Samstag, 2. Juli 2016

Dinglingerhaus | Q VII/2



Neumarkt/Dinglingerhaus ohne Gerüste

Kommentare:

Micha hat gesagt…

Wunderschön zu sehen welch ein Juwel hier wiederersteht. Hier werden -ganz im Sinne der GHND - Maßstäbe neu definiert!
Traurig stimmt allein die Überdachung des Innenhofes; hier hätte man eine optisch passendere Lösung finden können, welche das Raumgefüge als Ganzes erlebbar macht.

Jorsey hat gesagt…

Diesem Mann (Kim) gehört ein Denkmal gesetzt! Man sollte eine Petition diesbezüglich starten. Oder eine Straße nach ihm benennen. Entgegen jeglicher Sabotageversuche seitens des SPA hat er dieses Projekt durchgesetzt. Danke Herr Kimmerle!
Über diese Adresse [ info@kim-baut.de ]kann und sollte man sich kurz bedanken! Das ist das Mindeste, was wir ihm schulden!

psb hat gesagt…

Traumhaft schön !!!!

Und obwohl ich ja durchaus auch zeitgenössisches gut finden kann (vorausgesetzt es ist wirklich ZEIT-genössisch d.h. ist ein Genosse unserer Zeit und nicht der von Monsieur Le Corbflechter) , muss ich sagen - auch wenn ich mich damit wieder unbeliebt mache (aber das ist in meinem Fall sowieso egal lol sehr praktisch) - dass die heutigen Architekten zu solch traumhaften Kunstwerken leider nicht (!) fähig sind. Nicht einmal ansatzweise. Ich hatte oft über den Neumarkt nachgedacht und mich manchmal gefragt, ob die Reko wirklich der richtige Weg sei. Denn es ist immer eine Kopie, es ist niemals wirklich 1 : 1 (sagte sogar der vor einigen Jahren leider verstorbene grossartige Prof. Dr. Hans Nadler). Aber wenn ich dieses Gebäude so betrachte, und mir vorstelle die Dresdner müssten darauf verzichten und es stünde irgendein Postplatz-Scheusal da, dann ist meine Antwort ganz klar: Ja, die Rekonstruktion des Neumarkts und all seiner angrenzenden Gassen und Strassen ist der 100 Prozent richtige Weg.

Anonym hat gesagt…

Petersbergers Ausführungen ist nichts hinzuzufügen! So sieht es aus!
Man sieht an diesen geschaffenem Werk, dass nur eine Reko dem Dresdner Stadtraum weiterhilft!
Danke Herr Kimmerle!

Stefanius hat gesagt…

Ich bin einfach sprachlos. Einfach Danke an alle die das ermöglicht haben.

Harry hat gesagt…

Ein Augenschmaus dieser Anblick, danke Bauherr u. auch ein Dank an die GHND.Ein kleiner Seitenhieb an die Gestaltungskommision usw..., es muß nicht immer Schuhkartonarchitektur sein !
Gruß Harry

Sylvio Thiele hat gesagt…


Und es geht also doch. Entgegen einiger Investoren und Bauherren, die uns immer wieder sagen wollen, es gehe nicht wegen der modernen Nutzung, wegen des Brandschutzes, wegen der Deckenhöhen, wegen der Raumaufteilung usw.
Der ware Grund warum es "nicht" geht ist: Weil bei diesen Bauherren zwischen Daumen und Zeigefinger nicht genügend vorhanden ist, bzw. sie das Geld dafür nicht ausgeben möchten, bei denen steht die Gewinnmaximierung im Vordergrund. Man darf an solchen besonderen Orten des Wiederaufbaus nicht jeden Tuchhändler bauen lassen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Fam. Kimmerle und dem Verein Historischer Neumarkt.
Sylvio Thiele
Dresden

Stephan hat gesagt…

Wunderschön!
Eine traumhaft schöne Ecke entsteht wieder neu.
Ein paar Worte zu dem "Tuchhändler".
Er heißt Arturo Prisco und Dresden kann froh sein so einen Menschen zu haben.
Er hatte schon vor 20 Jahren eine Vision , die baulich vieleicht nicht 100% zufriedenstellend umgesetzt wurde aber er kämpft bis heute um Qualität am Neumarkt.
Bis heute kein Filialist im QF und auch kein italienischer Mc Donald wie Vapiano als Mieter.
Eine Schande im Dinglingerhaus ein Franchiseunternehmen einzumieten mit entsprechendem Kundenstamm im Schlepptau.
Billigtouristen die billig essen....
Das QF ist das einzige Areal in der Innenstadt mit Niveau und darum sollte man auch mal Danke sagen!

