsten Bauwerke deutscher Geschichte, das unser ehemals schönes Land einst in zwei spaltete...

Balthasar hat gesagt…

Au weia.

Diese Gebäude sind ein Schlag ins Gesicht all jener Menschen, die auch nur einen Funken ästhetisches Empfinden in sich tragen und es benötigt schon eine ausgeprägte Leck-Mich-Am-Arsch-Mentalität der Menschen, wenn sie bei dermaßen abscheulichen Kreationen, die ihre Stadt verschandeln, nicht auf die Barrikaden gehn.

Wo bleiben die Buhrufe der Presse, der Architekten, der Menschen, die noch wissen, was Würde und Anstand bedeuten?

Unsere Gesellschaft ist so abartig verkorkst, dass mir schlecht wird. Dieser Architekt und der Herr Investor, die sich in Grund und Boden schämen sollten, dürfen ganz Dresden mit diesen Brutalbauten zupflastern und die Leute sagen: „Die Farben sind doch eigentlich ganz schön.“! Glaubt man das? Die Farben sind schön, sagen sie.

Leute, wenn ihr glaubt, dass die Farbe eines Gebäudes ausschlaggebend dafür ist, ob dieses Gebäude künstlerisch wertvoll ist oder nicht, dann seid ihr, ehrlich gesagt, nicht sehr qualifiziert um über „Architektur“ zu diskutieren. Dann liegen eure Fähigkeiten irgendwo anders.

Es gibt aber viele Menschen, die sich dieses Leben, das sie nur ein einziges Mal leben dürfen, schön machen wollen. Sie möchten schöne Dinge kreieren, die ihre Sinne ansprechen und ihnen und uns allen den Aufenthalt auf diesem Planeten versüßen! Sie wollen essen, nicht nur weil es satt macht, nein, sogar deshalb, weil sie gerne schmecken! Sie wollen Gebäude, die nicht nur stabil stehen, warm und trocken halten, sondern sogar solche, die unsere Augen erfreuen. Erfreuen!

Warum gebt ihr euch mit so einem Dreck zufrieden? Schaut euch doch mal um! Man sieht in der Stadt tausend Beispiele, wie schön einladend man es sich auf unserem Planeten machen kann. Schönheit ist kein überholter Schnickschnack aus der Zeit des Barocks oder des Jugendstils. Schönheit sollte auf der Agenda eines jeden Architekten stehn. Sie ist ein Geist, der allgegenwärtig durch den Kosmos fliegt. Ein Architekt sollte in der Lage sein, diesen Geist zu verstehen. Ist er dazu nicht in der Lage, dann ist er kein Architekt. Dann ist er etwas anderes.

Darki hat gesagt…

@Balthasar:

vortrefflich geschrieben. 100% Zustimmung. Bitte lassen Sie die dafür Verantwortlichen an diesen Zeilen teilhaben.

Viele Grüße