Samstag, 24. August 2013

Kiefernstraße | Hechtviertel



Neubau Kiefernstraße 26 / Infos hier
Neugestaltung der Kiefernstraße

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Allesamt aeusserst feinfuehlig integriert diese Neubauwuerfel...

Die Sache ist, so einen Schrott baut man nicht einmal in Billig-"Condos" (Eigentumswohnungen) in Nordamerika. Dort verkleidet man immerhin noch die Fassaden mit Ziegelstein und die Fenster sitzen uebereinander, z.B. http://www.mondev.ca/DATA/PROJET/114/perspective.jpg

Darki hat gesagt…

Die Sprayer wird's freuen...

schreckliches Kistel

Matze hat gesagt…

@Darki
Sprayer freuen sich über jede Art von Mauer, ob modern, gründerzeitlich oder was auch immer. Hat mit der Architektur nichts zu tun.


Ich finde den Bau auf dem Plakat schön. Wenn ich noch in DD wohnen würde, würde ich auch direkt einziehen wollen!
So eine "Kistenarchitektur" (oder wie sie einige beschimpfen wollen) finde ich im Kontext mit der älteren Baustruktur ganz spannend.
Ich gebe auch ehrlich zu, dass eine Stadt nur aus modernen Gebäude mich auch langweilen würde. Der gute Mix macht es!
Achja, der Vergleich mit Plattenbau-Siedlungen (der auch gern gebracht wird) finde ich nicht richtig. Ich glaube niemand ist von den alten DDR-Platten begeistert ;)

Fred hat gesagt…

@Matze
...ich bitte Sie, warum ist der Vergleich mit Plattenbauten falsch, nur weil niemand DDR-Platten gut findet?
Diese Häuser sind, genauso wie es ein Plattenenbau wäre, an dieser Stelle ganz einfach unpassend!

Rocky hat gesagt…

Sieht wunderbar aus! Ein sehr lebenswertes Viertel! Hier passt diese Art der Architektur gut hin, schöne Symbiose von alt und neu! Hier klappt das, am Neumarkt oder an der Hauptstraße sind Rekonstruktionen besser, um die Wunden zu schliessen!

Jan hat gesagt…

Manche haben echt keinen Gespür für Ästhetik. Wie kann man nur behaupten, dass diese hässlichen Klötzchen in ein gut erhaltenes Gründerzeitviertel passen und sich gut einbinden? Vielleicht habe auch ich einen Knick in der Optik, wenn ja bitte ich die Befürworter aber dringend um Aufklärung. Nicht das ich noch dumm sterben muss. Was genau fügt sich hier ein? Die abweichende Bauform, die vollkommen andere Dachgestaltung (ach die haben ja gar keins) oder doch die vollkommen unterschiedliche Fassaden- und Fenstergestaltung? Würfel-Fans bitte klärt mich mal auf. Bitte!!!

Anonym hat gesagt…

..."Kontext mit der älteren Baustruktur ganz spannend." Was ist spannend daran, den Unterschied von schön (alt) und häßlich (neu) immer wieder so abschreckend vor Augen geführt zu bekommen? Diese Architektur ist ein absolutes Armutszeugnis, sie ist häßlich, kalt, eintönig, billig, unpassend, primitiv und degeneriert. Da können noch so viele Ghostwriter der ausführenden Bauunternehmer loben wie sie wollen. Armes Dresden, auch hier!

ji hat gesagt…

Kann dieses Hochleben dieser Kisten (siehe Matze, Rocky) einfach nicht verstehen … Man sieht, wie diese die Homogenität des Viertels einfach zunichte machen. Ja, einige solcher Gebäude finde ich auch okay, allerdings als Einzelexemplare als Einfamilienhäuser irgendwo am Stadtrand mit passendem Grün dafor und drumrum und vlt obendrauf. Aber in so einer Gegend zerstören sie nur! Kann mir nicht vorstellen, dass so ein Bunker wie in Bild 4 schön sein soll …

Ronny hat gesagt…



Sieht häßlich aus!
Ein lebensunwertes Viertel!
Hier passt diese Art der Architektur nicht hin,die Neubauten sonnen sich im Glanz der Altbauten, ohne selber zu glänzen.