Sylvio Thiele hat gesagt…

@Stephan, genau darum geht es, um die "vielleicht nicht 100% zufriedenstellende Umsetzung". 90% reichen an so einem geschichtsträchtigen Platz nicht aus. Ein Filialist stört mich da erst mal weniger, dem kann man kündigen. Aber darum geht es in diesem Forum auch nicht. Eine Fassade steht wieder 100 oder 200 Jahre, und der kann man nicht kündigen wenn sie nicht gelungen ist.
Sylvio Thiele
Dresden

Königsbrücker hat gesagt…


Die Verdienste von Herrn Kimmerle sind groß, wenn man die Hindernisse kennt, die diesem Investor gerade auch von Seiten der Stadtverwaltung (Google-Suchbegriff Heckamnn, Zeitgenossen)in den Weg gelegt wurden.
Um so bitterer stößt die Tatsache auf, daß das Dinglinger-Haus keine adäquate Nutzung erhält. @Stephan: Sie sprechen mir aus der Seele!
In dieses Schmuckstück gehört ein dresdenverbundener Familien- Betrieb, welcher im Wiener Kaffee-Haus-Stil den Charakter des Gebäudes auch von der Nutzung her unterstreicht, statt ihn zu konterkarieren. Hier wurden - meines Erachtens - nach all den Mühen, die völlig falschen Akzente stetzt. Nun, man mag sich trösten: Hauptsache die Fassade steht, die Nutzung kann sich ja noch ändern. Hoffen wir´s!

Stephan hat gesagt…

Was nützt mir die schöne Fassade mit niveaulosem Inhalt?
Wen will ich denn ansprechen?
Als Stadt, als Stadtmarke, als Tourismusziel, als "Barock"bau?
Was hier im Dinglingerhaus passiert ist eine absolute Fehlplanung.
Vor dem schlimmsten wurden wir ja noch bewahrt (ein goldenes M über den Fenstern),aber
so ein Bau verpflichtet auch eine der Architektur würdigen Nutzung!
Ein kleines Bistro vom Stefan Hermann oder ein Cafe in Kooperation mit Meissen wäre die bessere Nutzungsvartiante gewesen.
Nun gut , jetzt schieben sich die Rucksack/Trecking/Touris in den Bauch des Dinglingerhauses um für 7,99 Euro ihren Hunger zu stillen.
Wollen wir hoffen sie merken in welch' besonderem Hause sie dies tun.
Als wiederkehrendem Tourist und Einwohner Dresdens muss der Neumarkt in Zukunft mehr bieten als nur Fassaden mit austauschbarem Inhalt.
Spitzengastronomie, Cafés mit Stil und Flair, Windowwatching bei LouisVuitton und Gucci anstelle der fünften Reimann/Vapiano/L'Osteria/Filiale.

Bulut hat gesagt…

Stephan - dass ist aber Jammern auf ganz hohem Niveau. Ich meine, ich kann grundsätzlich verstehen was Sie meinen aber Kimmerle muss halt schon schauen, dass sie das Projekt irgendwie rechnet. Ist doch egal, ob dort jetzt paar Jahre Vapiano drin sitzt - auf Ewigkeit ist das nicht. Aber eine wundervolle Rekonstruktion bleibt. Denken Sie an das Café in der Rampischen 29. Als ich da war, hatte ich den Eindruck, dass der Wirt sein bester Kunde ist. Da war nix los.

Michael hat gesagt…

@Stephan: Also so ein unsympathisch Typ ist mir bis jetzt selten über den Weg gelaufen. Ich finde die Nutzung ist vollkommen in Ordnung. Und über sogenannte "Rucksacktouristen" ab zu lästern die "billig essen" zeugt von extrem wenig Niveau Ihrerseits! Weil sie (anscheinend) ne Menge Knete auf dem Konto haben, macht Sie das noch lange nicht zu einem besseren Menschen. Ganz im Gegenteil wie man anhand ihres Beispiels sehen kann!

Mit freundlichen Grüßen!

