Samstag, 11. Januar 2014

Tieckstraße 5



Neubau Tieckstraße 5 | Infos hier
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Kommentare:

Sebastian hat gesagt…

Warum muss denn alles immer wie Schuhkartons aussehn ?

Stefan hat gesagt…

Ich habe eine Vermutung, warum sie stets nur Kartons sehen: http://www.photocase.de/foto/161942-stock-photo-frau-mensch-schoen-blau-freude-leben

Denn das Gebäude selbst orientiert sich auffällig an den umliegenden:

1. Die Höhe des Rustika/Bossenwerks entspricht ebenso den benachbarten Gebäuden, wie die der Traufe und des Mansardknicks. Damit wurden drei dominante horizontale Linien übernommen. Die Geschossanzahl ist um eines ergänzt worden, was typisch für die meisten Gebäude nach 1918 ist.

2. Das Bossenwerk selbst ist mit Klinker gestaltet worden und zeigt so vereinfachte kleinere Strukturen als die in Sandstein gefassten der Nachbargebäude.

3. Die Fassade ist fünfachsig, wobei die dritte und vierte Achse im geschossweisen wechselnden Versatz und durch leichtes Verhortreten einen Mittelrisaliten andeuten, der die Klinkergestaltung des Bossenwerks fortsetzt. Im vierten Obergeschoss (Mardardengeschoss) wird durch abknicken auch die Linie der Nachbargebäude entlang des Risalits angedeutet.

Kurzum: Das Gebäude hat eindeutig Elemente der Nachbargebäude, was auch immer Ihre Kartonphrase anderes versuchte zu unterstellen.

Ob Sie die Farbgebung oder Gestaltung mögen ist etwas anderes. Ich persönlich halte den Klinker nicht für ortstypisch, mag aber seine strukturierenden Eigenschaften und kann der Fassade an der Erich-Ponto-Straße/Ecke Hospitalstraße mehr abgewinnen als diversen Spritzputzfasssanden. Siehe dazu

http://www.bausituation-dresden.de/2010/09/neubau-erich-ponto-strae.html

und

http://www.baumit.de/upload/Referenzen/WDVS/Dresden_Erich-Ponto-Strae.pdf

Ich wünsche mir wieder konkretere Kritikpunkte. Können wir beim konkreten Projekt bleiben, statt ständig auf vermeintlichste Denkschulen abzustellen? Ich wäre jedenfalls dankbar.

Viele Grüße,
Stefan

ji hat gesagt…

Gibt deutlich besseres (die Nachbargebäude), gibt aber auch schlechteres, was sich viel mehr in den Vordergrund spielen will. Ich finde die weiße Fassade viel zu flach, viel zu wenig Schmuckelemente. Die Klinkerfassade hätte man nur am Sockel nutzen sollen und dann auch mehr mit Rundbögen arbeiten können (Hauotportal). Der Erker ist einfach nur öde, wie ein ein angeklippster Legostein mit eingesägten vierecken als Fenster … Dachblkone gehen auch deutlich schöner. Man siehe einfach auf das linke Nachbarhaus (da wo das Plakat an der Brandmauer hängt), denn das zeigt, wie es geht!

Anonym hat gesagt…

Hallo Stefan,

Ihrer toll formulierten Darstellung kann ich nur ansatzweise folgen. Das Gebäude hat kein Bossenwerk im eigentlichen Sinne. Es hat lediglich einen mit Klinkerriemchen verblendeten Sockel, der zudem deutlich über die Flucht des Bossenwerks der benachbarten Gebäude hinaus geht und völlig unpassend aussieht. Der Mansardknick und die Traufe passt zwar zum benachbarten Baubestand, was grundsätzlich positiv ist, aber das zusätzliche Geschoss und die Fassadengestaltung lassen das Gebäude trotzdem als Fremdkörper wirken. Und das ist genau der Unterschied zur Bauweise in früheren Zeiten. Da wurde die innerstädtische Bebauung als Ganzes gesehen und nicht jedes Gebäude als Einzelstück. Gerade bei solch einer Lückenbebauung sollte das Gesamtbild des Straßenzuges maßgebend für den gestalterischen Anspruch sein. Dieses Gebäude kommt diesem Anspruch in keiner Weise nach. Es passt einfach nicht hinein - und da helfen auch die beschönigenden Beschreibungen der Architektenzunft nichts!

Gruß
Ulrich