Eigentlich müßte man die ganze Innenstadt von Dresden rekonstruieren, um sie schön und lebenswert zuhaben, die heutigen Architekten können es nicht.

Anonym hat gesagt…

Ein wahrlich lebensunwertes Viertel. Da fällt es einem schwer, nicht in petersburgische Vokabeln zu verfallen, um diese jämmerliche Wohnlage und den Schmerz, den die Bewohner fühlen müssen, zu beweinen.

Wie schön wäre da ein Zentrum, in dem sich Gründerzeitgebäude schämen könnten, weil sie sich dann im recht schattigen Licht der noch älter wirkenden Bebauung sonnen würden.

Doch die Frage ist, welch geartete Rekonstruktion des Stadtzentrums hat die größte Lebensqualität. Die von 1944? Vielleicht zieht es da zu sehr durch die Wilsdruffer. Vielleicht dann doch lieber die von 1880? Da würde man sich so manche Gebäude ersparen, die nicht genug strahlen. Und vielleicht auch etwas mehr Homogenität erhalten.

Es würden sich schier alle darum reißen, in kleine lichtlose Nebenstraßenwohnungen zu ziehen und endlich jubeln, dass das Haus gegenüber ein Schrägdach hat, wenngleich man es nicht sehen kann.

Große moderne Wohnungen wird es ja dann sicher nicht geben – das würden ja dann die seelenlosen Architekten von heute wollen – die können es ja aber nicht...

Viellicht lassen sich aber die Sprayer überzeugen, etwas verschnörkeltere Arbeiten zu hinterlassen um dem Gebäude wenigstens etwas von seiner unpassenden Existenz zu nehmen. Zu hoffen wäre es, um es dem Architekten mal so richtig zeigen – damit er in Zukunft zwei Mal nachdenkt, bevor er eine gerade Linie zieht.

Anonym vom 29.02.

Anonym hat gesagt…

Wer hier von einem "lebensunwerten" Quartier spricht, sollte tatsächlich dort einfach mal hingehen. Ich war dort neulich und hatte den Eindruck, dass die Leute dort (überwiegend junge Familien) absolut keine Schmerzen leiden, sondern sich ausserordentlich wohl fühlen. Diejenigen mit denen ich gesprochen habe, wollten ausdrücklich moderne Wohnungen in gut angebundener Lage (nicht "jämmerlich") und waren froh, in Dresden überhaupt fündig geworden zu sein.

Stefan hat gesagt…

Es geht eben nicht um Kritik am modernen Bauen generell und auch nicht um die Forderung, stattdessen historisch zu bauen.

Es geht ganz konkret darum, dass die äußere Gestalt der Kiefernstraße 26 an dieser Stelle ganz erbärmlich ist und die Stadt
ringsum regelrecht ins Gesicht schlägt. Sicher werden die Wohnungen funktional und zweckmäßig (aber auch teuer) sein, das bestreitet niemand.

An der Westseite (zur Kiefernstraße) besteht das Erdgeschoss aus einer Mauer (wie '61 in Berlin, nur ohne Stacheldraht) und einem Loch, das künftig Einkaufspanzer (SUVs) ausspuckt und aufsaugt, damit die Luxusbewohner geschützten Verkehr mit ihrem Umfeld haben können. Und an der Nordwestseite (zur Buchenstraße) reicht die Mauer gleich über die gesamte Gebäudehöhe mit ein paar Fensterlöchern, die wie Schießscharten aussehen bei einer Burg, die einer Belagerung standhalten muss.

Das ist kein Haus als organischer Bestandteil eines Wohngebiets, sondern ein Fremdkörper, der sich um jeden Preis isoliert und
abgrenzt, nur nehmen aber (der Stadt) nichts geben will und dessen Bewohner (vermutlich FDP wählende Zahnärzte und Anwälte) nichts mit den Gewöhnlichen in ihrem Umfeld zu tun haben möchten, wenn sie unter ihresgleichen bleibend auf dem Sonnendeck
ihren Hedonismus abfeiern.