Königsbrücker hat gesagt…

@Bulut: Natürlich ist das was wir machen Jammern auf hohem Niveau.^^ Aber Stephan hat schon recht: Der Inhalt muß sich der Form würdig erweisen; tut er dies nicht, wirkt alles wie eine Karikatur.
Und das kann ja wohl nicht das Ziel sein!
Es stimmt schon, daß man die "Konsumtrottel" der Gegenwart dort abholen muß wo sie stehen, bzw wo sie (als Touristen-Strom)vorbeigeschleust werden. Zwei Faktoren spielen für den wirtschaftlichen Erfolg eine Rolle: 1. Die Lage, 2. das Unternehmenskonzept. Mag sein daß sich der "italienische Mc Donald´s" an dieser Stelle sogar regen Zuspruchs erfreut, während das Kaffee-Stübchen (Gott sei´s geklagt) in der Rampischen 29 ein Schattendasein fristet. Das dem so ist ist m.M.n. der Lage geschuldet, vielleicht auch an zu wenig Eigenwerbung, gewiss aber nicht am falschen Konzept!
Entscheidend bei der Beurteilung ist der Anspruch den man für Investoren und Betreiber haben kann, ja haben MUSS, und der sollte sich eben nicht immer an rein ökonomischen Kriterien ausrichten.

Stephan hat gesagt…

@Michael
Manchmal tut es eben weh wenn man die Wahrheit ausspricht.

Es stimmt einen eben traurig wenn man die Innenstädte von Dresden und zB. Verona vergleicht.
Beides Kulturstädte mit vergleichbarem Angebot.
Obwohl Verona nur halb so groß ist wie Dresden, ist es ein Traum durch die Innenstadt zu schlendern.

Tolle Geschäfte mit entsprechenden Publikum.

Wenn Sie der Meinung sind, dass Treckingklamotten/Rucksack/Touristen zu Dresden passen kann ich dem einfach nicht zustimmen.

Dresden sollte den Anspruch haben eine andere Art von Tourismus zu bedienen.

Wenn sie der Meinung sind, dass Primark und Vapiano zu Dresden passen sollten Sie vielleicht einmal andere europäische Städte dieser Größenordnung besuchen um zu sehen dass es auch anders geht.

Nichtsdestotrotz ist der Neubau eine fantastische Leistung von Herrn Kimmerle.

Dresden muss sich eben für einen Weg entscheiden.

Entweder befindet sich im Dinglingerhaus in 20 Jahren ein 1-Euro-Shop oder Armani.

Mir wäre zweiteres lieber, auch wenn ich dadurch Ihnen noch unsympathischer werde.

Sylvio Thiele hat gesagt…

Noch einmal was allgemeines; insgesamt ist der Neumarkt doch recht gut gelungen, ein paar Ausreiser gibt es immer. Wenn man die Menschen dort sieht, wie sie stehen bleiben, staunen und fotografieren. Dann zum Vergleich der Postplatz, dort bleibt niemand stehen und staunt, das ist einfach nur traurig. Mir ist klar dass man nicht aus der ganzen Stadt einen Neumarkt machen kann, aber der Postplatz ist für meinen Geschmack eine Schande. Genau wie der Potsdamer Platz in Berlin. Schön ist etwas anderes.

Anonym hat gesagt…

Natürlich freue auch ich mich als Dresden verbundener regelmäßiger Wiederkehrtourist über jede historisch erstandene Fassade, auch in der Rekonstruktion. Uns ist doch allen klar, dass die 'Rekos' 'Rekos' sind. So sind z. B. auch die Altstädte von Warschau oder Danzig Rekos, aber die "Stadtwirkungen", die Plätze wie Neumarkt und Postplatz haben, weiter möchte ich nicht ins Detail gehen, sind doch sehr unterschiedlich,...und ich komme von Zeit zu Zeit eindeutig nicht des Postplatzes oder der Prager Str. wegen nach Dresden....Das habe ich zu Hause in Hülle und Fülle. Absolut unerfreulich in diesem Zusammenhang finde ich - man wird ihn sehen, wenn alle Gerüste linkerhand des Dinglingerhauses gefallen sind, den Betonkarton als Abschluss der historischen Fassadenfront hin zum Kulturpalast. Er bildet meiner Meinung nach einen so dermaßenen Bruch, keinen Über- gang zum Kulti und ist so steril, nichtssagend und häßlich. Ich frage mich, wie man diesen Betonkasten genehmigen konnte. Noch kurz zu den Rucksacktouristen; ganz so überheblich wollen wir uns aber nun nicht über sie äußern - nicht wahr...! Vapianomäßig wird man sehen, auf alle Fälle ist es, vom Interieur her gesehen um einiges stilvoller als MC D., dazu gehört natürlich auch nicht viel. Hatte nicht Dresden im ganzen Verlauf seiner barocken und nachbarocken Historie sehr viele Verbindungen nach Italien geknüpft, um sich stilistisch zu orientieren und anregen zu lassen ... man könnte zahlreiche Beispiele nennen bis hin zu den toskanischen Landhäusern, die heute noch in den Villenvierteln beiderseits des Flusses elbaufwärts zu finden sind.

