Donnerstag, 8. November 2012

Neptunbrunnen

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Es ist wunderbar, daß dieser einmalig schöne Brunnen nun endlich seine lang ersehnte Restaurierung erhält.
Wenn man vergleicht, wie der Brunnen noch vor 3 Jahren ausgesehen hat, kann man nur froh und dankbar sein, daß die finanziellen Mittel aus Spenden und verschiedenen Fonds bereitgestellt wurden.
Ich freue mich darauf, den Brunnen im kommenden Sommer hofentlich wieder in Betrieb zu sehen.

Petersburg hat gesagt…

Der Neptunbrunnen ist eines der schönsten Bauwerke Dresdens ausserhalb des historischen Zentrums. Besonders gelungen finde ich übrigens das helle Gebäude an der Ecke (2. Reihe links + 3. Reihe rechts), ein Neubau der sich gelungen in die Altbauten einfügt. Der einzige Störfaktor ist das Glas/Stahl/Beton-Ungetüm (1. Reihe links), aber minderwertige Architektur wie diese hat sowieso eine kurze Halbwertzeit und wird sich in einigen Jahrzehnten von selber erledigen. Sollte es nicht schnell genug gehen, bleibt noch immer der Bürgerprotest und einige Ladungen Dynamit, diese recht wirkungsvolle Methode zur Entfernung von "modernen" Störfaktoren" wird m.E. in Dresden bisher auch viel zu selten angewandt.

Zu der Diskussion des Standorts gab es ja häufig die Forderung, den Brunnen ins historische Zentrum zu verlegen. Ich plädiere dafür, dass er genau dort bleibt, wo er ist, Begründung:

1. Das historische Zentrum hat dermaßen viel wunderbare Monumente, dass ein weiteres hier kaum notwendig wäre. (Ausnahme vielleichd Altmarkt, aber, der Neptunbrunnen auf dem Altmarkt?? Alleine aufgrund der Größe kaum möglich. Ausserdem würde dadurch die Option der Rückkehr der wunderbaren Germania-Statue zerstört).

2. Das historische Zentrum Dresdens (Gebiet zwischen Postplatz/Theaterplatz, Wilsdruffer Strasse, Kurländer Palais, Elbufer) ist bereits jetzt wunderbar wiederaufgebaut. Doch je schöner Neumarkt und angrenzende Altstadtgassen werden, umso schlimmer fällt im Kontrast dazu die entstellte Modernisten-Wüste drumherum auf. Wer vom Neumarkt an den Pirnaischen Platz gelangt (einer der schlimmsten Beton-Todesplätze Dresdens), erhält einen Schock. Die Friedrichstadt hingegen ist das einzige Viertel in unmittelbarer Nachbarschaft der Altstadt, das einen zum Teil unzerstörten Eindruck erweckt , jedenfalls sind viele Strassenzüge und Plätze gut erhalten. Die Friedrichstadt ist absolut wichtig, um es im Sinne einer Stadtreparatur mit der wiederaufgebauten Altstadt zu "vernetzen". Hier gibt es auch einige Baudenkmäler (Denkmalgeschützte Häuser Friedrichstrasse, Palais Brühl-Marcolini etc.), aber auf keinen Fall vergleichbar mit dem Historischen Kern. Daher halte ich es für wichtig, dass dieser wunderbare Brunnen in der Friedrichstadt bleibt. Entfernt man anschliessend noch das ekelhafte Betonklotz-Gebäude (1. Reihe links), und wartet man ein bischen bis die Häuser ein bischen Patina bekommen, dann hat dieser Platz beinah den Character einer Italienischen Piazza.

Für ein adäquat wiederaufgebautes, Schönes Dresden!

Mit freundlichen Grüßen

Anonym hat gesagt…

Ich glaube ,Peter S. hält als Einziger an der Rückkehr-Option der schwulstigen,deutschtümelnden Germania-Statue fest.Zurecht entfernt und eingeschmolzen für dringend benötigte Töpfe und Bettpfannen.
Zur Verbindung und Aufwertung von Friedrichstadt und Altstadt muss ich ihm
voll zustimmen.

Singer aus Z

Anonym hat gesagt…

Eingeschmolzene Germania vom Altmarkt?
Eine marmorne Statue zum Schmelzen zu bringen?
Der, der es getan hat, musste wirklich geschickt sein.


Lukas aus P.

Stefan hat gesagt…

Deutschtümmelei scheint das beliebteste Wort der Germanophoben zu sein. Was bitte wäre falsch an der Rückkehr der Germania-Statue am Altmarkt?

Singer, glauben sie allen ernstes dass daraufhin ein neues deutsch-nationales Regime entsteht, oder warum diese reflexartige Verneinung von altem?