So zu bauen bedeutet stadtfeindlich zu bauen, denn Stadt heißt zusammenleben und dieses Haus ist das genaue Gegenteil. Dresden schafft sich ab!

Darki hat gesagt…

@Stefan:

Harte Worte, aber jepp. Da ist mehr als nur ein bisschen was dran. Man könnte ja beim Rohbau denken, nunja...wird vielleicht noch besser. Die Visualisierung hält dagegen: Nope, forget it. Dieser Bau mit seiner Härte, seiner Trostlosigkeit, seiner Abwendung vom Passanten und der Unfähigkeit sich mit seiner Umgebung auseinanderzusetzen, entspricht genau dem aktuellen Zeitgeist und das ist das eigentlich Schlimme daran.

Anonym hat gesagt…

Wenn man die Beiträge hier so liest, kommt man schon ins Grübeln.. obwohl hier doch kritisch und vermeintlich offen diskutiert wird, steckt hinter den meisten Argumenten offenbar reine Voreingenommenheit. Das unermüdliche Vortragen von dumpfen Vorurteilen ist dem Zusammenleben in einer Stadt sicherlich abträglicher als die vermutete Anwesenheit von Zahnärzten und Anwälten.
Nicht Dresden schafft sich ab (welcher reaktionäre Hardliner wird hier gleich wieder zitiert?) , sondern Diskussionskultur wird abgeschafft. Schade drum.

Darki hat gesagt…

@Anonym (30. August 2013 16:04)

und welche Essenz sollen wir aus ihrem Beitrag ziehen, außer dem unterschwelligen Nazivorwurf? Soll das die bessere Diskussionskultur sein? Dreimal gelacht und weiter.

Historiker hat gesagt…

@Darki
Zum Lachen finde ich das nicht. Der Beitrag von Stefan strotzt doch vor Missgunst und Vorurteilen. Was hat das mit Städtebau und Architektur zu tun? Vielleicht würde Stefan ja einen Wohnungsbau aus der Gründerzeit bevorzugen, an dem sich schon vor hundert Jahren feiste Spekulanten goldene Nasen verdienten, oder ein barockes Bürgerpalais, das auf Kosten von Untergebenen errichtet wurde, um Überlegenheit zu repräsentieren?
Dass in dem Beitrag von "Anonym" gleich ein unterschwelliger Nazivorwurf gesehen wird ist interessant und macht nachdenklich.

Matze hat gesagt…

@Anonym
Ich grüble schon lange nicht mehr über die Kommentare. Bei vielen (nicht allen) geht es nur um eine totale Ablehnung gegen modernes Bauen. Oder vielmehr um das "dagegensein" an sich. Schade eigentlich!
Ich für meinen Teil habe bereits mein Feedback für die Projekt abgegeben und habe bis jetzt keine überzeugenden Argumente gegen MEINE PERSÖNLICHE Meinung gelesen.

Ich freue mich für Stadt Dresden, dass sie weiter wächst und gute Wohnungen entstehen.

@Fred
Warum der Vergleich zu Plattenbauten falsch ist? Ganz einfach:
1. Plattenbauten liegen meist nicht in der Stadt sondern bilden ein eigenes Stadtviertel am Stadtrand oder stehen als Gruppe oder einzeln auf einem grösseren "Rest"-Fläche verloren "in" (Stadt definiere ich als eine gewisse Dichte an Baumasse) der Stadt.
2. Plattenbauten stehen auf unbelebten, meist unbepflanzten Rasenflächen. Fast wie willkürlich darauf verteilt!
3.Plattenbauten sind in ihrem Massstab, das Volumen betreffend, viel grösser.
4. Die Wohnungen beruhen auf einer Modulbauweise, die fast zur unmenschlichen Grösse ("Kleine") zusammen "optimiert" wurden. Jede Wohnung wie die andere. Individualität hatte keine Chance in der ehem. Planwirtschaft.
Die neuen Wohnung sind grösser und an die heutigen Bedürfnisse angepasst.
5. Rein technisch betrachtet, spielen die Neubauten in eine ganz anderen Liga. Minergieanforderungen sorgen für niedrige Unterhaltskosten etc.