Anonym hat gesagt…

Man darf beim Vapiano auch nicht unterschlagen, dass der Jüdenhof noch für ca. 2 Jahre als Baustelle fungieren wird. Baustellen und gehobene Gastronomie vertragen sich nicht sonderlich gut.

Es besteht daher allein aus dieser Tatsache m. E. Hoffnung, dass nach Abschluss des USD-Quartiers und ggf. noch ein paar Jährchen Wartezeit sich eine andere Gastronomie etablieren kann.

1aandi

Micha hat gesagt…

"...Hatte nicht Dresden im ganzen Verlauf seiner barocken und nachbarocken Historie sehr viele Verbindungen nach Italien geknüpft, um sich stilistisch zu orientieren und anregen zu lassen ... man könnte zahlreiche Beispiele nennen bis hin zu den toskanischen Landhäusern..." Ich bitte Sie, was ist denn das für ein hanebüchener Vergleich. Bei den Beispielen die Sie anführen handelt es sich um KULTURELLE Errungenschaften; auf Vapiano & CO trifft dieses Prädikat allerdings ganz gewiss nicht zu.

Anonym hat gesagt…

Wollen wir mal die Frage stellen was 'Kultur' bzw. 'kulturelle Errungenschaften' denn so sind - vermutlich würde man stundenlang diskutieren können... und ob die Esskultur nicht auch dazu gehört...und inwieweit kulturelle Entwicklungen und Möglichkeiten von pekuniären beeinflusst wurden/werden. ...und ich weiß nicht lieber "Micha", ob ich die bayerischen Wirtschaften, die sich so über den Neumarkt verteilen bzw. die sehr 'glattwandigen', in meinen Augen sehr sterilen Restaurants oder den Plüsch im Cafe des Cosel Palais', das durch sein Gedudel drittklassiger Musik, um einmal unsachlich wertend zu sein, kulturvoll finde? Kulturvoller finde ich im Vergleich dazu die Inneneinrichtung von Vapiano, das muss ich Ihnen leider sagen. Aber sollten nicht mehrere unterschiedliche Stile nebeneinander eine Berechtigung haben? Sie sehen mich geoutet als Liebhaber italienischer Küche, wobei ich die sächsische in ihrer Bodenständigkeit auch sehr schätze. Aber auch mein Portemonnaie lässt es nicht zu, häufig in der Villa Marie in Blasewitz zu speisen, obwohl ich die ja sehr rustikal-kulturvoll finde. Kulturelle Errungenschaften gehen doch von der toskanischen Villa bis hin zu Vapiano, um jetzt mal im italienischen Segment zu bleiben.... und jeder/jedem sollte es doch wertfrei gestattet sein das Eine oder das Andere zu bevorzugen ...

Sidonie hat gesagt…

Weitere Gerüste am Jüdenhof sind gefallen und zum Vorschein kommen drei ansprechende an die historischen Vorbilder angelehnte Fassaden. Sehr, sehr schön und ein weiterer Zugewinn für Dresden. Der Unterschied zum Postplatz bzw. zur Prager Straße in ihren "Stadtwirkungen" im Gegensatz zum Neumarkt wurde hier ja schon diskutiert. Aber natürlich gibt es immer etwas zu nörgeln - furchtbar. Ich frage mich nämlich, warum die Architekten oder soll man sie lieber FassadenfarbgeberInnen nennen für die beiden mittleren Fassaden einmal ein erfrischendes Steingrau und im zweiten Fall ein so belebendes Aschgrau gewählt haben. Mir ist durchaus nicht entgangen, dass die beiden schmaleren Mittelfassaden mehr der Renaissance zuzuordnen sind -wenn ich mich nicht irre - und strenger, klarer wirken, im Gegensatz zu ihren hochbarocken, reich dekorierten Nachbarinnen. Dennoch hätte ein Weiß, kein kaltes, ein leicht gebrochenes, meiner Meinung nach das Dinglingerhaus und die linke äußere Fassade, harmonischer miteinander verbunden. Der Vorteil dieser 'Graus' ist aber natürlich der, dass wir uns wieder ein bisschen an unsere DDR-Vergangenheit erinnern können, denn seit der Wende ist ja eine unerhörte Farbigkeit in unsere Städte eingezogen. Man weiß jetzt wieder, wie es war vor 30 Jahren - mit dem weiteren Vorteil, dass man damals damit rechnen musste, dass einem herabstürzender Putz aufs Haupt fiel, das wird jetzt nicht der Fall sein!