Gruß Stefan aus DO

Anonym hat gesagt…

"Rückkehr-Option der schwulstigen, deutschtümelnden Germania-Statue fest". Da bin auch ich für! Bin gerade 40 geworden und kein Ewiggestriger, aber dieses wunderbare Monument ist sicher eines der schönsten, die Dresden aufzubieten hatte. Gegen eine Rückkehr kann man wirklich nur aus politisch motivierten Zielen sein, das klingt ja in der obigen Zeile mit...
Der Brunnen ist ein Traum und ich stimme Petersburg zum Verbleib vonn zu. Nur an der Fassung muß noch gearbeitet werden: Die graue Platte mit Dach und der scheußliche Betonglaskäfig schräg gegenüber gehören in das architektonische Schreckenkabinett von Vorvorgestern. Nur Modernisten können dem noch etwas abgewinnen. Weg damit!
Gruß

Ole

Anonym hat gesagt…

Peinlich für mich zu glauben,die Germania-Statue wäre Metall.Mein Unwissen beschränkte sich nur auf alte Fotos.Aber es sind historische Tatsachen,daß der 1880 erfolgte Bau der Germania kein Gewinn für den Marktplatz und die Kunst war.Niemand,auch kein Fritz Löffler,hatte die Entfernung bedauert.

SingerZ

Stefan hat gesagt…

Naja, berauschend finde ich die Germania nun auch nicht und in ihrer Komposition erinnert sie mich sehr an die Friedrich-August-Plastik auf dem Neumarkt. Alles in allem: entbehrlich.

Kompositorisch spannender und auf altem Platz ein echter Gewinn wäre indes das Bismarck-Denkmal (Link unten) am Dr.-Külz-Ring. Etwa da, wo die alte Stadtmauer stilisiert wurde und der Vorplatz der Altmarkt-Galerie eh an eine Brache erinnert.

Diez' Denkmal wäre auch deswegen interessant, weil man die Frage der (ersten) Deutschen Einheit und der Deutschen Wiedervereinigung thematisch verknüpfen könnte. Der Platz gebe es räumlich her und man hätte hier eine tatsächliche Gelegenheit Rekonstruktion (Bismarck) und Neugestaltung (Einheitsdenkmal) unter einem Thema zu fassen.

Beste Grüße aus München,
Stefan

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/95/Bismarck_memorial_dresden.JPG


PS: Es wäre überhaupt toll, mal eine Fotostrecke alter Plastiken in Dresden zu haben, der ein oder andere hätte sicher Postkarten oder anderweitig gemeinfreie Fotos, die man dem Blogbetreiber zusenden könnte.

Engelflor hat gesagt…

Gerade die Germania passt hervorragend auf den Altmarkt, weil sie ihn stilistisch diversifiziert und normalisiert. Genauso wie die Sophienkirche auf den ersten Blick entbehrlich scheint, weil sie nicht reinpasst. Mit der Germania könnte man den Altmarkt in der Tat wieder zurückholen, nachdem man zu viel Langeweile da hin gebaut hat. Wenn Personen an der Germania Anstoss nehmen, emotional reagieren, wie ihr das hier tut, dann zeigt es, dass es genau das richtige ist für den Ort.

Heute eigentlich viel wichtiger als früher. Nicht weil wir sie schätzen, sondern wgn der Reaktionen. Die Germania entkitscht und kontrastiert den Altmarkt.

Neben dem gestalterischen Argument gibt es ein Ideologisches. Da die Germania von den Stalinisten aus weltanschaulichen Gründen entfernt worden ist, nicht von den Weltkriegsbomben, ist es erforderlich sie wieder an den Ort zu setzen, einen Ort, der heute noch von stalinistischem Zuckerbäckerstil dominiert wird. Das schafft einen herrlichen ironischen Kontrast.

Anonym hat gesagt…

Nein,die Germania würde den Altmarkt verkitschen.Die anerkannt wertige Bebauung aus den Fünfziger Jahren von Herbert Schneider knöpfte an Dresdner Traditionen an und ist alles Andere als Zuckerbäckerstil.Diese"Weltanschauung"find ich gut.

Gruß SingerZ

Anonym hat gesagt…

Die Germania auf dem Altmark wäre ebenso eine Bereicherung wie auch der Neptunbrunnen im Stadtzentrum. (vllt. Postplatz zwischen Schauspielhaus und Hotelneubau?)

Es fehlt trotz Frauenkirche und Semperoper an Schönen in Dresden, an Bäumen und Bänken, historischen Laternen und kleinen Oasen, die zum Verweilen einladen. An zu vielen Ecken finden wir eine austauschbare, scheinbar seelenlose Architektur.

Phoenix hat gesagt…

@über mir:

Und das wird noch zunehmen.
Die Germania muss zurück, schon zum Brechen des weltanschaulichen Konsens, dass deutlich sichtbares Deutsches in Deutschland nichts mehr verloren hat und der historische Bruch der historischen Kontinuität vorzuziehen ist.
Die Germania könnte zeigen,dass Plätze auch anders aussehen können.

Den Argumenten der anderen Kommentatoren stimme ich völlig zu.