Ronny hat gesagt…

Matze

" Ich finde den Bau auf dem Plakat schön. Wenn ich noch in DD wohnen würde, würde ich auch direkt einziehen wollen!
So eine "Kistenarchitektur" finde ich im Kontext mit der älteren Baustruktur ganz spannend.
Ich gebe auch ehrlich zu, dass eine Stadt nur aus modernen Gebäuden mich auch langweilen würde. Der gute Mix macht es!
Achja, den Vergleich mit Plattenbau-Siedlungen finde ich nicht richtig. Ich glaube niemand ist von den alten DDR-Platten begeistert"


Das sind subjektive Meinungen und keine Argumente, z.B. "der gute Mix macht es"
Wieso macht es der gute Mix?

Sie wissen doch genau ,dass das SPA
nur moderne Bauten neben hist. Fassaden duldet und nicht hist.Fassaden neben bestehenden Modernen, z.B. neben dem Kulturpalast.

Ihre Ausführungen spiegeln die selbsgefällige Argumentation der
etablierten Architektenszene wider.
Das wirkt auf viele uneinsichtig und deswegen kommt auch keine Erwiederung.

Matze hat gesagt…

@Ronny

So weit ich weiss zählt Architektur nicht zur Naturwissenschaft!? Sprich es gibt kein richtig oder falsch nur individuelle Meinungen.
Ich brauch keine fremden Argumente um über richtig oder falsch zu urteilen, jedoch können diese, wenn sie den überzeugend sind, mich umstimmen. Ich persönlich will hier niemanden umstimmen, nur meine Meinung kund tun!
Alles ganz unkompliziert.

Darki hat gesagt…

@Historiker: und heute gibt es also keine Spekulanten mehr. Niemand, der sich auf Kosten anderer die Täschlein füllt? Bitte nicht lächerlich machen. Danmals sahen die Buden wenigstens noch nach was aus. Dass zum Beispiel damals in der Gründerzeit nicht jeder Spekulant so bauen konnte, wie er lustig war, dafür gab es strenge Regeln seites der Stadt und das war auch gut so für das Dresdner Stadtbild. Während einen heute die Renditemaximierung förmlich ins Gesicht springt und jeder m² bis aufs Letzte ausgepresst wird.

@Matze: Ihre persönliche Meinung sei Ihnen um Gottes Willen gegönnt, aber wir müssen sie nicht teilen, oder? ;)

Bezüglich ihrer "Plattenbaupunkte":

"1. Plattenbauten liegen meist nicht in der Stadt sondern bilden ein eigenes Stadtviertel am Stadtrand oder stehen als Gruppe oder einzeln auf einem grösseren "Rest"-Fläche verloren "in" (Stadt definiere ich als eine gewisse Dichte an Baumasse) der Stadt."

Bloß gut, dass Sie das Wörtchen "meist" eingefügt haben. So sind die innerstädtischen(sic!) Plattenbauten am Neustädter Markt, an der Friedrichstädter Schäferstraße, an der Altstädter Wallstraße/Marienstraße, und und und natürlich mit inbegriffen. ;)

2. Plattenbauten stehen auf unbelebten, meist unbepflanzten Rasenflächen. Fast wie willkürlich darauf verteilt!

Sie können aber auch entlang einer Straße im Blockrand stehen, oder aber, wie in der Johannstadt zum Beispiel einfach brutal quer über alte Straßenverläufe hinweg stehen.

"3.Plattenbauten sind in ihrem Massstab, das Volumen betreffend, viel grösser."

In vielen Fällen schon, aber ein Blick nach Halle/Saale oder Halberstadt zum Beispiel genügt, um Plattenbauten zu entdecken, die "nur" 3 volle Geschosse und ein Dachgeschos, sogar mit angedeutetem Schrägdach, haben.

"4. Die Wohnungen beruhen auf einer Modulbauweise, die fast zur unmenschlichen Grösse ("Kleine") zusammen "optimiert" wurden. Jede Wohnung wie die andere. Individualität hatte keine Chance in der ehem. Planwirtschaft."
Die neuen Wohnung sind grösser und an die heutigen Bedürfnisse angepasst."

Wenn die Dinger heute saniert werden, werden mitunter auch Wohnungen zusammengefasst und an die heutigen Bedürfnisse angepasst. (Die Bauten waren ganz nebenbei übrigens damals auch an die Bedürfnisse angepasst. Die Leute waren jedenfalls mit Lift, Warmwasser aus der Wand, Balkon und eigenem Bad schon recht zufrieden. Nicht umsonst waren die Neubauten sehr begehrt in der DDR. Die Vernachlässigung der Altbausubstanz tat ihr Übriges)

Optisch sind sie trotzdem ne Katastrophe.

"Bei vielen (nicht allen) geht es nur um eine totale Ablehnung gegen modernes Bauen"

Kann sein, ich persönlich habe nur etwas gegen langweilige oder aber brutale Moderne, die Raffinesse vermissen lässt. Da ich in anderen Städten derzeit viele sehr gefällige Projekte verfolge, lassen mich die armseligen Dresdner Bauvorhaben nun mal nicht in Begeisterungsstürme ausbrechen und ich bin so frei meinen Unmut darüber kundzutun. Natürlich freue auch ich mich dennoch über die Reurbanisierung in Dresden. Ganz klar.

Matze hat gesagt…

@Darki
Natürlich, die Ausnahmen bestätigen die Regel.

Für Punkt 1 schrieb ich ja auch "in" der Stadt. Wobei die Bauten selbst meist dem Blockrand strotzen und sich um ein paar Meter von der Strasse weiter weggeschoben, um irgendwann (nach damaliger Ansicht) Platz für eine breiter mehrspurige Strasse zu gewährleisten.

Zu Punkt 4 Ich habe jetzt das "retuschieren"/sanieren von bestehenden Plattenbauten aussen vor gelassen. Natürlich gibt es das auch. Auch bin ich mit ihnen vollkommen konform, dass dies früher der Standart war (und in DDR-Zeiten Luxus!).

Ich bin für andere Meinungen natürlich offen! :)

"Optisch sind sie trotzdem ne Katastrophe"
Etwas hart formuliert aber trotzdem akzeptiert ;)

Nur die Frage, wie sollten sie den sonst aussehen, kann niemand so recht erklären!? Ausser mit Rekos, die letzten Endes doch moderne Kisten mit etwas Schmuckwerk und natürlich dem oft geforderten Dach sind!
So schön ich den Neumarkt finde (und auch befürworte), bin ich nicht sicher, ob das nun stadtweit so sein sollte.
In der Zeit von Smartphones, Hybrid-Autos und Fastfood stelle ich mir die Frage, wie so ein alter Baustil in diese Welt noch passt!?
Die Frage sei einfach mal so in den Raum gestellt!

Darki hat gesagt…

Natürlich kann/soll der Neumarkt kein Patentrezept für die ganze Innenstadt, aber gegen eine gewisse Kleinteiligkeit, regionaltypische Materialwahl und Farbigkeit und vernünftige Dachlandschaft und Schaffung attraktiver Stadträume spricht doch nichts, oder? Das müsste auch für die Moderne zu schaffen sein, so sie denn WILL ;)

Des Weiteren: eine neue Gründerzeit verlangt niemand, denke ich, aber die Moderne der 20er, die Neue Sachlichkeit bietet mit ihrer zurückhaltenden, aber dennoch eleganten Fassadengestaltung auch für die heutige Zeit einen Kanon, der auch für heutige Bauten interessant scheint. Zumindest wäre dies ein Ansatzpunkt Modernisten und Traditionalisten wieder einander anzunähern. Das Trias-Projekt in Leipzig gefällt mir zum Beispiel richtig gut.

http://formart.hochtief.de/de/angebote/mietobjekte/leipzig/trias-leipzig/

oder das Projekt der CG-Gruppe an der Prager Straße

http://www.cg-gruppe.de/immobilien/project/detail/388

Für mich zeitlose Eleganz, ganz ohne viel Fassadenschmuck (gegen den ich aber ganz und gar nicht etwas hätte)

"In der Zeit von Smartphones, Hybrid-Autos und Fastfood stelle ich mir die Frage, wie so ein alter Baustil in diese Welt noch passt!?"

Wieso...im Altbau wohnen ist doch total in? Für mich ist das kein Widerspruch. Moderne Wohnungseinrichtung/Technik und historische/historisch aussehde Fassade schließen sich nicht aus. Ist doch spannend, finden Sie nicht? Ich würde da ohne ideoologische Scheuklappen herangehen.

Anonym hat gesagt…

Wird doch sehr schön. Gefällt mir ausgesprochen gut. (ich traue mich kaum, das hier kund zu tun)

@ Matze

ich bin da ganz Ihrer Meinung. Es gibt hier leider keine vernünftigen Vorschläge, wie die moderne Bauweise auszusehen hat, ausser das es in anderen Städten "viele sehr gefällige Projekte" geben soll. Und die immergleiche Forderung nach einem "Mansardendach", dem "Vorkriegszustand" und ein wenig mehr von dem was früher alles besser war.

Schwierig finde ich hier im Forum auch immer die Tatsache, dass diejenigen, die für eine moderne Bauweise eintreten oder sie auch nur optisch befürworten, hier teilweise auch persönlich ("was haben sie doch für einen schlechten Geschmack?") angegriffen werden. Als ob sie sich dafür rechtfertigen müssen!? Das zeugt auch nicht wirklich von Toleranz und Akzeptanz für "Andersdenkende".

Was optisch letztenendes "eine Katastrophe" ist, wird immer subjektiv bleiben. Keine dieser Wohnung wird Leerstand haben. Und die, die diese Wohnungen beziehen, haben einen hohen Anspruch auf Ausstattung und meiner Meinung nach einen hervorragenden Geschmack.

@ Darki:

Wahnsinnsausführungen sind das hier immer von Ihnen. Ich bin froh, dass Sie diesen Blog mit Ihren toleranten und qualifizierten Kommentaren bereichern. Zum ersten Kaffee im Büro mit Blick auf ein Mansardendach immer meine liebste Frühstückslektüre.

Gruß, Robert

Stefan hat gesagt…

Denen, die meinen obigen Beitrag so heftig kritisiert haben, sei gesagt, dass Differenzierung wohl nicht ihre Stärke ist. Dabei habe ich betont, dass es mir eben nicht um Kritik am Modernismus geht (die anderen Häuser in der Kiefernstraße finde ich schon etwas besser und was z.B. am Schützenplatz entsteht finde ich durchaus passabel).

Aber ich bleibe dabei, dass die Kiefernstraße 16 eine Katastrophe ist (wie ich es oben begründet habe), weil sie sehr deutlich den Egoismus, Hedonismus, die Abgrenzung und "soziale Atomisierung" sowie weitere negative Trends unserer Gesellschaft in Beton gießt.

Und nein, ich bin nicht neidisch auf Leute, die in teuren Eigentumswohnungen leben, denn meist hat auch die Allgemeinheit etwas davon, wenn die Gebäude das Stadtbild bereichern. Aber ein Haus, das nach außen hin völlige Ignoranz und respektloses Desinteresse ausstrahlt, finde ich schlimmer als eine Brache, denn dieses symbolische Abwenden vom allerletzten Rest an Gemeinwohlfunktion ist ein zersetzender Trend.

Wenn nur noch solche Elaborate gebaut werden, verändert sich der Charakter der Stadt: sie hört auf Lebens-, Identifikations-, Kommunikations- und Kulturraum zu sein, sondern ist nur noch eine austauschbare sachlich-kalte Zone erhöhter Siedlungsdichte, deren Merkmal darin besteht, innerhalb der beliebig im Raum verteilten Wohnbehälter Menschen aufzubewahren, die im Bedarfsfall mit Hilfe kleiner mobiler Behälter (Autos) ihre Koordinaten ändern. Das wäre keine Stadt, sondern eine Lagerhaltung mit integrierter Logistik. Wehret den Anfängen, wenn ihr das nicht wollt!

Besonders ärgerlich finde ich, dass die Stadtverwaltung Dresden das genehmigt (den Investoren ist ihre Gewinnorientierung und den Architekten ihre Aufwandsoptimierung nachzusehen), aber ich glaube nicht, dass die Vewaltung begreift, was sie da verantwortet (und falls doch, wäre es nur umso schlimmer).

Ronny hat gesagt…

@Robert

"Schwierig finde ich hier im Forum auch immer die Tatsache, dass diejenigen, die für eine moderne Bauweise eintreten oder sie auch nur optisch befürworten, hier teilweise auch persönlich ("was haben sie doch für einen schlechten Geschmack?") angegriffen werden. Als ob sie sich dafür rechtfertigen müssen!? Das zeugt auch nicht wirklich von Toleranz und Akzeptanz für "Andersdenkende".!"

Wer hier in aggressiver und kämpferischer Art seine Thesen vertritt, ist in diesem Link klar zu erkennen.


http://derarchitektbda.de/ein-waterloo-fur-jede-denkmalidee/


Es sollen immer die Anderen sein, die tolerant und qualifiziert argumentieren sollen.

Diese Hetzschrift sollte man sich gut durchlesen, um zu erkennen, mit wiviel Sendungsbewusstsein und Arroganz die meisten Architekten ausgestattet sind.

Darauf gibt es nur eine Antwort:

Wie es in den Wald hinein ruft, so schallt es zurück.

Matze hat gesagt…

@ Darki
Ob die Neue Sachlichkeit hier viel Zuspruch findet, wage ich fast zu bezweifeln :)

Ich verstehe aber was ihre Vorstellung von guter Architekturgestaltung ist und teile dies auch gern mit Ihnen!

@Ronny
Ich lese keine Aggression in der Aussage von Robert?
Ihm gefallen die entstandenen Bauten und er sollte sich dafür nicht rechtfertigen müssen, oder?

Anonym hat gesagt…

@ Ronny

interessanter Link. Dankeschön. Hetze kann ich darin allerdings nicht finden. Ganz im Gegenteil: genau auf den Punkt.

Gruß, Robert

Anonym hat gesagt…

@Ronny
Der Artikel ist doch gar nicht arrogant sondern sehr präzise und analytisch.

Danke für den Link! Sehr interessant!




Darki hat gesagt…

@Matze:

Ich würde es auf nen Versuch, oder 2 oder 3 (...,... ;)) ankommen lassen. In Leipzig wird es überwiegend sehr positiv aufgenommen.

Bezüglich Toleranz und Sachlichkeit tun sich beide(!!!) Lager schwer aufeinander zuzugehen und ja der verlinkte Artikel ist sehr einseitig und stark polemisch, weil er Ursachen, woher diese starke Drang alte Gebäude/Stadtbilder wiederauferstehen zulassen, zu wenig beleuchtet. Der GHND ist im Übrigen sicher nicht an einer Beseitigung der Keller gelegen. Selbiges wurde auch des Öfteren vom Neumarkt-Verein angeprangert.

Die Moderne steckt in einer Sackgasse. Das Versprechen eine schönere, lebenswertere Stadt zu schaffen, muss heute im Nachhinein betrachtet, vielerorts als uneingelöst betrachtet werden.

Der Wiederaufbau der FK hat hier eine für manche Protagonisten unbequeme Diskussion losgetreten. Da ist wahr, aber diese Debatte war überfällig und ist wichtig.

Der Nährstoff für diese Debatte, schlummerte übrigens schon viel länger in den Köpfen der Menschen. Ja, von diesem Nährstoff hat der Denkmalschutz einst selbst profitiert, als nach Kriegszerstörung und Umformung zur autogerechnten Stadt ganze Stadtbilder ihr Gesicht radikal veränderten/verloren hatten und ein Drang erwuchs, dem durch ein Bewahren der überkommenen Substanz etwas entgegen zu setzen, ja sich für dieses Bewahren Gehör und Gespür zu verschaffen.

*Hier könnte man noch so viel Punkte ansprechen. Das würde den Rahmen aber schier sprengen.

Zudem lässt sie (die Moderne) sich viel zu sehr von einer renditegierigen Immobilienbranche vor sich herteiben. Die positiven Impulse durch die Rekodebatte evt. neue Tore(ja auch eine Rückbesinnung auf die frühe Moderne kann so etwas sein) aufzustoßen, werden abgewehrt und im status quo verharrt, zugleich die Kritiker aufs Mark bekämpft und als revanchistische betagte Nostalgiker beschimpft. Wem bringt das denn etwas? Die Zunft des Architekten, das Entwerfen/Bauen, wird von vielen Menschen immer weniger als Baukunst aufgenommen. Die Architekten indes müssen sich auf einem immer härter umkämpften Markt des Reduzierens aus "Kostenminimierungsgründen" gegenseitig überbieten, was sie immer öfter durch Bauingenieure
ersetzbar macht. Für mich ein Kampf, in dem am Ende der Exitus droht, wenn hier keine Trendwende/krit. Auseinandersetzung mit dem eigenen Schaffen erfolgen sollte. Wieso insgesamt diese Scheu, selbst in Rückschau zu gehen und nach den Wurzeln zu suchen? So jung ist das Bauhaus nun auch nicht mehr. Von frischem Wind ist da kaum mehr zu sprechen.
Es gibt Architekten, die diese neuen Wege schon beschreiten, das Spielen mit der Fassade wieder lernen (wollen) und aus dem reichen Formenkanon der Baugeschichte schöpfen. Klar, kann auch da viel daneben gehen, aber es ist ein neuer Weg, nur Mut!

(Ich betone hier übrigens noch einmal, dass ich damit keine Gründerzeitfassaden meine, die in wildem Stilmix alles durcheinander werfen und vor Fassadenschmuck zusammenzustürzen drohen)

Hier wird man ja leicht mißverstanden. ;)

Ronny hat gesagt…



@Darki

Meinen ganzen Respekt für Ihre Ausführungen.

MIT SOLCHEN MENSCHEN KANN MAN ARBEITEN.

Anonym hat gesagt…

Eins hat der hier sooft kritisierte Architekt zumindest schon geschafft: denn über kein Objekt, wie dieses, wird hier so viel diskutiert. Auch hat er m. E. einen ansprechenden Neubau geschaffen.

Die Verherrlichung der Sprayer empfinde ich als ziemlich dumm. Denn es ist ihnen egal, wo sie sprayen - hauptsache zerstören. Wer das schick findet, muss wahrlich einen echt ernst zu nehmenden Geschmack haben. Zum Thema "gerade Linien" kann ich nur auf einige, von den reaktionären Gegnern der modernen Architektur so hoch gelobten "Alten" verweisen, die in die Architekturgeschichte eingegangen sind: siehe Deutscher Pavillon Barcelona von 1929, Mies van der Rohe. Daran ist jede Linie gerade. Und es gibt viele weitere Beispiele.
Gute Architektur hat nichts mit alt oder neu, geschwungen oder gerade zu tun. Und was in der Architektur "gut" ist, ist wie in der Kunst rein subjektiv.
Ich denke, es geht Einigen hier gar nicht um alt oder modern. Argumente wie "FDP wählende Zahnärzte und Anwälte" machen dies deutlich.
Beruf hat ebensowenig wie Geschmack etwas mit der politischen Prägung zu tun - allerdings aber mit Intelligenz.


Anonym hat gesagt…

@anonym 11. September 2013 00:02

"ich denke, es geht Einigen hier gar nicht um alt oder modern."

Völlig richtig, darum geht es nicht. Es geht um stadtverträgliches Bauen oder das Gegenteil davon.

"Beruf hat ebensowenig wie Geschmack etwas mit der politischen Prägung zu tun - allerdings aber mit Intelligenz."

Zu tun hat es mit dem verfügbaren Einkommen. Und bei Angehörigen von Berufsgruppen, die eine bestimmte Partei wählen - als Teilmenge aller Angehörigen dieser Berufsgruppen - kann man schon auf die politische Prägung schließen. So viel zum Thema Intelligenz...